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Ara 20

Die Violinistin und die Bassistin

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Ahegao

Die Violinistin und die BassistinHallo zusammen, hier kommt eine ältere Geschichte, ich hoffe, sie gefällt euch!Feedback ist immer erwünscht!Ein erotischer RomanAugust 2016 Kapitel 1 Staubkörner tanzten in den Lichtstreifen des hereinfallenden Tageslichts. Draußen krähte ein Hahn. Weit weg war ein Traktor zu hören. Landleben. Früher hatte ich in der Stadt gelebt, und ich hatte es immer genossen. Aber das hier war besser. Wir hatten es zu einem bescheidenen Wohlstand gebracht und uns dieses Haus leisten können. Und wir lebten dort recht zufrieden. Dies ist die Geschichte, wie es dazu kam. Wie ich die Frau meines Lebens kennenlernte und von einer recht guten, aber erfolglosen Bassistin, zu einer recht erfolgreichen wurde, deren Gesicht in der Öffentlichkeit aber vollkommen unbekannt ist. Und es ist die Geschichte von einer Violinistin, die ein absolutes Wunderkind war, aber diesen Status für ein Leben mit mir eingetauscht hat. Sie ist immer noch ein Genie, aber auch ihr Gesicht kennt niemand.Aber in jenem Moment interessierte mich das nicht. In diesem Moment interessierten mich nur die Staubkörner. Wie sie langsam durch die Luft schwebten und von irgendeiner unsichtbaren Kraft hin und her geschoben wurden. In meinem Bett war es warm und kuschelig. Ich fühlte mich ausgeschlafen, und der Tag versprach Gutes. Ich musste nicht arbeiten, es stand nichts an. Was konnte man mehr erwarten?So lag ich eine Weile da, zufrieden in meiner Welt, bis meine Aufmerksamkeit sich auf die Bewegungen neben mir richtete. Da lag sie. In einem unruhigen Schlaf. Ihr weißer, runder Po lugte zwischen den Laken hervor. Ihre Hände, immer noch auf den Rücken gefesselt mit ledernen Manschetten, zuckten leicht. Sie träumte. Joelle in einem bewegenden Traum. Ich war kurz versucht, mit der flachen Hand kräftig auf die beiden gewölbten Bäckchen zu schlagen, aber verwarf den Impuls schnell wieder. Das wäre zu gemein gewesen. Ich könnte die Decke ein wenig über ihr entblößtes Hinterteil ziehen, aber mir gefiel der Anblick, und ich wollte mich nicht bewegen. Ich hatte es gerade so gemütlich. Die Kettenglieder zwischen den Manschetten hatten einen kleinen Abdruck auf ihrem Hintern hinterlassen. Es sah schön aus, passend, wie ihre Hände im Schlaf zuckten, sich leicht gegen die Fesselung wehrten, als könnte sie sich befreien, wenn sie nur ein wenig zöge. Seit dem vergangenen Abend war sie gefesselt, aber immer noch hatte sie sich nicht daran gewöhnt. Sie hatte sich mit ihrer Hilflosigkeit noch nicht abgefunden. Das war irgendwie süß. Wie sie sich wälzte, wie etwas in ihr arbeitete. Ein Murmeln entfuhr ihr. Ich drehte meinen Kopf zu ihr. Zu gerne hätte ich gewusst, was sie in ihrem Schlaf sagte. Aber ich konnte sie leider nicht verstehen. Kein Wort. Es war ein langsames Brabbeln, ein Murmeln.Ihr Kopf war tief in das Kissen gepresst, und ihre blassblonden Haare schlängelten sich wirr über das Kissen. Ich spannte meine Muskeln an, ohne mich groß zu bewegen, schüttelte den Schlaf ab. Ich atmete tief durch. Mein Brustkorb hob sich, hob die Laken, die im Sonnenlicht spannende Falten warfen. Ich wurde wach und beobachtete Joelle weiter. Süß war sie. Meine süße kleine Sklavin. Ein Lächeln zog über mein Gesicht, während sie mit einem Ruck an ihren Fesseln zog und sich aufbäumte. Ich hielt den Atem an, erwartete, dass sie aufwachte, aber ihre Muskeln entspannten sich, und sie fiel zurück in ihren Traum. Schlaf weiter, meine süße Prinzessin, dachte ich. Schlaf weiter!Der Tag war noch jung, und ich konnte mir vorstellen, dass sie lange gebraucht hatte, bis sie eingeschlafen war. Die Fesseln, die ihre Hände hinter den Rücken zwangen, machten es ihr sicher nicht einfach. Einmal war ich in der vergangenen Nacht kurz aufgewacht, da hatte sie sich in ihren Fesseln gewunden, hatte versucht, eine Position zu finden, die ihr den Schlaf ermöglichte. Ich war wieder eingeschlafen, bevor sie ihren gefunden hatte. Wovon träumte sie? Aber von wem sollte sie schon träumen? Von derjenigen doch wohl, die sie in Fesseln geschlagen hatte, die mit ihr anstellen konnte, was sie wollte. Ich war es, die sie von einem ruhigen Schlaf abhielt, die sie in Ketten geschlagen hatte. Von wem sollte sie anders träumen als von mir?Damit war jeder Gedanke, sie zu wecken, vollkommen undenkbar. Träum, träum von mir, von deiner Herrin!Ich lag also neben ihr und ließ sie träumen, bis sie langsam begann sich zu regen und aufzuwachen.Ihr Atem veränderte sich. Sie war wach. Ich drehte mich zu ihr, betrachtete ihre ruhigen Gesichtszüge, das Licht, das weich auf ihre Wangen fiel. Joelle hatte die Augen noch geschlossen, wollte langsam und sanft in den Tag gleiten. Vorsichtig streichelte ich über ihre Haare, legte meinen Kopf neben ihren. Mit meinen Fingern zog ich eine ihrer Haarsträhnen zu mir, kitzelte mit den Spitzen meine Nase und sog ihren warmen Duft ein. Dann ließ ich meine Hand unter die Decke schlüpfen und berührte sie an der Schulter. Wie eine Schlange kroch meine Hand weiter, erfreute sich an der Wärme ihres Körpers. Sie bewegte sich nicht, ließ meine Hand machen. Ihr Brustkorb hob und senkte sich langsam und rhythmisch. Ich versuchte, meine Bewegungen ihrem Atem anzupassen und bewegte meine Hand immer, wenn sie ausatmete und sich ihr Brustkorb senkte. Schließlich schlängelte sich meine Hand über ihre weiche Brust. Ich fühlte ihre weiche Brustwarze, rieb sie zwischen meinen Fingern und spürte, wie sie unter meinem Griff hart wurde. Joelle seufzte, und ihr Brustkorb hob sich ein wenig mehr. Ich spielte eine Weile mit ihrem Nippel, und sie ließ es geschehen. Auf ihrem Gesicht machte sich ein wohliges Lächeln breit.Ich streichelte über ihre Brust, fuhr ihre Kurven nach, fand ihre Brustwarze wieder, strich über sie und kniff einmal mit meinen Fingernägeln hinein. Augenblicklich spannten sich ihre Muskeln an, ihr weicher Körper verhärtete sich für einen Wimpernschlag. Aber ich wollte sie nicht quälen. Sie sollte nur wissen, wer das Sagen hatte. Also streichelte ich sie bald wieder, und sie entspannte sich augenblicklich, weil sie mir vertraute. Meine Hand fand ihren Weg hinunter zu ihrem Bauchnabel, umkreiste ihn und wanderte dann tiefer. Doch wenige Zentimeter vor ihrem Ziel zwischen ihren Schenkeln hielt sie inne. Ich ließ meine Finger einfach ruhen kurz vor ihrem Venushügel.Nach wenigen Sekunden wurde sie unruhig, hob ihr Becken, wollte mir signalisieren, dass ich nicht aufhören sollte. Aber ich ließ meine Hand einfach schlaff an ihrer Position. Joelle wurde ungeduldig und seufzte. Sie zog an ihren Fesseln.Ich genoss meine Überlegenheit und meine Macht.„Möchtest du, dass ich weitermache?“, hauchte ich ihr ins Ohr.Sie nickte energisch.„Dann sag mir: Wer ist deine Herrin?“„Du bist es!“, kam ihre Antwort.„Sag es noch einmal!“„Du bist meine Herrin!“„Da hast du verdammt nochmal recht!“, flüsterte ich ihr ins Ohr. „Aber was tust du, wenn ich weitermache?“„Alles!“„Alles? Du solltest aufpassen, was du alles so versprichst.“„Ich tue alles für dich, wenn deine Hand weitermacht!“„Ich werde darauf zurückkommen!“ Es sollte wie eine kleine Drohung klingen.Und dann erwachte meine Hand wieder zum Leben und setzte ihren Weg zwischen ihre Schenkel fort. Kapitel 2 Prinzessin auf der Erbse trifft die Beschreibung für Joelle am besten. Kennengelernt haben wir uns in einem Musikgeschäft. Wir waren beide Musikerinnen, aber sie erfolgreicher, und ich hatte keinen reichen Daddy, daher jobbte ich in einem kleinen Musikgeschäft als Aushilfe. Der Job war angenehm. Ich verdiente nicht so viel wie beim Kellern, aber ich musste mich auch nicht mit Besoffenen rumschlagen, sondern war unter Instrumenten in einem Metier, das ich wirklich liebe. Die meisten Kunden waren nett und freundlich, und man konnte auch mal ein Schwätzchen halten und fachsimpeln. Ich war siebenundzwanzig, hatte nach dem Abi Wirtschaft studiert, das schnell sein lassen, dann eine Ausbildung angefangen, und auch die schnell abgebrochen, weil ich es nicht ertragen konnte, den ganzen Tag in einem Büro zu sitzen. Die ganze Zeit über war ich in Bands, und irgendwann lief es mit der Musik so gut, dass ich mir die Ausbildung sparen konnte. Also kündigte ich. Dann ging es mit der Musik plötzlich nicht mehr so gut, und ich musste mich anders durchschlagen. Das tat ich also. Ich schlug mich durch. Mal besser, mal weniger gut, aber ich kam zurecht. Es war ein unstetes Leben, das nie so richtig geradlinig verlief, aber ich mochte das. Man musste flexibel sein, irgendwie auf sich aufpassen, irgendwie erwachsen sein, aber dann auch eben nicht. Ich suchte mir die Jobs, wie ich sie brauchte und wie sie kamen. In zehn Jahren könnte ich ein großer Star sein oder immer noch am Existenzminimum rumkrebsen und mein Instrument rumschleppen, Verstärker aus Transportern hieven und Kabel einstöpseln, um meine Musik zu spielen. Das mit dem Star war ziemlich unwahrscheinlich. Bassisten werden keine Stars, überhaupt gibt es nur wenige, die von der Musik leben können. Es gibt eine Menge Sternchen, aber das ist etwas anderes. Ich hatte damit kein Problem. Ich liebe die Musik, und das reichte mir. Daher war ich auch glücklich, den Job in einem Musikgeschäft zu bekommen.Musikinstrumente sind etwas Faszinierendes. Eigentlich sind sie Gegenstände aus Kunststoff, Holz und Metall, aber ich stelle mir vor, dass sie ein eigenes Leben haben, so etwas wie eine Seele. Ich stelle mir vor, dass ein Instrumentenbauer sich wochenlang damit beschäftigt hat und seine Seele in das Instrument gegeben hat. Die Realität sieht natürlich anders aus. Die meisten Instrumente kommen aus China und sind Massenware. Da hat niemand stundenlang gehobelt, gesägt oder gefeilt. Die kommen alle vom Fließband. Da steckt in der Herstellung keine Liebe drin. Das heißt nicht, dass billige Instrumente schlecht sind, sie sind häufig sogar erstaunlich gut, wenn man den Preis bedenkt, aber für Romantik bleibt wenig Raum. Nur die richtig teuren Instrumente kommen noch irgendwie aus Handarbeit, und nur bei den wirklich teuren hat vielleicht noch ein Mensch eine Unterschrift geleistet, aber das ist dann auch nur der Qualitätstester bei der Endkontrolle. Warum erzähle ich das? Weil es mit unserem Kennenlernen zu tun hat. Ich war gerade in einem Verkaufsgespräch. Ein Vater wollte für seine Tochter eine Gitarre kaufen. Aber da fing es schon an, denn während der Vater aus diversen und allesamt nachvollziehbaren Gründen seine Tochter mit Pferdeschwanz und Strickpulli auf einer akustischen Gitarre am Weihnachtsbaum oder Lagerfeuer sehen wollte, sah sie sich aus vollkommen nachvollziehbaren Gründen mit einer E-Gitarre breitbeinig headbangend auf einer Bühne, hinter ihr ein Verstärkerturm und vor ihr hunderttausend headbangende Fans. Ich befand mich also in einem Familienstreit und nicht nur als unbeteiligte Zuschauerin. Vater und Tochter hatten mich beide als ihre Verbündete auserkoren, die für ihre Sache streiten sollte.Allerdings war mir gar nicht danach, für irgendeine Sache zu streiten. Ich konnte den Vater verstehen, der seine kleine, wohlerzogene Tochter mit Pferdeschwänzchen bewundern wollte, gleichzeitig aber auch seine Tochter, die von hunderttausend Fans bewundert werden wollte. Als Symbol für diese Visionen standen eben Wanderklampfe und Stratocaster. Beides ging nun mal nicht. Während ich also mit Händen und Füßen versuchte, mich aus dem Pubertätskampf herauszuhalten, betrat Joelle das Musikgeschäft. Am Eingang blieb sie einen Augenblick stehen, orientierte sich kurz und schritt dann zielstrebig an uns vorbei zu den Westerngitarren. Ich dachte mir nicht viel, als ich sie das erste Mal sah. Mir fiel ihr Pferdeschwanz auf, der akkurat saß. Mir fiel auch das Selbstbewusstsein ihrer Bewegungen auf. Aber ich hatte keine Zeit, mich auf sie zu konzentrieren, denn die Tochter wollte von mir die Bestätigung, dass E-Gitarren nicht zwangsläufig lauter waren als akustische Gitarren, und der Vater wollte kontern mit dem Hinweis, dass eine E-Gitarre immer E braucht (also Strom). Ich gab beiden Recht, obwohl es auch batteriebetriebene Gitarrenverstärker gibt, die ziemlichen Krach machen können. Aber das sagte ich nicht, weil ich die Sache nicht noch verkomplizieren wollte.Ein Auge warf ich als professionelle Verkäuferin derweil auf Joelle, die sich recht zielstrebig die teuerste Westerngitarre gegriffen hatte, die wir hatten. Aber meinen ersten Gedanke, dass sie eine Kennerin sein musste, ließ ich sofort fallen, denn sie hielt sie wie eine absolute Anfängerin. Wie gesagt, ich habe diesen Glauben, dass Instrumente eine Seele haben, zumindest die teuren, die mit Liebe hergestellt werden, und bei einem Preis von zweieinhalbtausend Euro kann man auch schon ein wenig Liebe und Respekt verlangen von dem, der sie kauft. Also manövrierte ich das Familiendrama an einen Übungsverstärker und drückte ihnen zwei Gitarren in die Hand, um dann zu der Gibson zu eilen und dem jungen Mädchen, das sie hielt. „Die ist verstimmt!“, meinte sie statt einer Begrüßung mit einem leicht vorwurfsvollen Ton, als ich zu ihr trat. Sie drehte am Stimmflügel der E-Saite und zupfte immer wieder daran. „Ein schönen guten Tag. Kann ich Ihnen helfen?“, fragte ich betont freundlich und wunderte mich, dass sie glaubte, beurteilen zu können, wie die Gitarre gestimmt werden musste, wo sie diese doch nicht einmal halten konnte.„Ich will Gitarre spielen lernen“, sagte sie, ohne mich anzusehen. Stattdessen begab sie sich an die zweite Saite und stimmte diese nun.„Da würde ich eine Musikschule empfehlen! Wir verkaufen hier Instrumente.“Sie sah mich nun zum ersten Mal an, als wollte sie herausfinden, wie ich das gemeint haben könnte. Es war so gemeint, wie es herausgekommen war. Die Butter ließ ich mir von so einem Früchtchen nicht vom Brot nehmen. Etwas schnippisch antwortete sie: „Das ist mir schon klar. Aber ohne Gitarre kann ich es ja schlecht lernen oder wie siehst du das?“Ihr Tonfall gefiel mir gar nicht und das Duzen auch nicht. Statt sofort zu antworten, nahm ich mir nun eine Sekunde Zeit, mir ein Bild zu machen. Sie hatte einen bleichen Teint, strohblonde Haare. Ein paar Sommersprossen, graublaue Augen und eine spitze Nase, die etwas nach oben ragte und ihr damit einen im wahrsten Sinne hochnäsigen Ausdruck gab.Stoffhose, ein paar schwarze Pumps mit flachem Absatz, die etwas zu förmlich aussahen, eine cremefarbene Bluse mit altmodischen Rüschen. Sie vermittelte den Eindruck, dass sie sich Gedanken gemacht hatte über ihre Garderobe. Das unterschied sie von mir. Ich zog meist an, was gerade so auf dem Boden lag. Es war die etwas nach oben gebogene Nase, die sie am besten charakterisierte als Prinzessin (Die Erbse kam später). Ich konnte nicht sagen, dass sie mir besonders sympathisch war, aber ich nahm sie auch nicht ernst genug, um sauer zu sein. Sie war halt eine dieser Kundinnen, die eben nicht so nett, nicht so angenehm waren. Aber man musste sich deswegen ja nicht gleich den Tag vermiesen lassen. Sie war mittlerweile bei der vierten Saite angelangt. Als sie langsam die vier gestimmten Saiten anzupfte, stutzte ich. Sie klangen sauber aufeinander abgestimmt. E-A-D-G. Das waren auch meine Saiten. Eine Oktave tiefer zwar, aber immerhin. E-A-D-G, die Saiten des Basses und die ersten vier der Gitarre. „Immerhin können Sie schon mal eine Gitarre stimmen!“Es war als Kompliment gemeint, aber sie sah mich nur irritiert an. „Was ist jetzt? Verkaufst du mir das Ding?“ „Das Ding, das Sie da in der Hand haben, ist eine Gibson und kostet fast zweieinhalbtausend Euro.“„Okay…“ Sie war nicht beeindruckt.„Das ist nicht unbedingt ein Anfängerinstrument.“„Ich habe noch nie verstanden, warum Anfänger auf billigen Instrumenten lernen sollten. Gerade ein Anfänger braucht alle Hilfe, die er bekommen kann, und eine gutes Instrument ist eine immense Hilfe!“ Sie sah mich kühl an, und ihr Näschen reckte sich noch etwas mehr in die hochnäsige Höhe. „Das müsste jemand, der in einem Musikgeschäft arbeitet, eigentlich auch wissen.“Sie stellte meine Geduld zugegebenermaßen auf eine harte Probe. Als ich ihr gerade eine passende Antwort geben wollte, grollte uns ein schiefer und ohrenbetäubender Gitarrenriff entgegen. Wir drehten uns beide um. Der Vater, der sich, aus welchem Grund auch immer, die eben noch so verhasste E-Gitarre umgeschnallt hatte, drehte hastig den Lautstärkeregler am Verstärker runter, wand sich zu mir um und rief: „Tschuldigung!“ Scheinbar war die Diskussion zwischen Vater und Tochter vorangeschritten, denn die Tochter beobachtete nun, wie der Vater sich an der elektrischen Gitarre versuchte. Diese kleine Ablenkung jedenfalls ließ meinen Zorn verfliegen, und ich ignorierte die Provokation ruhig und erwiderte:„Viele Anfänger wissen nicht, was sie wollen. Und es wäre doch zu schade, wenn dieses tolle Instrument als Staubfänger in einer Ecke enden würde.“„Erstens wird das nicht passieren, und selbst wenn es zweitens als Staubfänger enden sollte, dann hätte ich lieber die hier als irgendeine unförmige Holzkiste. Also, wie sieht es jetzt aus? Ich habe das Gefühl, dass du mir die Gitarre nicht verkaufen möchtest.“Die Frage war gerechtfertigt. Ich hatte in der Tat etwas dagegen. Ich konnte mir zwar ihre Beleidigungen anhören, aber irgendwie sträubte ich mich, diese schöne Gitarre in die Hände einer verzogenen Göre zu verkaufen. Das war, als müsste eine Adoptionsvermittlerin ein Baby in die Hände von alkoholkranken Junkie-Verbrechern geben. So etwas tut man einfach nicht. Und das sagte ich ihr dann auch ziemlich deutlich:„Da haben Sie ganz Recht. Mir stellen sich die Nackenhaare hoch, wenn ich daran denke, dass ich Ihnen dieses tolle Instrument verkaufen soll. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass Sie dieses Teil verdienen. Auch wenn Sie es sich locker leisten können.“ Sie stutzte. Das hatte sie nicht erwartet. Es schien ihr nicht oft zu passieren, dass Geld sie nicht weiterbrachte. Sie atmete tief ein, schluckte die erste Reaktion, vermutlich eine pampige Antwort, herunter, sah betreten auf den Boden, als hätte ich sie bei etwas ertappt, und besann sich. Dies erstaunte mich nun wieder. Hatte ich einen Nerv getroffen? Ich hatte angenommen, dass das Geld ihres Vatis sie gestählt hätte gegenüber der Kritik des Pöbels. Scheinbar war das nicht so.Mit merklich kleinerer Stimme und gesenkter Nase sagte sie schließlich: „Ich verstehe, was du meinst, aber du musst dir keine Sorge machen. Ich bin eine ausgebildete Solo-Violinistin. Ich habe CDs aufgenommen, ich spiele in internationalen Orchestern, und wenn es von mir Aktien zu kaufen gäbe, wäre ich der Geheimtipp. Ich spiele übrigens eine Violine, die ungefähr das Zehnfache von der Gibson hier kostet. Ich weiß also sehr gut, dass man vor einem guten Instrument Respekt haben sollte. Aus diesem Grund möchte ich auch ein gutes. Einer meiner Lehrer sagt, es würde mir guttun, ein neues Instrument zu erlernen, um Saiteninstrumente besser zu verstehen. Also hat er mir die Gitarre empfohlen. Hier bin ich, und ich bin einfach nicht der Typ für ein Anfängerinstrument. Und falls es dich beruhigt, ich habe zwar eine schwarze Visa-Karte, aber ich bin nicht irgendeine neureiche Göre.“Ich muss gestehen, ich hatte keine Ahnung, was eine schwarze Visa-Karte ist, aber scheinbar ist Schwarz das neue Gold und damit was Besonderes für besondere Menschen. Damit konnte sie bei mir keine Stiche landen, und ich verschränkte demonstrativ die Arme vor der Brust, um ihr das auch so zu zeigen. Sie hatte mich noch nicht überzeugt, auch wenn ihre Antwort mir gefiel.Das mit der neureichen Göre sollte übrigens gelogen sein. Sie hatte Geld, ob es neureiches Geld oder altes war, spielte keine Rolle. Es war Geld, das sie sich nicht verdient hatte, aber mit vollen Händen ausgab.Nach ihrer kleinen Rede senkte sich eine kurze Stille über unser Gespräch. Nun, ganz still war es nicht, denn im Hintergrund schrammelten Vater und Tochter Dissonanzen auf ihren Gitarren.„Also meinst du, dass ich die Gibson verdient habe?“, fügte sie schließlich hinzu, und mit einem Mal wandelte sie sich. Sie lächelte kokett, legte den Kopf zur Seite, strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und lächelte unschuldig. Flirtete sie mit mir?Sie war nicht unattraktiv, sie hatte etwas, das musste ich ihr lassen. Eine Menge Unarten hatte sie. Sie glaubte, sie wäre was Besseres. Sie meinte, die Welt würde sich um sie drehen. Aber wie sie sich hielt, wie sie sich verhielt, wie sie in ihren Bewegungen eine bestimmte Disziplin zeigte, den Kopf aufrecht hielt, verriet sie, dass mehr hinter ihr steckte als ein verwöhntes Blag mit zu reichen Eltern. Vielleicht war sie wirklich ein Geheimtipp. Nicht nur bezogen auf ihr musikalisches Talent, sondern vielleicht auch bezogen auf anderes. Aber ich stand nicht so auf diese manipulative Art. So einfach war ich nicht um den Finger zu wickeln, daher murmelte ich eher für meine als für ihre Ohren bestimmt: „Du hast es verdient, dass ich dich übers Knie lege und dir den Hintern versohle!“ Als ich Joelles erstaunte Reaktion sah, musste ich erkennen, dass ich wohl etwas zu laut gewesen war. „Was war das?“ fragte sie, klang dabei aber nicht erbost, sondern eher überrascht.„Ach nichts“, wiegelte ich ab. „Gerne verkaufe ich Ihnen die Gitarre.“, und bevor sich noch eine unangenehme Stille einstellen konnte, fügte ich hinzu: „Schön, dass wir uns verstehen. War wohl nur ein Missverständnis.“Ich lächelte sie unverbindlich an, startete mein Verkaufsgespräch, wollte ihr die Unterschiede zwischen Western- und Konzertgitarren erklären, aber sie war bestens informiert. So schnell hatte ich noch nie ein so teures Instrument verkauft. Ich nahm ihr die Gibson aus der Hand und ging zur Kasse. Joelle folgte mir, und ich gab mich professionell kühl, kassierte mit ihrer schwarzen Visa-Karte, reichte ihr schließlich den Gigbag mit dem teuren Instrument und lächelte:„Viel Spaß mit der Gibson. Und wenn wir noch irgendwas für Sie tun können, dann kommen Sie jederzeit vorbei.“ Es war eine Floskel, und als solche war sie auch gemeint.Sie nickte, nahm die Tasche mit der Gitarre in die Hand, bedankte sich und stand unschlüssig da, als wolle sie noch nicht gehen. „Kann ich noch was für Sie tun? Vielleicht noch eine neue Violine?“„Nein Danke, ich bin mit meiner sehr zufrieden. Ich denke außerdem nicht, dass ihr etwas in meiner Preisklasse da hättet.“ Da war wieder ihre Arroganz. Eine ganze Weile hatte sie die versteckt gehalten. Aber so richtig gelang es ihr wohl nicht, sie ganz zu unterdrücken.„Sicherlich nicht“, antwortete ich verständnisvoll. „Wir führen mehr Instrumente für Normalsterbliche.“ Ich lächelte sie unverbindlich kühl an, und sie merkte, wie ihre Worte bei mir angekommen waren und stammelte einlenkend:„Ich meine … nur so.“ „Weil Sie ja Solo-Violinistin sind und so“, ergänzte ich. „Ich habe schon verstanden.“„Nein, so war das nicht gemeint!“ „Oh!“Sie war nun verunsichert, aber hatte noch etwas auf dem Herzen.„Wie auch immer. Ich habe mich gefragt, ob du… ob Sie… mir vielleicht Unterricht geben wollen. Ich meine, Sie haben mich mit der Gitarre hier gut beraten, und ich brauche jemanden, der mir das Spielen beibringt. Jemand, der konsequent ist. Denn ich… bin manchmal ein wenig schwierig.“Das hatte ich nun auch schon gemerkt. Aber der Gedanke erschien mir vollkommen fremd. „Tut mir leid. Ich kann zwar ein wenig Gitarre spielen, aber mein Instrument ist der Bass.“ „Oh!“ Ich muss zugeben, es bereitete mir Freude, sie auf Granit beißen zu lassen.„Vielleicht könnten Sie mir dann auch noch ein paar Bässe zeigen?“Sie lächelte wieder verschmitzt und flirtete. Ich muss gestehen, dass mir ihre Antwort gefiel. Aber es kam nicht in Frage.„Auch wenn bestimmt noch viel Geld auf Ihrer schwarzen Kreditkarte ist, hatten Sie versprochen, die Gibson zu ehren. Sie sollten ihr nicht so schnell untreu werden!“„Natürlich nicht. Das war auch nur ein Scherz.“„Ich habe es auch so verstanden.“Es gefiel mir, ihr das Gespräch so unangenehm wie möglich zu machen. Und so sagte ich nichts mehr, sondern schaute sie nur erwartungsvoll an, bis sie schließlich nickte, sich bedankte und den Laden verließ.Daraufhin widmete ich mich Vater und Tochter, die zu dem Ergebnis gekommen waren, dass sie nunmehr beide Gitarre spielen lernen wollten und für den Anfang eine akustische, eine elektrische Gitarre, Verstärker und Zubehör brauchten. Der Umsatz war bei weitem nicht so hoch wie bei der Gibson, aber immerhin. Das Musikgeschäft lief nicht mehr ganz so gut, seit man im Internet Instrumente billig kaufen konnte. Trotzdem machte ich ein gutes Geschäft wie lange nicht. Wenn ich nur Prozente bekäme statt meines Mindestlohns! Kapitel 3 „Hi!“ Ich war in Gedanken versunken gewesen und erschrak, als Joelle sich mir aus dem Nichts in den Weg stellte. Ich hatte gerade meine Schicht beendet und war in Gedanken bei der anstehenden Probe. Und so rannte ich Joelle mit dem großen Koffer, in dem mein Bass steckte, fast um.„Sorry!“, meinte sie. „Alles gut?“„Äh, ja?“ Ich war etwas überrascht über die Selbstverständlichkeit, mit der sie da vor mir stand. Zugegebenermaßen hatte ich ein oder zweimal an sie gedacht nach unserer ersten Begegnung, aber mehr, weil dieses Treffen eben so seltsam gewesen war. „Das ist ja ein Zufall“, meinte ich trocken. „Oder ist das gar kein Zufall?“„Nein, das ist kein Zufall. Ich habe auf dich gewartet.““Woher wusstest du, dass ich heute arbeite?“„Wusste ich nicht. Ich habe es gehofft.“„Gehofft? Klingt für mich so ein bisschen, als würdest du mich stalken.“„Oh.“ Sie stockte, fing sich dann aber schnell: „Würdest du denn gerne von mir gestalkt werden? … Ich meine, wenn es wirklich so wäre.“„Ich glaube, niemand wird gerne gestalkt. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass die Definition von Stalken ist, dass man das nicht gerne hat.“Sie überlegte einen Moment. „Naja, aber es zeigt auch, dass man irgendwie… gewollt ist?“, stammelte sie sichtlich unsicher. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich das alles anders vorgestellt hatte. Einfacher definitiv.„Mit anderen Worten, du willst mich?“, fragte ich kühl.„Was soll ich sagen? Nein?“„Nein? Du willst mich also nicht. Da das ist ja mal nett!“„Was kann ich dann für dich tun?“, fragte ich ungeduldig. Ich hatte es eilig, durfte die Bahn nicht verpassen. „Ich habe eine Frage wegen der Gitarre.“„Okay. Worum geht’s?“„Ich will neue Saiten aufziehen. Aber ich weiß nicht wie.“„Neue Saiten? Die sind ganz neu. Warum willst du jetzt schon die Saiten wechseln? Die sind total in Ordnung.“„Es mag irgendwie komisch klingen, aber ich spiele nicht gerne auf Instrumenten, die jemand anders schon verwendet hat. Ich bin eben so. Ich möchte neue, frische. Findest du das komisch?“Sie zuckte mit den Schultern und lächelte. Wieder dieser Versuch, charmant zu sein.„Ist mit eigentlich egal. Wenn du die wechseln willst, dann mach es!“„Aber wie?“„Youtube hilft dir sicher.“„Ich meine ja nur, weil du sagtest, dass ich mich melden soll, wenn ich ein Problem hätte. So von wegen Kundendienst und Service und so.“Ich erinnerte mich vage, das gesagt zu haben. Es war eine Floskel gewesen.Ich seufzte.„Also gut. Ich könnte dir sagen, dass du in den Laden gehen sollst, dass man dir da helfen wird. Dass man dich beraten wird, dass man dir Saiten verkauft und die dir sogar aufzieht. Aber ich nehme an, dass es dir nicht darum geht. Du willst mich sehen. Richtig?“Sie sagte nichts. Erst als ich auf die Uhr sah, kam sie mit der Sprache heraus. „Wie soll ich sagen. So ganz falsch ist das nicht.“Ich dachte nicht lange nach. „Hab jetzt keine Zeit. Muss zur Probe. Morgen um vier im Cafe Chaos. Kennst du das?“Es war eine Bauchentscheidung, ihr den Termin anzubieten.„Um vier?“ Der Termin passte ihr offensichtlich nicht. Ich ignorierte das.„Wenn du mich wirklich stalkst, sollte es doch kein Problem sein, dir den Termin freizuschaufeln.“ Und dann setzte ich noch böswillig hinzu: „Du scheinst ja nicht sooo viel zu tun zu haben, wenn du mir tagelang hinterherspionierst.“Es war gemein, das wusste ich auch, aber irgendwie konnte ich es mir nicht verkneifen, die Solo-Violinistin etwas aufzuziehen mit ihrer Wichtigkeit.Ihr Blick war finster, sogar giftig. Aber sie verkniff sich einen Kommentar, und ich lenkte etwas ein: „Wenn du so sehr daran interessiert bist, wie man Saiten wechselt, dann wirst du es irgendwie einrichten können. Sorry, aber ich muss jetzt weg. Bis dann!“Damit ließ ich sie stehen, und ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich mich wirklich beeilen musste. Die Bahn bekam ich noch so gerade, und das auch nur, weil sie zwei Minuten Verspätung hatte.Eigentlich wollte ich mir auf der Fahrt das neue Arrangement ansehen, das man mir geschickt hatte, aber meine Gedanken gingen immer wieder zurück zu Joelle und ihrem ungelenken Versuch, ein Date mit mir zu kriegen. Nun, sie hatte gewonnen. Das war ihr gelungen, das musste man ihr lassen. Auch wenn sie es nicht sonderlich elegant angestellt hatte. Sie wollte offensichtlich was von mir. Ich war schon erstaunt, was so ein kleines Prinzesschen an mir finden konnte. Es schmeichelte mir ein wenig, denn wir entstammten doch beide ganz unterschiedlichen Welten. Ich stellte mir vor, wie sie ganz edel in weiß gekleidet mit ihren auch in weiß gekleideten Eltern beim Tee saß, den kleinen Finger abspreizte und sich über den Gärtner oder den Jaguar in der Garage unterhielten, während ihr weiß gekleideter Freund, der Jura oder BWL studierte, neben ihr saß und ihr Händchen hielt. Ich stellte mir vor, wie sie ihren Freund nur als Vorwand missbrauchte, um eine Fassade aufrecht zu erhalten, während sie sich vorstellte, sich in den Armen einer anderen Frau zu verlieren und die Lippen einer Frau zu küssen. Aber ehrlich gesagt war das vielleicht ein Klischee. Ich wusste nicht genug über sie.Ich war nicht von Komplexen überwältigt, aber empfand mich auch nicht als eine Offenbarung für die Menschheit. Müsste man wegen eines heranrauschenden Meteors die Tausend tollsten Menschen suchen, die in einem Raumschiff auf einem anderen Planeten den Grundstein für die Zukunft der Menschheit legen sollten, ich käme nicht in die engere Auswahl. Nicht mal, wenn es richtig viele Raumschiffe gäbe. Das sage ich ganz offen und ohne, dass man sich um mein geringes Selbstwertgefühl Sorgen machen muss. Ich weiß, was ich an mir habe, und was ich kann. Joelle mochte eine Zukunft als großartige Violinistin vor sich haben. Ich schlug mich als Bassistin nicht schlecht. Ich war auch auf CDs zu hören. Auf CDs, die sich vermutlich sehr viel besser verkauften als die von Joelle. Allerdings stand mein Name nicht auf dem Cover. Man musste sogar ziemlich gute Augen haben, um ihn auf dem Sleeve in Schriftgröße 0,5 zu entziffern. Ich hatte damit kein Problem, zumal ohnehin niemand mehr CDs kaufte. Mir war es sogar ganz recht, dass mein Name nicht so ganz groß auftauchte, denn als Studiomusikerin konnte man sich seine Jobs nicht immer aussuchen. Gerne hätte ich nichts anderes als Funk gespielt. Aber Funk war nicht so in wie Schlager, und so war ich mehr an Musik beteiligt, die eher beschämend war. Ich hatte die Basslinien für einige schlimme Songs eingespielt. Letztens erst für ein plumpes Schlagersternchen, das gerade auf dem Weg in die Top Ten war. Wer kann schon behaupten, dass er den Bass auf einem Song spielt, der in den Top Ten ist? Nicht so viele. Aber nicht so viele Leute, die ich kenne, wollen mit der Art Musik in Verbindung gebracht werden, die man zum Geldverdienen spielt. Daher hielt ich all meine Studio-Gigs in einer Datei fest, die aber nie, nie, nie jemand zu sehen bekam. Man spricht über schreckliche Musik, die man für Geld aufnimmt, genauso gerne wie über Hämorrhoiden. Das mit der Studiomusik gehörte zu meinen vielen Wegen, meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Dazu gehörte auch das Jobben im Musikgeschäft und wenn es eng wurde, kellnerte ich auch. Ich war auch in einer Band. Wir machten gute Musik. Crossover, Fusion, Funk. Wir konnten alle was, waren gut, arbeiteten hart und machten teilweise richtig geile Musik. Aber nur wenige wollten das hören. Ich lebte also das typische Künstlerleben. Nicht mehr voller Hoffnung, irgendwann mal groß rauszukommen, aber ich kam zurecht, wurschtelte mich so durch. Es war sicherlich nichts, was man mit 60 noch machen wollte, aber für den Moment war ich zufrieden. Ich war also Musikerin wie Joelle. Aber das erklärte noch nicht, was sie an mir fand. Ich empfand mich nicht als besonders attraktiv, auf einer Skala von 1 bis 10 so circa eine 6,5 (leicht über dem Durchschnitt, aber nicht so, dass sich irgendwer mein Gesicht merkte). Ich war weitestgehend zufrieden mit meinem Körper. Hier und da könnte er etwas mehr oder weniger haben, manche Teile könnten eine leicht andere Form haben, aber das war mir nicht wichtig. Mein Körper war okay, wie er war.Joelles Körper war auch okay, wie er war, soweit ich das erkennen konnte, vielleicht unterschied uns in der Beziehung nicht so viel. Ich muss zugeben, dass ich geschmeichelt war, dass sie so hinter mir her war. Immerhin hatte ich nichts anderes getan, als sie relativ pampig davon abzuhalten, eine Gitarre von mir zu kaufen. Da konnte ich nicht erwarten, dass sie mit besonderer Zuneigung auf mich reagierte. Es war vermutlich genau das, was ich interessant fand. Dass ich sie vor den Kopf gestoßen hatte und sie sich nicht abwandte, sondern dran blieb. Ich fand es doch irgendwie schmeichelhaft, gestalkt zu werden.In ihren Augen musste ich ein großartiger Mensch sein, dass sie sich das alles gefallen ließ. Für meinen Teil konnte ich noch nicht sagen, was ich von ihr hielt. Ich stand nicht auf diese arrogante Art, ihr Gehabe war nicht mein Ding, aber mir schien, dass das vielleicht auf Unsicherheit beruhte, dass sie noch nicht so richtig wusste, wo es hingehen sollte. Immerhin war sie ein paar Jahre jünger als ich und damit noch nicht so sicher, wo es hingehen sollte. Ich dagegen war ein Schlachtross. Zumindest fühlte ich mich manchmal so.Ich war mir also nicht so ganz sicher, was ich von ihr halten sollte, aber ich war offen für alles, was so kommen könnte.Kapitel 4 „Du, sorry!“, stöhnte sie, als sie keuchend in das Cafe stürmte. „Aber der Verkehr ist mörderisch!“„Mörderisch. Hui! Das ist ja viel. Du meinst, der Islamische Staat ist hier eingefallen?“Sie sah mich an und zickte: „Das ist metaphorisch zu verstehen!“„Metaphorisch! Aha.“Ich sah auf die Uhr. Sie war eine halbe Stunde zu spät. Ich war nicht unbedingt sauer, da ich mir Arbeit mitgebracht hatte, aber da sie so scharf auf dieses Treffen gewesen war, hätte ich gedacht, dass sie ein wenig mehr Interesse daran gehabt hätte, pünktlich zu erscheinen.Sie legte ihre Tasche ab, setzte sich mir gegenüber, winkte der Bedienung, und als diese nicht sofort schaute, rief sie durch den halb gefüllten Raum: „Einen Cappuccino. Aber bitte mit richtigem Espresso, nicht mit Filterkaffee. Und natürlich mit aufgeschäumter Milch, nicht mit Sahne.“ Ich runzelte die Stirn.„Was?“, fragte sie verständnislos.„Wenn du gerade versuchst, dich nicht wie eine verwöhnte Göre zu benehmen, muss ich dir sagen, dass du nicht sehr erfolgreich damit bist. Du bist mehr so eine Diva. Aber ich meine das nicht im positiven Sinne.“„Oh. Okay. Tut mir leid, aber ich bin noch nicht ganz angekommen.“„Dann komm erst mal an. Ich meine ja nur. Wir könnten das als Motto für diesen Nachmittag nehmen. Andere Saiten aufziehen. So von wegen Gitarre und nerviges Verhalten und so.“Ich lächelte, als ich das sagte, und meine Stimme drückte eher Ironie als Abneigung aus.„Tut mir leid.“„Kein Thema.“ Die Bedienung brachte den Cappuccino, doch die Tasse stand noch nicht auf dem Tisch, da ging die Szene auch schon weiter:„Ich glaube, hier ist noch Lippenstift an der Tasse. Könnten Sie mir eine andere bringen?“Die Kellnerin und ich beugten uns vor, versuchten den Lippenstift auszumachen, sahen aber nur das makellose Weiß des Porzellans. Ich sah die Kellnerin an und versuchte ihr durch meinen Blick mitzuteilen, dass ich auch keinen Lippenstift erkennen konnte, dass ich mich von dieser Beschwerde distanzierte und dass ich es verstehen könnte, wenn sie ihr den Cappuccino über die Klamotten kippen würde. Ich weiß nicht, ob sie mich verstand, vermutlich machte sie mich zu Joelles Komplizin. Es war mir peinlich. Ob die Kellnerin meinen Blick verstand, weiß ich nicht, aber Joelle war er nicht entgangen, und so versuchte sie sich zu rechtfertigen: „Es ist ja nur, wegen dem Herpes. Ich will mir sowas nicht holen, und in Lokalen holt man sich das schnell. Ich bin nämlich So…“ und da merkte sie, dass sie auf dem Weg war, Dinge zu sagen, die bei mir nicht so gut ankommen würden. Und so rettete sie sich: „Solo, und da wäre es ja schlecht, sich so einen Herpes zu holen.“ Sie lächelte. Die Kellnerin sah mich kurz an, aber ich konnte ihren Blick nicht deuten. Stattdessen lächelte sie und sagte: „Kein Problem. Ich bringe Ihnen sofort einen neuen!“„Vielen, vielen Dank!“Als die Kellnerin außer Hörweite war, meinte Joelle: „War ich zu nervig? Du kannst ganz offen sein.“ „Hundertprozentig war das zu nervig!“Joelle seufzte. „Ich will nicht so sein. Glaubst du mir das? Ich will nicht nervig oder asozial oder eine Diva sein. Ich finde das auch schrecklich, aber manchmal überkommt mich das einfach so. Kannst du das verstehen?“„Nein. Ich verstehe das nicht. Ich meine, ich verstehe, dass du keine Diva und nicht nervig und kein Asi sein willst, aber ich verstehe nicht, warum du nicht einfach vorher darüber nachdenkst, ob du vielleicht wie eine asi-nervige Diva rüberkommst, bevor du dann alles tust, um das Bild zu bestätigen.“„Ja“, meinte sie nur und schwieg für einen Moment. „Es ist nur nicht so einfach mit dem Denken.“ Ich mochte es, wie sie dann doch fähig war, Selbstironie zu verwenden.„Da sagst du was. Wo du jetzt schon auf dem Weg zur Selbsterkenntnis bist, solltest du dich vielleicht bei der Bedienung entschuldigen.“„Ich werde ihr ein dickes Trinkgeld geben“, lächelte Joelle, und damit war das Thema für sie durch. Stattdessen legte sie mir die Hand auf den Arm und lehnte sich vor: „Tut mir echt leid, dass ich dich habe warten lassen. Das war nicht meine Absicht. Aber ich habe dieses Konzert am Wochenende, und da ist eine Passage, die echt frickelig ist, und die habe ich nicht so drin. Schumann, die erste Violinsonate in a-Moll. Kennst du vielleicht.“ Ich schüttelte den Kopf. „Jedenfalls musste ich das üben.“„Was für ein Konzert ist das?“„Am Samstag. Ein Kammerkonzertabend in der Großen Fauna. Nichts Tolles, aber immerhin. Willst du kommen? Ich könnte dir eventuell noch eine Karte besorgen.“„Vielleicht ein anderes Mal. Ich bin nicht so der Klassik-Fan.“„Was machst du für Musik? Bitte erzähl!“Ihre Hand lag immer noch auf meinem Arm, und sie drückte einmal kurz, wie um ihr Interesse zu betonen. Mir schien diese Haltung fremd, sie drückte eine Vertrautheit aus, die wir nicht hatten. So als wären wir schon seit Jahren beste Freundinnen. Aber ich ignorierte es, betrachtete mir ihre kleinen, schmalen und gepflegten Finger und zögerte. Wenn man erzählt, dass man Musikerin ist, bekommt man häufig eine interessierte Reaktion. Auch wenn man das als Beruf nicht ernst nimmt, und man beginnt die immer gleiche Story herunter zu rattern. Ich war mittlerweile etwas vorsichtig geworden, denn ich wollte andere Menschen auch nicht langweilen mit meiner Geschichte, die ich wenig spannend fand. Aber für viele waren Musiker eben Leute, von denen Geschichten über Exzesse, Stars und Skandale erwartete wurden. Ich gab ihr also die Kurzversion, aber Joelle fragte ständig nach und schien ernsthaft interessiert zu sein an meiner Story.Und so verging der Nachmittag recht flott, und wir unterhielten uns über unsere sehr unterschiedlichen Musikkarrieren. Ich kam mir wie eine Anfängerin vor in Anbetracht ihrer Erfolge, und ich hatte gar ein schlechtes Gewissen, dass ich noch nie von ihr gehört hatte.Es war nett, das konnte ich nicht anders sagen. Und mit nett meine ich sehr angenehm. Manchmal funkelten ihre Augen, wenn sie von ihrer Musik sprach. Ich erinnere mich noch, wie sie davon sprach, wie es sich anfühlt, ein neues Stück zu meistern:„Du hörst dir das zum ersten Mal an und denkst dir, das schaffe ich nie. Ich habe keine Ahnung, wie man das spielen soll. Aber dann bist du schon niedergeschlagen, bevor du überhaupt erst angefangen hast. Und dann setzt du dich dran und erarbeitest es dir langsam Stück für Stück, und du beginnst ein wenig zu verstehen, und es läuft auch irgendwie, aber dann kommen wieder Phasen, wo alles den Bach runter geht und du dich klein und mies fühlst, weil irgendeine Stelle nicht funktioniert. Dann wirst du depressiv und versuchst und versuchst, aber es klappt nicht mehr. Du lässt es sein und versuchst es am nächsten Tag wieder, und dann läuft es plötzlich, der Knoten platzt und von da an wird es fast einfach. Am Ende hat man es drauf, gerade rechtzeitig. Dann tritt man auf, ist nervös, hat Lampenfieber und malt sich aus, was alles Schreckliches passieren könnte. Aber nichts Schreckliches passiert. Man kommt in diese Zone, in der man plötzlich alles versteht. Die Musik versteht und wie sie gespielt werden muss, wie man sie anfassen muss. Deine Finger und dein ganzer Körper machen plötzlich alles richtig. Man vergisst alles andere. Und wenn man am Ende angekommen ist und der letzte Ton verklungen ist, ist man unendlich traurig, dass dieser Moment nun zu Ende ist. Aber dann setzt der Applaus ein, und man ist versöhnt. Aber nur ein wenig, weil das Publikum nicht verstanden hat, was man gerade erlebt hat. Kennst du dieses Gefühl?“Ich muss gestehen, ich kannte es nicht. Der Bass ist ein Instrument für eine Band. Man spielt den Bass nicht allein. Es gibt zwar Leute, die Bass-Soli spielen wie Gitarristen es machen, aber das klingt immer wie schlecht masturbiert. Natürlich gibt es großartige Bassisten, die auch Melodien spielen und den Bass aus dem Hintergrund holen, aber die wirklich guten wissen, wo ihr Platz in der Band ist, und der ist immer links oder rechts vom Zentrum. Der Platz des Bassisten ist nicht in der Mitte der Bühne. In der Mitte steht der Sänger und da steht vielleicht auch noch der Lead-Gitarrist. Meiner Meinung nach steht da nicht der Bassist. Der ist im Hintergrund. Der ist wichtig, aber nur wer Ahnung von Musik hat, kann das richtig einordnen. Wenn man sich die White Stripes anhört, weiß man wie viel so ein Bass ausmacht, denn, egal wie gut die Musik ist, etwas fehlt: Der Bass. Drei Instrumente gehören mindestens in eine Band. Eins davon ist der Bass. Man hat immer eine Band um sich und man spielt mit ihr zusammen. Wenn es läuft, dann klickt man mit dem Schlagzeuger, denn Bass und Schlagzeug sind für den Rhythmus der Band verantwortlich. Gitarre und Gesang für die Melodie.Aber wenn es auch anders läuft bei unseren Instrumenten, so verstand ich, wie man sich in der Musik verlieren kann, wie alles verschwindet bis auf die Töne, wie man in den Groove kommt und alles passt. Es passiert nicht immer, sogar eher selten.Aber ich hatte das Gefühl, dass ich sie verstand, dass wir etwas gemeinsam hatten und dass sie im Innersten nicht so sein konnte, wie sie sich nach außen gab.Überhaupt, während sie so erzählte, zeigte sie keiner dieser Eigenschaften, die mich nervten. So störte mich bald auch nicht mehr, dass sie immer noch ihre Hand auf meinem Arm hatte und mir immer näher rückte.Es war unerwartet nett. Ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu arschig. So ist es nicht gemeint. Es war nicht so, dass ich Joelle von Anfang an nicht gemocht hätte, sie war nur, sagen wir, etwas speziell. Ich erfuhr, dass sie an einem privaten Konservatorium die Violine studierte und unsicher war, ob sie eine Karriere als Violinistin anstreben sollte. Man riet ihr wohl von allen Seiten dazu, aber sie war nicht überzeugt, dass sie das Zeug dazu hatte. Ich hatte das Gefühl, dass sie noch dabei war, sich zu finden.Sie zeigte sich von einer ganz anderen Seite. Etwas unsicher, etwas vage. Aber auch interessant. Diese ganze überhebliche Art, dieses Unangenehme, Überhebliche, all das hatte sie abgelegt, wie man einen schweren Schutzanzug ablegt, in dem man sich nur mühsam bewegen kann, in dem man schrecklich schwitzt und der unkomfortabel ist. Und darunter kam eine interessante junge Frau zum Vorschein, die etwas zu sagen hatte, der ich zuhören konnte und die ähnliche Gedanken zur Musik hatte wie ich.Wir waren keine Freunde geworden an diesem Nachmittag, aber sie war menschlicher geworden. Sie entstammte einer musikalischen Welt, in der vieles anders zu sein schien als in meiner. Wir fanden Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede in unserer Musik. Joelle brachte es ganz nett auf den Punkt, als sie bemerkte, dass unsere Instrumente in den vier gleichen Noten gestimmt waren, nur jeweils umgekehrt. Mein Bass war auf die Saiten E-A-D-G gestimmt, ihre Violine auf G-D-A-E. Ich hatte das nicht gewusst, es bedeutete nicht viel, aber ich fand es interessant. Joelle wusste eine Menge mehr über Musik, vor allem über die Theorie, als ich. Ich konnte gut damit leben. Ich wusste, welche Noten gut zueinander passten. Sie konnte auch noch erklären, warum das so war. Es wäre einfach gewesen, zu behaupten, dass sie das theoretische Wissen hatte und ich die Intuition. Aber Joelle war nicht nur die kalte Theoretikerin, sie war einfach umfassender geschult in der Musik als ich. Sie war besser, viel besser als ich. Ich hatte damit kein Problem.Aber machen wir uns nichts vor, am meisten mochte ich, wie sie mir schmeichelte, wie sie sich um mich bemühte, mit mir flirtete. Ihre Hand auf meiner, wie sie ihren Kopf leicht schräg hielt, lächelte, sich mit den Fingern durch die Haare fuhr. Es war alles so eindeutig, wie sie sich für mich interessierte. Das schmeichelte mir. Es war eine Weile her, dass meine letzte Beziehung zu Ende gegangen war, und die war nicht so toll gewesen, dass ich mich sofort nach etwas Neuem gesehnt hätte. Doch wie sie nun ihre ganzen Signale setzte, ihr Interesse an mir zum Ausdruck brachte und um mich herumschlich, das mochte ich. Es war schon etwas her, seit sich das letzte Mal jemand um mich bemüht hatte.Als sie noch einmal ihre Hand auf meine legte, mir tief in die Augen sah und mich fragte, ob sie mich wiedersehen dürfe, da fand ich das eine gute Idee. Fairerweise muss ich sagen, dass ich mir noch kein Urteil gebildet hatte, was ich von Joelle selbst hielt. Ich war vorsichtig, denn so angenehm sie sich an diesem Nachmittag auch gab, als wir zahlten, zeigte sie wieder ihre unangenehme Seite.Schon wie sie der Kellnerin winkte, fiel mir negativ auf. Sie würdigte der Bedienung keines Blickes, rief lediglich „zahlen“ in den Raum und schwenkte ungeduldig mit dem Arm. Als die Frau dann an den Tisch trat, sah Joelle diese nicht einmal an, kramte nur in ihrer Geldbörse und warf einen Zwanziger auf den Tisch. Das war zugegebener Maßen ein üppiges Trinkgeld, aber mir widerstrebte diese Art, sich die Zuneigung von Menschen, mit Geld zu erkaufen. Die Kellnerin ließ sich nichts anmerken, blieb professionell, aber ich musste was unternehmen, weil ich diese Art, mit Menschen umzugehen, nicht ausstehen konnte. Ich war selbst schon so behandelt worden und hasste das. Überhaupt fand ich es ärgerlich, dass sie so schnell verschiedene Seiten von sich zeigte. Mir gegenüber war sie aufmerksam und liebevoll, anderen gegenüber aber zeigte sie diese kalte und gleichgültige Art. Es gab ihren Handlungen etwas Unaufrichtiges, Manipulierendes. Das mochte ich nicht.Dieses Mal legte ich meine Hand auf ihren Arm, bat die Kellnerin mit einem knappen „Entschuldigung“ zurück an den Tisch und sagte zu ihr: „Tut mir leid, Sie noch einmal zu stören, aber meine Freundin wollte Ihnen noch etwas sagen. Wegen eben… der Sache mit dem Lippenstift.“ Joelle sah mich fragend an. Ich drückte meine Fingernägel zur Bekräftigung tief in ihren Arm und sah sie eindringlich an. Es sollte ein Zeichen sein, dass sie, wenn sie mich wiedersehen wollte, sich jetzt besser benahm. Vielleicht war das etwas weit hergeholt. Konnte sie verstehen, dass ich eine Entschuldigung von ihr erwartete und diese von einem weiteren Treffen abhängig machte? Sie schwieg einen Augenblick. Es war ihr sichtlich unangenehm, was ich von ihr erwartete, und sie kämpfte mit sich und ihrem Stolz. Ich hatte das Gefühl, dass sie nicht nachgeben würde, dass sie lieber auf ein weiteres Treffen mit mir verzichtete, als sich zu einer Entschuldigung herabzulassen. Aber dann senkte sie doch den Blick und begann mit einem kleinen Kloß im Hals zu reden, und sie entschuldigte sich wirklich und wie gefordert für ihr barsches Verhalten.Innerlich schmunzelte ich. Es bereitete mir ein kleines Wenig Genugtuung, wie sie da auf ihrem Stuhl hin und her rutschte und schließlich eine Entschuldigung herauspresste. Es war süß, wie sie die Kellnerin für ihr Verhalten um Vergebung bat.Immer wieder schweifte Joelles blick bei ihrem erstaunlich demütig vorgetragenen Vortrag zu mir, und sie schaute mir tief in die Augen, als würde sie sich mehr bei mir entschuldigen als bei der Bedienung.Die Kellnerin spielte das Ganze höflich herunter, meinte, es sei ja alles kein Problem gewesen und sie sei Schlimmeres gewohnt. Ich fuhr meine Krallen wieder ein, nahm sie von Joelles Handgelenk und tätschelte sie noch einmal, wie man ein kleines Kind belohnt, das seine Sache gut gemacht hat. Joelle sah mich an, als sie den Arm hob. Die Abdrücke meiner Fingernägel waren noch schwach zu erkennen.Als wir das Café verließen, ging sie hinter mir und schien immer noch recht beschämt, was mich schon ein wenig wunderte. Warum sollte sie diese kleine Sache so bewegen? Aber auch ich musste an diesem Tag noch einige Male an unser Gespräch und diese kleine Szene am Ende denken. Ich fragte mich, ob ich nicht vielleicht diejenige war, die zu weit gegangen war. Viel später erklärte Joelle mir, dass dieses kleine Spielchen für sie der Moment war, an dem sie wusste, dass wir beide füreinander geschaffen waren. Kapitel 5 Joelle hatte gesagt, dass sie mich wiedersehen wollte, und ich hatte nichts dagegen. Sie meldete sich zu meiner Überraschung aber schon zwei Tage später. Das ging ziemlich schnell, aber ich hatte nichts dagegen. Ihr Vorschlag war ein Picknick zu veranstalten. Sie würde sich um alles kümmern, meinte sie, und auch dagegen hatte ich nichts. Ich ließ mich überraschen.Wir verabredeten uns, und sie fuhr in einem New Beetle Cabrio vor. Typisch, dachte ich mir: Das Auto für reiche Töchter. Aber ich sagte nichts, wollte auch nicht die Spielverderberin sein, die an allem was auszusetzen hatte. Daher ersparte ich mir einen Kommentar. Ich musste ein wenig aufpassen. Am Vormittag hatte ich Zoff gehabt wegen eines anstehenden Gigs, der doch nicht so ablaufen sollte, wie es geplant gewesen war, und wenn ich schlecht gelaunt war, ließ ich das schnell an anderen aus. Aber Joelle hatte natürlich keinen Grund, unter meinen Launen zu leiden. Da ich ihr das Leben auch nicht schwerer machen wollte, als es ohnehin schon war, blieb ich zunächst einsilbig.Ich versuchte, die Sonne auf meiner Haut zu genießen, während sie aus der Stadt fuhr. Aus ihrer Stereoanlage erklang Depeche Mode. Nicht unbedingt meine Lieblingsmusik, aber immerhin besser als das Violinkonzert in D-Moll und gepuderter Perücke. Klassische Musik war nicht mein Ding und überkandidelten Operngesang hätte ich auch nicht gut ertragen können. Joelle hingegen war gut gelaunt. Sie erzählte mir, dass sie in jeder freien Minute auf ihrer Gitarre übe, welche Fortschritte sie machte und wo sie Schwierigkeiten hatte. Ich hörte ihr zu, gab hier und da eher einsilbig einen Kommentar ab, aber in Gedanken hing ich immer noch bei dem Veranstalter, der mir so doof gekommen war. Wir fuhren noch eine Weile, dann bog sie von der Landstraße ab auf eine kleine, holprige Straße und von da noch einmal auf einen Feldweg, der sich sanft entlang einiger Hügel schlängelte. Ich hatte keine Ahnung, wo wir waren. Irgendwo im Grünen. Ich konnte jedenfalls weit und breit keine Ortschaft, kein Dorf, kein Haus erkennen. Nur Grün und ein paar Hügel.Joelle erzählte derweil von ihrem Tag und allerlei anderem. Ihr Schwall an Worten ließ mich langsam meinen Groll vergessen. Schließlich hielt sie den Wagen an. Wir waren mitten im Grünen. Ich sah sie fragend an, und Joelle sagte fast entschuldigend: „Das ist ein Grundstück, das mein Vater mal irgendwann gekauft hat. Er wollte hier was bauen, aber irgendwie hat es bis jetzt dann doch noch nicht geklappt.“„Und warum gerade hier?“ Sie war bereits ausgestiegen und hatte einen Picknick-Korb vom Rücksitz genommen.„Ich zeig’s dir.“Ich folgte Joelle, als sie über die Reste eines verrosteten Stacheldrahtzauns stieg.Es war mühsam, sich durch das Unkraut zu kämpfen, und ich wünschte mir, ich hätte keine Shorts, sondern eine lange Hose angezogen.Wir kämpften uns ein paar Meter einen Hügel hoch. Als wir oben angekommen waren, eröffnete sich uns ein Ausblick auf einen Teich mit einem kleinen Wäldchen dahinter. Es war ziemlich idyllisch. „Wow! Dein Vater hat Geschmack. Nettes Plätzchen!“„Mmh!“, stimmte sie knapp zu, als wäre ihr das etwas peinlich. „Warum so bescheiden?“„Naja, was soll ich sagen. Er wollte hier ein Häuschen fürs Wochenende hinsetzen. Das wäre schon ziemlich dekadent geworden.“Da hatte sie Recht. „Ich kenne eine nette Stelle am Ufer.“Joelle ging durch das hohe Gras den Hügel hinunter, und ich folgte ihr vorsichtig ans Ufer.„Ich komme manchmal hierher, wenn ich allein sein will“, erzählte sie. „Das ist quasi mein geheimer Ort.“„Jetzt ist er aber nicht mehr geheim.“„Meinst du wirklich, du würdest allein wieder hierher finden?“Vermutlich nicht, da hatte sie Recht.„Das scheint ja eine ziemliche Ehre zu sein, wenn du mir dein Geheimnis zeigst.“„Kann man wohl sagen!“Joelle stellte den Korb ab, holte eine kleine Decke heraus und entfaltete sie auf dem Boden.„Komm hier auf die Decke.“Es war eine verdammt kleine Decke, die sie da eingepackt hatte, aber wenn ich nicht im Unkraut sitzen wollte, blieb mir nichts anderes übrig, also setzte ich mich zu ihr und genoss stumm die Aussicht auf den Teich.„Du bist so still, die ganze Zeit schon. Stimmt irgendwas nicht?“„Stress mit einem Veranstalter.“Sie setzte sich neben mich und kramte in ihrem Korb. „Möchtest du erzählen?“Ich zögerte und seufzte. Der Ort war eigentlich zu schön für meine schlechte Stimmung.„Wir machen es so: Du erzählst mir alles, und ich kümmere mich darum, dass es dir an nichts fehlt. Was sagst du dazu? Ist das ein Angebot?“Ich sah sie an. Diese hilfsbereite Art war mir reichlich fremd. So kannte ich sie gar nicht. Sie erkannte meine Zweifel wohl und meinte: „Lass mich dir zeigen, dass ich nicht nur ein egoistisches Miststück bin, auch wenn du das vielleicht von mir glauben solltest.“Ich warf ihr einen Blick zu, aber sie lächelte nur:„Sollte jetzt keine Provokation sein. Mir ist schon klar, dass ich manchmal nicht einfach bin. Ich versuche echt daran zu arbeiten. Vielleicht kannst du mir ja sogar dabei helfen. Aber nicht jetzt. Jetzt dreht sich alles um dich. Was sagst du?“Ich nickte vorsichtig, und sofort hellte sich ihre Miene auf.„Supi! O-Saft oder vielleicht sogar ein Piccolöschen?“„Viel Sekt, wenig Saft.“„Kommt sofort!“Sie kramte zwei Sektgläser aus ihrem Korb hervor und mixte unsere Getränke. „Was ist mit deinem Veranstalter?“Ich zögerte. Sollte ich mich wirklich darüber aufregen, sollte ich wirklich darüber jammern? „Komm schon, erzähl. Du willst es doch auch!“Sie lachte. „Es ist keine große Sache. Meine Band hat vor einiger Zeit einen Gig gelandet bei diesem kleinen Festival. Relativ klein, aber doch mit ziemlich viel Publikum für unsere Verhältnisse. Wir sollten sowas wie Headliner sein, also als Letztes spielen.“ Sie reichte mir den Sekt, wir stießen an, wobei ich „Prost“ und sie „cin cin“ sagte. Wir sahen uns an und lachten. Kulturelle Unterschiede halt.„Naja, ziemlich kurzfristig waren wir dann doch nicht mehr Headliner, sondern sie hatten noch eine bekanntere Band gefunden, also rutschten wir nach hinten, und heute Morgen haben wir erfahren, dass jetzt noch eine andere Band vor uns spielen soll. Wir sind also noch weiter nach hinten gerutscht, und außerdem soll es jetzt auch noch weniger Geld geben, weil halt das Budget jetzt auf mehr Bands aufgeteilt werden muss oder so.“„Das ist Mist.“„Das kannst du laut sagen. Sowas passiert ständig. Musiker sind einfach der letzte Dreck, und alle wissen, dass wir auf die Auftritte angewiesen sind. Ich würde denen ja am liebsten sagen, wohin sie ihr Festival stecken können, aber wir brauchen den Auftritt und die Knete. Wir wollen nur nicht gerne so behandelt werden!“„Ist schon komisch, ich kann die gleiche Story erzählen. In der klassischen Musik ist es kein Bisschen anders!“Und dann erzählte sie mir von diesem Kammermusikabend, an dem sie spielen sollte, weil der große Star ausgefallen war, und als Joelle alle ihre Termine umgelegt hatte, um diesem Wunsch gerecht zu werden, änderte sich wieder alles, als der Star es dann doch einrichten konnte und Joelles Auftritt wieder gecancelt wurde. Ich war also nicht allein, sie hatte ähnliche Erfahrungen gemacht und hasste es genau wie ich. Sie erzählte mir, wie enttäuscht sie sich gefühlt hatte, und weil ihre Erfahrungen weiter zurück lagen, konnte sie bereits darüber lachen. Wie sie ihre Story erzählte, musste ich akzeptieren, dass meine Geschichte auch nicht schlimmer war, dass ihre sogar tragischer war. Wenn sie also darüber lachen konnte, dann musste ich das wohl auch können. Und irgendwie war es ja auch albern, sich darüber lange aufzuregen. Es war eine Kleinigkeit. Stattdessen wurde mir wieder bewusst, dass wir doch einiges gemein hatten, auch wenn sie sich in einer anderen Ecke der Musikwelt aufhielt. Sie packte aus ihrem Korb allerlei Köstlichkeiten, Kanapees, Häppchen, Tapas, wie immer man dieses Fingerfood nennen mochte. Es war lecker, das musste ich ihr lassen, wenn ich auch selten so etwas aß und sie sich ganz offensichtlich auskannte. Sie erzählte mir, wo sie die Sachen herhatte, aber ich musste gestehen, was für sie Allgemeinwissen zu sein schien, war mir vollkommen unbekannt. Ich hatte jedenfalls von den Feinkostläden und Geheimtipps noch nie gehört, die sie angesteuert hatte, um das alles zu besorgen. Sie war stolz auf sich, und ich gab zu, dass es sehr lecker war. Auch wenn es ein wenig Perlen vor die Säue waren, denn mit einem Döner hätte sie mich auch beeindrucken können. Aber ich wusste es zu schätzen, dass sie sich Mühe gab. Wir aßen und quatschten über Essen und Musik, waren mal näher- bei und dann weiter voneinander entfernt, aber es war immer nett, immer angenehm und freundlich. Joelle spielte die Gastgeberin, und wieder kam nichts Unangenehmes von ihr. Schließlich lagen wir ganz nah nebeneinander auf der Decke und schauten in die Wolken, die langsam vorbei zogen. Joelles Arm berührte meinen.Die noch frühlingshafte Sonne war stark genug, uns ein wenig zu wärmen, und während eine große weiße Wolke vorbeizog, erzählte sie mir, wie schön sie das hier alles fand. Ich ließ es geschehen, als sie ihre Hand in meine legte. Wir atmeten einfach nebeneinander.Ich musste weggedöst sein, doch als ich ihren Atem auf meiner Wange spürte, wachte ich auf. Ich roch den süßen Duft des Orangensafts in ihrem Atem und darunter ganz leicht die Säure des Sekts. „Darf ich dich anfassen?“, hauchte sie ganz sanft in mein Ohr. „Darf ich dich küssen?“ Ihr Atem kitzelte mich. „Bitte. Bitte. Bitte.“ Es kam nicht unerwartet. Die Stimmung war den ganzen Tag über schon da gewesen. Sie hatte das alles geplant. Sie hatte mich hierhingebracht für den ersten Kuss. Ich genoss den Augenblick und zögerte das Unvermeidbare heraus. Ich lag dort mit geschlossenen Augen und hörte ihr Flehen. „Bitte. Bitte. Bitte.“Mein Herz schlug schneller, und ich hatte Mühe, mich zu beherrschen und cool zu bleiben. Aber ich wollte sie ein wenig hinhalten. Das verwöhnte Mädchen, das gewohnt war, alles zu bekommen, sollte mich nicht so einfach kriegen. Aber es gelang mir nicht lange. Sie machte das gut, sie machte das sehr gut. Lange konnte ich ihrem Flüstern nicht widerstehen. „Darf ich dich küssen? Darf ich dich anfassen?“Ich nickte: „Ja!“„Erlaube es mir!“, hauchte sie. „Gib mir die Erlaubnis!“Nichts als ihr Atem hatte mich bislang berührt. Sie hielt mich hin, und auf der anderen Seite bat sie um meine Zustimmung. „Ich erlaube dir hiermit, mich zu küssen!“, brachte sie so feierlich hervor, wie meine Erregung es zuließ. Augenblicklich berührten ihre weichen, feuchten Lippen meine. Ich spürte ihren Kuss, der so bemüht war, mich zufrieden zu stellen.Ihre Lippen waren warm und schmeckten so süß und ungewohnt.Ich genoss es.Zart, ganz zart, sie ließ sich Zeit, und ich kochte innerlich, wie sie für nur wenige Augenblicke meine Lippen berührte, mit ihrer Zunge in meinen Mund eindrang, um sich dann wieder zurückzuziehen. Sie machte mich mit dieser langsamen Art wahnsinnig. Sie schenkte mir immer nur ein wenig von sich, hielt den Rest zurück, behielt ihn für sich. Hatte ich nicht mehr verdient?In mir brodelte es. Mehr und mehr. Ich wollte und konnte das nicht mehr ertragen. Schließlich stöhnte ich auf, vielleicht war es auch mehr ein a****lisches Grunzen, und dann packte ich sie und presste meine Lippen auf ihre. Ein bisschen zu roh, etwas zu grob. Ich drückte ihren Körper an meinen. Wo sie federleicht in ihren Bewegungen gewesen war, schlug ich wie mit einem Hammer. Wo sie kurvig und verspielt gewesen war, ging ich geradewegs zur Sache. Ich zeigte ihr, wie man es macht, wie man küsst, wie man es aus sich heraus lässt.Hatte sie noch um Erlaubnis gefragt, nahm ich mir einfach, was ich wollte. All ihre Bewegungen waren überlegt und kontrolliert gewesen, aber ich griff wahllos zu, berührte, wonach mir gerade war. Meine Hände strichen über ihren ganzen Körper. Wahllos, ungezügelt.Als hätte sie ein Tier in mir entfesselt. Ich konnte nichts dagegen unternehmen, es überwältigte mich, und wir gaben uns hin, wälzten uns in einem Kuss, den ich bestimmt hatte. Sie wusste, wie sie mit mir spielen musste und ließ es zu, dass ich sie auszog.Später lagen wir still nebeneinander. Ich hörte ihren Atem neben mir. Sie war in Gedanken versunken, und auch ich driftete wieder in meine Welt. Ich war überrascht von der Wucht, ein wenig verängstigt sogar über das, was da gerade passiert war. Es war mir nicht klar gewesen, wie sehr ich sie wollte.Ich hatte mich gehen lassen, hatte alle Zügel aus der Hand gegeben. War ich zu weit gegangen?Hatte ich sie vielleicht sogar verletzt?Mein Körper lag matt und schwer auf der Decke. Zu schwer, um den Kopf zu drehen, sie anzusehen und es herauszufinden.Wie hatte sie es geschafft, diesen Egoismus in mir heraus zu kitzeln? Was hatte sie in mir ausgelöst?Was zählte, war, dass ich zufrieden in mir und auf der Wiese ruhte. Ich brachte nun doch die Kraft auf, meinen Kopf zu drehen. Sie lag neben mir. Ihre Hand wie ganz zu Beginn wieder locker in meiner, ihre Augen waren geschlossen, aber ein zufriedenes Lächeln lag auf ihren Lippen. Ich beließ sie in ihren Gedanken.Es war also alles gut zwischen uns. Irgendwie zumindest, denn ich fragte mich, wer hier die Zügel in der Hand hielt. Sie hatte offensichtlich diesen Plan ausgeheckt. Sie hatte mich hierhin gebracht. Sie hatte die Initiative ergriffen. Und auf der anderen Seite hatte sie mich um Erlaubnis gefragt, gar angefleht, und ich hatte sie genommen. Das war eigentlich solch ein Porno-Begriff: ‚Sich jemanden nehmen ‘. Aber besser konnte man es nicht beschreiben. Ich hatte sie mir genommen, als wäre das mein Privileg. Sie hatte sich mir hingegeben, und es war mir vollkommen egal, was sie wollte. Ich hatte so etwas noch nie getan. Macht war noch nie ein Konzept gewesen, das ich mit Sex in Verbindung gebracht hatte. Aber in diesem Moment hatte sich alles um Macht und Ohnmacht gedreht. Sie hatte es eingefädelt, aber ich hatte mir die Macht genommen.Ich schaute in die Wolken. Es war kompliziert. Ich wollte nicht zu viel darüber nachdenken.Es war geil gewesen. Kapitel 6 „Weißt du, wer Hera ist?“Ich hatte von ihr gehört, schüttelte aber den Kopf. Das war insofern unsinnig, da Joelles Kopf in meinem Schoß lag. Joelle hatte die Augen geschlossen, aber sie musste die Bewegung wahrgenommen haben, denn sie fuhr fort.„Hera ist die Gattin von Zeus. Weißt du, wer Zeus ist?“Da war wieder so ein Molekül von Überheblichkeit in ihrer Stimme. Natürlich wusste ich, wer Zeus war. So ein wenig zumindest. „Zeus ist der oberste Gott der griechischen Mythologie. Und Hera ist seine Gattin. Sie ist auch seine Schwester, denn sie sind Kinder der Titanen Kronos… und den Namen der Mutter habe ich vergessen. Kronos heißt Zeit. Das Wort Chronograph kommt daher. Aber ich kenne ihn, weil er der Vater von Aphrodite ist. Weißt du, wer Aphrodite ist?“„Auch eine Göttin“, sagte ich knapp. „Aphrodite ist die Göttin der Liebe. Man nennt sie auch die Schaumgeborene. Kronos schnitt seinem Vater, Namen habe ich vergessen, sorry, mit einer Sichel die Geschlechtsteile ab. Also den Schniedel. Und er warf ihn ins Meer. Der Samen vermischte sich mit dem Meer, schäumte auf und aus diesem Schaum entstammt Aphrodite.“„Okay.“Ich wusste zwar nicht, wo sie hinwollte, aber ich hörte ihr zu. Es wurde langsam kühl, Joelle war immer noch entblößt, aber sie hatte sich ihr Cardigan umgelegt. Trotzdem lugte ihr BH hervor und gab der ganzen Situation eine Intimität, die mir fast ein bisschen zu selbstverständlich war.Libellen schwirrten über das Wasser, Vögel zwitscherten.„Kennst du das Gemälde „Geburt der Venus“ von Botticelli?“ Es sagte mir so spontan nichts, aber Joelle klärte mich trotzdem auf.„Das ist dieses Gemälde, in dem die nackte Venus – Venus ist das römische Pendant zu Aphrodite – in einer Muschel aus dem Meer erscheint und von ein paar Engeln oder so empfangen wird. In Florenz kann man das Bild sehen. Ich war mit meinen Eltern da, als ich so acht oder neun war. Die ist so wunderschön, diese Frau. So wollte ich auch werden, so wunderschön. Ich habe wie sie einen weißen Teint und damals auch noch rötliche Haare. Aber so rot und schön wie ihre waren meine nie. Jetzt sind meine strohblond. Kann ich auch mit leben. Naja, jedenfalls kann man auf dem Gemälde auch Schaum sehen. Mein Vater hat mir das damals erklärt, als wir in Florenz das Gemälde gesehen haben.“Sie schwieg einen Moment, als dachte sie nach. Ihr Gesichtsausdruck war vollkommen entspannt. Ich strich langsam über ihre Haare wie über die einer Geliebten. „Aphrodite. Göttin der Liebe. Kann es einen tolleren Titel geben? Einen besseren Job als sich tagein tagaus mit der Liebe zu beschäftigen? Als kleines Kind wollte ich auch Göttin der Liebe werden. Aber wahrscheinlich ist das gar nicht so eine tolle Aufgabe, und Liebe führt ja auch hin und wieder zu Stress. Man sagt, dass Aphrodite den trojanischen Krieg ausgelöst hat. Sie, Hera und noch eine andere Göttin fragten Paris, wer die Schönste von ihren wäre, und Paris entschied sich für Aphrodite, weil die ihm die schönste Frau der Welt versprochen hatte. Das war Helena, und die war dummerweise schon vergeben. Also entführte Paris sie nach Troja, und da kam es dann zum Krieg.“Sie dachte wieder nach. „Man würde vermuten, dass so eine Göttin der Schönheit es nicht nötig hätte, so eitel zu sein. Ich meine, die Göttin der Liebe. Die Frau mit dem geilsten Job der Welt hat Sorgen, nicht schön genug zu sein. Schon ironisch.“Sie dachte wieder einen Augenblick nach. „Aber ich wollte eigentlich zu Hera. Hera ist die Gattin von Zeus. Sie hat nicht so einen richtig guten Ruf, glaube ich. Während Zeus überall rumhurt und Kinder in die Welt setzt, ist sie sauer, aber tut nichts. Was soll sie auch machen, Zeus ist unbesiegbar. Sie sieht nur zu und ist sauer. Aber sie verfolgt seine unehelichen Kinder. Ich glaube, sie stürzt Dionysos, den Gott des Rausches, in den Wahnsinn. Vielleicht haben ihn aber auch seine Drogen in den Wahnsinn getrieben. Ich weiß es nicht. Aber Hera ist eben auch stark. Sie hat Stolz, sie ist angesehen.“Sie verschwand für einen Moment wieder in ihren Gedanken und fuhr dann fort. „Für mich bist du wie Hera. Du bist stark und unbeugsam. Du bist toll. Bei dir habe ich das Gefühl, dass dir niemand blöd kommt. Als ich dich das erste Mal gesehen habe, habe ich das schon gefühlt. In dem Musikladen, erinnerst du dich.“„Mmmhh“, signalisierte ich Zustimmung.„Du warst da so schön. Ich meine, ich weiß, dass ich manchmal schwierig bin. Es ist nicht einfach, die Tochter eines reichen Vaters zu sein. Mein Vater sagt immer, dass mit Reichtum Verantwortung verbunden ist. Man muss immer darauf achten, wie man ankommt, man darf den Familiennamen nicht beschmutzen, muss sich gewählt ausdrücken, darf nicht fluchen. Ich habe so eine strenge Erziehung genossen, das kannst du dir nicht vorstellen. Ich hatte Benimmtraining. Ich kann jeden Fisch der Welt auf dem Teller filetieren, ich habe gelernt, wie man Bücher auf dem Kopf balanciert. Ohne Witz. Ich habe mich immer unter Kontrolle. Es ist, als wären alle meine Muskeln ständig angespannt. Jeder erwartet etwas von mir, jeder will was von mir. Und immer muss ich allerlei Entscheidungen treffen. Ich muss ständig auf mich aufpassen, ich muss ständig darauf achten, wie ich nach außen wirke. Es ist einfach nur Stress.“Sie schwieg wieder. Ihre Stimme war angespannt geworden. Ihr Brustkorb hob und senkte sich dramatisch, dann atmete sie tief durch und entspannte sich. „Und dann kamst du. Ich wusste direkt, als ich dich zum ersten Mal sah, wie stark du warst. Ich bin von so vielen Speichelleckern umgeben. Wenn ich die Diva gebe, dann machen alle den Bückling. Aber du nicht. Du hast mir Paroli geboten, du hast nicht nachgegeben. Ich bin manchmal ein richtiges kleines Miststück, ich weiß das, aber ich kann auch nichts dagegen tun. Ich stehe dann neben mir und sehe zu, wie ich andere Leute heruntermache. Es macht mir manchmal Angst, aber ich kann auch nichts dagegen tun.“ Sie schwieg. Ich fröstelte ein wenig, und ich war mir nicht klar, ob es an der abendlichen Kühle lag oder den Abgründen, die sie mir vor sich ausbreitete.„Als du mir die Gibson nicht verkaufen wolltest, da wusste ich, dass wir für einander bestimmt waren. Ich meine, wer tut sowas schon? Wer stellt seine Prinzipien über das Geld? Du warst so sicher und stark. Ich hatte das Gefühl, dass du immer weißt, was zu tun ist. Zumindest strahlst du das aus. Du wirkst, als hättest du alles schon erlebt, als wüsstest du in jeder Situation, was zu tun ist. Du wirktest, als könnte ich mich in dir verkriechen! So wie ich es jetzt tue.“Sprach sie wirklich von mir? Ich fand mich in ihren Ausführungen nicht wieder.So wahnsinnig heroisch hatte ich das nicht gesehen. Ich fand, sie übertrieb in ihrer Schwärmerei. Ich sah mich jedenfalls nicht als so stark und souverän, und im Moment kam ich mir sogar ziemlich doof vor, denn was sie so alles wusste über Götter, das imponierte mir nun wieder, auch wenn immer wieder ihre Überheblichkeit durchschimmerte.„Ich wusste da, dass ich dich wiedersehen wollte. Ich wusste damals schon, dass ich mich bei dir fallen lassen konnte und dass du meinen Bullshit nicht hinnehmen würdest. Als du mich dazu gezwungen hast, mich bei der Kellnerin zu entschuldigen, da war ich dir verfallen. Komisch nicht?“Ich war mir nicht sicher, was ich davon halten sollte. Sie war mir verfallen nach nur zwei Begegnungen? Irgendwie machte mir das ein wenig Angst. Wir hatten uns erst wenige Male gesehen, und schon war sie der Meinung, dass ich ihre Rettung war. Ich wusste nicht, ob ich eine griechische Göttin sein wollte. Eher nicht. So schnell zumindest nicht.Wir schwiegen eine Weile. Schließlich lenkte sie ein: „Vielleicht übertreibe ich. Du bist sicher nicht meine Rettung, aber bei dir kann ich schwach sein. Das finde ich schön, und ich hoffe, dass wir noch viel miteinander machen.Sie seufzte. „Genug von diesen Gedanken. Ich könnte für immer hier liegen! Du nicht auch? Wenn du magst, dann streichele doch noch ein bisschen mein Haar.“ Kapitel 7 Wir lagen noch eine Weile dort, reglos, in unseren Welten gefangen. Ich fragte mich, woran sie dachte, was in ihr vorging, aber ich wollte nicht fragen. Dies war die Zeit der Stille. Joelle und ich nebeneinander, aber jeweils durch die eigene Welt getrennt. Schließlich regte sie sich. Ich spürte, wie sie ihren Kopf drehte und mich ansah. Ich ließ sie, aber sie nahm den Moment der Stille weg, und ich nahm die Umgebung wieder zunehmend wahr. Es war noch ein wenig kühler geworden.„Wir sollten bald zurückfahren. Es wird langsam chillig.“, meinte ich.„Du hast Recht.“Einen Moment lang fielen wir zurück in unsere Stille. Dann seufzte sie, erhob sich schwerfällig von der Decke und stand auf.„Ich möchte dir etwas zeigen.“ Ich richtete mich auf. „Bleib ruhig sitzen.“Ich sah ihr zu, wie sie in den Korb griff und zwei Servietten herausholte. Dann ging sie ein paar Schritte zu einem Büschel mit Brennnesseln. Sie entfaltete die Serviette, bückte sich und knickte vorsichtig mit der Serviette in der Hand und als Schutz eine besonders lange Brennnessel ab. Vorsichtig zupfte sie unten die Blätter ab und umwickelte den Stängel mit der Serviette.Dann kam sie zu mir zurück und hielt mir die Serviette mit dem Stängel darin hin.Ich nahm sie vorsichtig, und sah sie fragend an. Aber Joelle sagte nichts. Stattdessen senkte sie ihren Blick gen Boden und drehte sich stumm um. Ich betrachtete die Pflanze, die ich durch die Serviette geschützt sicher in der Hand hielt. Ich hatte noch nie eine Brennnessel in der Hand gehalten. Ich hasste die Dinger. In meiner Hand sah sie harmlos aus, und doch war es mir ein wenig unheimlich, dieser Pflanze so nah zu sein. Es schauderte mir ein wenig, wie wenn man eine Spinne betrachtet, die reglos in einem Netz sitzt. Joelle hatte mir den Rücken zugekehrt. Sie legte den Cardigan, den sie sich über die Schultern gelegt hatte, langsam ab. Ich sah ihr still und gespannt zu. Ich hatte keine Ahnung, wohin das alles führen sollte, aber es war irgendwie verdammt erotisch, wie sie ihre Schultern entblößte. Schließlich glitt der Stoff von ihrem Oberkörper. Sie ließ sich Zeit. Vielleicht, weil sie Mut sammelte und sich unsicher war. Vielleicht, weil sie mich heiß machen wollte. Letzteres jedenfalls gelang ihr ziemlich gut. Ich hielt den Atem an. Ich betrachtete ihre weiße Haut, und wie ich eben die Bewegung der Falten ihres Cardigans beobachtet hatte, so warf ich nun einen Blick auf die Muskeln, die sich unter ihrer weichen Haut bewegten. Der Stoff fiel langsam zu Boden. Ihre Haut schien zu leuchten, ich mochte die Kurven ihres Körpers, der sich zur Taille verjüngte und dann sanft in die Rundungen ihrer Hüften überging. Sie war so schön in diesem Augenblick. Es erinnerte mich an Adlige, denen man blaues Blut nachsagte, weil sie so bleich waren, dass ihre Adern unter der Haut durchschienen, weil sie eben nicht auf dem Feld arbeiten mussten und mit der Sonne in Kontakt kamen. So erschien mir Joelles Rücken auch. Wie etwas Adliges, Edles, Besonderes. Wie sie mir ihren Rücken so zeigte, langsam und sehr bewusst, das hatte etwas. Sie wusste, was sie tat und wie sie wirkte. Wahrscheinlich war sie sich jeder Muskelbewegung bewusst, setzte jede einzelne gezielt ein. Ihre Versuche, mich durch ein Lächeln zu beeindrucken oder wie sie mit ihren Fingern durch die Haare fuhr, hatte ich noch abwehren können. Dem hatte ich noch widerstehen können. Da hatte ich es noch als billige Tricks abtun können. Aber jetzt zog sie alle Register, und ich war sprachlos. Sie griff hinter sich und öffnete den BH langsam, aber mit einer sicheren Bewegung. Ihre Schulterblätter näherten sich einander, und ihre Muskeln spannten und entspannten sich wieder. Sie hielt die Körbchen noch einen Moment fest, als wollte sie die Spannung heben. Dabei konnte ich ihre Brüste gar nicht sehen. Aber ich war mir sicher, dass sie wusste, welche Wirkung sie damit erzielte.Dann ließ sie den BH los, und er fiel langsam zu Boden. Sie blieb einfach dort stehen, den Rücken zu mir gewandt. Ihr Brustkorb hob und senkte sich mit ihren Atemzügen leicht. Ich dachte, dass sie sich zu mir umdrehen würde, aber nichts geschah. „Du darfst mich mit der Brennnessel schlagen“, sagte sie ganz leise, und ich hatte Schwierigkeiten, sie zu verstehen. Ich hatte die Pflanze in meiner Hand ganz vergessen, und der Gedanke erschien mir zunächst auch völlig absurd. Warum sollte ich so etwas Schönes wie ihren Rücken mit einer Brennnessel schlagen und damit verunstalten? Was für ein seltsamer Gedanke.„Stehst du auf Schmerzen?“, fragte ich und hatte das Gefühl, durch meine Stimme diesen Moment der Harmonie zu zerstören. Aber es war nicht meine Stimme, es war ihr Angebot, das den Augenblick trübte. „Ich hasse Schmerzen.“, sagte sie. „Ich hasse sie, wie jeder sie hasst.“Sie schwieg, aber bevor ich nachfragen konnte, fuhr sie fort:„Aber ich liebe es, die Macht über mich abzugeben.“ Ich schwieg. „Ich stehe hier, entblößt vor dir. Du hast eine Brennnessel in der Hand, und ich bin wehrlos. Du kannst mich damit schlagen, wenn du möchtest.“„Warum sollte ich das tun?“„Weil ich es verdient habe? Weil ich arrogant bin, weil du glaubst, dass ich mich für etwas Besseres halte. Es gibt tausend Gründe.“Ich musste nachdenken.„Okay, vielleicht bist du manchmal schwierig, vielleicht hast du es verdient. Aber warum sollte ich Spaß daran haben, dich zu quälen?“Ihre Antwort kam unmittelbar. Es schien, als hätte sie sich im Vorfeld Gedanken gemacht. „Weil es dir Macht gibt.“„Warum sollte ich Macht über dich haben wollen? Wäre ich nicht eine ziemlich arme Wurst, wenn ich mich daran aufgeilen würde, mich über dich zu stellen? Wäre ich dann nicht genau das, was ich dir deiner Meinung nach vorwerfe? Arrogant, weil ich glaube, etwas Besseres zu sein als du?“Sie flüsterte nun.„Du denkst zu viel darüber nach. Wenn du in dich gehst, wirst du feststellen, dass du mich mit der Brennnessel schlagen möchtest. Ich weiß es, und daran ist nichts Schlimmes. Es ist so wenig schlimm, wie es schlimm ist, dass ich von dir mit der Brennnessel geschlagen werden möchte. Es ist einfach natürlich. Versuch es, und du wirst sehen, dass es ganz normal ist.“„Du scheinst ziemlich gut zu wissen, was ich will.“„Ich habe dich beobachtet. Ich habe dich gesucht. Jemanden wie dich. Und ich habe dich gefunden. Ich weiß es. Jetzt muss ich dich nur noch davon überzeugen, dass du es auch akzeptierst.“Ich musste gestehen, dass ich ihr langsam erlag. Aber ich mochte nicht, wie sie glaubte, mich manipulieren zu können.„Du musst ja eine verdammt gute Menschenkenntnis haben, wenn du so genau weißt, was ich will. Klingt mir alles zu sehr nach Bullshit. Als ob du bei irgendeiner Sekte wärst.“„Du denkst zu viel! Steh einfach auf, komm näher zu mir. Betrachte meinen Körper, und dann wirst du es einfach tun, und es wird Sinn ergeben. Oder du lässt es, und wir werden wieder in die Stadt fahren, ich werde dich zuhause absetzen, und du wirst mich nie mehr wiedersehen. Du könntest deinen Freunden von mir erzählen. Das wäre doch eine tolle Anekdote. Aber wenn ich Recht habe, dann wirst du von diesem Moment niemandem erzählen, weil er der Beginn von etwas Großem sein wird. Komm einfach her und lass es geschehen.“Mir fiel nichts weiter ein. Es war ziemlich durchgeknallt, was gerade passierte. Weil ich nicht weiter wusste, tat ich, was sie von mir erwartete. Ich stand auf. Vorsichtig, dass ich mich mit der Brennnessel nicht selbst berührte. Sie hörte mich näherkommen, und ich glaubte fast, ihren Herzschlag zu hören. Ich kam näher, bis ich die kleinen Härchen in ihrem Nacken sehen konnte. Ihr Körper schien aus der Nähe fast noch makelloser, porzellanen wie eine Skulptur. Es erschien mir fast ein Privileg zu sein, dass sie ihr Cardigan für mich ausgezogen hatte und sich für mich der Sonne aussetzte.Sie war schön. Ich hob meine Hand und strich ganz vorsichtig über die kleinen Härchen an ihrem Hals, aber ohne ihre Haut zu berühren.Eine Gänsehaut zog über ihren Rücken. Ich stand einfach da und kam mir seltsam vor. Ich fühlte nicht das, was sie von mir erwartete. Ich hatte nicht das Bedürfnis, sie zu schlagen, diesen schönen Körper zu verunstalten, ihm Schmerzen zuzufügen. Ich wollte ihn küssen, ich wollte ihn streicheln, liebkosen wollte ich ihn. Nicht verletzen. Für was hielt sie mich? Sie hatte keine Ahnung von mir. Ich wollte die Brennnesseln schon wegwerfen, wütend und empört. Aber dann änderte ich die Bewegung.Ich strich zweimal quer über ihren Rücken mit der Brennnessel. Es war kein Schlagen, wie sie es gewollt hatte. Es war ein sanftes Streichen, vielleicht sogar ein Streicheln. Es war nicht das, was sie gewollt hatte, was sie von mir erwartet hatte. Aber es würde reichen. Sie drehte sich zu mir um, und ich erschrak, als ich Tränen in ihren Augen sah. Was hatte ich getan?Aber bevor ich etwas sagen konnte, hatte sie sich mir schon in die Arme geworfen. Ich umfing ihren nackten Oberkörper und drückte sie ganz fest an mich.Und sie flüsterte „Danke“ in mein Ohr. Ich streichelte über ihren Rücken und fand die Quaddeln, die sich auf ihrer Haut gebildet hatten. Es waren kleine Erhöhungen auf ihrer Haut. Ich strich darüber, meine Fingerkuppen versuchten ihre Form zu folgen. Ich folgte den Linien, in denen ich sie mit den Nesseln getroffen hatte. Sie waren einfach zu finden. Wie sie jucken und brennen mussten! Diese kleinen, rötlichen Pusteln. Ich konnte es mir nur vage vorstellen. Wieder der Gedanke, was ich getan hatte. Es tat mir so leid, dass ich ihr Schmerzen zugefügt hatte. Aber dann sagte ich mir, dass sie darum gebeten hatte. Ich hatte ihr nur einen Gefallen getan. Und dann die Frage, was ich tun konnte, um ihr das Brennen zu nehmen. Ich streichelte fest über die Quaddeln, um den Schmerz zu überdecken. Aber natürlich konnte ich immer nur eine Stelle abdecken. Wie mochte der Rest ihres Rückens brennen?Ich war verwirrt, hatte ein schlechtes Gewissen, wollte sie heilen, ihr den Schmerz nehmen, den ich verursacht hatte. Wahrscheinlich sollte ich einfach an den Teich gehen und ihr kaltes Wasser über den Rücken laufen lassen. Aber war das meine Aufgabe? Was hatte ich damit zu tun? Sie hatte sich das alles gewünscht. Sie hatte es gewollt, und ich hatte dem Wunsch nachgegeben. Oder vielleicht hatte ich ihr gehorcht?Zorn überkam mich, und ich wickelte ihren Pferdeschwanz rüde um meine Hand und küsste sie wieder aggressiv.Ich presste meinen Mund hart auf ihren, steckte meine Zunge vulgär in ihren Mund und bewegte sie darin, als würde ich meinen Besitz abstecken. Ich zog an ihren Haaren, ich biss ihr in die Lippen, bis ich den metallischen Geschmack von Blut spürte. Aber sie ließ alles mit sich geschehen, gab keinen Widerstand, ließ mich gewähren. Ich hatte das Gefühl, noch nie so geküsst zu haben, noch nie jemanden so begehrt zu haben wie in diesem Moment. Es war alles anders.Ich warf sie auf den Boden und fiel über sie her. Ich wollte sie bezwingen, setzte mich auf sie presste ihre Handgelenke auf den Boden, spürte ihren schwachen Widerstand, der sofort brach. Sie genoss ihre Schwäche, ihre Hilflosigkeit. Sie kämpfte nicht. Wir liebten uns, wie ich noch nie jemanden geliebt hatte.Auf der Rückfahrt blieb ich still wie auf der Hinfahrt. Ich wusste nicht, was da gerade geschehen war zwischen uns. Joelle hatte gewollt, dass ich sie misshandele, und das hatte ich getan. Ich hatte sie unterworfen. Ich war sogar gewalttätig geworden. Da war etwas in mir, das ich bisher nicht gekannt hatte. Da war etwas Neues, etwas Dunkles. Sie hatte es in mir geweckt, und ich war mir nicht sicher, ob ich das wollte. Joelle schaute während der Fahrt einige Male zu mir herüber und fragte, ob ich okay wäre. Ich nickte und blieb stumm. Es war mir nicht recht, was sie da aus mir herausgeholt hatte. Als hätte sie eine Höhle geöffnet, die über Jahrtausende verschlossen gewesen war, und nun war ein Drache herausgekommen, der sich nicht wieder einsperren lassen würde. Auf der Hinfahrt war ich mit mir und meinen kleinen Problemchen beschäftigt gewesen, und nun auf der Rückfahrt beschäftigte mich etwas anderes. Und obwohl ich nicht wusste, was es mit dieser neu entdeckten Seite an mir auf sich hatte, war mir schon bewusst, dass es etwas Bedeutendes war. Ich sagte nicht mehr viel, als sie mich absetzte. Ich dankte ihr, wusste aber nicht genau, wofür. Sollte ich ihr dafür danken, dass sie mein Leben, das gerade so schön ohne Überraschungen und Tumulte verlief, aus dem Gleichgewicht warf?In dieser Nacht lag ich in meinem Bett und fand keinen Schlaf. Ich konnte mir auf all das keinen Reim machen. Nicht auf ihre Motivation, nicht auf meine Reaktion. Ich wusste nicht, was sie wollte, und ich wusste nicht, was ich wollte. Ich verfluchte sie dafür, dass sie in mir so etwas ausgelöst hatte, und auf der anderen Seite wollte ich mehr. Bis vor Kurzem hatte ich sie noch für ein eindimensionales, reiches Dummchen gehalten, und dann hatte ich Spaß daran gefunden, sie mit einer Brennnessel zu malträtieren. Was sagte das über sie? Was sagte das über mich?War ich irgendwie krank? Pervers? Zu was war ich wohl noch im Stande?Ich wollte es nicht wissen. Oder vielleicht doch?Kapitel 8 Wir saßen auf einer Bank am Ufer des Flusses und betrachteten die vorbeifahrenden Schiffe. „Und jetzt?“, fragte ich, ohne den Blick von dem Lastkahn zu nehmen, der gemächlich an uns vorbei fuhr.„Was ist jetzt?“„Wie geht es jetzt weiter? Was war das? Was sollte das? Klär mich auf.“„Ich weiß nicht, was du meinst.“„Bitte, stell dich nicht blöd! Du bringst mich zu deinem geheimen Ort. Du machst mich scharf, lässt dich von mir vernaschen. Oder besser gesagt: Du arrangierst es, dass ich dich vernasche, und dann bringst du mich noch dazu, dich zu quälen. Fasse ich das so richtig zusammen?“„Ich denke schon. Und?“„Und. Genau das will ich wissen. Und was nun? Was machen wir jetzt?“„Keine Ahnung. Willst du mehr?“„Mehr was? Mehr Brennnesseln?“„Wenn du willst.“„Wenn ich will?“„Ja, was willst du?“Ich wusste es nicht. Ich wusste es wirklich nicht. Ich wollte mehr. Aber ich wusste eben nicht, mehr wovon. Mehr von ihr auf jeden Fall.Seit dieser Sache am Teich war ich ziemlich verwirrt. Alles drehte sich darum. Jedenfalls fühlte ich mich manipuliert. Sie hatte das alles eingefädelt, sie hatte mich mit dieser Sache überrumpelt, und ich war hinterhergetapst wie ein Bär am Nasenring. Ich mochte irgendwie die Kontrolle über sie gewonnen haben, aber sie hatte mir vorher die Leine gegeben.Ich fühlte mich fast wie so eine professionelle Domina, die tat, was man von ihr wollte, wofür man sie bezahlte. Nur, dass ich nicht bezahlt wurde und auch gar nicht offiziell wusste, dass ich eine Domina war. Es war ein schiefes Bild. Alles erschien irgendwie schief. Auf der einen Seite sehnte ich mich nach ihr, wollte mehr wissen, wollte mehr erfahren. Ich wollte sie kennenlernen, verstehen, was sie antrieb, was mich antrieb. Da war etwas Neues zu mir gekommen, und ich konnte damit nichts anfangen. War sie krank? War ich krank? Wieso fühlte ich mich gerade wie eine perverse Sadistin? Ich hatte da dieses Bild von mir in einer schwarzen Naziuniform mit Reitgerte und bösem Grinsen. Das war doch krank! War ich so? Seit wann war ich eine grausame Nazibraut?Aber vielleicht war ja alles anders.Wenn ich nicht krank war, war sie es dann? Wer hatte denn Spaß an Schmerzen? Niemand. Diese ganzen Gedanken hatten sich in meinem Kopf gedreht seit unserem letzten Treffen. Immer wieder und immer weiter rotierten sie, bis nur noch ein dicker, fetter Knoten meinen Kopf verstopfte. Als ich Joelle einen Tag nach dieser Sache anrief, klang sie, als wäre nichts gewesen. Als sie das Gespräch annahm, schien sie sogar eine Sekunde nachdenken zu müssen, wer ich war. Zumindest tat sie so, als hätte sie in der Zwischenzeit ein Dutzend Frauen an ihren Liebesteich gebracht, um sich da von ihnen malträtieren zu lassen.Da war wieder diese reiche, verwöhnte Göre, die sich einen Dreck um etwas anderes als sie selbst kümmerte.Ich hatte jedenfalls das Gefühl, dass ich sie erstens störte und sie zweitens das Ganze nicht für so weltbewegend hielt wie ich. Trotzdem hatte sie recht schnell einem Treffen zugestimmt und mir sogar das Gefühl vermittelt, als würde sie sich darauf freuen.Da saßen wir nun also am Ufer vor der Stadt. Ich hatte diesen Ort ausgewählt, weil ich mit ihr ungestört sein wollte.Nun saßen wir nebeneinander auf einer Bank wie ein altes Ehepaar und stritten uns irgendwie. Vielleicht war Streit das falsche Wort. Ich versuchte zu verstehen, was da vorgefallen war, und sie versuchte zu verstehen, was ich nicht verstand. Dabei gab sie sich Mühe, nicht als verzogenes Millionärskind aufzutreten. Mir schien, dass ich eher diejenige war, die sich arschig verhielt, und ihr gefiel dieser Rollenwechsel. Was wollte ich also?Ich wollte sie. Ich wollte mehr von diesem seltsamen Nektar, den sie mir aufgetischt hatte.Aber ich wollte auch wissen, ob der giftig war, ob Joelle vergiftet war, ob ich mir damit selbst schaden würde. „Du willst also von mir misshandelt werden.“, meinte ich. „Nein.“ „Du willst, dass ich dich quäle.“„Nein.“„Du stehst auf Sado-Maso.“„Ich weiß nicht genau, was das ist, aber das klingt mir ziemlich nach etwas, auf das ich keinen Bock habe.“„Du hast mich angefleht, dich mit Brennnesseln zu quälen!“„Habe ich nicht. Ich habe dir die Erlaubnis gegeben. Ich habe dir die Macht dazu gegeben. Du hast sie angenommen. Du hast mich damit geschlagen.“„Weil du es wolltest!“ rief ich so laut, dass der Typ auf dem Kahn, der langsam flussaufwärts an uns vorbeischipperte, aufmerksam wurde und an der Reling gelehnt mit einer Zigarette im Mund uns beobachtete.„So kommen wir nicht weiter.“Damit hatte Sie Recht.Sie stand auf, machte nervös ein paar Schritte hin und her. Ich beobachtete sie genau wie der Mann auf dem Kahn. Schließlich setzte sie zu einer kleinen Rede an, die sie vermutlich vorher eingeübt hatte. „Ich möchte, dass jemand die Kontrolle übernimmt. Ich möchte mich unterwerfen. Ich möchte, dass jemand über mich bestimmt. Ich will keinen Schmerz und ich will nicht gequält oder misshandelt werden. Ich will geliebt werden wie jeder Mensch. Aber ich möchte eben auch mal loslassen können, mich in die Hand eines anderen begeben. Und der soll dann entscheiden über mich. Und wenn diese Person das will, dann soll sie mich auch bestrafen. Aber weil sie es will, nicht weil ich Schmerzen will! Und ich möchte gehorchen, weil es einfach richtig ist. Weißt du, wie schwer es ist, Tochter eines Millionärs zu sein?“Ich verkniff mir den schneidigen Kommentar, der mir dazu auf der Zunge lag.„Ständig muss ich auf dieses oder jenes aufpassen, immer muss ich die Kontrolle über alles behalten. Ich will das auch mal alles abschütteln. Ich möchte, dass jemand sonst all diese komplizierten Entscheidungen trifft. Nicht für immer oder so. Sondern im Spiel. Ich will auch mal jemand anderem dienen. Die Welt ist so verdammt kompliziert. Ich möchte mich dir einfach hingeben und wissen, dass ich dir vertrauen kann.“Ich konnte nicht sagen, dass ich sie verstand, aber ich versuchte es. „Und ich soll diejenige sein.“„Du bist so stark, so bestimmt. Du weißt immer, was zu tun ist. Du bist immer auf der Höhe. Du bist so sicher.“Nichts davon war wahr, und die Tatsache, dass ich in den letzten Tagen ziemlich aufgewühlt gewesen war, zeigte ganz deutlich, dass das alles nicht stimmte, was sie mir da unterstellte. Ich hatte keinen Plan von nichts.Stattdessen hing mir im Kopf, dass sie geliebt werden wollte. Liebte ich sie? Ich schob die Frage fort.„Du willst also, dass ich dir befehle.“„Mach es doch einfach!“„Okay.“Aber das war nicht so einfach. Mir fiel nichts ein. Ich empfand mich nicht als unkreativ, aber in diesem Moment kam mir nichts in den Sinn. Was sollte ich von ihr verlangen? Ich versuchte, Zeit zu gewinnen. „Siehst du den Typen da auf dem Kahn?“Sie drehte sich um.„Was ist mit dem?“„Wenn ich dir befehle, ihm deine Möpse zu zeigen, machst du das dann?“„Ich würde lieber dir meine Möpse zeigen.“ Sie überlegte. „Und ich würde das hier gerne unter uns halten. Ich meine, ich habe da so eine Karriere als ernstzunehmende Musikerin vor mir. Der hilft es bestimmt nicht, wenn ich mich in der Öffentlichkeit als Schlampe präsentiere.“„Der Typ dahinten sieht mir nicht so aus, als wäre er ein Kenner der klassischen Musik.“Wie auf ein Stichwort kratzte er sich nun am Hintern. Aber sein Blick war immer noch auf uns gerichtet, denn er hatte wohl mitbekommen, dass wir über ihn sprachen. „Abgesehen davon ist der verdammt weit weg. Der kann dein Gesicht gar nicht erkennen. Also, was ist jetzt?“Sie sah mich skeptisch an und zauderte.Es gelang mir, dadurch wieder ein wenig die Kontrolle zurückzugewinnen. Obwohl ich verstand, dass das alles nicht so einfach war. Mit meinem ersten Befehl hatte ich schon ihre Grenzen überschritten.„Da war wohl der Mund größer als der Mut, was?“ Ich genoss meine Stellung. „Ich sag dir was! Wenn du dem Typen da deine Möpse zeigst, dann verbringe ich den Rest des Tages mit dir und schubse dich noch was herum. Wenn nicht, dann werde ich mich mindestens eine Woche nicht bei dir melden.“Sie zögerte immer noch, und ich erhöhte den Druck. „Du solltest dich entscheiden. Wenn es dem Typen langweilig wird, und er sich abwendet, dann ist deine Chance vorbei, und eine zweite bekommst du nicht!“Sie drehte sich um.„Die Prinzessin auf der Erbse ist sich wohl zu schade, einem hart arbeitenden Mann ein wenig Freude zu verschaffen.“Der Satz saß. Ich sah, wie sie tief einatmete, ihre gesamte Energie und ihren Mut in sich bündelte. Mit einem Ruck entschloss sie sich, machte drei Schritte ans Ufer, rief dem Mann zu:„Hey, guck mal, was ich hier habe!“Und damit zog sie sich das Polohemd vom Körper, warf es in die Luft wie den geschickt abgestreiften BH und reckte ihm ihre entblößten Brüste zu. Der Mann richtete sich auf. Auch aus der Entfernung konnte ich erkennen, wie ein Grinsen sich über sein Gesicht zog. Er winkte und rief irgendwas, aber ich konnte nicht verstehen, was er sagte.Joelle lief dem Schiff hinterher, rief:„Komm zu Mami!“Der Mann griff in seine Hosentasche. Lange vor Joelle erkannte ich, was er vorhatte. Er hatte sein Handy schon im Anschlag, als Joelle es auch erkannte. Sie fing an zu kreischen und bedeckte sich mit den Armen. Der Mann lachte immer noch und rief noch etwas, was ich wieder nicht verstand. Joelle kam zu mir zurück. Ich hatte in der Zwischenzeit ihr Shirt und den BH aufgehoben.Sie baute sich vor mir auf, reckte die Arme in die Luft und rief jedes einzelne Wort betonend wie eine Kriegerin:„Ich bin keine Prinzessin auf der Erbse! Woohoo!“Und dabei schauten mich ihre beiden kleinen Brüste an.Süß war sie. Ich stand ihr kühl gegenüber und betrachtete ihren entblößten Oberkörper.„Okay, du hast es mir gezeigt. Das ist es also, was du von mir willst?“„Naja, vielleicht können wir an den Details noch etwas arbeiten und die Öffentlichkeit ein wenig außen vor lassen.“Da war wieder ihr Charme, und sie war dabei, mich um die Finger zu wickeln.„Okay. Darüber können wir reden.“Etwas entfernt spazierte eine ältere Frau mit ihrem Hund auf uns zu.„Darf ich meine Klamotten zurück haben?“, fragte sie.Ich hatte das Spielchen mittlerweile verstanden. „Was bekomme ich dafür?“„Einen Kuss?“Ich schüttelte den Kopf: „Du bietest mir was an, was du selbst willst? Ich finde, du solltest mir beweisen, dass ich hier die Chefin bin.“Sie warf einen Blick in Richtung der Frau, dann sah sie mich an, aber ihr flehender Blick prallte an meiner Kälte ab. Dann ging sie auf die Knie, faltete die Hände und sprach: „Bitte, bitte gib mir mein Shirt zurück. Bitte! Dann werde ich für den Rest dieses Tages deine Dienerin sein! Bitte, bitte!“Ich ließ sie ein wenig zappeln, aber die Sorge um ihre Privatsphäre hatte ich natürlich im Hinterkopf, und so reichte ich ihr schließlich ihr Poloshirt. Sie sah mich fragend an.„Was ist mit meinem BH?“„Du hast nur um dein Polohemd gebettelt.“„Dann bettele ich jetzt noch um meinen BH! Bitte, bitte! Sieh dir mal meine Nippel an, die sind hart wie Diamanten!“„Zu spät. Du musst einfach besser aufpassen, was du dir wünschst!“Sie sah mich flehend an.„Schluss jetzt!“, meinte güvenilir bahis ich kühl. „Sonst überlege ich mir das mit dem Shirt auch nochmal, und dann kannst du nackig nachhause laufen!“„Okay“, meinte sie kleinlaut und zog sich das Polohemd schnell über, während ich den BH in meinen Händen hielt und den Stoff zwischen Zeigefinger und Daumen rieb.„Können wir jetzt verschwinden? Die Frau kommt immer näher! … Bitte? Sieh dir mal die Knöpfe an meinen Titten an!“Sie versuchte eine Möglichkeit, ihre Brüste mit ihren Armen zu bedecken. So richtig gelang ihr das nicht. Ich hatte Mitleid mit ihr:„Na gut. Wir wollen hier ja kein Nipplegate starten!“ Ich musste immer wieder auf ihre Brust starren, als sie durch die Stadt fuhr. Ihre Brustwarzen drückten immer noch gegen den Stoff. Hatte ihr das Spaß bereitet? Von mir dazu gezwungen zu werden, irgendeinem fremden Mann auf einem vorbeifahrenden Boot ihre Möpse zu zeigen? Ich konnte es mir nicht vorstellen, und mir hatte es jetzt auch nicht unglaublich viel gebracht. Es war amüsant gewesen, das gab ich gerne zu. Eine Mutprobe, aber mehr auch nicht. Aber ihre spitzen Brustwarzen verrieten, dass sie das anders sah.Joelle auf den Knien mit flehenden Händen, hatte schon etwas in mir ausgelöst. Ich legte meine Hand auf ihr Knie, streichelte einmal über ihren Oberschenkel und kehrte dann zurück zu ihrem Knie. Ich erfühlte ihre Kniescheibe mit Daumen und Zeigefinger, schob sie prüfend ein wenig hin und her. Ich wandte mich Joelle zu und sah sie an, während meine Finger weiter ihr Bein ertasteten. Es waren keine erotischen Berührungen, sondern kühle, faktische wie bei einer Untersuchung. Als hätte ich Besitz von ihr ergriffen. Ihre Muskeln und Sehnen bewegten sich, als ihr Fuß vom Gas auf die Bremse wechselte. Ich sah sie an, wie sie sich durch den Stadtverkehr kämpfte, studierte ihre Gesichtszüge, die sich mal an- und dann wieder entspannten. Nach einer Weile wurde ihr bewusst, dass ich sie beobachtete, und nun begann sie mich nervös anzusehen.„Ist irgendwas?“„Wieso?“„Weil du mich so anstarrst!“„Ich starre nicht.“„Tust du doch!“Sie war nervös geworden und wankte unter meinem Blick. Ich grinste innerlich, nach außen aber war meine Miene starr und kalt. Ich lernte die Situation zu genießen, mit Joelle zu spielen.„Tust du doch? Tu ich nicht? Tust du doch? Findest du das nicht ein wenig kindisch? Du solltest dich besser auf die Straße konzentrieren!“„Du solltest dich besser auf die Straße konzentrieren!“, äffte sie mich nach.Sie hielt an einer roten Ampel. „Du solltest ein wenig deine Zunge zügeln. Sonst steige ich hier aus! Wenn Madame gehorchen will, dann tu es gefälligst auch!“Meine Stimme klang schneidiger, als ich es beabsichtigt hatte.Nun schwieg sie und sah mich an, um herauszufinden, wie ernst ich es meinte. Ich sah sie kühl an. Es war mir ernst.Sie schwieg und ich spielte meine Sache weiter.„Weist du, wenn wir beide eine Zukunft haben sollen, dann musst du lernen, weniger Prinzesschen zu sein, verstanden?“Sie starrte stur auf die Kreuzung, ohne zu reagieren.„Hast du mich verstanden?“, fragte ich scharf. Ich legte meine rechte Hand an den Türgriff. „Ja.“„Ja was?“„Ja, ich habe verstanden.“Sie klang bockig. „Prinzesschen, du hast mir vor ein paar Minuten noch versprochen, dass du mir heute dienen wirst, wenn ich dir einen Gefallen tue. Ich habe meinen Teil des Deals erfüllt. Da fände ich es fair, wenn du dich auch an deinen Teil hältst!“Sie sah mich mürrisch an, schwieg aber. Es brodelte in ihr. Offensichtlich war sie nicht mehr in der Stimmung, und sie musste sich zusammennehmen, um nicht auszuticken. Ich fand Gefallen daran, sie zu zügeln. Ich verstand zwar immer noch nicht so richtig, was sie antrieb, und auch nicht, was mich so giftig machte. Vielleicht mochte ich es einfach nicht, in diesem Auto für reiche Töchter zu sitzen.Aber vielleicht musste ich mich auch zügeln. War ihr bewusst, dass ich mit ihr spielte? Erkannte sie, dass ich nicht arschig sein wollte, sondern sie an ihrer Unterwürfigkeit packte? War ihr das bewusst? Ich war mir nicht sicher. Aber statt ein Problemgespräch zu starten, lenkte ich nun mit deutlich wärmerer Stimme ein:„Wenn du willst, dass wir zusammen Spaß haben, dann wirst du dich einfach an ein paar Dinge gewöhnen müssen! Du wolltest mir gehorchen, und ich fordere das nun ein. Hast du was dagegen?“Ich fuhr langsam die Innenseite ihrer Jeans hoch, um ihr zu zeigen, wie ich das meinte, dass ich noch mit ihr spielte. Ich wollte, dass sie verstand.„Verstehst du, was ich meine?“Sie sah mich an, nickte nun und schloss ihre Schenkel, als wollte sie meine Hand dort festhalten. Ich beließ sie einen Augenblick da, dann nahm ich sie wieder weg und legte sie zurück auf ihr Knie, nun aber belanglos, ohne eine Aussage damit zu verbinden. Sie sah mich immer noch an, nun aber einsichtiger, vielleicht sogar demütiger. „Es ist grün!“, meinte ich ohne weiteren Unterton, und sie fuhr an. Ich verunsicherte sie nicht noch mehr, sondern sah nach vorne. Nur meine Hand behielt ich auf ihrem Unterschenkel, als ob ich damit meinen Besitz reklamieren wollte. Ihr BH lag immer noch in meinem Schoß, und ich spielte mit dem weichen Stoff, um sie daran zu erinnern, wer das Sagen hatte. Wir fuhren zu mir. Ich wohnte in einer kleinen Wohnung am Stadtrand. Sie war nicht schön. Sie lag in einem Mehrfamilienhaus, das auch nicht schön war und neben anderen nicht schönen Mehrfamilienhäusern lag. Alles aus den sechziger Jahren. Abgegriffen, altbacken und spießig. Es war eine billige Wohnung, und das ist ein wichtiges Kriterium.Meine Wohnung war auch nicht schön eingerichtet. Ich hatte zwei Zimmer. Ein kleines Schlafzimmer und ein Wohnzimmer, das voll stand mit Instrumenten und Verstärkern und Equipment.Es ist nicht sehr wohnlich eingerichtet. Ich wohnte da, aß, übte an meinen Instrumenten und schlief dort. Viel mehr tat ich da nicht. Das Aussehen meiner Wohnung war mir ziemlich egal. Sie bog auf meine Anweisungen in die Wohnsiedlung ab und parkte vor dem Haus. Ich fand, dass der gewaschene und polierte Beetle ein wenig herausstach aus den übrigen Klein- oder Gebrauchtwagen. Es war für sie kein Luxusgegenstand. Dieser Gedanke, dass sie nicht hierhin gehörte, dass der Besuch dieser Arbeitersiedlung für sie wie eine Safari war, stieß mir ein wenig übel auf. Manchmal habe ich dieses kleine Monster in mir, das ich nicht kontrollieren kann. Es ist einfach da und lässt mich Dinge sagen und machen, die ich im Nachhinein gar nicht so toll finde. Es war sicher nicht glücklich, dass dieses Monster gerade an dem Tag erschien, als wir beide einigen Stress hatten und kleine Machtkämpfe ausfochten über unsere neuen Rollen. Aber nun war es da. Joelle folgte mir jedenfalls, und ich stellte mir vor, was sie zu dem grauen Waschbeton sagen mochte und wie sie die alten Holzfenster mit ihren doppel-, dreifach, zehnfachverglasten verglich, die sie in der Villa ihres Vaters vor Lärm und Kälte schützte.Wir betraten das miefige Treppenhaus, und ich fragte sie, was sie von dem Haus hielt. Doch statt einer abfälligen Antwort, wie ich es erwartet hatte, zuckte sie einfach mit den Schultern. „Ist halt ein Haus. Nicht schön, aber bestimmt auch nicht teuer in der Miete und so.“Das wäre so ziemlich auch meine Antwort gewesen. Sie war nicht eingegangen auf meinen Köder.„Immerhin habt ihr einen Aufzug. Auf acht Etagen zu Fuß hätte ich keine Lust.“Da hatte sie mir allerdings eine Idee geliefert. Ich drückte auf den Knopf und rief den Aufzug. Wir warteten stumm nebeneinander. Schließlich rumpelte das Ding langsam an. Ich öffnete die Tür, ging in die kleine Kabine und versperrte ihr den Eingang. „Ich finde, du könntest deine Unterwürfigkeit unter Beweis stellen, indem du die Treppe nimmst. Gute Nachricht. Acht Treppen musst du nicht laufen. Ich wohne im sechsten Stock.“Die Gesichtszüge entglitten ihr.„Ist auch gesund!“, fügte ich lächelnd hinzu. „Cardio und so.“„Das ist jetzt nicht dein Ernst!“„Mein voller!“ Ich grinste sie an. Ich war mit dem Machtspielchen ziemlich zufrieden.Sie drehte ein paar Worte in ihrem Kopf, dann sprach sie schließlich:„Das kannst du total vergessen. Das ist nicht, was ich will. Ich bin nicht dein Stück Scheiße. Du hast wirklich keinen Plan, um was es hier geht! Ich schlage vor, du machst dich erst einmal kundig, und dann reden wir weiter. Aber wenn du willst, dass ich mit in deine Wohnung komme, dann nur in diesem Aufzug.“ Jetzt war ich sprachlos. Sicher hatte sie Recht. Ich hatte keine Ahnung. Ich wusste nicht, was das alles war, das ich da machte. Es war mir total neu. Ich wusste allerdings, dass ich Spaß daran gefunden hatte. Aber nun zweifelte sie an meiner Autorität. Erwartete ich von ihr zu viel?Nein. Ein wenig Gehorsam wollte ich, mehr nicht. War das zu viel verlangt? Eines war mir klar: Nachgeben würde ich nicht. Dass meine Forderung nicht klug war, war mir klar, bevor ich sie auch nur ausgesprochen hatte. Aber hier ging es um Macht, sie wollte eine Machtdemonstration, die sollte sie bekommen.„Schätzchen, wenn du in meine Wohnung willst. Jetzt oder irgendwann in der Zukunft, dann nur über diese Treppe. Sechs Stockwerke zu Fuß. Schritt für Schritt.“Sie sah mich mit Augen an, die vor Wut funkelten. Das graue Blau in ihnen kalt wie das Polarmeer. Später dachte ich, wie schön sie waren, aber in dem Augenblick erschienen sie mir hässlich.Dann drehte sie sich um, blieb vor der Treppe eine Sekunde stehen, als denke sie nach. Mit den Worten „Ich hab das nicht nötig!“ ließ sie mich stehen. Ich stand im Aufzug, für einen Wimpernschlag ein wenig perplex und überrascht, dann schloss ich ruhig die Tür und fuhr allein in meine Wohnung. Ich wollte das alles cool sehen. Immerhin wollte sie was von mir und nicht umgekehrt. Aber es brodelte dann doch in mir ziemlich wild. Dieses kleine Miststück! Was bildete sie sich ein? Ich wollte sie doch nur ein wenig aufziehen, ein wenig demütigen, wie sie das wollte. Und dann hätten wir beide einen Haufen Spaß gehabt! Aber nein, sie war ja zu dumm, zu verstehen, wollte immer noch das Prinzesschen spielen! Das war ja alles nicht meine Idee gewesen, sondern ihre!Es war ja nicht mein Problem, dass sie nicht verstand!Ich hatte diesen Affenzirkus nun wirklich nicht nötig!Diese dumme Kuh!Ich gebe zu, dass ich mich nicht so richtig erwachsen benahm, aber sie tat es auch nicht, und sie hatte angefangen!Kapitel 9 Laut Wikipedia kommt der Begriff „Domina“ aus dem Lateinischen und bedeutet: „Die Herrin des Hauses“. „Domus“ ist das Haus, daran erinnerte ich mich noch aus dem wenig erfolgreichen Lateinunterricht. „Heute wird der Begriff in aller Regel verwendet zur Bezeichnung einer Frau, die gegen Entgelt sadistische und dominante Praktiken anbietet.“Okay. Damit war ich schon mal einen Schritt weiter. Ich erhielt kein Entgelt. Sadistisch war ich auch nicht, bot auch keine sadistischen Praktiken an. Das mit der Dominanz kam irgendwie hin. Ich hatte Spaß daran gefunden. Joelle hatte in mir irgendwas gestartet.Aber es schien ein kurzes Vergnügen gewesen zu sein, denn sie war ja abgedampft, bevor sich irgendwas Ernstes entwickeln konnte. Ich hätte damals nicht zugegeben, dass sie mir fehlte. Aber sie tat es. Ich fand mich bei Wikipedia und versuchte rauszufinden, worum es bei diesem BDSM ging. Es war mir fremd. Dominanz und Unterwerfung, darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht. Die wenigen Videos, die ich mir ansah, waren eklig und abstoßend. Aber es gab viele davon. Ich war in dieser Angelegenheit scheinbar eher ein Weichei, und mir war auch nicht klar, wie einvernehmlich es da zuging. Ich entwickelte so etwas wie eine Routine, suchte immer mal wieder nach Infos, Bildern oder Videos, fand vielleicht auch das eine oder andere, das nicht uninteressant war, aber dann auch immer wieder ziemlich eklige Sachen. Nur eines gelang mir nicht, das alles zu vergessen und hinter mir zu lassen. Ich hatte auch in ihrem Facebook-Profil gewühlt. Fast wie so eine stalkende Ex. Die Rollen hatten sich gedreht. Ich redete mir ein, dass ich so mehr über ihre Neigung herausfinden konnte.Das war natürlich Bullshit, denn es ging mir um sie. Ich googlete sie auch und musste überrascht feststellen, dass sie in der Klassikwelt schon verdammt bekannt war. Es gab allerlei Berichte über sie, selbst Spiegel Online hatte ihr schon Artikel gewidmet. Sie galt als Wunderkind, als neue Hoffnung in der Klassikwelt. Man lobte ihre Präzision, ihre Werktreue, und dass sie trotz ihres jungen Alters nicht den Weg in den Kommerz eingeschlagen hatte. Scheinbar machten viele junge Künstler klassische Musik, die sehr kitschig und übertrieben klang und sich damit an ein breites, aber eben kein eingeweihtes Publikum richtete. Joelles Musik galt als noch unverfälscht und ernsthaft. Auf der anderen Seite schien man sie zu vermarkten als die l****a der klassischen Musik. Ich fand einige Fotos, in denen ihr bleicher Teint hervorgehoben wurde, in denen ihre Lippen blutrot geschminkt waren und sie mit ihren graublauen Augen unschuldig in die Kamera blickte. Ich konnte mir vorstellen, dass sie damit bei alten Knackern Eindruck schinden konnte. Bei mir hatte sie das auch.Kunst war in meinen Augen zu 80% Marketing. Einige der besten Musiker, die ich kannte, mussten krebsen, um über die Runden zu kommen, einige der schlechtesten waren große Stars. Wenn man Talent und Marketing zusammenbringt und mit l****a-Schmollmund noch ein paar CDs und noch ein paar Tickets mehr verkauft, dann war das in meinen Augen vollkommen in Ordnung.Sie hatte als Solistin ein paar CDs eingespielt, machte Tourneen. Ich war jedenfalls überrascht. Das erklärte ihre Scheu vor öffentlicher Bloßstellung, und ich verwarf den Gedanken schnell, sie in der Fußgängerzone in einer zu engen Bluse um das Kleingeld der Passanten spielen zu lassen. Mein Fazit war, dass ich ihren Erfolg und Bekanntheitsgrad unterschätzt hatte. Das machte sie für mich noch nicht zu einem Idol, aber es erklärte das ein oder andere.Ich las und recherchierte also, fand allerdings in ihren Interviews nichts, was auf ihre Neigung schließen ließ. Warum sollte ich auch irgendetwas finden? So etwas behält man für sich und offenbart es nur den engsten Vertrauten.Trotzdem suchte ich weiter in ihrer Biographie.Sie hatte da etwas in mir geweckt, das ich nicht mehr so einfach loswerden konnte. Es war keine große Sache, es raubte mir nicht den Schlaf, aber es nagte dann doch an mir. Und je länger ich darüber nachdachte, desto mehr konnte mir wieder so etwas wie eine Beziehung vorstellen. Ich war schon eine Zeitlang Single gewesen, und es hatte mich nicht gestört. Er war der Leadgitarrist einer Band, und so führte er sich auch auf. Wie so ein Alphatier. Dass seine Band nicht so viele Zuschauer anzog wie die, in der ich spielte, störte ihn, ebenso wie die Tatsache, dass ich mehr mit meiner Musik verdiente.Er hatte gemeint, es läge daran, dass er ja auch das komplexere Instrument spielte. Ich wäre ja niemals so gut wie er, wenn ich zwei Saiten mehr und viel mehr Techniken zu beherrschen hätte. Ich war zu dem Ergebnis gekommen, dass Männer mir einfach zu kindisch waren, zu albern, zu blöd.Ich hatte darauf irgendwann keinen Bock mehr gehabt, aber den Typen wieder loszuwerden, war auch nicht einfach. Es hatte eine Weile gedauert, bis er verstand, dass er doch nicht so unwiderstehlich war und dass ich nicht wieder zu ihm zurückkehren würde.Danach hatte ich ein paar kleinere Affären mit Frauen, die aber mehr in der Liga von One-Night-Stands spielten. Ich machte mir nichts vor. Frauen waren auch nicht immer pflegeleichte Engel. Die konnten auch ganz schön schwierig sein. Zickig, nervig, fies, in vielen Beziehungen schwieriger als Männer. So wie Joelle.Auch wenn ich auf Geschlechter nicht so festgelegt war, hatte ich doch eine Auszeit von Beziehungen genommen. Hatte sich das jetzt verändert?Eigentlich nicht. Ich hatte zu Beginn keine Beziehung mit Joelle gewollt, ich hatte sie nur mit Brennnesseln auspeitschen wollen. Jetzt war sie weg, und in mancher Hinsicht war das auch besser so.Eine Woche nach dem Streit erhielt ich von ihr eine Nachricht auf mein Handy. Es war nur eine kurze Nachricht.„Hi! :-)“Ein Hi mit Smilie. Ich freute mich darüber, das musste ich zugeben und hätte aus dem Impuls fast getippt:„Das heißt: Hi, Herrin!“, aber ich ließ es dann. Offensichtlich wollte sie wieder Kontakt zu mir. Machten wir uns nichts vor, ich wollte es auch. Das hatte sich in den letzten Tagen herausgestellt. Aber ich wusste nicht so richtig, wie es weitergehen sollte. Nicht, dass ich nachtragend gewesen wäre. Es ging mir nicht um die Sache mit dem Aufzug. Es war mehr so, dass ich nicht wusste, auf welcher Basis wir nun miteinander kommunizierten. Ich hatte nicht so richtig viel Lust auf lange Gespräche. Aber in erster Linie wollte ich nicht die Domina werden, die auf Abruf Joelle ihre Wünsche erfüllte, wenn ihr mal danach war, auf Joelles Art und Weise gequält zu werden. Es dauerte also ein wenig, bis ich betont gelassen antwortete: „Hi! Wie geht’s?“Mehr fiel mir nicht ein. Ich spielte den Ball in ihr Feld und wartete auf ihre Reaktion.Die kam allerdings genau zu dem Zeitpunkt, als ich mitten in meinen Recherchen war.Es war noch nicht spät, aber ich war kaputt, und so lag ich im Bett mit Tablet und Smartphone, hatte zwei Gläser billigen Rotweins intus und suchte im Internet nach lesbischen Pornos, in denen irgendwer die Kontrolle über jemand anders hatte. Ich hatte gerade einen gefunden. Mit zwei unwirklich schönen Frauen. Die Schwarzhaarige war von der Rothaarigen nackt auf den edelstahlenen Küchenblock einer zwanzigtausend Euro Küche gebunden worden, und nun umkreiste die Rothaarige die Schwarzhaarige mit einer Reitgerte, mit der sie aber nicht zuschlug, sondern erotischen Angst und Schrecken verbreitete.Ich hatte nur noch eine Hand über der Decke, die andere hatte sich irgendwie selbständig gemacht. Als Joelles Nachricht ankam, griff ich dennoch mechanisch zum Handy.„wie geht’s dir?“Es war sowas wie Fügung des Schicksals, dass sie sich gerade in diesem Moment meldete, denn ich war schon ziemlich wuschig, und mir stand nicht der Sinn danach, irgendwas zu diskutieren. Ich wollte Action. Insofern kam das mit dem Schicksal schon hin. Oder es war einfach nur Zufall. Meinetwegen auch das.„ich vermisse dich“, schob sie noch eine weitere Nachricht hinterher.Ich legte das Tablet beiseite und holte meinen Arm unter der Decke hervor und textete zurück:„Wo bist du?“„Zuhause“ kam prompt die Antwort. Und dann noch „schön, dass du dich meldest! hab dich vermisst!“„Bist du allein? Willst du spielen?“, schrieb ich.„Ja in meinem zimmer… spielen? jetzt? soll ich vorbeikommen? ich würds machen.“Ich überlegte, da kam aber schon die nächste Nachricht.„ich nehme auch die treppe!“Sie wohnte am anderen Ende der Stadt, und ich war jetzt gerade in Stimmung. „Lass mal! Wir machen’s über‘s Phone.“„iPhone-sex? okayyy!!! ;)“ Und sofort darauf: „was soll ich machen?“„Von jetzt an über Snapchat“Ich wechselte die App. Snapchat ist dieser Chatservice, bei dem sich die Nachricht nach einigen Sekunden von selbst löscht. So von wegen Privatsphäre. Sie hatte mir erzählt, dass sie den benutzte, und so hatte ich mir das auch einmal angesehen. Der Nutzen hatte sich mir bisher nicht erschlossen. Aber für die Sache, die mir gerade so im Kopf herumspukte, war es perfekt. „Mach ein Selfie! Vom ganzen Körper!“Es dauerte einige Augenblicke, dann bekam ich ein Foto von ihr. Sie stand in einer schlabbrigen Schlafanzughose mit einem langen T-Shirt in einem geschmackvoll eingerichteten Zimmer, das aber immer noch ein wenig nach Teenager aussah. Ich betrachtete das Foto noch, aber dann verschwand es auch schon von meinem Bildschirm und eine Nachricht erschien:„gefalle ich dir?“„bis auf die Hose!“, antwortete ich. Einige Augenblicke später kam ein weiteres Foto. Sie hatte die Hose ausgezogen, hielt sie in einer Hand und mit der anderen hatte sie das Foto gemacht. „Das Shirt gefällt mir auch nicht wirklich.“, schrieb ich.Wenig später erschien ein Foto auf meinem Bildschirm, auf dem sie in Unterwäsche dastand.Ich hatte nicht genug Zeit, es zu genießen, dann verschwand es schon wieder. „sorry, hätte ich das gewusst, hätte ich was schickeres angezogen.“Ich warf es ihr nicht vor, ich hatte auch nur ein ausgeleiertes T-Shirt an. „Gib dir mal etwas mehr Mühe mit der Rechtschreibung! Mehr Respekt!“„Sorry, es tut mir leid!“„So ist besser.“„Wirst du mich bestrafen für meine mangelnde Rechtschreibung?“Ich schmunzelte. Sie bettelte ja förmlich darum.„Hast du Brennnesseln in deinem Zimmer?“„Leider nicht. Soll ich runter in den Garten, welche holen?“„Dauert zu lange.“ „Ich glaube, wir haben auch keine Brennnesseln im Garten. Würde mich zumindest wundern.“„Hast du eine Kerze?Sie schickte mir ein Foto von einer Kerze.„Mach sie an!“Nun ein Foto, in dem die Kerze brannte.„Leg dich auf dein Bett!“Auf dem Foto sah man das Blümchenmuster ihrer Laken. Es wirkte alles noch sehr mädchenhaft. Und trotzdem war sie alles andere als unschuldig.„Zieh den BH aus!“Es dauerte etwas länger, bis sie das Beweisfoto schickte. Es zeigte nur ihre rechte Brust und ein wenig ihres Bauches.„Sind deine Nippel hart?“Als Antwort eine Großaufnahme ihrer Brustwarze, die stolz und steif in die Höhe ragte.„Nimm die Kerze und lass den flüssigen Wachs auf die Brustwarze tropfen! Halte die Kerze hoch, je länger der Wachs fällt, desto mehr kühlt er ab. Ich will nicht, dass du dich verbrennst.“Es dauerte, bis ich die Instruktion eingetippt hatte. Mein Herz schlug schneller, und ich war gespannt, ob sie dem Befehl nachkommen würde.Meine Hand verschwand schon wieder unter der Decke, und ich streichelte mich.Dann kam das Foto. Ihre Brustwarze war überzogen von einem kleinen Hügel getrockneten Wachses. Auch dieses Foto verschwand leider viel zu schnell.„Wie fühlt sich das an?“, fragte ich.„Geil“, kam augenblicklich ihre Antwort.„Antworte im ganzen Satz!“„Es fühlt sich scharf an, dass du mir befiehlst, dass ich mich selbst mit Wachs verbrenne und quäle. Absolut scharf und geil!!! Unglaublich!!!“„Ich will mehr Informationen!“„Ich fühle mich hilflos und dir ausgeliefert. Du bestimmst über mich. Du hast die Kontrolle, das Sagen. Du befiehlst, und ich gehorche dir. Es fühlt sich erniedrigend an, aber es fühlt sich auch richtig an!“Die Worte verschwanden wieder viel zu schnell von meinem Bildschirm. Ich hätte sie so gerne aufbewahrt. Ich brauchte ein Andenken an diese Sache, aber natürlich verstand ich, dass ich kein Foto verlangen konnte, das sich nicht sofort selbst löscht.„Ich will den Wachsabdruck deines Nippels haben! Lass noch mehr Wachs darauf tropfen und dann knibble den so vorsichtig ab, dass der Abdruck erhalten bleibt!“Sie schickte mir ein Foto mit ihrem nach oben gereckten Daumen.Es passierte eine Weile nichts. Ich schob ein paar Nachrichten hinterher:„Ich mag es, wenn du so folgsam bist. Das steht dir! Du solltest mir öfter gehorchen.“Dann erschien wieder ein Foto auf meinem Display. Auf ihrem Bauch lag der Wachsabdruck. „Sorry, ich musste es zweimal machen, der erste Abdruck ist mir kaputt gegangen.“„Hat es sehr wehgetan?“„Es war meine Schuld.“„Schick mir noch einen Satz. Den letzten für heute. Gib dir dabei Mühe!“„Ich möchte dir dienen, dafür werde ich alles tun, ich werde von nun an nur noch Treppen laufen. Wenn es sein muss auch das Empire State Building hoch!“„Ich werde dich daran erinnern, wenn du es vergessen solltest. Ich erlaube dir, an dir zu spielen. Wenn du fertig bist, schick mir ein letztes Foto mit deiner Feuchtigkeit an deinen Fingern!“Ich legte mein Handy beiseite und ließ meiner rechten Hand wieder freien Lauf. Wir beide an unterschiedlichen Enden der Stadt, beide mit uns selbst beschäftigt. Wir dachten beide an die jeweils andere. Meine Gedanken bei ihr. In meinen Gedanken waren es ihre Finger, die mich berührten und zwar genau so, wie ich es mochte.Als mein Handy vibrierte, um ihre Nachricht anzuzeigen, brach es wie eine Welle über mich her. Es dauerte eine Weile, bis ich mich wieder gesammelt hatte. Dann öffnete ich ihre Nachricht, betrachtete mir ihr Beweisfoto, bis es sich selbst von meinem Handy löschte.Ich sendete ihr noch eine letzte Nachricht: „Hast du gut gemacht! Schlaf schön!“Dann schlief ich ein.Kapitel 10 Es dauerte eine Weile, bis wir uns wiedersahen. Ich hatte einen Job aufgetan. Irgendein mir unbekannter Schriftsteller wollte seinen Roman zum Hörbuch machen, und da es darin um einen Jazz-Bassisten ging, hatte man mich engagiert für die Zwischenspiele. Ich sollte auch ein wenig Gitarre und Schlagzeug spielen, quasi als Multiinstrumentalistin alles machen. Der Mann bezahlte das aus eigener Tasche. Über Connections hatte ich von dem Job erfahren und ihn auch erhalten. Es war alles etwas ungewöhnlich, aber es wurde bezahlt, und das zählte.Also hatte ich ein paar Klamotten zusammengepackt und meinen Kontrabass und mich auf die Socken nach Berlin gemacht. Es war kein Vergnügen mit Bass und Bahn, immerhin ist so ein Kontrabass zwei Meter lang, und das ohne Stachel. Aber dieses Mal beschwerte sich kein Schaffner, dafür waren meine Mitreisenden nicht immer ganz so verständnisvoll. Ich quartierte mich in einer Art Jugendherberge ein, die ich allerdings nicht oft sah, denn wir arbeiteten von früh morgens bis spät in die Nacht. Der Mann wollte Geld sparen, denn die Miete für das Tonstudio, der Toningenieur und ich waren ihm dann scheinbar doch etwas zu teuer. Nun, ich ertrug es, der Ingenieur auch, nur die Stimme des Autors und Sprechers ließ gegen Ende der Aufnahmen ziemlich nach. Als der Toningenieur das anmerkte, meinte der Autor, es wäre doch gut, wenn ein Hörer die Anstrengung hören könnte, die mit dem Einlesen verbunden wäre. Der Toningenieur und ich sahen uns an und schüttelten den Kopf. Es war schön, mit professionellen Leuten zusammenarbeiten zu dürfen. Oder eben nicht. Wir sagten aber nichts weiter dazu, denn der Kunde hat ja immer Recht. In dieser Zeit jedenfalls bekam ich nicht viel von Joelle mit. Sie hatte auch zu tun, und so hatte ich ihr lediglich aufgetragen, mir jeden Tag eine Phantasie zu schreiben über Twitter. Sie hatte also nur 140 Zeichen. Sie schrieb seltsame Sachen, die manchmal schon ein wenig komisch daher kamen, aber sie versüßten mir die Nächte in meinem billigen Hotel. Ich nenne hier mal drei Beispiele: „Wir fahren im Beetle, du spielst zwischen meinen Schenkeln, zwingst mich an der Ampel der Frau am Straßenrand meine Titten zu zeigen.“„Im Reitstall bindest du mich mit gespreizten Armen und Beinen nackt in einer Pferdebox an und kitzelst mich, bis ich weinend zusammenbreche.“„Du fesselst mich im Wald an einen Baum, bestreichst meine Brüste mit Honig und siehst zu, wie Bienen und Wespen mir den von der Haut lecken.“Ich fand es amüsant, aber ich kommentierte es auch nicht weiter. Es waren Spielereien. Nachts in meinem kalten Hotelbett machte ich mir meine warmen Gedanken zu ihren Phantasien, und ich malte mir die 140 Zeichen zu Kurzgeschichten aus, stellte mir vor, wie Wespen über ihre Brust krabbelten, wie sie den Atem anhielt und angstvoll auf die kleinen Viecher starrte, die über ihren hilflosen Körper krabbelten und gierig den Honig von ihr leckten. Ich stellte mir vor, wie sie krampfhaft versuchte, sich so wenig wie möglich zu bewegen, um die Tiere nicht aggressiv zu machen und dazu zu bringen, sie zu stechen. Ich stellte mir vor, wie sie jeden Muskel anspannte und ihr Herz schnell und heftig schlug, wie sie immer schreckhafter wurde und schließlich um Gnade winselte und mich anbettelte, dass ich aufhören sollte, dass ich den Honig von ihrem Körper wischen sollte. Wie sie mir alles versprach und noch viel mehr, wenn ich sie nur endlich befreien würde. Am Ende tat ich ihr dann auch den Gefallen, verscheuchte die Viecher mit einem Strahl eiskalten Wassers aus dem Gartenschlauch. Ich war mir nicht sicher, ob das wirklich so funktionierte, vermutlich nicht. Vermutlich würde das gerade die Wespen wütend machen und zur Attacke animieren. Aber in meiner Vorstellung klappte es. In meiner Vorstellung band ich Joelle dann auch von dem Baum los, nahm sie in meine Arme und tröstete sie. Ich spürte ihren Atem an meinem Hals und wie ihr verkrampfter Körper sich langsam entspannte. Sie war so angespannt gewesen, dass sie zitterte. Ich flüsterte ihr sanfte Worte des Trostes ins Ohr, und sie schluchzte erst und dann kroch sie in meine Umarmung, in mich und den Schutz, den ich ihr bot. Und sie war dankbar dafür.Ich war von meinem Einfallsreichtum selbst ganz überzeugt, obwohl es natürlich ihre Idee gewesen war.Mir gefielen ihre Phantasien, und ich wollte mehr davon. Abends in Berlin in meinem billigen Hotel war es einsam. Eigentlich war ich durchaus gerne allein, aber nun, da Joelle da war, wollte ich mehr von ihr als Tweets. Also gab ich ihr die Aufgabe, mir eine ganze Geschichte zu schreiben. Sie sollte mir eine ganze Phantasie schreiben. Vielleicht würde ich ja dadurch auch mehr über sie erfahren.Was ich dann bekam, war allerdings nicht, was ich erwartet hatte. Kapitel 11 „The Wedding“Es ist mindestens 40 Grad im Schatten. Das Problem: Hier ist kein Schatten. Ein paar Männer stehen da und fächeln uns mit Palmwedeln Luft zu. Es sind beides Schwarze. Ist die Sklaverei noch nicht vorbei? Wir sind immerhin in den Südstaaten der USA. Alabama. Ein weißes Anwesen. War bestimmt mal eine Plantage für Tabak oder Baumwolle. Der Schweiß läuft mir von der Stirn. Das hier sollte der schönste Tag in meinem Leben sein. Ich bin mir da nicht so sicher. Aber es ist der heißeste. Ich mache mir Sorgen, dass der Schweiß mir hinunter ins Kleid läuft. In mein Hochzeitskleid. Ich sehe geil aus in meinem schulterfreien Brautkleid von Chanel. Es war verdammt teuer. Nichts ist zu teuer für meine Hochzeit. Daddy zahlt alles. Ich drehe mich zu ihm um. Er ist glücklich. Meine Mutter ist glücklich. Meine Schwiegereltern sind glücklich. Detlef ist glücklich. Detlef ist kurz davor, Oralchirurg zu werden. Wir werden scheißreich werden. Ich muss nur „Ja“ sagen, dann bin ich seine Frau. Er muss umkommen in seinem schwarzen Frack. Wie auch der Pfarrer, der zu uns spricht und die zweihundert Gäste, die uns zuschauen, mit Schweiß und Tränen im Gesicht. Sie sind alle schrecklich gerührt.Sie sind fast alle aus Deutschland eingeflogen worden. Geld spielt keine Rolle. Das Buffet ist aufgebaut. Der Sekt steht kalt. Die Hochzeitstorte thront hoch auf dem Tisch. Ich muss was trinken. Jeder will was trinken.Wir steuern auf den Höhepunkt zu. Gleich kann ich „ich will“ sagen. Wir haben uns auf die deutsche Sprache geeinigt. Sonst hätte ich „I do“ sagen müssen. Jetzt will ich einfach. Ich muss nichts tun. Nur wollen. Es soll endlich vorbei sein. Dann können wir aus der Sonne. Der Pfarrer spricht diesen Satz, den man immer in amerikanischen Filmen hört:If any man present has good reason that this couple should not be joined in marriage, let him speak now or forever hold his peace.Keiner sagt was. Es ist still. Dramatisch still. Der Pfarrer zieht es unnötig in die Länge. Er soll weitermachen. Ich will endlich aus der Sonne. Ich will, dass es vorbei ist. Ich spüre, wie ein Schweißtropfen mir langsam den Rücken runterläuft. Es kitzelt, ich bekomme eine Gänsehaut.Dann ein Geräusch. Erst leise. Aber es kommt schnell näher, wird lauter. Ein Motor. Ein fetter Motor. Es gurgelt. Die Leute schauen sich um. Detlef und ich auch. Das Geräusch wird lauter. Dann heult der Motor auf. Tief in meinem Bauch spüre ich das Grummeln. Wie ein Drache kurz vor dem Angriff. Dann der Angriff. Durch die Hecke bricht einer dieser amerikanischen Straßenkreuzer. Ein schwarzer Chevy Impala 1965 Cabrio. Er rast in die Hochzeitsgesellschaft. Die Leute stieben auseinander. Der Chevy schießt die weißen Plastikstühle in die Luft. Ich sehe dich am Steuer. Du hast ein braunes Tanktop an und Cargopants. Auf deinen Rücken hast du einen schweren Bass geschnallt. Das kann ich alles sehen, weil du aus dem Auto springst und auf mich zuläufst. Die Gäste stehen da und sind erstarrt vor Überraschung. Sie sehen zu, wie der Wagen langsam weiterrollt, auf das Buffet zu. Du greifst meine Hand und brüllst: „Joelle! Komm mit mir! Ich verspreche dir Erniedrigung, Demütigung und die geilsten Orgasmen der Welt bis an dein Lebensende!“Du siehst mich an. Alle halten den Atem an. Die Gäste, der Pfarrer, Detlev, ich. Wow, denke ich, wie geil ist das denn!Der Chevy rollt langsam aus. Er stößt gegen das Buffet und langsam kippt die Hochzeitstorte auf die massige Motorhaube. Mit ihr die Figuren von Braut und Bräutigam.Die Gäste jaulen auf. Die schöne Torte!Das ist ein Zeichen! Ich weiß es. Dann fällt mir ein, dass du eine Antwort von mir erwartest.Was ich sage, bringt die Leute zu einem zweiten Jaulen:„Ich will!“Du packst mich grob an meinem Schleier, umarmst mich und gibst mir einen gewalttätigen Kuss. Ich schmecke deinen Schweiß auf meiner Zunge und spüre den Staub der Straße auf deiner Haut.Als wir uns lösen, sind alle erstarrt.Du nutzt den Augenblick und zerrst mich zu dem Wagen. Ich laufe hinterher. Auf meinen hochhackigen Pumps ist das nicht so einfach. Du öffnest die Fahrertür, und ich springe hinter das Steuer. Du willst mit mir durchbrennen, und ich brenne für dich!Du hüpfst auf den Beifahrersitz.Aber wir haben was vergessen:„Die Violine!“, rufe ich. „Die dürfen wir nicht vergessen. Du hast es mir versprochen!“ Du siehst mich an.„Wo ist die?“, fragst du.„Im Haus. Erster Stock, drittes Schlafzimmer neben dem Bett.“Du siehst mich an, greifst mit deinen verschwitzten Händen mein Gesicht und küsst mich erneut. Dann ziehst du Handschellen aus der Tasche und kettest meine Hände an das Lenkrad. Ich verstehe nicht. Ich würde dir nie davonlaufen. Das ist so unnötig, oh Honey, was ist das unnötig! Vertrau mir doch, vertrau mir einfach! Ich gehöre dir doch schon!Du springst aus dem Auto.Einige Gäste haben sich aus der Starre gelöst. Detlev und einige seiner Buddies kommen auf den Wagen zu. Du nimmst den Bass vom Rücken und schwingst das schwere Teil wie eine Keule nach dem Mutigsten von Detlevs Freunden. Die Saiten surren gefährlich, als die Basskeule ihn nur ganz knapp verfehlt. Detlev hätte ihm die Zähne als Oralchirurg sicher umsonst gerichtet. Obwohl, umsonst macht der gar nichts!Die Typen sind schockiert und bleiben stehen. Du nutzt den Augenblick und rennst los, rennst ins Haus. Ich kann dich nicht mehr sehen und bekomme Angst. Um mich scharen sich die Leute. Sie brüllen auf mich ein, versuchen mich aus dem Auto zu zerren. Aber meine Hände! Sie sind doch angekettet! Jetzt verstehe ich, warum du mich angekettet hast. Du bist so klug! Sie brüllen und schreien auf mich ein. Was soll ich denn tun?Einer schreit nach einer Säge. Wollen sie mir die Hände absägen? Ich würde es ihnen zutrauen. „Starte den Wagen!“ Ich höre deine Stimme über den Lärm, drehe mich um, versuche dich zu entdecken, aber um mich sind zu viele Leute. Der Wagen läuft noch. Automatik halt. Die Amis können nicht mit der Hand schalten.Dann wirfst du mir die Violine in den Schoß. Vorsicht! Das Ding ist mehr als 100.000 Euro wert!Du springst über die ganze Meute auf den Beifahrersitz. „Fahr!“, brüllst du.Ich drück auf das Gas, der Wagen macht einen Satz nach vorne und zermalmt die Reste des Kuchens. Er spritzt auf die Windschutzscheibe. Ich finde den Hebel für den Scheibenwischer und der verschmiert alles.Du haust den Rückwärtsgang rein. Als ich wieder aufs Gas trete, macht der Wagen einen Satz zurück. „Ich kann nicht lenken!“, brülle ich.Du befreist meine linke Hand von den Handschellen und schlägst sie um deine linke. Nun sind wir aneinander gekettet und die Hände, die sich nach uns strecken wie Zombieklauen können uns nicht trennen. Ich kurbele am Lenkrad, der Wagen schlittert zurück. Die Leute springen gerade noch so beiseite. Wir wirbeln so herum, dass dir der Schlüssel für die Handschellen fliegen geht. Ich höre, wie du „Scheiße“ sagst. „Was ist los?“, brülle ich. Aber du bleibst cool. „Alles gut. Fahr einfach!“Du schaltest in den Vorwärtsgang und ich trete wieder aufs Gas. Wir zischen mit durchdrehenden Reifen und röhrendem Motor ab.Im Rückspiegel sehe ich, wie die Leute hinter uns herlaufen. Aber sie haben keine Chance. Wir haben Fahrt aufgenommen. Wir sind weg. Wir sind unbesiegbar. Es gibt nur noch eine Sache zu tun, dann bin ich frei.Ich packe die Violine am Hals, lenke den Wal ganz nach links auf die andere Straßenseite.Blam! Das Holz zersplittert in Tausend Teile an einem Straßensc***d. Die Violine hat Millionen von Tönen erzeugt, aber dieses dissonante Geräusch ist das schönste, das ich je gehört habe. „Honey, du blutest!“Ich schaue auf meine Hand. Dieses Scheißteil hat mir die Hand aufgeschlitzt. Wie oft habe ich so lange gespielt, bis mir die Finger bluteten? Das ist jetzt vorbei. Blut tropft mir auf das weiße Hochzeitskleid. Du reißt ein Stück von meinem Schleier und verbindest mir die Hand. Bald sind wir auf dem Highway und können durchatmen. Die Reste der Torte werden durch den Fahrtwind die Windschutzscheibe hochgedrückt. Du stehst auf, greifst über die Scheibe und packst dir mit der Faust ein Stück. Dann fütterst du mich damit. Die Sahne läuft mir die Mundwinkel runter ins Dekolletee. Du beugst dich über mich in meinem Brautkleid und leckst sie mir von der Brust. So gut hat noch keine Torte in meinem Leben geschmeckt. Ich fahre, und du siehst mich dabei an. Ich halte das Steuer in der linken, meine rechte Hand liegt auf deinem Oberschenkel zusammen mit deiner linken. Wir halten Händchen. Aneinander gekettet.„Ich habe den Schlüssel eben verloren.“, meinst du ganz beiläufig.„Und jetzt?“, frage ich.„Wir werden schon eine Lösung finden.“ Du machst dir scheinbar keine Sorgen. Der Fahrtwind kühlt uns. Der Schleier flattert in der Luft wie eine Fahne. So legen wir ein paar Hundert Meilen zurück, bis wir an eine Tankstelle kommen.Es ist nicht so einfach, zu zweit gleichzeitig auszusteigen. Aber wir schaffen das. Du steckst die Zapfpistole in den Straßenkreuzer. Der Tankwart kommt raus. Es ist ein alter Mann im Overall ohne Zähne. Er stinkt nach Schweiß und Kautabak. Du fragst ihn nach einer Zange, und er bringt so ein Riesenteil, mit dem man Ketten durchschneiden kann. Du nimmst es ihm aus der Hand, und knippst die Kette in der Mitte durch, während der Mann zusieht. Es scheint ganz einfach zu sein. Wir sind wieder getrennt und fast tut mir das leid. „Aber ich habe das Ding immer noch um mein Handgelenk.“, wende ich ein. „Die Handschelle!“„Ich auch.“, sagst du einfach so, als wäre das kein Problem.„Genau. Das ist nicht gut!“„Sieh’s doch so: Du trägst so eine Schelle und ich auch. Warum sollten das nicht unsere Trauringe sein? Könntest du damit leben?“Du siehst mich an, und ich verstehe, was du meinst.„Ja, ich will!“, seufze ich, und wir küssen uns, als hätten wir gerade geheiratet. Vielleicht haben wir das auch.Wir gehen Hand in Hand in den schmierigen Laden der Tankstelle. Ich immer noch in meinem Brautkleid, aber barfuß, weil ich mit den Pumps nicht Autofahren kann. Drinnen um die Eisbox stehen drei Typen. Alle schmierig, alle stinkend. „Wir wollen hier keine Homos!“, ruft einer. Ich halte mich an dir fest. Du ignorierst sie. Sie provozieren, aber du lässt dich nicht verunsichern. Du gehst sogar an die Kühlbox und holst ein Sixpack Coke heraus. Dann bezahlst du lässig an der Theke den Sprit und die Cola, und wir gehen raus. Die Typen tuscheln. Als ich schon eingestiegen bin kommen sie raus. Sie bauen sich vor dir auf und schubsen dich leicht an der Schulter. Sie übergießen uns mit üblen Beleidigungen. Ich bitte dich einzusteigen, damit wir fliehen können. Aber du hast genug. „Ich habe keinen Bock mehr.“, sagst du. „Wir klären das jetzt.“Als der Typ dich noch einmal schubst packst du seinen Arm, drehst ihm den blitzschnell auf den Rücken. Ich höre das Knacken, als du ihm zwei Finger brichst. Der nächste stürzt sich auf dich. Du greifst hinter dich ins Auto und holst den schweren Bass vom Rücksitz. Wieder höre ich die Saiten drohend vibrieren, aber dieses Mal triffst du. Es kracht. Der Typ sackt zusammen. „Wenn jetzt ne Saite gerissen ist, dann kannst du aber was erleben.“„Nein“, japst der Typ. „Das waren meine Rippen. Die sind gebrochen.“„Na, da hast du ja nochmal Glück gehabt, was?“Der dritte Typ steht nur da. Er ist der Größte der drei, aber er hat es kapiert. Du machst nur „Buh!“, und er haut ab. Du steigst ein, und ich fahre los. Wir sind noch nicht wieder ganz auf dem Highway, da beugst du dich zu mir rüber und küsst mich. Ich kann die Straße nicht mehr sehen, aber wenn wir jetzt gegen einen Truck crashen und dabei drauf gehen, dann ist das vollkommen in Ordnung für mich.Was könnte es Besseres geben, als neben meiner Frau und Herrin zu sterben?Kapitel 12 Ich hatte auf eine erotische Story gehofft, erotisches Kopfkino. Und was bekomme ich? Ein Roadmovie wie Thelma and Louise mit Lesben. Joelle & ich quasi. Das stinkreiche, behütete Mädchen, das sich emanzipiert von seiner Familie, indem es sich von der Kampflesbe entführen lässt. Ich fand mich nicht so wahnsinnig gut getroffen in ihrer Darstellung. Eine Kampflesbe war ich nun wirklich nicht. Mit drei Typen könnte ich es definitiv nicht aufnehmen, auch nicht mit geschwungenem Bass. Ich war definitiv keine Ninja-Bassistin. Ich fand, dass meine Hände das schönste an mir waren. Nicht weil sie so besonders schlank waren, sondern weil sie coole Sachen auf dem Griffbrett anstellen konnten. Nun gut, sie machte mich zu ihrer Retterin. Es war ihre Phantasie, das konnte ich ihr nicht vorwerfen. Es hatte mir gefallen. So als Trash-Story. Ich hatte nicht damit gerechnet.Sie schickte mir eine Nachricht, fragte, wie ich es fand, aber bevor ich antworten konnte, hatte sie schon eine weitere hinterhergeschickt. „Saß in einer langweiligen Vorlesung zur Harmonielehre: „Der Quintenzirkel in der Barockmusik“. Total langweilig und ein bisschen banal. Also habe ich das so runtergeschrieben, quasi ins Notebook gekotzt. Gefällt‘s dir?“„War geil!“, schrieb ich. „Gibt’s ne Fortsetzung? Wenn ja, dann hätte ich gerne noch mehr Kopfkino. Mehr Wortdildo, wenn du verstehst, was ich meine.“Sie versprach mir eine Fortsetzung, aber zunächst versuchte sie mich mit einer anderen Sache zu bezirzen. Kapitel 13 „Ich habe was für dich vorbereitet. Darf ich hochkommen?“„Sicher.“Ich war eigentlich am Üben, und da will ich nicht gestört werden. Meist gehe ich nicht ans Telefon und ignoriere die Türklingel. Aber es war Joelle, und es war wieder alles gut zwischen uns.Ich drückte ihr auf, räumte in der Minute, die sie brauchte hochzukommen, noch ein wenig meinen Krempel beiseite und erwartete sie dann. Es dauerte länger, als ich gedacht hatte. Aber als sie schnaufend vor meiner Tür stand, da verstand ich. Sie hatte die Treppe genommen. Joelle wischte sich eine Haarsträhne und den Schweiß von der Stirn. Ihre Bäckchen leuchteten rot auf ihrer hellen Haut. Sie hatte zu meiner Überraschung die Gibson dabei. Wir begrüßten uns wie Freundinnen mit einer Umarmung, und ich ließ sie herein. Ich sah sie fragend an, sagte aber nichts. Ich wunderte mich, was es mit der Gitarre auf sich hatte. Sollte sie auf die Idee kommen, mich zu überrumpeln und Unterrichtsstunden einzufordern, würde ich ihr aber die Leviten lesen. Aber sie wollte keine Stunden, wie sich schnell herausstellte. Sie wollte sich entschuldigen. „Mein Verhalten beim letzten Mal hier in deiner Wohnung war, sagen wir suboptimal. Daher möchte ich gerne um Verzeihung bitten. Wenn ich darf, möchte ich dir gerne etwas vorspielen. Darf ich?“Ich nickte und ließ sie hinein. Joelle ging an mir vorbei ins Wohnzimmer.„Darf ich mein iPhone an deinen Verstärker anschließen.“Bevor ich „Bitte“ gesagt hatte, hatte sie meinen Bass schon ausgestöpselt und ihr iPhone eingestöpselt. Ich sah sie wieder fragend an, und dieses Mal erkannte sie meine Frage und antwortete: „Ich habe die Violine vorher eingespielt, quasi als dritte Spur zu Gesang und Gitarre. Setz dich doch bitte!“ Ich setzte mich in den einzigen Sessel meines Wohnzimmers und sah ihr zu, wie sie die Gitarre auspackte und sich vorbereite.„Bereit?“ Ich nickte. „Ich hoffe, es gefällt dir! Ich habe in den letzten Tagen geübt. Ganz viel Zeit hatte ich nicht. Musste noch für eine Klausur pauken.“Die Violine begann mit langen getragenen Tönen. Moll. Eine Melodie konnte ich zunächst nicht erkennen, obwohl es mir irgendwie bekannt vorkam. Es ging einige Sekunden so, dann setzte sie mit ihrer Gitarre ein. Ich war überrascht, wie gut sie war. Man hätte nicht vermutet, dass sie das Instrument vor wenigen Wochen erst gekauft hatte. Ich hatte mir bisher keine Meinung über ihre Begabung gebildet. Aber nun musste ich ihr zugestehen, dass sie verdammt gut sein musste, wenn sie so schnell lernte. Violine und Gitarre machten eine Wendung hin zur Melodie. Ich kannte sie, aber den Song konnte ich noch nicht einordnen. Dann begann sie zu singen. Es war ein langsames Hauchen, rauchig, schwer, kalt, aber gleichzeitig auch dramatisch.„My little girl. Drive anywhere. Do what you want. I don’t care.”Ich war sprachlos. Sie konnte auch noch singen. Es war „Behind the Wheel“ von Depeche Mode. Ich erinnerte mich, dass der Song in ihrem Autoradio gelaufen war. Ich war nicht der größte Fan von dieser kalten, synthetischen Musik. Aber sie machte etwas anderes daraus. Sie machte aus dem Song den absoluten Sex. Und der Text passte. Es war ein Song darüber, wie jemand sich einer Frau hingibt, die Kontrolle vollkommen abgibt. Ein Song über Sex und Unterwerfung. Ich kannte das Lied natürlich, hatte aber noch nie den Text zur Kenntnis genommen. Sie sang es mit einem sinnlichen Flüstern, und ich war total hin und weg. So hatte ich das Lied noch nie gehört, so hatte ich selten ein Stück arrangiert gehört. Ihr Gitarrenspiel war gut. Ich war mir ziemlich sicher, dass sie nicht viel schlechter Gitarre spielte als ich. Bassisten können häufig Gitarre spielen, weil sie eben nicht immer nur begleiten wollen. Aber nach so kurzer Zeit war sie schon so gut? Vielleicht war ihre Stimme nicht perfekt, einige Male traf sie nicht genau den Ton, aber das waren Kleinigkeiten. Offensichtlich war sie ein Naturtalent, und offensichtlich war es einfacher, ein zweites Instrument zu lernen, wenn man schon gut in einem anderen war. Als sie fertig war, sah sie mich erwartungsvoll an. „Leg die Gitarre weg und komm her!“ Sie wollte aufstehen, aber ich fuhr dazwischen:„Kriech!“Die Musik war verklungen, aber sie war noch im Raum, bestimmte uns.Sie sah mich an, ließ ihre Augen nicht von mir, begab sich auf die Knie und kroch langsam näher. Ihre Bewegungen waren langsam und bedeutungsvoll wie ihre Musik. Ihre Hüften bewegten sich ausladend. Ich dirigierte sie zwischen meine Schenkel, bis sie ganz nah war. „Zeig mir, dass ich das Sagen habe! Küss mir die Füße!“, befahl ich. Sie sah mich an, für einen Augenblick hatte ich das Gefühl, als glaubte sie nicht, was ich da von ihr verlangte. Wahrscheinlich dachte sie an Bazillen und Dreck. „Das ist kein Scherz!“Sie sah mich an, als überlegte sie. Ich sagte nichts, sie sollte die freie Wahl haben. Ganz ohne Druck. Es dauerte nicht lange, bis sie ihre Entscheidung getroffen hatte. Dieses Mal war sie zu mir gekommen, um zu gehorchen.Langsam senkte sie ihren Kopf. Meine Chucks hatten ein paar Flecken auf der weißen Gummikappe. Es war bestimmt kein schlimmer Dreck, aber immerhin. Ich stellte mir vor, wie ihre Eltern ihr immer schön eingebläut hatten, sauber zu bleiben, auf Reinlichkeit zu achten. Zwanzig Jahre konsequente Erziehung standen nun gegen ihre Geilheit, und sie musste sich entscheiden. Es kostete sie mehr Überwindung, als ich gedacht hätte, aber schließlich gab sie dann doch nach, und ihre Lippen berührten die Spitze meines rechten Schuhs.„Brav machst du das!“ Es war ein vergiftetes Lob, denn ich machte sie damit klein, zu einem Kind, zu einem Hündchen. Es zeigte meine Arroganz und ihre Unterlegenheit.Sie sah mich von unten herauf mit großen Augen an, vielleicht ein wenig flehend. „Ich finde es schön, wenn du tust, was ich von dir verlange! Es steht dir besser als das Prinzesschen.“Das Wort, das sie nicht hören wollte. Wieder so ein vergiftetes Lob.„Was sagst du dazu?“Sie suchte nach Worten. „Ich mag es, dir zu dienen.“ Eine kleine Pause, in der sie sich überwand. „Und ich bin glücklich, wenn du mit mir zufrieden bist.“ In ihrer Stimme klang immer noch der Rauch ihres Lieds. Ich lächelte distanziert. „Wie eine kleine Dienerin. Du solltest dich sehen. Du bist so süß, wenn du auf deinen Knien bist. Wir sollten den Augenblick festhalten. Hol mal dein iPhone.“Sie drehte sich um, kroch zu ihrem Handy, wackelte dabei wieder mit ihrem Hintern und brachte mir ihr Handy. Es war wirklich nicht nötig, mich anzuheizen mit ihren Bewegungen. Ich hielt das Handy hoch und dirigierte sie: „Heb den Kopf!“Sie gehorchte und reckte sich. Ich machte ein paar Fotos, betrachtete mir das Ergebnis, dann setzte ich neu an, machte weitere Fotos, bis ich eines hatte, mit dem ich zufrieden war. „Ich möchte, dass du das Foto behältst und dir immer wieder ansiehst. Es zeigt dich in der Pose, die dir am besten steht. Besser als dieses blasierte Gehabe. Hast du mich verstanden?“Sie nickte.„Sag es!“„Ich werde mir das Foto ansehen, wenn ich mal wieder zu blasiert werde.“„Höre ich da ein wenig Spott aus deiner Stimme?“„Nein, ganz bestimmt nicht.“„Beweis es mir.“Sie musste nicht lange nachdenken, senkte wieder ihren Kopf und küsste erneut meinen Schuh, dieses Mal den linken.„Und wenn du dich noch einmal in der Öffentlichkeit eine Szene machst, wie bei unserem ersten Date in dem Cafe, dann zwinge ich dich, dieses Foto der Kellnerin zu zeigen.“Sie sah mich an, und in ihren Augen erkannte ich, dass sie das nicht mit sich machen lassen würde. Ich erinnerte mich an das von ihr geäußerte Tabu, die Öffentlichkeit einzubeziehen. Natürlich hatte sie Recht. Aber ich wollte das jetzt nicht diskutieren, und so legte ich meinen Zeigefinger auf ihren Mund, damit sie gar nicht erst anfing. Dann griff ich in ihre Haare und zog sie hoch zu mir und küsste sie, als könnte ich noch die Reste ihres Songs und des Drecks meiner Schuhe auf ihren Lippen schmecken.Kapitel 14 Später bat ich sie, mir das Stück noch einmal vorzuspielen. Ich kramte mein Achtspuraufnahmegerät heraus, nahm den Ton der Gitarre ab, ließ mir die Spur mit der Violine geben und ließ sie dann noch einmal nur ihren Gesang aufnehmen.Danach kramte ich meinen alten Kontrabass aus einer Ecke und spielte über die gemixten Tracks recht spontan eine Basslinie, die ich auch aufnahm. Ich war nicht der größte Freund dieser Musik aus den Achtzigern. Zu der Zeit wurden Bässe häufig durch Synthesizer ersetzt. Man empfand den Bass als überholt. Ich glaube, Depeche Mode hat nie einen Bassisten gehabt. Die tiefen Töne, die der Bass liefert, konnte man halt auch synthetisch erzeugen. Aber sie klangen eben immer kalt und tot. So ein Kontrabass hat eine Wärme, die man nicht künstlich hinkriegen kann, und ein echter elektrischer Bass kann so viele Stimmungen vermitteln, da kommt kein Synthesizer dran. Heute geht es dem Bass wieder sehr gut, er ist gefragt, und jede Band, die irgendwie moderne Musik macht, hat einen Bassisten!Wie Joelle das Stück arrangiert hatte mit Gitarre und Violine fehlte dieser dunkle Grundton ein wenig. Ein Bass ist eine Oktave tiefer angesiedelt als eine Gitarre. Das ist nicht besonders viel, aber im tiefen Bereich kommt die Gitarre halt nicht dahin, wo der Bass hinkommt. Zusammen arrangierten und mischten wir den Song. Wir experimentierten noch mit einem Schlagzeug. Ich hatte irgendwo eine alte Snaredrum und Jazzbesen, wie ich haufenweise Instrumente hatte. So ein Musiker hortet häufig eine ganze Reihe von Instrumenten. Häufig sogar solche, die er gar nicht spielen kann. Aber man kann ja nicht wissen, wann man mal ein Snare braucht. Also schlägt man zu, wenn ein Drummer seine günstig abgibt, weil er sich eine bessere kauft. Wir verwarfen die Idee mit dem Schlagzeug allerdings bald wieder. Das Stück benötigte einfach keins, und auch keinen Backgroundgesang, obwohl wir zusammen im Duett ein paar Ahs und Ohs aufnahmen und dabei viel Spaß hatten. So verbrachten wir den Nachmittag und den Abend damit, dieses Stück zumindest in Demo-Qualität aufzunehmen. Wir kamen aus unterschiedlichen Formen der Musik, wir hatten einen vollkommen anderen Hintergrund, andere Kompetenzen. Aber es klickte zwischen uns mit der Musik. Wir mussten uns erst ein wenig aneinander gewöhnen, aber je länger wir miteinander arbeiteten und Ideen hin und herschoben, desto mehr wurde mir klar, dass wir uns verstanden.Das ist in meiner Erfahrung nicht selbstverständlich, dass man sich in solch einer Sache harmoniert, und es zeigte mir, dass wir zumindest in dieser Sache irgendwie seelenverwandt waren. Die Musik bedeutete uns beiden so viel, dass wir bereit waren, so lange zu arbeiten, bis wir zufrieden waren.Das ging so weit, dass sie darauf bestand, ihre Violine zu holen und auch diesen Part neu einzuspielen, da sie diese Spur auf meinen Bass abstimmen wollte. Sie fuhr also ihre Violine holen, und ich werkelte allein weiter. Als sie wieder da war, nahmen wir die Violine neu auf, und ich bekam zum ersten Mal einen winzigen Eindruck davon, wie gut sie spielte, auch wenn ihr Part sie in keiner Weise herausforderte.Als wir uns am Ende den fertigen Song anhörten, sahen wir uns an und grinsten breit. Wir hatten ein geiles Arrangement hingelegt. Minimalisch und ausdrucksstark. Nicht unbedingt das, was ich normalerweise an Musik fabrizierte. Definitiv nicht das, was sie machte. Aber es war gut. Ziemlich gut sogar. Kapitel 15 „Du benimmst dich wie so eine dreizehnjährige Göre!“, blaffte ich sie an. „Meinst du nicht, es ginge auch ein bisschen erwachsener?“„Lass mich in Ruhe!“, motzte sie zurück. „Ich hab’s nicht nötig, mich so behandeln zu lassen! Ich muss mir das nicht gefallen lassen!“Auf ihren Wangen leuchteten rote Fleckchen. Ich mochte das eigentlich, aber ich hatte keine Lust auf die Szene, die sie da gerade gemacht hatte. Joelle wollte unbedingt einen Bikini kaufen. Wir hatten einen kurzen Trip nach Mallorca geplant. Joelle hatte da ein Konzert, das sich kurzfristig ergeben hatte. Irgendein deutscher Millionär hatte sie engagiert für einen Abend. Es war der Geburtstag seiner Gattin, und sie hatte sich ein Konzert gewünscht. Also hatte er Joelle engagiert, und die hatte mich als ihre Assistentin gleich mit angemeldet. Ohne mich zu fragen natürlich.Ich wollte nicht zu Joelles Entourage gehören. Ich wollte nicht von ihrem Ruhm oder ihrem Geld profitieren. Ich wollte nicht zu ihrem Personal werden. Sie hatte das alles eingestielt, ohne mich zu informieren. Ich hatte mich erst geziert, dann aber musste ich mir eingestehen, dass es Unsinn war. Ich bekäme also einen Freiflug, und wir sollten gemeinsam für eine Woche in einer kleinen Finca wohnen, die sie gemietet hatte. „Ach komm schon!“, hatte sie gesagt. „Eine Woche Mallorca für lau. Ich spiele ein Solo-Konzert für irgendeinen Millionär. Du musst nicht mal mitkommen. Und für den Rest der Zeit kannst du mich dominieren und unterwerfen. Nach außen bist du meine Assistentin, aber wir beide wissen, wer hier die Chefin ist. Komm schon, komm schon, komm schon. Das wird toll!“. Ich war noch nie auf Mallorca gewesen, und Joelle erklärte mir, dass wir nicht zum Ballermann fahren würden, sondern ins ursprüngliche, echte Mallorca. Ich hatte schließlich zugestimmt. Ein paar Tage Urlaub konnte ich vertragen. Allerdings hatte ich keine Lust, mit ihr shoppen zu gehen. Shoppen war nicht mein Ding. Joelle meinte zwar, dass es auch nicht ihres war, aber sie war nun schon mit mir im dritten Laden gewesen auf der Suche nach einem passenden Bikini. Vielleicht hätte ich ein wenig die Herrin heraushängen lassen sollen. Vielleicht hätte ich ihr zu verstehen geben sollen, dass ich keinen Bock auf diese Sache hatte. Aber ich trottete einfach hinterher. Eigentlich brauchte ich auch einen Bikini und vielleicht könnte ich einfach nebenbei zuschlagen oder mich von ihr beraten lassen. Meiner musste nicht von Chanel sein.Aber es stellte sich ziemlich schnell heraus, dass wir keine Mädels-Shopping-Tour haben würden. Es ging immer nur um sie, und es dauerte mir alles viel zu lange. Ihre Kriterien für Bikinis waren mir schleierhaft, und als ich mal einen für sie vorschlug, da lachte sie mich aus.Ich war es ziemlich schnell satt. So satt, dass ich nicht mal Lust hatte, unsere Rollenverteilung klarzustellen. Ich hatte nicht mal Bock, die Herrin raushängen zu lassen. Ich war einfach nur genervt. Domina zu sein war manchmal nicht einfach.Aber Joelle geriet in einen Shopping-Rausch, war aufgedreht und nervig. Ich konnte sie nicht verstehen. Ich verstand nicht, wie man sich so viel Gedanken um ein Stück Stoff machen konnte. Jedenfalls geriet sie an eine Verkäuferin, die Joelles Gehabe und aufgedrehte Art auch auf die Nerven ging. Die Verkäuferin gab sich unfreundlich, unprofessionell und unverschämt. Joelle spielte ihre Rolle als Diva, aber es wirkte auf mich alles mehr nach einem verzogenen Teenager. Ich distanzierte mich mehr und mehr, je lauter Joelle wurde. Irgendwann fiel sogar der Satz:„Wissen Sie eigentlich, wer ich bin?“Und die Antwort:„Das geht mir total am Arsch vorbei!“Ich musste schmunzeln. Das war zumindest ehrlich, auch wenn solche Sätze einen schnell den Job kosten konnten. Das war zu viel für mich. Ich verließ den Laden. Lange musste ich nicht warten, bis Joelle mir folgte. Sie schäumte, erklärte mir, wie inakzeptabel das Verhalten der Verkäuferin gewesen war, und ich ertrug alles.Jedenfalls warf ich ihr vor, sich wie eine dreizehnjährige Göre zu benehmen, und sie fing wieder an, sich aufzuregen. Am Ende trennten wir uns. Ich kaufte im nächsten Geschäft den nächstbesten Bikini und Joelle machte sich allein auf ihre weitere Odyssee. Hätte ich mir das alles nicht bieten lassen müssen? Aber in dem Moment war mir nicht danach, sie zurechtzuweisen, und wir hatten ja nun auch nicht so eine Beziehung, die sich über 24 Stunden am Tag hinzog. Ich empfand den Nachmittag jedenfalls als vergeudet. Am nächsten Tag holte sie mich früh ab, und wir fuhren zum Flughafen. Ich war nicht so wahnsinnig oft geflogen und muss gestehen, dass ich ein wenig Flugangst habe. Es ist nicht dramatisch, ich bekomme keine Panikattacken, aber ich mag das Gefühl des Abhebens nicht und dass man so in der Luft hängt.Joelle lenkte mich allerdings vom Start ab. Sie begann mich wild zu knutschen, als ich ihr von meiner milden Phobie erzählte. Und es wirkte.Ich hatte das Gefühl, dass es die Schmetterlinge im Bauch waren, die das Flugzeug in die Luft hoben. Meine Angst küsste sie jedenfalls weg.Joelle war in Fahrt gekommen, sie knabberte mir am Ohr und fragte: „Kennst du den Mile High Club?“ „Das sind doch die Leute, die Sex im Flugzeug haben, oder nicht?“„Genau!“ „Und?“„Ich würde dem gerne beitreten!“„Ich glaube, das wird in einem vollgepackten Billigflieger schwer.“„Ach komm schon!“, bettelte sie.„Ich glaube nicht, dass ein Foto von uns beiden auf dem Flugzeug-Klo mit dir zwischen meinen Schenkeln deiner Karriere förderlich sein wird. Ist das nicht immer deine Sorge?“„Kein Sorge! Man erkennt mich nicht unter meiner Brille und dem Hut. Das ist alles geplant gewesen!“In der Tat trug sie diese hässliche, überdimensionierte Sonnenbrille und einen Hut mit großer Krempe. Ich hatte mir nichts dabei gedacht, aber es war die Art und Weise der Stars, sich unsichtbar zu machen.Ich hatte es auf schlechten Geschmack geschoben, aber es war wohl ihr Weg sich zu verstecken. Wie so ein richtiger Hollywood Star es macht. Sie hatte ihre Hand in meinem Schoß und fingerte am Knopf meiner Jeans. Ich hätte sie so gerne machen lassen, aber uns gegenüber starrte ein alter Mann uns penetrant an und leckte sich schon die Lippen.Erst als ich Joelle auf ihn aufmerksam machte, ließ sie die Finger von mir. Und ich saß da und war nun meinerseits total scharf, aber in einem Flugzeug mit mehreren Hundert Leuten gefangen. Frustrierend.Als wir gelandet waren, holten wir uns den Leihwagen ab, der für uns bereit stand, dann kurvten wir relativ lange durch eine zugegeben schöne Landschaft ins Landesinnere auf die Finca, die wir für ein paar Tage für uns haben sollten. Es fühlte sich an wie Urlaub. Und wir fühlten uns wie ein Paar an.Es war mehr so eine Hütte mit einem Raum für Küche und Wohnen, einem Bad und einem Schlafzimmer. Ein uriger Holzbalken quer durch den Raum bildete das Fundament, auf dem der Dachstuhl ruhte. Die Wände waren weiß gekalkt. Kein Fernseher, kein Computer, kein WLAN, aber eine kleine Küche mit Gasherd und Kühlschrank. Es war gemütlich. Joelle war außer sich vor Freude und aufgedreht, als sie durch den Garten lief. „Ich will so richtig braun werden!“, flötete sie. „Wenn ich mir deine Haut ansehe, würde ich tippen, dass die nur zwei Töne annehmen kann: Porzellan Prinzessinnen Weiß und deutscher-Touristen-Sonnenbrand-Rot. Habe ich Recht?“„Aber ich kann’s ja versuchen.“ Die Realität konnte sie nicht erschüttern.„Du bist der Klassikstar. Dein Image besteht daraus in stuckvertäfelten Wänden eingesperrt zu sein und den ganzen Tag zu üben. Du musst schön blaublütig aussehen. Ich dagegen kann mich fett in die Sonne legen und braun werden. Vielleicht lasse ich mir noch einen Afro machen und sehe dann aus wie Esperanza Spalding. Bassistinnen dürfen dunkelhäutig sein, Violinistinnen müssen bleich und blass sein. So ist das Leben. Ich hätte es auch gerne anders, aber so ist es.“„Wie wer siehst du aus?“„Egal. Deinen Teint kannst du jedenfalls vergessen! Du wirst definitiv nicht am Strand liegen mit deinem Bikini!“„Ach!“ Sie merkte, dass ich offensichtlich einen Plan hatte. „Und wie willst du mich vom Strand fernhalten? Willst du mich hier anketten? Ich habe ein paar Sachen gebucht. Ich will die Kathedrale von Palma sehen und die Drachenhöhlen, wenn wir schon hier sind! Sperr mich bitte nicht ein!“ Sie flehte ein wenig, und ich war zufrieden, dass sie mitspielte. „Brauche ich nicht. Wir werden das alles sehen. Vertrau mir einfach. Aber deinen verdammten Bikini wirst du nicht tragen. Das verspreche ich dir hier und jetzt.“„Da bin ich aber gespannt, wie du mich davon abhalten willst!“ „Du wirst schon sehen!“Joelle lächelte angriffslustig.Sie lachte, und ich lachte auch. Ich wusste, wer als letztes lachen würde.Am nächsten Abend war das Konzert vorgesehen, danach hatten wir keine Verpflichtungen mehr und würden noch fünf Tage Urlaub machen können. Und sie würde keinen Bikini tragen. Kapitel 16 In Deutschland hatte Joelle etwas davon gesagt, dass ich nicht mit ihr zu diesem Konzert fahren müsste. Dass ich nicht ihre Assistentin wäre oder irgendwas in der Richtung.Davon war aber am nächsten Tag nicht mehr die Rede. Da war ich fest eingeplant als ihre Assistentin. Ich sollte sie zu diesem Unternehmerehepaar fahren und dort dafür sorgen, dass sie alles hatte, was sie brauchte. Ich stimmte grummelnd zu. Nicht, dass ich an sich etwas dagegen hatte, ihr zu helfen, aber ich kam mir schon ein wenig überrumpelt vor. Am Morgen des Konzerts fing sie dann wieder mit ihrem Diventum an. Sie verzog sich mit ihrer Violine für Stunden ins Badezimmer, weil sie dort glaubte, die beste Akustik zu haben (was Schwachsinn war). Ich ließ sie in Ruhe. Starallüren waren mir nicht fremd. Ich hatte mal in einer Band gespielt, in der selbst die Backgroundsängerin sich aufspielte, weil sie sich auf ihr Tamburinspiel vorbereiten musste.Ich hatte alles schon erlebt und ertragen, da konnte ich auch Joelles Marotten ertragen. Das war ihr großer Tag, immerhin hatte sie den Urlaub klargemacht. Schließlich fuhr ich sie zu dem Anwesen des Unternehmers. Es war auch eine Finca, aber einer sehr viel größere.Wir wurden freundlich begrüßt von dem Ehepaar und in das Wohnzimmer geführt, wo Joelle spielen sollte. Nun drehte sie total auf. Sie verlangte nach einem anderen Stuhl als den, der für sie vorgesehen war, dann stimmte sie dreimal die Violine. Es war nicht das ganz teure Teil, das sie in ihrer Phantasie zertrümmert hatte, aber auch eine Kostbarkeit, wie sie mir mehrfach versichert hatte. Allerdings war sie wohl nicht so kostbar, denn sie ließ sie mich für sie tragen.Schließlich sagte Joelle auch noch diesen Satz, den ich mehr hasse, als alle andere, den aber auch nur Frauen sagen:„Magst du mir ein neues Wasser bringen? Das hier ist schon ein wenig schal!“Damit hielt sie mir die Flasche hin.‚Magst du mir einen bequemeren Stuhl besorgen? Magst du das Licht etwas dimmen, ich bekomme sonst Migräne. Magst du die Pflanze da hinten etwas zur Seite schieben, die hat eine schlechte Aura. Magst du…‘Es gab nichts, was ich mehr hasste: ‚Magst du…‘ Es ist so ein: Du willst dies oder das für mich tun, du weißt es nur noch nicht, und ich tue dir einen Gefallen, wenn ich dich daran erinnere. Man macht aus der Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse einen kollektiven Akt, dem sich alle widmen müssen.Sie hatte mich zu ihrer Assistentin degradiert. Ich war mir sicher, dass sie immer so sprach, wenn irgendwer ihr bei einem Konzert zur Seite stand. Ich lächelte, trat an sie heran und zischte schneidig süß in ihr Ohr: „Das möchte ich sehr gerne für dich tun. Ich bin dir doch immer gern zu Diensten!“Joelle war so in ihrem Lampenfieber gefangen, dass sie gar nicht verstand, was ich ihr damit sagen wollte. Ich nahm ihr die Flasche aus der Hand und suchte die Küche. Ich habe nichts dagegen, andere zu bedienen. Ich kellnere, wenn es sein muss, und da bin ich auch zu den größten Idioten nett und freundlich. Ich mache nie Stress, bin nie genervt im Job. Aber das hier war was anderes.Ich hatte mir das Ziel gesetzt, Joelle ein paar Manieren beizubringen (und zugegeben von ihr großartige Orgasmen zu bekommen), und was tat sie? All die Benimmregeln, die ich ihr um die Ohren knallte, perlten an ihr ab, ohne eine Spur zu hinterlassen! Das nervte mich. Später entschuldigte sie sich, und ich erklärte ihr, dass man sich nicht entschuldigen kann, sondern nur um Entschuldigung bitten kann. Dass es beim Entschuldigen um Vergebung geht, und die kann man nur erbitten, sich aber nicht selbst erteilen. Es war so eine Feinheit, aber wenn sie sich entschuldigte, dann war es für sie damit getan. Sie sagte: „Ich entschuldige mich“ und wartete gar nicht auf eine Reaktion. In ihrer Welt konnte man Entschuldigungen nicht annehmen. Es reichte, sie auszusprechen.Sie verstand das natürlich, und ich war mir sicher, dass ihr diese sprachliche Feinheit auch schon andere Leute erklärt hatten. Immerhin kam sie aus der Familie der Gebildeten und Wohlerzogenen. Aber an diesem Abend ging es eben um ihre Karriere, und blieb mir nichts übrig, als klein beizugeben.Ich nahm meine Aufgabe wahr und ging in die Küche.Dort traf ich auf die Hausherrin. „Hätten Sie vielleicht noch eine Flasche Wasser für Joelle?“, fragte ich höflich.„Natürlich, kommt sofort!“ Die Frau mittleren Alters ging an den Kühlschrank und holte eine. „Ist etwas nicht in Ordnung?“, fragte sie besorgt.„Nein, nein. Alles ist gut. Aber Künstler sind manchmal etwas sensibel. Dafür muss man Verständnis haben.“ „Natürlich! Sie müssen stolz sein, für solch ein Ausnahmetalent arbeiten zu dürfen!“ „Das bin ich.“„Sind Sie auch Musikerin?“„Bassistin.“ „Dann muss es doch umso vorteilhafter für Sie sein. Ich bin sicher, Sie haben schon viel von Joelle gelernt, und Sie können sicherlich viel, viel besser beurteilen, für was für ein Genie Sie arbeiten dürfen als wir.“„Ich könnte dieser kleinen Schlampe befehlen, dass sie sich vor Ihnen die Klamotten vom Leib reißt und mir die Füße küsst. Das würde sie ohne mit der Wimper zu zucken machen, und wenn Sie möchten, dann schicke ich sie danach noch zwischen Ihre Schenkel, wenn Sie darauf stehen. Dann werden Sie merken, was für ein Genie und Wunderkind sie ist.“ Der Satz lag mir auf der Zunge. Ich behielt ihn für mich. Ich war mir auch ziemlich sicher, dass Joelle das nicht tun würde. So folgsam war sie noch nie gewesen.Stattdessen lächelte ich, stimmte ihr zu und verschwand dann mit dem Wasser. Aber eigentlich hätte ich mich besser noch etwas länger mit der Frau unterhalten, denn Joelle war auf dem Höhepunkt ihres Nervfaktors angelangt und beschwerte sich nun über die Luftfeuchtigkeit im Raum und meinte, dass sie so nicht arbeiten könne.Ich ignorierte das, ging ihr aus dem Weg, ließ sie die Diva spielen. Als sie dann aber ihr Konzert begann, war ich sprachlos. Es war was von Bach. Er hatte Solo-Sonaten für Violinen geschrieben. Ist wohl etwas Rares, dass eine Violine ohne Begleitung spielt. Es ist immer leichter sich in einer Band oder einem Orchester zu verstecken. Da kann man sich mal verspielen, und es fällt nicht sofort auf. Aber wenn man allein ist, dann ist man auf sich selbst gestellt und jeder hört alles, was schief läuft. Das kann brutal sein. Vor allem eben bei einem Instrument, das ohnehin sehr schwer zu spielen ist wie die Violine. Und ich sah, wie sie sich in der Musik verlor. Sie schien weggetreten in ihrem Spiel, der Welt entflohen. Sie war glücklich, daran gab es keinen Zweifel. Joelle, die manchmal ihr Instrument so verfluchte und sich beklagte, war in diesem Moment im Nirvana. Man sah es an ihrem Lächeln, an den nicht sehr damenhaften Grimassen, die sie bei schwierigen Passagen schnitt, und wie sie sich davor anspannte und danach wieder entspannte. Allein ihre Körpersprache zu beobachten, war ein Erlebnis. Fast wurde ich ein wenig neidisch, denn wenn ich spielte, dann immer in einer Band, und da muss man ein Auge auf die anderen haben. Man kann auch eine geile Zeit haben als Bassistin in einer Funkband, aber man ist dabei Teil eines größeren Ganzen, man stellt sich in die Dienste einer Gemeinschaft. Man kann sich in einer Band nicht in seine Musik verlieren, sonst wird man schnell zum egozentrischen Arsch. Dafür bekommt man andere Kicks, wenn man Teil einer Gruppe ist, die aufeinander eingespielt ist. Das hatte auch etwas.Ich konzentrierte mich auf sie statt auf die Musik. Die Musik war toll, und wie Joelle sie aus der Violine herausschälte, war schon bemerkenswert. Aber ehrlich gesagt vermittelte mir die Musik nicht viel. Ich liebte diese Musik nicht, ich liebte Joelle. Vielleicht wurde mir das in diesem Moment zum ersten Mal klar.Das Konzert war ein Riesenerfolg in meinen Augen, und als ich Joelle zurück in die Finca fuhr, schien sie auch ganz zufrieden zu sein, obwohl sie mit mir eine Diskussion beginnen wollte über Teile, die ihr nicht gelungen waren. Aber ich sprang nicht darauf an. Einerseits weil ich keinen Plan hatte, wovon sie sprach. Andererseits hatte ich das Gefühl, dass sie gelobt werden wollte. Nun, das hatte ich getan. Ich hatte ihr wieder und wieder gesagt, wie toll sie gewesen war. Aber sie konnte davon einfach nicht genug bekommen und fischte so lange nach Komplimenten, bis der Komplimenten-See eben leer gefischt war.Kapitel 17 Als Joelle am nächsten Morgen aufwachte, war sie bester Laune. Für meinen Geschmack ein wenig zu guter Laune, denn ich hätte gerne noch etwas geschlafen. Sie aber rumorte schon und stupste mich an, dass ich endlich aufwachen solle. Sie war wie eine Katze, die gefüttert werden wollte. Die Sonne schien durch das Fenster. Ich seufzte. Sie hatte ja Recht. Es war zu schön, um den Tag zu verschlafen. „Magst du uns Frühstück machen?“, fragte ich im Geiste des vergangenen Abends.„Ach, lass uns doch einfach irgendwo frühstücken gehen!“Ich zog sie zu mir, gab ihr einen fetten Kuss, griff aber gleichzeitig unter ihr Schlabbershirt und zwirbelte ihre Brustwarze:„Magst du uns Frühstück machen?“, wiederholte ich mit schärferer Stimme, ohne den Kuss richtig zu unterbrechen.Sie zuckte zusammen, sah mich mit großen Augen an und sagte: „Jawohl, meine Herrin!“Ich ließ ihre Brustwarze los, und sie krabbelte aus dem Bett. Während sie in der Küche rumorte, genoss ich den Morgen, den würzigen Duft der Luft und das Leben allgemein. Es war bereits zehn. Die Schwüle des Sommers hatte sich über das Haus gelegt. Schweiß bildete sich bereits auf meiner Stirn, und der Tag hatte noch nicht einmal angefangen.Da wir nichts eingekauft hatten, bestand das Frühstück nur aus einem Kaffee, den Joelle in einem Schrank gefunden hatte und ein paar Äpfeln und Orangen, die als Willkommensgruß in einer Schale standen. Die hatte Joelle aber nett geschnitten und arrangiert. Wir hatten uns beide nicht die Mühe gemacht, uns anzuziehen. Joelle war während unseres kargen Frühstücks guter Stimmung, gesprächig und voller Enthusiasmus. Sie war dabei allerlei Pläne zu machen. Ihre App hatte ihr verraten, dass es an diesem Tag 38 Grad warm werden sollte. Sie war entschlossen, allerlei Touristensachen zu machen. Ich hingegen fand, dass die Temperaturen zu hoch waren und wir uns nicht der Dehydrierung und dem Hitzeschlag aussetzen sollten und lieber wie die Einheimischen warten sollten, die ihre Aktivitäten eben auch auf den Abend verlegten, um der Hitze zu entgehen. Joelle bettelte, es wäre schon nicht so schlimm und sie wolle doch was erleben. Aber wir schwitzten jetzt schon in dem Haus, das Kühle gegen die sommerliche Hitze spenden sollte. Wir hatten die Fensterläden geschlossen, und trotzdem kroch die Hitze in den Raum. Draußen wütete die Sonne wie ein wilder Stier. Wir würden im Haus bleiben, bis es angenehmer wäre.Du wirst schon was erleben, dachte ich mir. Jetzt war der Augenblick gekommen, Rache zu üben für all ihre Eskapaden. „Magst du mir mal die kleine schwarze Tasche aus dem Schlafzimmer holen?“, fragte ich zuckersüß.Sie verstand nun, gehorchte brav, und ich rieb mir die Hände. Als sie zurückkam, erwartete ich sie bereits, umarmte sie heftig und gab ihr einen Kuss. Es war einer dieser Küsse voller Verlangen und Kraft. Sie verstand und gab sich hin, ließ meine Zunge über ihre Lippen fahren und gewährte ihr dann Eintritt in ihren Mund. Unsere Zungen tanzten miteinander, aber ich führte. Nicht nur ihre Zunge, sondern ihr ganzer Körper gab mir ohne viel Widerstand nach. Während dieses Kusses nahm ich ihr die Tasche aus der Hand und zog das lange Seil heraus.„Was machst du mit mir?“, fragte sie, als ich es um ihr Handgelenk legte und verknotete. „Vertrau mir!“, flüsterte ich.„Immer!“Dann warf ich das Seil über den Querbalken und fesselte auch ihr anderes Handgelenk. Ich küsste sie noch einen Augenblick, dann machte ich einen Schritt zurück.„Du siehst total heiß aus, wenn du hilflos bist, weißt du das?“„In meinem Schlabbert-Shirt?“„Du hast Recht!“Ich ging in die Küche, suchte und fand eine Schere und kam zurück. Ich öffnete und schloss sie vor ihren Augen, was sie genau beobachtete, dann schnitt ich ihr das Shirt vom Leib. Als der kühle Stahl ihren Bauch berührte, zuckte sie zusammen, und eine Gänsehaut fuhr über ihren Körper. „Das ist kalt!“„Baby, wenn du dich so siehst, dann werde ich ganz heiß!“Der Stoff fiel von ihrem Körper. Da stand sie nun. Mit ihren Rundungen, den Armen über dem Kopf verbunden, bis auf den weißen Blümchenslip vollkommen nackt.Ihre Rundungen, ihre weiße Haut. Fast wie ein Marmorstatue wirkte sie. „Jetzt bist du mir total ausgeliefert!“„Du weißt gar nicht, wie geil mich der Satz macht!“„Ja wirklich?“„Ich zeig dir, wie hilflos du bist!“Ich trat an sie heran, küsste sie erneut, aber nun zeigte ich ihr meine Macht. Immer wieder trat ich einen Schritt zurück, entzog ihr den Kuss, ließ sie hängen.Sie flehte, zerrte an ihren Fesseln, sah mich mit ihrem Schmollmund an.„Küss mich, bitte! Küss mich!“Ich lachte. „Warum nicht: Magst du mich küssen? Komm schon, hier bin ich!“ Sie zerrte an ihren Fesseln, um mich zu erreichen. Aber ich war ganz knapp außerhalb ihrer Reichweite.„Es tut mir leid! Es tut mir leid! Ich entschuldige mich.“ Sie stoppte.- „Ich bitte um Entschldigung! Vielmals! Aber bitte küss mich!“ Ich trat an sie heran, ganz nah.Sie neigte ihren Kopf mir entgegen. Unsere Lippen berührten sich kurz, dann machte ich einen Schritt zurück.Ihre Lippen schmeckten so süß, aber noch süßer war es, sie nicht zu küssen und ihre Hilflosigkeit zu spüren.„Ich habe es doch nicht so gemeint! Ich tue es nie wieder!“, bettelte sie.„Du weißt, dass das nicht stimmt! Du bist einfach eine kleine, verzogene Göre!“„Ich weiß. Ich weiß es doch selbst, aber ich versuche mich zu bessern! Warum hilfst du mir nicht dabei? Küss mich, liebe mich!“ Ich kam ihrem Wunsch für einen Augenblick nach, biss sanft in ihre Unterlippe, drang mit meiner Zunge in ihren Mund ein, dann machte ich wieder einen Schritt zurück.„Küss mich? Liebe mich? Du klingst wie so eine feine Dame. Was soll ich machen?“ „Küss mich, berühre mich, streichle mich, liebe mich!“ Ich unterbrach unseren Kuss wieder.Sie bettelte, und sie stöhnte frustriert.„Sag mir, was du wirklich willst. Was soll ich mit dir anstellen?“Sie dachte einen Moment nach, wusste nicht, was ich von ihr wollte.„Hör auf, die feine Dame zu spielen! Was soll ich mit dir tun?“Sie sah mich an, dann brach es aus ihr heraus:„Nimm mich! Nimm mich so richtig! Rammel mich in die Unterwerfung!“Ich küsste sie, umschlang ihren weichen Körper, streichelte sie. Gott, was hatte ich für ein Glück, dass dieser tolle Körper mir gehörte! Sie drängte mir ihren Mund entgegen, aber ich drehte meinen Weg, streichelte sie, ihren Rücken, fühlte ihre Muskeln, die sich anspannten. Sie zerrte an ihren Fesseln, aber aller Widerstand war zwecklos. Dieses Spielchen ging eine Weile. Ich streichelte ihre Brüste, ich zwirbelte ihre Brustwarzen, bis sie sich unter dem Schmerz wand. Ich presste ihr Entschuldigungen ab und meinen Körper gegen ihren. Die Hitze des Morgens kroch immer mehr in die Hütte. Ich hatte mich bald auch meines Shirts entledigt, und Haut auf Haut mischte sich unser Schweiß. Unsere warmen Körper fühlten sich klebrig an. „Oh Mann, ich brauche eine Abkühlung!“ Ich trat einen Schritt zurück. „Es ist so heiß hier! Findest du nicht auch?“„Absolut! Ich könnte ein Glas Wasser gebrauchen!“Ich ging in die Küche und holte mir ein Glas Wasser, warf ein paar Eiswürfel aus dem Eisfach hinein, dann stellte ich mich vor sie und trank genüsslich. „Puh, das ist angenehm!“, seufzte ich. Ich klirrte mit den Eiswürfeln vor ihrem Gesicht herum.„Darf ich auch etwas trinken?“„Ich mag es, dass du nicht mehr fragst, ob ich dir Wasser bringen mag. Du lernst!“„Für dich tue ich alles. Und für einen Schluck Wasser.“Ich runzelte die Stirn.„Siehst du, das musst du noch lernen. Dass sich nicht immer alles um dich dreht. Du sagst, du tust alles für mich, aber dann willst du doch nur etwas trinken!“„Aber ich habe Durst! Was soll ich machen?“„Weniger egoistisch sein!“„Ich versuche es! Ich verspreche es!“Ich nahm einen weiteren Schluck.„Du musst einfach lernen, zufrieden zu sein mit dem, was du bekommst!“Ich tunkte meine Finger in das Glas und spritzte ein paar Tropfen auf ihren Körper. „Das ist gut“, seufzte sie. „So kühl! Bitte mach weiter!“ Die Tropfen rannen ihre Brust hinab. Es sah toll aus, und ich stellte mir vor, wie ihre Nerven den Weg des kühlenden Wassers auf ihrem Körper verfolgten.„Bitte! Bitte! Es ist so heiß, mein Mund ist trocken. Lass mich einen Schluck nehmen!“Aber mein Interesse war bei ihrem Körper. Ich fischte einen Eiswürfel aus dem Glas und strich damit über ihre Haut.Joelle seufzte augenblicklich. „Oh, das fühlt sich gut an!“Die winzigen Härchen an ihrem Körper stellten sich auf, wo immer der Eiswürfel an ihrem Körper entlang fuhr. Die Hitze ihres Körpers schmolz das Eis und ließ weitere Tropfen ihren Körper hinablaufen. Ich fuhr mit dem Würfel über ihre Stirn, und der Schweiß ihrer Stirn vermischte sich mit dem Wasser, rann zwischen ihren Brauen hinab, die Nase entlang wie eine Träne. Ihre Zunge sammelte den Tropfen, als er an ihrem Mundwinkel entlanglief. Es war großartig, sich auf diese kleinen Details zu konzentrieren. Ich fuhr mit dem Eiswürfel ihre Lippen ab. Aber statt das, was ich ihr gab, zu akzeptieren, schnappte sie mit dem Mund nach dem Eiswürfel. Ich konnte ihn gerade noch von ihr wegziehen.„Du bist so gierig!“Ich hielt ihr den Eiswürfel hin, aber immer, wenn sie sich danach streckte, zog ich ihn aus ihrer Reichweite. „Wie so ein kleines Hündchen, das sich einfach nicht kontrollieren kann.“„Mein Mund ist trocken, was soll ich tun? Ich habe Durst!“„Dann zeige ich dir mal, wie es so ankommt, wenn man immer nur egoistisch ist.“Ich fuhr mit dem Eiswürfel noch eine Weile über ihren Körper, dann steckte ich ihn in meinen Mund und lutschte daran.„Mmmh, das ist lecker! Du kannst dir nicht vorstellen, wie sich das anfühlt! So kühl, so erfrischend!“Sie sah mich bettelnd an. Ich trat ganz nah an sie, dann küsste ich sie und ließ ihre Zunge den Eiswürfel in meinem Mund berühren. Sie saugte das schmelzende Wasser aus meinem Mund, und ich ließ sie. Ich war großzügig. Doch dann saugte sie plötzlich den ganzen Eiswürfel in ihren Mund. „Haha! Ich habe ihn!“, triumphierte sie. „Okay, gib ihn mir zurück!“„Keine Chance! Der ist jetzt mir!“„Wenn du ihn mir nicht zurückgibst, dann lasse ich dich den ganzen Tag hier stehen, und Sex kannst du auch vergessen!“„Du bluffst, du willst es doch auch!“„Willst du wirklich herausfinden, ob ich bluffe? Ich kann mir auch einen Dildo holen und es mir hier vor deinen Augen besorgen. Dazu brauche ich dich nicht.“„Das würde ich gerne sehen!“„Aber du wirst von meinem süßen Honig nichts abbekommen!“Sie zerrte an ihren Fesseln wie ein bockiges Kind. „Komm schon! Bitte, bitte!“„Gib mir den Eiswürfel zurück, und wir werden weitersehen!“„Na gut“, gab sie sich geschlagen.Ich presste meine Lippen auf ihre, und sie schob mir den kleiner gewordenen Eiswürfel zurück in den Mund. Ich sah sie an.„Vielen Dank!“, dann zerbiss ich das Eis mit einem Knacken.Ich presste meinen Körper wieder gegen ihren, streichelte sie, liebkoste sie und meine Hände fanden immer mehr den Weg zwischen ihre Schenkel. Sie hatte mir gehorcht, da hatte sie sich ihre Belohnung verdient. Ihr Atem wurde schwerer, bedeutungsschwangerer.Joelle presste ihren Unterleib meinen Fingern entgegen.Ich riss ihr den Slip von den Hüften. Ihre Bewegungen wurden schneller, ihre Hüften bewegten sich rhythmisch. Einmal entzog ich mich ihr, aber ihr frustriertes Grunzen war so herzzerreißend, dass ich meinen Körper gleich wieder an ihren presste. Sie hatte genug gelitten. Ihre Knie wurden wackelig, ihr Oberkörper verkrampfte.„Was bist du?“, fragte ich sie, als sie ihrem Höhepunkt näher kam.„Dein bin ich. Ich bin dir. Ich gehöre dir! Ich gehöre dir. Ich gehöre dir!“ Diesen Satz wiederholte sie immer und immer wieder, und er wurde immer unverständlicher, je näher sie ihrer Erlösung kam.Es dauerte nicht lange, bis sie sich zu ihrem Höhepunkt pumpte, und als er sich über sie ergoss, da war er so heftig, dass ich sie umschlingen und festhalten musste, weil ihre Beine ihren Dienst versagten und sie in ihre Fesseln fiel. So stand ich da, hielt sie in meinem Armen, während sie sich von den Wellen ihrer Ekstase erholte, tief atmete, matt und ausgepowert war. In diesem Moment war ich neidisch auf das, was sie erfahren hatte. Es musste ein verdammt ergreifender Höhepunkt gewesen sein. Ich war stolz, dass ich ihn ihr geschenkt hatte. Vor allem aber fühlte ich mich stark, als sie fast unhörbar „Danke“ flüsterte. Kapitel 18 Wir entschieden uns dann dazu, die Temperatur in der Finca auszusitzen. Wenn man nur einen Schritt vor die Tür machte, lief man vor eine Wand der Hitze. Es war unerträglich. Glücklicherweise hatte Joelle ihre devote Ader entdeckt. Während ich es mir unter dem Deckenventilator so bequem wie möglich gemacht hatte, tat sie, was sie konnte, mir den Tag so nett wie möglich zu gestalten. Sie brachte mir Eiswasser, schnitt uns die restlichen Früchte und fragte mich ständig, was sie für mich tun könnte. Sie brachte mir nasse und kühle Handtücher, die sie mir um die Waden wickelte und nach einer Zeit wechselte. Ich hatte mir am Flughafen die Spex gekauft und las sie, zumindest versuchte ich es, denn Joelle war so erpicht, mir zu dienen, dass ich eigentlich zu nichts kam. Sie fragte, ob sie für mich tanzen sollte, und ich befahl ihr das. Also betrachtete ich sie, wie sie immer noch vollkommen nackt vor mir einen Tanz aufführte zu imaginärer Musik. Es war ein wenig unbeholfen, aber es hatte etwas. Aber statt ihr Anheizen dann auch durch Taten zum Abschluss zu bringen, kam ihr eine neue Idee. Ich sollte ihr befehlen, dass sie für mich spielen sollte. Ich tat es. Ich würde meinen Spaß bekommen, aber im Moment genoss ich ihre Unterwürfigkeit, ihre Demut und diesen raren Willen, mir zu gehorchen. Sie holte die Violine und spielte etwas, das sie arrangiert hatte. Es war ein weiterer düsterer Song von Depeche Mode. Enjoy the Silence. Sie schaffte es, Musik und ihren Gesang zu trennen und lieferte ein Stück ab, das vielleicht nicht ganz in die schwüle Stimmung des Tages passte, aber doch irgendwie zur Situation. Ich war jedenfalls beeindruckt. Sie war wirklich ein Naturtalent, wie sie mit den Tönen umging, diese in Zusammenhang setzte und ihnen eine Bedeutung gab. Sie war mir weit überlegen. Ich hatte seit dem vergangenen Abend aufgehört, zu glauben, dass sie und ich irgendwie in einer vergleichbaren Liga spielten, wenn vielleicht auch in unterschiedlichen Disziplinen. Sie war Championsleague, ich war Kreisliga. Sie war Messi oder Maradona oder Pele, Feierabendkicker mit Bierwampe.Ich lobte sie, und sie war glücklich, als würde ihr das viel bedeuten.Nachdem ich sie ausgiebig gelobt hatte, sie mir noch ein Glas Eiswasser gebracht hatte und mir mit einem Eiswürfel die Stirn abgetupft hatte, hatte sie sich zwischen meine Beine und ihren Kopf auf meinen Oberschenkel gelegt.Ich spielte mit ihren Haaren, streichelte sie, während ich vorgab, in meinem Magazin zu lesen. Ihr warmer Körper auf meiner Haut, brachte mich noch weiter zum Schwitzen. Unser beider Schweiß vermischte sich auf meinem Schenkel. Ich roch unsere Körper. Kein Geruch von Schweiß, sondern von warmen Körpern. Es war nicht mein Duft, nicht ihrer. Es war unser Duft, den es so nur in diesem Augenblick, an diesem Ort gab. Wir würden diesen Duft nie wieder herstellen können. Es war so unmöglich wie den magischen Moment in einem Konzert zu wiederholen. Es machte mich ein wenig traurig, dass das, was gerade geschah, so einmalig sein sollte. Ich hoffte nur, dass Joelle das auch so empfand. Aber ich konnte sie nicht darauf ansprechen. Wir schwiegen und genossen die Stille. Wie hatte sie gerade gesungen: „Words are very unnecessary. They can only do harm.“Ich betrachtete ihren makellos weißen Hals, streichelte ihren Haaransatz. Meine Haut hingegen war ein wenig gebräunter. Sie schien in Gedanken versunken, und ich schloss die Augen.Da spürte ich die leiseste Berührung erst. Joelle streichelte verspielt an meinem Oberschenkel, fuhr Spiralen und Kreise mit ihrem Zeigefinger. Ich ließ sie machen. Die Zeitschrift war mir längst egal geworden, stattdessen verfolgte ich gespannt die Richtung, die ihr Zeigefinger einschlug, und die Figuren, die er auf meinem Bein zeichnete. Es war unglaublich schön, verspielt, und immer, wenn ihr Finger meinen Schenkel hinauffuhr, wünschte ich, dass er weiterfahren würde, dass er nicht stehenblieb, nicht die Richtung änderte, nicht wieder zurückfuhr. Aber das tat er. Er fuhr immer wieder zurück. Es war geil, aber auch frustrierend.Ich hätte sie anspornen können. Ich hätte ihr sagen können, was sie tun sollte. Ich hätte ihren Kopf zwischen meine Schenkel drängen könnte. Aber ich tat nichts dergleichen. Ich ließ sie gewähren. Mir reichte das Gefühl, es zu können. Mir reichte es zu wissen, dass sie tun würde, was ich von ihr verlangte. Sie sollte mir dienen, wie sie es für richtig hielt. Sie sollte mich beglücken, wie sie es wollte, und das tat sie.Während ich diesen Gedanken nachhing, kam sie dem Ziel näher und näher. Ich öffnete meine Schenkel für sie, aber sie drehte erst wieder ab, steigerte meine Lust, mein Verlangen, indem ihr Finger mir immer wieder etwas versprach, um es mir dann zu versagen. Es war wie eine süße Folter. Ich öffnete meine Schenkel noch weiter. Ihre Finger waren nun da, wo ich sie haben wollte. Sie waren an ihrem Ziel angelangt.Langsam bewegte sie ihren Kopf zwischen meine Schenkel. Sie waren feucht, aber nicht nur von unserem Schweiß. Als ich ihre Zunge zwischen meinen Schenkeln spürte, zuckte ich zusammen. Sie war gut in dem, was sie tat. Bald schon mischte sich unser Schweiß mit ihrem Speichel und mehr. Ich schien zu schmelzen, dahin zu gehen wie ein Eiswürfel. Seufzer entfuhren mir. Wie eine gute Musikerin passte sie sich meinem Rhythmus an. Bis ich die Lust nicht mehr zurückhalten konnte, es nicht mehr ertrug und meine Begierde herausschrie. Ich schlang meinen Körper erschöpft um sie und ließ mich von ihr halten.Wir blieben noch eine Weile in dieser Position, ihr Kopf ruhte zwischen meinen Schenkeln. Ich hatte das Gefühl, einen Filmriss zu haben, als fehlten mir einige Minuten, als wäre ich weggetreten. Aber was ich hatte, an was ich mich erinnerte, das mehr als genug. Joelle hatte mir gebeichtet, dass sie gefesselt noch nie einen schöneren Höhepunkt erlebt hatte. Ich muss gestehen, ich konnte mich auch nicht daran erinnern, einen schöneren erlebt zu haben als in dieser Finca mitten in der Schwüle von Mallorca. Aber solche Gedanken sind immer trügerisch und wenig glaubwürdig.Später schwärmte Joelle noch von unserer Zeit in der Finca, wie sehr sie ihre Zeit mit mir genoss: „Ich könnte ewig zwischen deinen Schenkeln liegen. Es ist der schönste Ort der Welt.“„Aber nur, wenn sich meine Schenkel in einer Finca auf Mallorca befinden. Es gibt haufenweise Orte, an denen meine Schenkel nicht so toll sind.“Sie seufzte: „Es wäre doch schön, wenn wir das hier für immer bewahren könnten.“Wir schwiegen eine Weile, und meine Gedanken wanderten ab. Aber Joelle wollte diesen Moment noch nicht fahren lassen:„Was meinst du? Wir beide hier auf Malle. Die brauchen doch bestimmt Musiker hier. Wir suchen uns so eine Finca, mieten die und schlagen uns als Musiker durch. In Bars oder so.“„Ich glaube nicht, dass die Touris hier auf deine oder meine Musik stehen. Die wollen Schlager.“„Dann machen wir halt Schlager. Ist doch egal.“„Mit den Ballermann-Touristen willst du nichts zu tun haben. Die grölen nur: ‚ausziehen, ausziehen‘.“ „Wir könnten auch den Kindern dieser reichen Säcke hier Musikunterricht geben.“„Reiche Säcke sind das, was sie sind: Reiche Säcke. Willst du wirklich mit denen Geschäfte machen?“„Meine Eltern sind auch reiche Säcke … du hast Recht, mit denen wollte ich auch nichts zu tun haben! Aber wäre es nicht toll, wenn wir hierbleiben könnten? Sonne, Sand, Meer, ich zwischen deinen Schenkeln?“„Ich glaube, das hier ist nur so geil, weil es eben nicht von Dauer ist. Wir sind für eine Woche hier, und dann sind wir wieder weg. Ich glaube nicht, dass die Leute, die hier wohnen, ständig die Köpfe zwischen den Schenkeln anderer haben.“„Aber sie sollten es!“Da konnte ich nicht widersprechen.Ich fand es süß, wie sie Pläne schmiedete, die keinerlei Chance auf Realisierung hatten.Kapitel 19 Es war mein knurrender Magen, der uns wieder in die Welt holte. Es war nicht ein leises Knurren, sondern so ein richtig gefährliches. Ein Protestruf. Es war mittlerweile Abend geworden, und wir hatten den ganzen Tag nichts gegessen als ein paar Früchte. Kein Wunder, dass mein Magen rebellierte. „Ich könnte ein Pferd verspeisen!“, meinte Joelle zustimmend. Es wurde draußen dunkel. Die Hitze hatte sich noch nicht verzogen, aber es war erträglicher geworden. Auf ihrem Handy fand Joelle eine Tapasbar, die einen guten Ruf zu haben schien. Ich schlug vor, noch gemeinsam zu duschen, aber Joelle fand, dass wir so, wie wir waren, ausgehen sollten. „Die Leute sollen ruhig mitbekommen, dass wir uns so richtig durchgefickt haben!“, findest du nicht? Offensichtlich war ihr der Ruf im entfernten Mallorca egal. Ich war erstaunt über ihre drastische Wortwahl und lachte.„Was denn, stimmt doch! Sollen die doch neidisch sein, dass die heißesten Frauen auf der Insel, ach des Landes, nein des ganzen verfickten Planeten es miteinander getrieben haben!“Ich lachte. Wir warfen uns also in die leichtesten Klamotten, die wir mitgebracht hatten, und fuhren ins nächste Dorf in ein kleines Restaurant und schlugen uns mit vielen kleinen Tapas-Häppchen den Bauch voll. Es war romantisch. Erst füßelte Joelle unter dem Tisch ein wenig herum, aber als der Abend länger wurde, griff sie ganz offen meine Hand, als wollte sie der Welt zeigen, dass wir zusammen gehörten. Es war romantisch. Es war wie beim ersten Date, wenn man so richtig verliebt ist und einfach alles klappt. Es war das, was man sich unter echter Liebe gemeinhin vorstellt.Es war ein wirklich schöner Abend, und Joelle beschwerte sich nicht über das Essen oder irgendeinen eingebildeten Makel. Sie bemerkte das sogar selbst, als wundere sie sich über sich selbst.„Du musst mich einfach öfter an einen Balken binden und durchnudeln, dann bin ich quasi hormonell ausgeglichen!“Und dann lachten wir. Es war so einer dieser Abende, die man nicht vergisst, von denen man sich wünscht, dass sie ewig dauern. So ein Abend, an den man vielleicht mal zurück denkt, wenn man sich zerstreitet und alles auseinanderfliegt. Und dann fragt man sich, warum es nicht mehr so sein kann wie an diesem Abend. Ich behielt diesen Gedanken für mich. Er war nicht angemessen für die Magie des Augenblicks.Joelle flirtete noch etwas mit der Kellnerin, und ich sah ihr dabei amüsiert zu, denn die verstand die ganzen Anspielungen nicht, die sie auf Deutsch machte.Wir entschlossen uns, nicht wieder zurück zur Finca zu fahren, stattdessen fuhren wir relativ ziellos durch die Nacht, bis wir schließlich vom Navi geleitet zu einem Aussichtspunkt kamen, der das Wasser überblickte. Wir hielten an, schlenderten ein wenig über die Felsen und nahmen den Duft der Zypressen und der Pinien auf. Die Temperatur war etwas abgekühlt mittlerweile und eine kleine Brise machte den Abend erträglich. Wir setzten uns auf einen Felsen und sahen auf das Meer unter uns und den sichelförmigen Mond, der kühl über das Wasser schien. Ein kleines Segelschiff tanzte entfernt im schwachen Licht des Mondes. Kapitel 20 „Weißt du was, ich habe über unsere Orgasmen was Schreckliches vergessen.“„Was denn?“„Ich wollte dich eigentlich bestrafen.“„Wofür bestrafen? War ich nicht immer artig?“„Du hast mich genervt mit deinen verdammten Bikinis. Du warst wieder pampig zu der Verkäuferin und du bist so richtig schlecht darin, unterwürfig zu sein und zu gehorchen!“ „Das stimmt nicht. War ich heute nicht total folgsam und nur auf dein Wohl bedacht?“„Nachdem ich dir den Höhepunkt deines Lebens verpasst habe. Da hattest du auch allen Grund, dankbar zu sein.“„Dafür habe ich dir aber auch den Höhepunkt deines Lebens verpasst. Ich finde, wir sind quitt.“„Ich glaube, so sollte das zwischen uns nicht laufen.“„Quit pro quo finde ich eine gute Basis für so eine Beziehung. Findest du nicht?“Vielleicht hatte sie Recht. Ich wollte die Dinge auch nicht komplizierter machen, als sie sein mussten. Ich wollte den Moment nicht zerstören. „Wenn ich dich ganz lieb frage, erzählst du mir, wie du mich bestrafen wolltest?“ Sie schaute mich mit großen Augen an wie ein kleines Hündchen. „Ich könnte auch richtig arschig werden, und dann wärst du gezwungen, mich zu bestrafen.“„Besser nicht! Du bist mir schon aufmüpfig genug! Also gut. Ich hatte mir das so schön überlegt, aber die Eiswürfel haben mich abgelenkt. Mir ist das total auf den Keks gegangen, wie du dich zuhause wegen des Bikinis angestellt hast. Von wegen, du willst braun werden und so. Fand ich ziemlich kindisch.“ „Dass ich braun werden wollte?“„Nein, wie du dich aufgeführt hast. Wie dieses kleine Prinzesschen!“„Ich bin kein Prinzesschen!“„Du bist manchmal eine Prinzessin, die sich wie eine dreizehnjährige Diva aufspielt.“„Naja, vielleicht hast du ein wenig Recht. Aber nur ein kleines wenig. Und du hättest mich mal sehen sollen, als ich wirklich dreizehn war, da war ich total unerträglich!“„Das bist du jetzt auch manchmal noch. Jedenfalls wollte ich dir das austreiben, im Bikini durch Mallorca zu tanzen.“„Und wie hättest du das angestellt?“„Mit Hilfe der Bravo und türkçe bahis von Doktor Sommer.“„Wie bitte?“„Ich habe auf der Webseite der Bravo recherchiert. So mit Doktor Sommer und so.“„Und welchen Vorschlag hätte Doktor Sommer gehabt, mich davon abzuhalten mich daneben zu benehmen?“„Also gut, ich hatte vor, dich zu fesseln. Das war mir ja auch gelungen. Dass die Finca so einen nett Querbalken hat, konnte ich nicht wissen, aber der ist mir sofort aufgefallen, als wir die Hütte zum ersten Mal betreten haben.“„Okay. Du hättest mich also gefesselt. Und dann? Hattest du vor, mich da für eine Woche anzuketten? Ich glaube, das wäre für uns beide kein Vergnügen geworden.“„Nein, wäre es nicht. Das war auch nicht mein Plan. Mein Plan war, genau das Gegenteil. Ich wollte dich nicht quälen, sondern verwöhnen. Mit meinen Küssen hätte ich dich verwöhnt. Am ganzen Körper. Ich hätte dich scharf gemacht, angeheizt, hätte ein wenig geteased. Und dann hätte ich dich was hängen und flehen lassen.“„Ich glaube, so weit waren wir auch schon.“„Genau, aber die Sache mit den Eiswürfeln hat mich so abgelenkt, dass ich dann den Plan vergessen habe.“„Du bist mir ja eine schöne Domina, einfach mal so die Kontrolle zu verlieren!“„Ich hätte dich also scharf gemacht, so scharf, dass du es nicht mehr ausgehalten hättest, dass dein kleines Hirn kurz vorm Explodieren stand, und dann hätte ich dich am Hals geküsst. Richtig lang und intensiv. Doktor Sommer sagt, zwischen zehn und dreißig Sekunden reichen.“„Reichen für was?“„Dass deine Äderchen unter der Haut vor Lust platzen.“„Einen Knutschfleck hättest du mir gemacht? Das ist ja eklig!“„Ich hätte dir einen Knutschfleck am Hals gemacht. Ich hätte dir einen Knutschfleck auf den Rücken gemacht. Einen auf deine linke Brust. Ich hätte an deiner rechten Brust so lange gesaugt, bis da ein ganz fetter Knutschfleck entstanden wäre.“„Keine Chance, ich hätte gezappelt und gezettert!“„Du hättest mich angebettelt, weiterzumachen, denn du wärst so heiß gewesen. Ich hätte dich gestreichelt und liebkost, und ich hätte dir angedroht, sofort aufzuhören, wenn du dich sträubst. Und das hättest du noch viel weniger ertragen können. Du hättest mich angebettelt, dir noch einen zu machen und noch einen. Du hättest darum gefleht. Und am Ende, ganz am Ende, nachdem ich dir noch einen auf den Hintern und auf die Wade gesetzt hätte. Am Ende hätte ich dir einen auf den Oberschenkel gemacht. Ganz oben an der Innenseite. Und mein Kopf hätte dich währenddessen da massiert, wo es zählt, und du hättest mich angebettelt, weiter zu machen, bis zum bitteren Ende.“„Oh Scheiße! Das hört sich sexy an. Ich wünschte, du hättest es gemacht. Warum hast du es nicht?“„Wie gesagt, ich hab’s verpasst. Aber vielleicht war es auch eine doofe Idee. Du hättest ausgehen, als hättest du irgendeinen ekligen Ausschlag, hättest dich vermummen müssen, damit keiner deine ganzen Knutschflecken sieht. Mit langen Klamotten und Halstuch und so. Das wäre vielleicht ein bisschen heftig gewesen, findest du nicht?“„Auf keinen Fall!“Sie stand auf und stellte ich breitbeinig und ein wenig obszön vor mich und rückte mir ihr Becken entgegen. „Mach’s mir jetzt, bitte!“„Hier?“„Wir sind total allein! Du musst mich nicht mal anbinden. Ich mache es freiwillig. Wäre das nicht das ultimative Zeichen meiner Hingabe? Dass du mich zeichnest. Wenn auch nur für kurze Zeit?“„Ich finde, der Moment ist irgendwie vorbei. Ich habe dir immerhin meinen Plan gerade gesc***dert. Jetzt ist die Überraschung raus.“„Vergiss die Überraschung! Mach’s mir!“„Du bist ziemlich fordernd dafür, dass du doch eigentlich meine kleine Geisha sein solltest.“Sie streckte mir die Zunge heraus. Immer noch in dieser obszönen Körperhaltung wirkte das recht lächerlich.„Wenn du mir den Knutschfleck so nah an mein kleines Heiligtum machst, dann wird diese Zunge für den Rest unseres Aufenthalts dein kleines Heiligtum liebkosen. Wann du willst!“Ich zögerte nicht lange, mein „kleines Heiligtum“ war durchaus angetan von der Idee. „Okay, wir sollten aber die Verhältnisse klarstellen: Ich will keinen Fetzen Stoff an deinem Leib sehen! Vorher fange ich nicht an.“ Joelle sah sich um. Vor einer halben Stunde waren etwas entfernt ein paar Touristen vorbei gewandert. Seitdem waren wir vollkommen allein gewesen. Aber ich musste sie nicht überreden. Sie legte einen kleinen Striptease hin und zog sich das Kleid aus, Slip und BH.„Manchmal denke ich, dass ich nicht ganz sauber ticke. Ich reiß mir die Klamotten vom Leib, nur weil du es mir befielst. Und ich bettele noch darum, dass du meinen Körper mit Hämatomen verunstaltest.“ Sie machte eine kleine Pause, als dächte sie nach. „Ist irgendwie krank. Aber auch geil!“„Setz dich hier auf den Felsen! Du kannst dein Kleid als Unterlage nehmen!“Ich stand auf und kniete mich zwischen ihre Schenkel. Ich konnte immer noch unseren Sex von vorhin an ihr riechen. Dann suchte ich mir eine passende Stelle an ihrem weißen Schenkel, der im Mondlicht zu leuchten schien und machte mich ans Werk, sie zu zeichnen. Und ihr Duft, der so nah an ihrem Schenkel von ihr ausströmte, machte mich ganz verrückt. Kapitel 21 Am nächsten Morgen stand ich vor Joelle auf, duschte kalt und setzte mich dann an den Holztisch. Ein alter Bekannter hatte einen kleinen Job für mich. Er hatte mir ein Arrangement geschickt, das er als Demo aufgenommen hatte, und fragte, ob ich noch ein paar Ideen hätte. Also hatte ich mich am Tisch breit gemacht, das Smartphone auf den Tisch gelegt, die Ohrhörer eingestöpselt und die verschiedenen Spuren angehört. Ich kritzelte wild auf einem Blatt Papier all die Ideen auf, die mir so einfielen. Die Melodie war gut, aber sonst fehlte dem Song alles. Es war ein Funk-Stück, mein Spezialgebiet und relativ schwer zu arrangieren, weil die Instrumente alle etwas anderes machten, und damit fiel jedes einzelne Instrument auf und musste etwas Besonderes veranstalten. Da brauchte jeder Part eine Idee. Ich komponierte also quasi auf dem kleinen Midi-Synthesizer meines Handys die einzelnen Instrumente neu. Es war alles nicht so ganz einfach, ging aber irgendwie. Ich hatte Joelle am Abend zuvor noch über die plötzliche und eilige Aufgabe informiert. Sie hatte kein Problem damit.Ich mochte diese Arbeit, Arrangements zu machen und zu verbessern. Ich konnte Stunden damit verbringen, und weil es eilig war, musste ich das auch.Joelle schlief noch. Es war noch ziemlich spät geworden an diesem einsamen Aussichtsplatz. Ich hatte mir gerade einen Kaffee gemacht und vermutlich war sie von dem Duft wach geworden. Jedenfalls kam sie in ziemlich guter Laune aus dem Schlafzimmer.„Magst du mir auch einen Kaffee machen? Ich kann jetzt echt einen vertragen! Aber zuerst geh ich mal ins Bad! Was sollen wir heute machen? Ich habe mir gedacht, wir…“Sie hatte die Tür zum Bad geschlossen, und ich hörte zwar, dass sie sprach, aber verstand nichts mehr. Das lag teilweise an den Kopfhörern, teilweise aber auch daran, dass sie einfach weiterredete, ohne auf mich zu achten. „Magst du.“ Da war es wieder. Ich hatte kein gutes Gefühl. Sie war sehr kommunikativ an diesem Morgen, und ich wollte arbeiten, auch wenn wir im Urlaub waren. Das war jetzt wichtiger. Ich hatte es versprochen. Ich ging in die Küche, goss ihr einen Kaffee ein und stellte ihn auf den Boden unter den Tisch.Nach einiger Zeit kam sie aus dem Bad, nur in ein Badetuch gehüllt.„Was meinst du? Sollen wir es so machen?“, fragte sie in dieser superguten Stimmung, die mir ein wenig auf den Keks ging.Ich wusste nicht, wovon sie sprach, aber es war mir auch egal. Sie kam auf mich zu, und ich umarmte sie und fühlte ihre feuchten Haare und brachte sie mit einem fetten Kuss zum Schweigen. „Guten Morgen!“ Sie lächelte, als wir uns lösten. „Hast du meinen Kaffee vergessen?“„Nein, habe ich nicht.“„Aber wo ist er?“„Schau mal da unten steht er und wartet auf dich. Mit viel Milch und einem Stück Zucker, wie du ihn am liebsten magst!“ Ich nahm sie an der Hand und zeigte unter den Tisch. Sie sah mich fragend an, aber bevor sie etwas sagen konnte, setzte ich an:„Magst du deinen köstlichen Kaffee, den ich dir zubereitet habe, dort unten genießen? Ich muss ein wenig arbeiten, und da fände ich es sehr angemessen, wenn du mich nicht nerven würdest? Magst du das?“Sie sah mich an, aber die kleine Schärfe in meinem letzten Satz war ihr nicht entgangen. „Sehr gerne mag ich das. Darf ich mir noch etwas anziehen?“ Ich mochte die devote Färbung ihrer Stimme. Sie hatte verstanden.„Ich würde es mögen, wenn du einfach unter den Tisch kriechen und dein Getränk genießen würdest. Magst du das auch?“„Das mag ich auch!“, meinte sie und ging langsam vor mir auf die Knie. Ihre Augen waren dabei groß auf mich gerichtet. „Möchtest du übrigens noch dein Werk auf meinem Schenkel begutachten? Ob es gut geworden ist?“„Später vielleicht!“Sie kroch langsam unter den Tisch und ließ dabei ihre Hüften ausladend schwenken.Ich musste schmunzeln, aber sie würde mich nicht so einfach um den Finger wickeln. Ich setzte mich wieder und konzentrierte mich auf meine Arbeit. Bevor ich die Kopfhörer wieder aufsetzte, hörte ich noch, wie sie an ihrem Kaffee schlürfte, und in der Tat gelang es mir, eine Weile zu arbeiten.Für einige Zeit war sie wirklich still. Ich spürte, wie sie unter dem Tisch rumorte. Der Stoff ihres Frotteetuches streifte mein Bein. Sie hatte sich des Badetuchs entledigt und war darauf gekrochen.Es dauerte nicht lange, da zuckte ich zusammen, weil etwas meinen linken großen Zeh berührte. Sie küsste ihn. Nett, dachte ich. Warum nicht? Ich würde mich aber nicht ablenken lassen. Ich würde arbeiten. So einfach konnte sie mich nicht um den Finger wickeln. Sie machte das eine ganze Weile, küsste meine Zehen, setzte auch ihre Zunge ein, und ich improvisierte auf meinem winzigen Midi-Synthesizer die Bläser und tappte mit meinem Fuß den Takt, was es ihr nicht leichter machte. Aber ich hatte sie ja auch nicht darum gebeten, mich hier abzulecken.Als ihre Küsse die Innenseite meines Fußes entlang fuhren, kitzelten mich ihre Haare.Es wurde schwer, sich zu konzentrieren, zumal sie sich langsam mein Bein hinaufarbeitete. Ihre Haare, ihre Lippen, ihre Zunge liebkosten meine Beine. Bald schon drückte ihr Kopf meine Knie auseinander, und ich ließ es zu.Meine Konzentration war vielleicht noch zu zehn Prozent bei der Arbeit, der Rest war dabei, was sie zwischen meinen Beinen veranstaltete.Mittlerweile hatte sie sich bis zu meinen Oberschenkeln vorgearbeitet und ihr Kinn lag auf der Sitzfläche des Stuhls. Ich spürte ihren heißen Atem auf meinen Schenkeln und ihre Nasenspitze berührte meinen Slip.Jetzt wurde es aber wirklich unmöglich, sich zu konzentrieren. Ich hatte das Gefühl, dass ihr warmer Atem mich da unten immer heißer werden ließ.Ich atmete tief ein. So einfach würde sie mich nicht kriegen. Aber sie war hartnäckig, hauchte mir einfach zwischen die Schenkel. Immer und immer wieder. Regelmäßig. Wie die chinesische Wasserfolter erwartete ich jeden neuen Atemzug zwischen meinen Beinen. Es war vollkommen unvorstellbar, noch an irgendwas anderes zu denken. Musste sie nicht die Feuchtigkeit spüren, die sich dort unten ausbreitete?Musste sie der Duft meiner Erregung nicht total wahnsinnig machen?Aber sie atmete weiter. Als wäre nichts, als würde ich nicht zerlaufen, als wäre ich nicht geil wie jemand, den man mit Atemluft rammelt, wenn es das überhaupt gibt.Wie hielt sie das nur aus?Sie wollte mich wahnsinnig machen, und das gelang ihr auch. Dieses Miststück, dachte ich. Dieses kleine Früchtchen will mich hier fertig machen! Ich rutschte auf dem Sitz hin und her und drückte meinen Schritt in ihre Nase. Aber sie tat nichts. Ich rieb meinen Unterleib einige Male an ihrer Nase, aber sie reagierte darauf nicht, tat nichts, atmete einfach nur regelmäßig wie eine Maschine. Schließlich ertrug ich es nicht mehr, riss die Kopfhörer aus den Ohren, setzte mich auf, streifte mir den Slip ab, bis er an meinen Knien hing. Dabei musste ich Joelle wegdrücken. Sie gab nach. Aber sofort war sie wieder da und hatte ihr Kinn wieder auf die Sitzfläche gelegt, und atmete. Und nun direkt auf meine nackte Haut, auf meinen Venushügel, zwischen meine Beine. Es wurde nicht besser. Ich wurde einfach nur noch heißer. „Mach es!“, presste ich heraus. „Mach es, du elendes, geiles Miststück!“ Ich langte unter den Tisch, packte ihre nur noch entfernt feuchten Haaren und drückte ihren Kopf in meinen Schritt. „Mach es mir jetzt, du verdammte kleine Prinzessin!“Und sie tat es. Ich war so scharf, dass sich ihren Kopf kräftig zwischen meine Schenkel drückte. Ich fluchte und beleidigte sie, wie ich noch nie jemanden beleidigt hatte. Als ich es auf dem Stuhl nicht mehr aushielt, ließ ich mich unter den Tisch gleiten zu ihr auf den Boden. Ich schloss meine Schenkel um ihren Kopf, dass sie für einen Moment keine Luft mehr bekam. Das war ziemlich schnell ein Kampf zwischen uns, der nichts mehr mit Zärtlichkeit zu tun hatte. Ich nannte sie eine verwöhnte Prinzessin, aber sie ließ nicht von mir ab. Es war, als wolle sie mich für meine Worte bestrafen. Und sie gewann natürlich.Keuchend lag ich schließlich da und erholte mich, während meine Schenkel ihren Kopf immer noch festhielten. Als ich mich wieder beruhigt hatte, zog ich sie zu mir hoch. Ich hatte echt ein schlechtes Gewissen, dass ich sie so beschimpft hatte. Ich bat um Verzeihung, aber sie zuckte nur mit den Achseln und meinte: „Wenn es dich scharf macht, dann ist es okay. Du bist die Herrin. Du musst dich nicht entschuldigen.“Ich wollte es nicht dabei belassen, so einfach war es ja nun doch nicht. Aber sie fand es eher amüsant, dass ich mich entschuldigen wollte. „Darum machen wir das doch.“„Warum?“, fragte ich. „Dass du mich runtermachst. Du musst dich dafür nicht entschuldigen. Mir ist schon klar, dass du das nicht so meinst. Das ist unser Spiel. Das ist vollkommen in Ordnung so. Du kannst mir glauben, wenn ich das Gefühl hätte, dass du das ernst meinst, dann wäre es aber ganz flott vorbei zwischen uns. Das kannst du mir aber glauben!“Ich sagte nichts dazu. Einerseits war ich zufrieden mit ihrer Antwort, andererseits war ich erstaunt, wie selbstverständlich das alles für sie war und wie kalt ihre Antwort klang. Woher kam dieser Stimmungswechsel plötzlich? Als wolle sie mir eins auswischen. Als wolle sie mir mitteilen, dass ich sie nicht verletzen konnte. Selbst wenn ich es wollte. Wir lagen noch eine Weile nebeneinander. Ich befahl ihr, meinen Körper zu streicheln und sie gehorchte stumm.Ich hatte keinen Plan, was in ihr vorging. Aber vielleicht musste ich auch nicht alles verstehen. Ich verstand mich selbst ja auch nicht. Ihr war ganz klar, was sie wollte und tat. Ich hatte keinen Schimmer, aber es fühlte sich irgendwie richtig an.Kapitel 22 Seufzend löste ich mich schließlich von ihr und kroch unter dem Tisch hervor, befahl ihr aber liegen zu bleiben. „Ich muss noch was tun, ich habe das versprochen! Du bist nicht gerade hilfreich.“„Du musst hier auch noch was tun.“, meinte sie.„Wie meinst du das?“„Na, ich bin heute noch total ungefickt. Du brüllst hier die ganze Bude zusammen vor Geilheit, und ich kriege nichts anderes als deine total scharf machenden Sexualduftstoffe mit.“„Sexualduftstoffe? Wie romantisch das klingt.“ „Dir ist schon bewusst, dass meine Nase aber so richtig ganz tief in deinem Tempel der Aphrodite gesteckt hat.„In meinem Tempel der Aphrodite?“, lachte ich. „In deiner Lustgrotte, wenn dir das lieber ist!“„Dann nehme ich den Tempel der Aphrodite.“„Jedenfalls trocknen gerade allerlei Sekrete deiner Extase auf meinem Gesicht. Das ist nicht gerade unerregend.“„Tja, das ist dein persönliches Pech, würde ich sagen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Cleopatra sich auch nicht um die sexuelle Ausgeglichenheit ihrer Sklavinnen gekümmert hat.“„Schön, dass du dich mit einer Pharaonin vergleichst.“„Du hast deine Zunge in meinem Tempel der Aphrodite gebadet. So eine Pharaonin ist doch bestimmt auch so etwas wie eine Göttin.“ „Ich bin mir relativ sicher, dass ein Pharao so etwas wie ein König ist und kein Gott.“„Für dich bin ich gefälligst Königin, Kaiserin und Göttin, und für deine Klugscheißerei sollte ich dir den Hintern versohlen.“„Genau darum bitte ich ja!“„Siehst du, du verstehst das Spiel nicht. Du bist hier die Masochistin und ich die Sadistin. So emotional zumindest. Wenn du also um emotionale Schmerzen bettelst und ich ‚nee‘ sage, dann mache ich alles richtig, weil ich total sadistisch bin, und dein Leid muss darin bestehen, nicht leiden zu dürfen.“„Das ist mir zu kompliziert und richtig logisch scheint es auch nicht zu sein!“„Ist mir scheißegal, was dir logisch erscheint. Ich habe das Sagen und bestimme einfach, dass es logisch ist. Und ich bestimme, dass du ungefickt bleibst, bis ich so gnädig bin, dich zu erlösen!“Ich holte aus dem Schlafzimmer das Seil, band sie an eins der Tischbeine, dann holte ich einen Kuli, und weil ich kein Papier fand, eine Rolle von dem schrecklich rauen und billigen Recycling- Klopapier. „Du bist jetzt ganz still und schreibst mir die Fortsetzung deiner Story. Du weißt schon, wie ich dich von deiner erzwungenen Hochzeit entführe. Thelma and Louise. Und wenn die gut ist, dann darfst du vielleicht auch hoffen. Ich will ja nicht so sein!“Ich rollte ihr das Klopapier und den Stift vor die Füße, dann setzte ich mich wieder an meine Arbeit, atmete einmal tief durch, fand mich entspannt genug, mich wieder meiner Aufgabe zu widmen. Joelle schmollte erst ein wenig, aber dann schrieb sie die Fortsetzung.Kapitel 23 Die Sonne schien verdammt heiß. Wir hatten vor ein paar Kilometern angehalten. Du hattest ein Tuch an einem quietschenden Handbrunnen nass gemacht. Ich hatte meinen Schleier nass gemacht. Aber die Hitze hatte das kühle Wasser ganz schnell wieder verdunstet. Ich trug immer noch das Brautkleid. Es war nicht mehr weiß, es war graubraun. Schmierig. Ich hatte die Schleppe abgerissen.Meine Haare hingen wirr und fettig an mir herunter. Der Schweiß und der Wind hatten drei Stunden Frisör ganz schnell zunichte gemacht. Ich bräuchte ein paar neue Klamotten.„Wieviel Geld hast du?“, fragte ich.„Vielleicht 50 Dollar.“„Mehr nicht?“„Es musste alles schnell gehen. Mein ganzes Geld ist für die Karre draufgegangen.“„Kann ich verstehen. Immerhin hast du einen guten Geschmack.“„Findest du? Danke! Hast du Geld, vielleicht eine Kreditkarte?“„Sorry. Ich hatte eigentlich vor, heute zu heiraten. Ich hatte nicht gedacht, dass ich von meiner lesbischen Freundin entführt würde.“„Gerettet würde!“, korrigiertest du mich.„Okay. Gerettet.“„Baby, ich habe dir versprochen, dass ich dich mit dem Typen nicht allein lassen würde.“„Das hast du in der Tat, und du hast dein Versprechen gehalten!“Ich beugte mich in dem riesigen Auto zu dir herüber und wir küssten uns, während der Fahrtwind an unseren Haaren zerrte.„Aber mit 50 Dollar kommen wir nicht weit.“„Baby, sprich nicht vom Geld!“, meintest du. „Mach dir keine Sorgen. Wir treiben schon was auf. Zur Not lasse ich dich für ein paar Dollar an einem Rastplatz für die Trucker tanzen. Ich glaube, da käme eine schöne Summe zusammen.“Du sahst mich an, und ich konnte nicht erkennen, ob du Spaß machtest oder es ernst meintest. „Wir könnten es auch mit Spielen versuchen. Ich sehe, du hast die Gibson mitgebracht und deinen Bass natürlich. Wir sind gut, wir könnten damit auch was verdienen, da bin ich mir ziemlich sicher!“Du sahst mich an. „Meinst du? Ich glaube, mir ist nicht nach Spielen. Ich finde, ich habe schon eine ganze Menge getan. Ich habe dich immerhin vor einer Hochzeit gerettet, die du nicht wolltest. Ich finde, du könntest auch mal was tun. Findest du nicht?“Ich konnte beim besten Willen nicht herausfinden, ob du Witze machtest oder nicht.Dein Blick jedenfalls verriet nichts. Ich würde das tun. Wenn du es von mir verlangtest. Ich würde für verschwitzte Trucker abends an einem versifften Rastplatz tanzen. Ich hatte als Kind Ballett getanzt. Aber das würden sie nicht sehen wollen. Ich könnte es auch nicht mehr. Stattdessen würde ich mit den Hüften kreisen, breitbeinig, billig, meinen Oberkörper schwenken. Ich würde die Männer unter ihrem besoffenen Johlen antanzen, und sie würden mir Dollarscheine in den Ausschnitt stecken. Ich würde mein Kleid schürzen und meine Beine zeigen. Wir würden eine Menge verdienen. Und du würdest zusehen. Ein wenig abseits stehen. Wenn einer der Typen mir zu nah kam, würdest du dazwischen gehen. Ganz resolut, ganz brutal. Du würdest irgend so einen Kampfsport-Griff anwenden, und einen Augenblick später würde der Wüstling sich auf dem Boden wälzen. Du hieltest sein verdrehtes Handgelenk in einem festen Griff, während er auf dem Boden lag. Dein Bein auf seiner Brust und gäbst ihm die Wahl. Nett sein oder Hand brechen. Er würde sich für nett sein entscheiden, und du hülfest ihm auf. Du würdest ihm den Staub von den Klamotten klopfen. Ihr würdet euch wieder vertragen. Der Typ würde wissen, dass er keine Chance gegen dich hätte. Auch wenn du eine Frau bist. Du würdest an mich herantreten. Mir die Scheine aus dem Dekolleté fischen. Es wäre eine Menge Geld. Naja, zumindest würde es reichen.Du würdest hinter mich treten und den Männern sagen, dass die Show zu Ende wäre. Aber zum Abschluss zögest du mir ganz kurz das Kleid herunter und entblößtest meine weißen Brüste vor den Typen. Sie würden johlen. Du würdest mich packen, in die Arme nehmen und mich küssen. So richtig intensiv. Die Männer würden uns anfeuern. Ich würde alles um uns herum vergessen. Deine Hand läge auf meinem Po und würde ihn durchkneten und immer tiefer rutschen zwischen meine Beine. Ich wäre so scharf. Das Johlen wäre so laut. Ich würde mich so richtig billig fühlen. Wie ein Flittchen, wie ein Objekt. Und es wäre so geil. So geil, dir zu dienen. Die Männer würden nun mit Dollarscheinen nach uns werfen. Wir ständen in einem Regen von Geldscheinen. Als der Kuss beendet war, würdest du flüstern: „Heb’s auf, Baby!“Ich ginge runter auf die Knie und würde die Geldscheine einsammeln, während du noch mit den Männern sprächest und ihnen erklären würdest, was für ein geiles Luder ich wäre. Sie würden dir gratulieren für den guten Fang. Es wäre so demütigend für mich, aber auch so scharf. Am Ende würde ich am Boden neben dir kauern, mit dem Kleid auf dem rissigen und öligen Asphalt des Parkplatzes. Deine Beine umklammert, um den Männern zu zeigen, zu wem ich gehörte. Wir hätten eine Menge Geld verdient: Genug für eine Tankfüllung, zwei Steaks, ein paar Bier und ein Motelzimmer.Aber es würde anders kommen. Das waren meine Ideen, aber es würde anders kommen.Die Hitze setzte mir zu, auch der Fahrtwind konnte uns nicht mehr richtig kühlen. Außerdem hatte ich nicht geschlafen. Ich war so aufgeregt und nervös gewesen. Schließlich sollte ich heiraten an dem Tag. Dann war seit dem frühen Morgen an mir herumgezupft worden, das war anstrengend gewesen.Ich lehnte meinen Kopf an deine Schulter. Du fuhrst mit stoischem Blick auf die Straße wie hypnotisiert. Mein Kopf wurde schwerer und schwerer. Du merktest das und nahmst eine Hand vom Lenkrad und legtest meinen Kopf in deinen Schoß. Ich fühlte mich da geborgen, so sicher. Eine Hand am Steuer. Die andere spielte in Gedanken versunken mit meinen Haaren, streichelte sie. Wie man ein Hündchen streichelt. Ich ließ meine Beine aus dem Fenster baumeln und schlief zu der monotonen Musik des schweren Motors ein. Als wir auf einen Parkplatz fuhren, wachte ich wieder auf. Die Sonne war bereits untergegangen. Es war so ein typischer Truck Stop. Überall standen diese riesigen Trucks und überall liefen Leute herum. Es waren meistens Männer, aber auch ein paar Frauen waren darunter. Die Stimmung schien gut. Es war Freitagabend und die Leute freuten sich auf das Wochenende. Du parktest das Auto. „Okay, wir werden jetzt uns Abendessen verdienen!“ Wir stiegen aus, nahmen unsere Gitarren und die kleinen Verstärker. Wir würden also doch spielen, und ich müsste wahrscheinlich nicht tanzen. Ein wenig enttäuschte mich das schon. Wir kannten ein paar Songs. Wir hatten ein paar Songs geübt. Wir hatten ein paar Arrangements geschrieben für Westerngitarre und Bass. Es waren vielleicht fünfzehn Songs. Wir hatten Pop- und Rocksongs in Country arrangiert. Wir waren gut. Wir spielten eine Weile für uns selbst, bis die Leute auf uns aufmerksam wurden. Aber dann bildete sich eine Menschentraube um uns, und je mehr Leute kamen, desto mehr Spaß hatten wir. Bald rockten wir die Leute und zwanzig oder dreißig Männer und Frauen versammelten sich, klatschten und tanzten zu meiner Musik. Wir hatten einen Hut vor uns gestellt, und er füllte sich langsam mit Dollarscheinen. Mehr und mehr Leute erschienen und um unsere Musik herum entwickelte sich so etwas wie eine Party.Irgendwann brachte uns irgendwer ein paar Bier, und wir machten eine Pause. Zum ersten Mal fiel mir eine Frau auf, die mich anstarrte. Sie war klein, braungebrannt und übergewichtig. Sie trug ein ausgewaschenes T-Shirt. Getrocknete Schweißflecken waren unter den Armen zu sehen. Ausgetragene Jeans und Cowboystiefel, eine Baseballkappe. Als sich unsere Blicke trafen, nickte sie und deutete ein Grinsen an. Ich schaute weg, konnte quasi sehen, dass sie nach ranzigem Schweiß roch. Wir spielten ein weiteres Set, und die Stimmung war gut. Menschen kamen und gingen, einige blieben den ganzen Abend. Immer wieder leerten wir den Hut mit den Dollarscheinen.Wir waren längst durch unser Repertoire gegangen und hatten wieder von vorne angefangen. Es wurde spät, und langsam gingen die Leute. Nur wenige waren noch da, und etwas entfernt stand immer noch diese Frau. Ich hatte sie immer mal wieder gesehen, wie sie an einer Flasche Schnaps in einer braunen Papiertüte nippte.Schließlich machten wir Schluss, nur noch eine Handvoll Leute waren da, und die bedankten sich, wechselten noch ein paar Worte und verschwanden ziemlich bald. Die Nacht hatte etwas Kühle gebracht, die Sterne leuchteten, der Mond war hinter einer Wolke verschwunden. Du drücktest mir die Instrumente in die Hand, und ich brachte sie zum Auto und verschloss sie im Kofferraum, während du das Geld zähltest.Als ich zurückkam, sprachst du mit der Frau. Sie zeigte in meine Richtung, und ich hatte das Gefühl, dass ihr über irgendwas verhandelt. Ich stellte mich neben dich, griff nach deiner Hand, um ihr zu zeigen, dass ich zu dir gehörte. Ihr warft euch Summen hin und her und traft euch schließlich bei 70. Ich wusste nicht, worum es ging, sah dich erwartungsvoll an, aber du ignoriertest mich, beendetest erst die Verhandlungen. Schließlich erklärtest du: „Das hier ist Rose. Rose mag dich. So sehr, dass sie bereit ist, uns 70 Dollar zu zahlen, wenn du sie auch ein wenig magst.“Ich sah sie an. Sie lächelte wieder, aber nun schien sie sehr entspannt zu sein. Sie nickte mir zu. „Hi!“Ich nickte zurück. „Hello!“„Was soll ich machen?“, fragte ich dich. Die Frau machte mir ein wenig Angst.„Rose arbeitet hart. Sie fährt einen riesigen Truck durch ganz Amerika. Sie fährt von Alaska nach New Mexiko. Von Kalifornien nach Maine. Tagein tagaus. Rose hat keine Familie. Sie lebt quasi in ihrem Truck. Und sie ist oft sehr einsam. Du könntest ihr helfen, die Einsamkeit für eine kurze Zeit zu überwinden. Und nebenbei könnten wir unsere Kasse ein wenig aufbessern.“Die Story klang traurig. Ich sah die Frau an, die gar nicht so einsam und traurig aussah. „Was soll ich machen?“, fragte ich wieder. „Ihr geht zu ihrem Truck, und du tust, was du am besten kannst!“Musik machen, schoss mir als erstes durch den Kopf. Aber das meintest du nicht. Du meintest etwas anderes. Ich trat an dich heran und flüsterte dir ins Ohr: „Ich habe ein bisschen Angst vor ihr.“„Keine Sorge!“, flüstertest du. „Ich bin in der Nähe.“Ich atmete tief durch, dann sagte ich: „Okay!“Du sahst die Frau an und zeigtest ihr den nach oben gereckten Daumen, als wäret ihr euch endgültig handelseinig.„Great!“, meinte sie. „Let’s go!“ Sie nahm mich an der Hand. Ich spürte ihre Schwielen, ihre Hand war rissig und muskulös. Sie zog an meiner Hand, und ich folgte.Sie hatte ihren Truck am Rande des Parkplatzes abgestellt. Es war ein Riesenteil.Neben dem riesigen Hinterrad der Zugmaschine blieb sie stehen und drückte mich gegen den Reifen. Ich roch den Gummi und den Gestank von Öl. Aber auch ihren ranzigen Schweiß. Sie trat an mich heran. Ich suchte dich, du standst ein paar Meter entfernt und sahst uns uninteressiert zu. „Hello, Honey!“, flüsterte Rose mir zu, und ich roch den Alkohol in ihrem Atem. „I like you very much!“„I like you too“, sagte ich etwas unsicher. “Good!”, sagte sie und drückte ihren Körper an mich.Ängstlich folgte mein Blick ihrer Hand, wie man einer Schlange folgt. Sie streichelte über meine Wange. Es fühlte sich rau an.Dann presste Rose ihren Mund auf meinen, küsste mich roh und gierig. Ich ließ sie in meinen Mund, ich wehrte mich nicht, lies meinen Körper gegen den Reifen pressen. Ihre Hand griff nach meiner Brust und knetete sie. Es war nicht sanft, nicht romantisch, nicht schön. Trotzdem machte es mich an.Doch ich ließ es geschehen, versuchte sogar den Kuss zu erwidern und mitzuspielen. Rose sollte sich nicht beschweren, wenn ich ihr die Einsamkeit stahl.Sie löste sich von meinem Mund, küsste meinen Hals. Ein Speichelfaden rann mir den Hals hinunter. Ich stellte mir vor, wie das aussähe. Meinen Hals hatte ich immer gemocht. Er war schlank und wohlgeformt, hatte etwas Schwanenhaftes. Und nun sabberte diese Frau darüber. Diese Frau aus der Unterschicht! Ich drehte meinen Kopf. Du hattest dich einige Meter entfernt an den Truck gelehnt und sahst uns zu. Dein Blick war kühl. Ich suchte Mitgefühl darin, aber fand nichts. Du bliest mir sogar einen Kuss zu und lächeltest dabei ausdruckslos. Als hätte ich es verdient.Ich sah dich weiter an, während die Frau sich an meinem Körper abarbeitete. Ich hoffte, dass du stolz auf mich warst. Dass ich mich für dich dieser Frau hingab. Dass ich all das erduldete. Es war okay. Ich machte es. Es machte mir nichts aus, so lange du da warst. Ich tat es für dich. Na gut, vielleicht nicht nur. Vielleicht war da mehr.Ihre Hand knetete immer noch meine Brust, die andere drückte in meinen Schritt. Auch daran war nichts Erotisches. Es waren plumpe Bewegungen. Du warst viel besser als sie.Und doch wurde ich scharf. Weil ich dich ansah. Dein Blick lag auf mir wie die Hände dieser abstoßenden Frau. Du tatst alles, um mich zu erregen. Es war nur der Körper dieser Frau, der sich wie ferngesteuert über mich hermachte. Schließlich wandte sich Rose von meinem Hals ab, drehte meinen Kopf zu ihr und sah mir tief in die Augen. „Let’s go!“, sagte sie leise, und ich verstand erst, als sie meinen Kopf nach unten drückte. Ich ging vor ihr auf die Knie und öffnete den Gürtel. Sie hatte eine schwere Gürtelschnalle, die wie eine Pistole geformt war. Ich öffnete ihre Hose, zog die speckige Jeans herunter und dabei auch ihren Slip.Bevor ich mich ans Werk machte, schaute ich noch einmal zu dir hinüber. Du starrtest uns an, lecktest dir die Lippen. Roses Hand drehte meinen Kopf und drückte ihn zwischen ihre Schenkel. Ihr Geruch war stark, weiblich, verschwitzt. Ich mochte ihn nicht, aber ich würde ihn für dich ertragen. Ich musste nicht viel tun. Rose gab den Rhythmus vor, sie drückte meinen Kopf immer wieder zwischen ihre Schenkel, ich musste nur meine Zunge herausstrecken.Mit einem tierischen Grunzen kam sie dann auch recht schnell. Es machte mir nichts. Meine Gedanken aber waren die ganze Zeit bei dir. Kapitel 24 Es war Abend, als Joelle mir diese Geschichte vorlas. Sie lag zu meinen Füßen. Ich hatte sie darum gebeten.Ich war so ein bisschen geplättet, was sie da zusammenfabuliert und auf das raue Klopapier geschrieben hatte. Sie hatte unermüdlich geschrieben unter dem Tisch, nachdem ich schon längst mit meiner Arbeit fertig gewesen war. Sie hatte nackt unter dem Tisch gekauert und war ihrer Schreiberei verfallen. Ich hatte ihr ein Glas Wasser gebracht, aber sie hatte es nicht zur Kenntnis genommen, hatte einmal „Danke“ gemurmelt, aber sah nicht einmal hoch, sondern schrieb weiter. „Wow! Du hast schon Phantasien!“, meinte ich, nachdem sie mir die Geschichte vorgelesen hatte. „Gefällt’s dir?“„Obwohl ich mich nicht so als Zuhälterin sehe und dich nicht so als Prostituierte.“„Beides wollte ich auch nicht sagen.“„Ich weiß.“„Das sind Phantasien, keine Wünsche. Da gibt es einen Unterschied.“„Ist mir schon klar.“Sie sah mich an. „Gut! Das ist mir nämlich wichtig. Mein Privatleben und so.“Ich lächelte versöhnlich: „Keine Sorge, ich habe schon verstanden!“„Okay! Hat es dir denn gefallen?“„Sehr scharf machst du mich!“Wir sprachen noch ein wenig darüber, dann spielten wir die Story nach.Noch spät in der Nacht führte ich sie nach draußen und benahm mich dabei grob, als spielte ich die Truckerin und sie die Unschuld vom Lande, die naiv und brav gehorchte. Die Sterne leuchteten uns wie in ihrer Story, aber auf Mallorca war in dieser Nacht auch der Mond zu sehen. Ich führte sie zu unserem Leihwagen und wir spielten vage diese Szene nach, die sie sich ausgedacht hatte. Mit mir als der Trucker-Lesbe, die sie nicht gerade liebevoll behandelt. Nachdem sie mit mir fertig war, wie sie sich das vorgestellt hatte, packte ich sie, zog ihr die Jeans runter und beugte ihren Oberkörper über die Motorhaube unseres Leihwagens. Ein wenig widerstrebte mir, sie so zu degradieren, aber sie wollte das wohl, und es war alles nur ein Spiel.Kapitel 25 Die nächsten Tage verbrachten wir wie ein Liebespaar auf Flitterwochen. Wir liebten uns, gammelten über die Mittagszeit und wurden erst am Nachmittag aktiv. Joelle war meist ein kleines Engelchen. Sie war aufmerksam, gut gelaunt und entspannt. Ich wurde mir in diesem Moment erst bewusst, wie sehr sie in Deutschland unter Druck stand. Natürlich konnte es auch an mir liegen, dass ich sie zu einer neuen Person machte. Aber eigentlich glaubte ich das nicht. So viel Einfluss hatte ich nicht auf sie. Wir wälzten uns im Bett, ich scheuchte sie herum, band sie in entlegenen Wäldchen an Bäume, peitschte sie mit Pinienzweigen aus, ließ Ameisen über ihren nackten Körper krabbeln, schmierte Hönig auf ihren Bauch, um noch mehr Viecher anzulocken. Aber es klappte nicht, und am Ende wälzten wir uns über den Boden und unsere Körper waren vollkommen verklebt. Ich ließ sie mich waschen, und wir machten uns lustig darüber, dass wir in dieser Woche in Mallorca nichts anderes als unsere Geschlechtsteile gesehen hatten, weil wir quasi nur noch unsere Köpfe zwischen die Beine der anderen steckten.Das Wetter trug dazu bei. Wir hatten uns die heißeste Zeit des Sommers ausgewählt, und das bedeutete auch, dass die Tage draußen unerträglich heiß waren, sodass wir uns entweder im Haus vor der Hitze versteckten, nasse Handtücher vor die Fenster hängten oder mit geöffneten Fenstern und voll aufgedrehter Lüftung mit dem Auto herumfuhren, uns dann aber nicht dazu durchringen konnten, auszusteigen. Wir hatten ein schlechtes Gewissen wegen unserer Ignoranz, dass wir die Schönheit der Insel so wenig schätzten. Aber wir schworen uns, noch einmal zurück zu kommen, wenn es weniger heiß wäre, und dann würden wir alles nachholen, was uns entgangen war.Wenn wir dann unterwegs waren, spielten wir: „Wenn ich du wäre für Sexsklavinnen“. So hatten wir es getauft. Das Spielt bestand darin, dass ich ihr kleine Aufgaben gab, die peinlich waren oder mir Freude bereiten sollten. Und sie musste gehorchen.„Wenn ich du wäre, würde ich heute ein Kleid tragen, und zwar ein kurzes!“„Wenn ich du wäre, würde ich jetzt auf die Knie fallen und mir die Füße küssen!“In der Art und Weise.Ich ließ sie mir ein Eis holen, das ich genüsslich vor ihren Augen halb aß und dann wegwarf, während sie zuschauen musste. Ich ließ sie mir den Schweiß von der Stirn tupfen und mich mit feuchten Tüchern kühlen. Ich ließ sie mich küssen und verlangte, dass sie den Wagen fuhr und gleichzeitig mit der rechten Hand meinen Schritt massierte. Ich fand störende Flecken auf der Windschutzscheibe, die ich sie mit ihrem Slip wegwischen ließ. Ich ließ sie irgendwo auf einer Landstraße anhalten und mir ein paar wilde Blumen pflücken, und als wir an einem Bauern vorbeifuhren, der mühsam einen Karren zog, meinte ich: „Wenn ich du wäre, würde ich dem alten Mann da mal so eine richtige Freude machen.“ „Ja? Und wie würde ich das anstellen?“„Ich finde, der Mann arbeitet so hart. Hier in der Sonne so einen Karren zu ziehen, das ist schon was Besonderes! Weißt du, worüber der sich bestimmt freuen würde?“„Worüber?“„Der würde sich so richtig über den getragenen Slip einer jungen, sexy Schönheit freuen!“„Oh, du willst ihm deinen schenken?“„Sehr nett. Aber ein bisschen zu plump. Du hast deinen ja schon in der Hand!“„Aber der ist siffig, damit habe ich gerade die Scheibe geputzt, und das Teil ist nicht ganz billig.“„Hast du wieder die Dior-Unterwäsche mit Diamantbesatz an?“„Sehr witzig. Das ist kein Dior! Aber trotzdem teuer!“„Umso mehr wird der Mann sich freuen! Vielleicht kann er den verkaufen und sich dann zur Ruhe setzen.“„Ganz bestimmt nicht!“„So, genug Ungehorsam! Wir drehen jetzt um, du schenkst ihm deinen Slip! Keine Diskussionen, wenn du nicht für den Rest unseres Trips im Kleiderschrank eingesperrt werden willst!“Sie sah mich gespielt böse an, bremste, drehte den Wagen und fuhr zurück.Als wir dem Mann näher kamen, hupte sie, bremste und drückte ihm im Vorbeifahren ihr getragenes Höschen in die Hand. Im Rückspiegel sahen wir, wie der Mann verdutzt das Stück Stoff in den Händen hielt.„Du kleines Flittchen! Du bist ja so ein Luder!“, lachte ich. Den ganzen Tag über zog ich sie noch auf damit, und sie ließ es zähneknirschend über sich ergehen. Wir hatten Spaß.Doch gegen Ende unserer Woche begann Joelle sich zu ändern. Deutschland rückte näher und damit kehrte der Druck zurück. Sie sprach über ihre anstehenden Prüfungen, bedauerte, dass sie so lange nicht geübt hatte und wurde launig.Am Tag des Rückflugs beschwerte sie sich lautstark, dass ich sie verletzt hätte. Sie hielt mir ihre Handgelenke hin, die vollkommen makellos waren, und meinte, dass ich sie beim Fesseln verletzt hätte. Sie schrie mich quasi an, dass ich ihre Karriere in Gefahr bringe. Ihre Hände seien ihr Ein und Alles und ich dürfe sie nicht einfach so mit diesen Seilen verletzen. Ich sah mir ihre Handgelenke an, aber es war wirklich nicht mal eine Rötung zu erkennen. Von den Hautabschürfungen, von denen sie sprach, war nun beim besten Willen nichts zu sehen. Auch kein rohes Fleisch, wie sie meinte. Nichts. Was war geschehen?Wir hatten noch ein wenig mit den Seilen gespielt, ich hatte sie in der vergangenen Nacht an die Bettpfosten gebunden. Ich hatte sie so oft an den Rand eines Höhepunktes gebracht und sie dann hängen lassen und dann wieder begonnen, nur um sie dann wieder hängen zu lassen, dass sie mich am Ende der Nacht angebettelt hatte, sie zu erlösen. Sie war quasi am Rand des Nervenzusammenbruchs gewesen. Sie war kurz davor gewesen, dem Wahnsinn zu verfallen, zumindest meinte sie das. Ich hatte ihr dann den Wunsch erfüllt und sie erlöst. Und nun machte sie so eine Szene und drohte mir quasi, mich zu verklagen, wenn ihren kostbaren Händen etwas passiert sein sollte. Ich hörte mir das Gezeter eine ganze Weile an, und dann unterbrach ich sie:„Jetzt bleib mal ganz ruhig!“„Wie soll ich denn ruhig bleiben, wenn du alles kaputt machst, was ich habe?“„Ganz ruhig! Jetzt mal ganz, ganz ruhig, Prinzessin!“„Nenn mich nicht Prinzessin!“Ich unterbrach sie mit einem schwungvollen Zeigefinger vor den Mund.„Da ist nichts. Nichts. Überhaupt nichts. Du spielst dich hier für nichts auf! Es ist nichts passiert. Deine Hände sind wichtig, das kapiere ich. Meine sind es im Übrigen auch! Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die total in Ordnung sind. Ich kann mich nicht erinnern, dass du dich gestern Nacht beschwert hättest, als ich zwischen deinen Schenkeln lag. Wenn sich hier einer beschweren kann, dann bin ich das. Und ich sollte dich verklagen, denn ich habe heute Muskelkater an der Zunge vom vielen, du weißt schon.“„Das ist nicht witzig!“„Du bist nicht witzig. Benimm dich endlich mal wie eine Erwachsene!“Wir beschimpften uns noch eine Weile. Schließlich haute sie mit der Faust auf den Tisch, dass ich mir Sorgen machte um ihre Hand, und stürmte aus der Finca.Für den Rest des Morgens waren wir beide sauer aufeinander und sprachen nicht miteinander. Wir packten, reinigten die Finca, wobei sie Ausreden fand, nicht zu viel tun zu müssen und fuhren schweigend den Leihwagen zurück zum Flughafen. Nach dem Check-in verschwand sie im Duty Free Shop, und ich war froh, ein wenig meine Ruhe vor ihr zu haben. Sie brachte mir dann aber doch ein Sandwich mit, da wir noch nicht gefrühstückt hatten, und im Flugzeug überraschte sie mich damit, dass sie meinen Kopf zu sich zog, als das Flugzeug startete und mich wie beim Hinflug mit Küssen eindeckte und ablenkte. Dieses Mal beobachteten uns ein paar junge Männer, pfiffen leise und lachten. Joelle hatte ihre riesige Brille aufgesetzt, doch ich spürte die Kälte ihres Blickes dahinter. Sie ließ ihre Hand auf meinem Oberschenkel, schaute aber in Gedanken versunken aus dem Fenster, während ich wieder in meiner Spex blätterte.„Meinst du, dass ich mich nicht auch offen als Lesbe in der Öffentlichkeit zeigen könnte? Ich meine, Lesben sind doch okay. Männer stehen auf Lesben, und Frauen irgendwie auch. Viele zumindest. Meinst du, ich könnte das nicht nutzen? Ich habe keine Lust mehr, Verstecken zu spielen!“Dieser Satz kam wie aus dem Nichts. Während ich in den letzten Tagen darüber nachgedacht hatte, ob ich sie liebte und sie mich vielleicht, war das für sie scheinbar eine Frage des Marketings und ihres Images. Vielleicht wollte sie mich damit auch nur treffen? Ich wusste es nicht. Ich wollte es in diesem Moment auch nicht. Vermutlich war es nur ein weiterer Beweis dafür, dass die Welt sich nur um sie drehte, und ich allenfalls eine Spielgefährtin war. Die Welt kreiste halt um sie, und auch ich würde es nicht schaffen, den Lauf ihrer Gestirne zu verändern und sie aus dem Zentrum zu vertreiben. Ich würde nie wirklich ihre Herrin sein, sondern nur eine Spielgefährtin. Und vermutlich würde sie mich nie so lieben, wie sie sich selbst liebte. Aber das war vielleicht auch zu viel verlangt. Vielleicht merkte sie, dass der Gedanke mir nicht gefiel. Sie wartete jedenfalls nicht auf meine Antwort, drehte sich von mir ab, schaute aus dem Fenster und versank wieder im Schweigen. Und so trennten wir uns auch. Sie fuhr mich nachhause, wo wir uns einen flüchtigen und unverbindlichen Kuss gaben. Ich lud sie noch auf einen Kaffee ein, aber sie meinte, sie müsse nachhause, und ich war froh darüber.In meiner Wohnung warf ich die Waschmaschine an, beantwortete meine Mails und war bald wieder in meinem Trott.Kapitel 26 Es dauerte eine Weile, bis wir uns wiedersahen. Ich hatte viel zu tun, ein paar neue Jobs taten sich auf, und ich machte für meine Verhältnisse einen Haufen Geld mit ein paar Studiojobs. Es war alles sehr zeitintensiv, daher kam ich zu nichts, und bei Joelle war es wohl ähnlich. Wir telefonierten einmal kurz und verständigten uns sonst über Kurznachrichten. Sie schrieb mir einige Male, wie geil sie unseren Kurzurlaub gefunden hatte, und wie sehr sie ihr Leben hasste. Ich bekam kurze Nachrichten, die ich teilweise nicht verstand. Aber es ging wohl immer darum, wer ihr wieder Unrecht getan hatte, was ihr Studium oder ihre Privatlehrer von ihr erwarteten. Sie schickte mir ihren Zeitplan und allerlei mehr, auf das ich meist aber nicht antwortete. Was sollte ich sagen? Okay, sie hatte viel zu tun. Aber wenn man gut sein wollte, dann musste man halt Zeit investieren, und wenn man sehr gut sein wollte, musste man sehr viel Zeit investieren. Ich konnte ihr da nicht so richtig folgen. Es gab da diese Anekdote von so einem musikalischen Ausnahmetalent. Den Namen habe ich vergessen. Nach einem Konzert jedenfalls war eine Frau zu ihm gekommen und hatte ihm gesagt: „Ich würde mein Leben geben, wenn ich so wunderbar spielen könnte.“ Der Musiker hatte darauf geantwortet: „Ich habe das getan!“ Man musste immer weiter üben. Musik ist nicht wie Fahrradfahren. Musik ist ständiges Üben. Wenn man eine Weile aussetzt, verliert man es wieder.Man muss dran bleiben.Mein Leben war in diesem Moment ebenso stressig, und so nahm ich ihre Beschwerden nicht so ernst, und ich hatte auch nach dieser intensiven Woche, in der wir immer aufeinander gehockt hatten, gar nicht den Bedarf, noch mehr Zeit mit ihr zu verbringen. Wenn ich abends nachhause kam, legte ich mal gerne die Füße hoch und machte die Glotze an. Irgendwann hatte ich auch mal genug Leute gesehen. Und auch Joelle bat mich nicht um ein Treffen, es ging ihr also ähnlich.Mir schien, dass wir beide ein wenig Abstand brauchten voneinander. Ich hatte das Gefühl, dass wir aus Mallorca in zwei unterschiedliche Welten zurückkamen. Meins bestand aus Arbeit, Geld verdienen, aber auch dem Nachgehen meiner Hobbys. Ich war insgesamt zufrieden. Es war anstrengend, aber auch befriedigend. Ich erwartete nichts Unrealistisches und wurde daher auch nicht enttäuscht. Das Leben war, wie ich es mir machte, und verdammt viele Leute hatten ein schlechteres als ich. Ich hatte allen Grund, zufrieden zu sein. Joelle aber haderte mit sich und all den Ansprüchen, die man an sie richtete.Erstaunlicherweise sah ich sie das nächste Mal im Fernsehen. Ein lokaler Sender hatte so etwas wie eine Homestory mit ihr gemacht, hatte sie interviewt und war ihr eine Weile gefolgt. Es war gut gemacht, und auch ich lernte eine Menge über sie. Wie zeitaufwendig ihr Alltag war, wie viel sie übte, wie ihr Tag durchgeplant war. Sie schien mir fast so etwas wie ein Rennpferd zu sein, eine Ware, die man veredelte, um mehr Geld mit ihr zu verdienen. Sie hatte einen Manager und nicht nur einen, sondern gleich mehrere Lehrer. Ich war überrascht. Sie hatte bislang immer Zeit für mich gefunden, aber scheinbar hatte sie dafür eine Menge Termine umschichten müssen, denn laut des Berichts über sie war ihr ganzer Tag durchgeplant.Sie erzählte sogar von unserer Woche auf Mallorca. Natürlich kam ich nicht drin vor, aber sie erzählte, dass diese Woche quasi ihr Jahresurlaub gewesen wäre. Allerdings sagte sie auch, dass sie selbst in dieser Woche die Violine stets dabei gehabt und jeden Tag geübt hätte. Das war definitiv nicht wahr. Ich wusste nicht, warum sie log. Vielleicht wollte sie der Öffentlichkeit zeigen, wie hart sie arbeitete, vielleicht hatte sie aber auch all den Leuten, die auf sie aufpassten, zu üben versprochen. Es war interessant, was ich alles über sie erfuhr, und ich bekam ein vollkommen neues Bild von ihr. Vieles wurde mir nun klarer, und ich musste gestehen, dass sie mir Leid tat. Denn wie sie mit Musik umging, das war meiner Meinung nach nicht normal, das war nicht schön oder gesund. Joelle erzählte in dem Interview, dass sie die klassische Musik liebte, aber in der Zeit, in der wir zusammen waren, beschäftigte sie sich nie damit. Sie hörte auf ihrem iPhone keine klassische Musik. Wenn wir zusammen waren, kam diese Musik nicht vor.Ihr Interviewer fragte, ob sie auch moderne Musik hörte, aber sie verneinte, meinte, dass die alte Musik so komplex und facettenreich wäre, dass sie so viel zu lernen hätte. Sie hätte keine Zeit, sich mit moderner Musik zu beschäftigen. Auch das war nicht wahr. Ich hätte mich betrogen fühlen können. Ich hätte mich angelogen fühlen können. Aber ich hatte das Gefühl, dass sie nicht mich anlog, sondern ihren Interviewer, ihre Lehrer, ihre Eltern, das Management und die Zuschauer. Wusste ich mehr über sie als alle anderen Menschen auf der Welt? Das schmeichelte mir für einen Augenblick, bis ich merkte, dass sie natürlich auch mich belog. Sie schien zu niemandem so richtig ehrlich zu sein. Zu mir vielleicht etwas weniger unehrlich als zu anderen. War das schon eine Auszeichnung? Ich wusste es nicht. Das Interview wurde unterbrochen. Dann wurde sie mit ihrer Familie gezeigt. Ich sah zum ersten Mal ihre Eltern, die darüber schwärmten, wie stolz sie auf Joelles Erfolge waren. Sie waren mir zutiefst unsympathisch in ihrer hölzernen und arroganten Art, und ich fand in ihren Bewegungen und ihren Worten eine Reihe von Eigenschaften, die sich auch Joelle angeeignet hatte. Sie wurde einige Male mit Ann Sophie Mutter verglichen. Joelle wäre die neue Ann Sophie Mutter oder die spirituelle Nachfolgerin oder die geistige Tochter. Die Begriffe tauchten alle auf. Es waren Zitate von scheinbar bekannten Kennern der klassischen Musik. Ich kannte keinen davon.Den Namen Ann Sophie Mutter hatte ich schon einmal gehört, aber ich musste ihn googlen. Wikipedia sagt, dass sie eine deutsche Geigerin ist und zu den erfolgreichsten Musikerinnen weltweit gehört. Okay, das waren große Fußstapfen, in die man Joelle stellte. Ich konnte gut verstehen, dass da eine Menge Druck auf ihr lag. Das wäre so, als würde man mich als Bassistin mit Paul McCartney zusammen erwähnen. So von wegen erfolgreichste Bassistin weltweit. Niemand käme auf diese Idee. Ich war einfach nur eine von Millionen Bassistinnen auf der Welt. Joelle aber war etwas Einzigartiges. Eine neue Hoffnung. So wie auf Luke Skywalker als letztem Jedi-Ritter die Verantwortung für die gesamte Galaxie lag, lastete auf Joelle die Hoffnung der Violinenmusik. Ich wollte nicht gerne in ihren Schuhen stecken, obwohl ich ganz nebenbei auch gerne Prinzessin Leia geküsst hätte. Während des Interviews versuchte sie immer wieder diese Hoffnungen herunterzuspielen. Der unbedarfte Zuschauer hätte das vielleicht als Bescheidenheit gedeutet, aber ich glaubte, Joelle etwas besser zu kennen. Meiner Meinung nach wollte sie dieses Etikett wirklich nicht. Sie wollte etwas anderes.Sie hatte mal vorgeschlagen, dass wir uns verkleiden sollten und in der Fußgängerzone spielen sollten. Sie Violine, ich Kontrabass. „Meinetwegen spiele ich auch Gitarre! Ich bin mittlerweile echt ganz gut geworden und spiele immer, wenn ich keine Lust habe, die Violine zu üben. Es ist meine Form der Rebellion!“„Deine Form der Rebellion? Als du die Gibson gekauft hast, hast du mir erzählt, dass dein Lehrer dir geraten hat, ein anderes Instrument zu spielen!“„Ach, das war gelogen! Bist du wahnsinnig! Die lassen mich nichts anderes spielen. Die sagen, so lange ich dies und das noch nicht kann, ist überhaupt nicht daran zu denken. Allenfalls darf ich Klavier spielen! Wenn du wüsstest. Ich habe als kleines Mädchen Tennis gespielt, aber das musste ich aufgeben, weil man davon zu viele Muskeln bekommt, und dann sind die Finger nicht mehr so geschmeidig! ‚Sonst kriegst du Hände wie ein Metzger‘, hieß es. Gitarre ist auch nicht gut. Ich soll mich auf mein Instrument konzentrieren. Eine Gitarre verlangt eine ganz andere Spieltechnik. Das mit der Violine zu vermischen muss für mein Spiel total schädlich sein! Niemand hat mir erlaubt, Gitarre zu spielen. Es ist mir sogar verboten. Aber es ist Rock’n Roll. Rebellion, right?“Sie hatte mich belogen. Ich nahm es ihr nicht übel. Ich fand es sogar ganz charmant, dass sie sich mit Musik gegen ihre Musiklehrer auflehnte. „Das wäre doch bestimmt lustig.“, meinte sie. „Wir beide im langen Trenchcoat mit Perücke, Sonnenbrille und falschem Schnurrbart! Keiner würde uns erkennen! Wir würden einfach spielen.“ Die Idee mit dem Spielen in der Fußgängerzone war jedenfalls nicht so prall. Ich hatte das mal gemacht, und es war schrecklich peinlich und erfolglos gewesen. Ich war dazu nicht geschaffen, und ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie es war. Ich hatte die Idee ganz schnell abgebügelt. Ich war ein wenig zu weit in meiner Karriere, um darauf angewiesen zu sein, aber noch nicht weit genug entfernt, um das als witzige Erfahrung zu verbuchen. Ich schlug ihr vor, dass sie sich allein mit der Violine in die Fußgängerzone stellen sollte, aber das wollte sie nicht. All diese Erinnerungen kamen mir, während ich sie da im Fernsehen sah.Am Ende des Berichts sah ich sie sogar in den Armen eines jungen Mannes. Er wurde nicht vorgestellt, aber ich vermutete, dass das ihr Freund war, ihr vorgeschobener Fake-Freund. Sie sahen nett zusammen aus, und doch bildete ich mir ein, dass sie in seinen Armen etwas angespannt war, als wäre ihr das alles nicht so ganz angenehm. Ich fühlte mich im ersten Moment ein wenig komisch, sie in den Armen irgendeines Typens zu sehen, aber mir war relativ schnell klar, dass das alles nur Show war. Ich erinnerte mich, wie sie ihren Bräutigam in ihrer Story dargestellt hatte. Als einen Typen, vor dem man fliehen sollte. Sie hatte ansonsten nie über ihn gesprochen. Einmal hatte ich nach ihm gefragt, in erster Linie aus Interesse und nur in zweiter aus Eifersucht. Aber sie hatte gemeint, er wäre nur Staffage. Ein potemkinsches Dorf in Menschengestalt. Okay, nickte ich und googelte später, was ein potemkinsches Dorf war. Den Ausdruck hatte ich schon mal gehört, aber ich wollte gerne genau wissen, was er war. Der Sage nach hatte dieser Potemkin irgendeiner russischen Katharina Zarin das Land zeigen wollen, und weil es so versifft war, hatte er einfach Kulissen aufgestellt und bemalt, die im Vorbeifahren wie blühende Landschaften aussahen. Dass ihr Freund nur eine Fassade war, um irgendwen zu täuschen, damit konnte ich leben. Da musste ich nicht neidisch sein. Ich hätte noch gerne gewusst, ob sie es miteinander trieben, aber ich traute mich nicht zu fragen, weil ich nicht eifersüchtig wirken wollte. Ich vertraute ihr. Diese Sendung jedenfalls gab mir zu denken, und ich rief Joelle an. Ihr Telefon war besetzt. Ich versuchte es ein paarmal, aber nahm an, dass alle möglichen Freunde und Bekannten sie anriefen, um mit ihr über diese Fernsehsendung zu reden. Da ich mich nicht einreihen wollte in diese Gruppe der Bewunderer, schrieb ich ihr nur eine Whatsapp-Nachricht: „Habe dein Interview gesehen. Du Lügnerin! Melde dich, wenn du Zeit und Lust hast.“„Ich will dich sehen!“, antwortete sie relativ schnell.„Ich dich auch!“Aber das dauerte noch etwas. Sie rief mich einige Tage später an. Ich saß gerade in einer ziemlich leeren Bahn und sie wartete scheinbar auf den Beginn einer Stunde mit ihrem Lehrer. „Du hast ein echtes Scheißleben.“, meinte ich lakonisch.„Da sagst du was!“„Aber ich muss gestehen, ich habe ganz neuen Respekt bekommen. Du hast ja einen verdammt vollen Terminkalender!“„Er ist verdammt voll, das kann ich dir sagen!“„Muss ich mich ja fast geschmeichelt fühlen, dass du mir so viel Zeit schenkst.“„Ich schicke dir eine Rechnung. Aber die könntest du mit deiner Tanzmusik nie im Leben bezahlen.“„Mit meiner Tanzmusik? Ist das Trashtalk? Du bist ja witzig!“„Und das lässt du dir gefallen?“„Soll ich dich aufs Bett schnallen und kitzeln, bis du es nicht mehr erträgst?“„Fände ich gut.“„Bis du dich einnässt?“„Du meinst, bis ich mich vor Lachen bepisse? Igitt!“„Dafür, dass du solch eine tolle Erziehung genossen hast, bist du manchmal ziemlich billig in deiner Ausdrucksweise.“„Findest du? Gehöre ich dafür bestraft?“ „Du bettelst quasi danach!“„Und, was soll ich deiner Meinung nach mit dir machen?“„Warum fesselst du mich nicht wirklich ans Bett. Arme und Beine an die Bettpfosten, dass ich total hilflos bin.“„Und dann?“„Und dann schneidest du mir ganz langsam mit einer Schere die Klamotten vom Leib. Ich bettele um meine teuren Klamotten. Aber dir ist es total egal. Du schneidest weiter und meinst nur: ‚Hörst du das Geräusch des zerreißenden Stoffs? Klingt fast so, als würde man 100 Euro Scheine zerschneiden. Fast so teuer wie dein Geklimper auf der kostbaren Geige aus dem Mittelalter!‘ Du lachst, und ich winsele nur. Selbst meine Jacke zerschneidest du. Ein richtig teures Teil. Leder. Du musst dich anstrengen und meinst: ‚Wenn ich mir hier die Hand verletze an deinen Klamotten, dann wirst du so richtig büßen!‘ Du reißt mir die Fetzen meiner Jeans vom Leib. Ich könnte heulen. Selbst meine Schuhe und Socken. Mein Shirt. Am Ende liege ich vor dir nur im Slip und im BH. Ich zerre an den Fesseln, aber keine Chance!Ich bettele noch lauter: ‚Wie soll ich nachhause kommen, wenn du all meine Klamotten zerschneidest? Ich kann doch nicht nackt nachhause fahren!‘ ‚Ist mir scheißegal‘, sagst du, und ich glaube dir. Am Ende schneidest du mir den Slip durch und zerrst den Stoff zwischen meinen Beinen hervor, bevor ich auch nur die Hüften anheben kann, um es leichter zu machen. Du riechst an dem Stoff. ‚Für deine ganze Bettelei bist du ganz schön feucht? Oder heulst du in deine Unterwäsche?‘ Du lachst, dann legst du mir den Stoff mit meiner Feuchtigkeit aufs Gesicht. Ich rieche mich selbst. Es ist erniedrigend. Du sagst: ‚Ich würde dir das Teil ja in den Mund stecken, aber ich mag es, wenn du winselst und bettelst.‘ Es macht mich total scharf. Kann man von seinen eigenen Düften scharf werden? Scheinbar schon. ‚Du bist so ein Luder!‘, meinst du, und du hast Recht. Ich bin ein Luder. Du machst ein paar Kommentare zu meiner Körbchengröße, dann fliegt der zerschnittene BH in eine Ecke.Ich fühle mich so wehrlos, so hilflos. Du bist total angezogen, und ich bin total nackt. Ich kann mich nicht bewegen, habe keine Chance. Ich bin dir total ausgeliefert! Ich winde mich in den Fesseln, aber ich kann mich nicht befreien. Ich bin so hilflos!“Und dann war es still. Ich schaute auf das Display, ob die Verbindung abgebrochen war, ob ich keinen Empfang mehr hatte. Aber alles schien normal zu sein. Ich war total scharf von ihrer Erzählung geworden. Mitten in der Bahn saß ich. Am liebsten hätte ich ins Telefon gebrüllt, sie solle weitermachen. Meine linke Hand lag schon zwischen meinen Schenkeln, und ich musste mich durch einen schnellen Blick vergewissern, dass mich niemand beobachtete. Aber das Abteil war ziemlich leer, und die wenigen Fahrgäste waren alle mit etwas anderem beschäftigt. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass diese Scheren-Sache gar nicht so originell war, dass das meine Idee war. Aber wen interessierte das? Es war trotzdem verdammt geil. Ich wollte gerade ins Telefon zischen, dass sie weitermachen solle, da hörte ich, dass sie sprach. Ihr Lehrer war scheinbar in den Raum gekommen und wollte mit der Stunde beginnen. Ich hörte noch ein paar Augenblicke zu, wie Joelle und ein Mann sich begrüßten, und dann legte sie auf. Und ich blieb zurück in der Bahn mitten in der Stadt und aufgegeilt. Es war total unfair! Dieses kleine Miststück, dachte ich. Wie kommt die dazu, mich hier so heiß zu machen, nur um mich dann hängen zu lassen? Kapitel 27 „Ich bin es so leid!“„Was denn?“Wir saßen an dem Teich, an dem wir zum ersten Mal miteinander gespielt hatten. Sie hatte mich abgeholt und wir waren rausgefahren in dieses Refugium. „Mein ganzes Leben!“„Dein ganzes Leben! Wow, das ist eine Menge!“„Das ist nicht witzig!“„Okay, tut mir leid!“Ich wollte das nicht leicht nehmen, aber es war auch nicht immer leicht, ihre Launen zu ertragen. „Vielleicht sollten wir das wirklich machen.“„Was denn?“„Du fesselst mich einfach für ein paar Wochen an ein Bett und machst mich zu deiner Sexsklavin!“Ich lachte. „Meinst du das ernst?“„Total. Ich kann dieses Leben nicht mehr ertragen. Jede Minute ist verplant. Immer nur üben und lernen und studieren und für andere Leute spielen! Wenn ich sehe, wie viele Menschen es besser haben als ich, dann ist das so unfair! Ich will endlich machen, was ich will!“„Ich versteh dich ja. Aber auf der anderen Seite muss man halt arbeiten, wenn man über die Runden kommen will.“„So redet mein Vater auch. Bist du jetzt auch so eine Spießerin?Ich seufzte. Jetzt hatte sie Recht. Ich wollte nicht so klingen, aber ich hatte gerade Kassensturz gemacht und war zu dem Schluss gekommen, dass ich noch etwas mehr Geld verdienen musste, wenn es nicht knapp werden sollte. Das war der Grund, weshalb ich so altklug sprach. „Okay, du hast Recht“, lenkte ich ein. „Ich klinge spießig.“„Wir könnten das doch echt machen! Du fesselst mich für ein paar Wochen an dein Bett. Wir spielen so was wie eine Entführung vor, kassieren ein oder zwei Millionen und verschwinden dann in die USA und leben unser Leben, wie ich mir das vorgestellt habe.“„Das ist ein echt guter Plan!“„Findest du?“ Ich sah sie an, sie schien das ernst zu meinen. Zumindest erkannte ich kein Anzeichen von Ironie in ihrer Stimme. „Du willst, dass ich dich entführe und ein paar Millionen erpresse? Dass die gesamte Polizei in Deutschland und dem Rest der Welt hinter uns her ist? Auf Entführung steht nicht viel weniger als auf Mord, wenn ich das richtig sehe. Das ist dein Plan?“„Wenn du es so sagst, dann hört es sich nicht so toll an. Aber so ein bisschen Thelma und Louise, das wäre doch was!“„Die gehen am Ende drauf.“„Tun wir das nicht alle? Aber Hand in Hand. Mit dir würde ich gerne Hand in Hand auf der Flucht drauf gehen.“„Du bist süß.“„Vielleicht ist es nicht so ein toller Plan.“„Aber wäre das nicht eine coole Idee? Du und ich?“„Mit den Millionen deines Vaters? Ich glaube, wenn du unabhängig sein willst, dann musst du das ohne das Geld deines Vaters tun.“Sie seufzte. „Du hast ja Recht. Aber deine kleine Sklavin, die kann ich doch sein! Wäre das nicht toll? Du verdienst das Geld, und wenn du nachhause kommst, dann wartet deine nackte Sklavin auf dich, und wir wälzen uns in den Laken oder du arbeitest deinen Frust an mir ab. Das wäre doch was!“„Baby, du bist keine Sexsklavin, die nichts Besseres zu tun hat, als auf ihre Herrin zu warten. Du bist ein kluger Mensch, du hast ne Menge drauf. Du würdest dich bald zu Tode langweilen. Das hier ist ein Spielchen, und wir sollten es auch so halten. Es geht doch nur um ein bisschen Spaß.“ Sie seufzte und nickte. „Du hast Recht. Ich meine ja nur, ich will das nicht. Diesen goldenen Käfig.“Kapitel 28 Ich hörte den Aufzug kommen. Sie konnte was erleben! Immerhin hatte sie mir versprochen, die Treppe zu nehmen statt des Aufzugs!Aber als ich die Tür öffnete, da fiel sie mir heulend in die Arme. Ich wusste nicht, was los war, ich wusste nicht, was passiert war. Ich hielt sie einfach fest und ließ sie sich ausheulen. Sie schluchzte, und ich verstand nichts. Ich hielt sie einfach in den Armen und wartete, dass sie sich beruhigte. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sprechen konnte. Mit verheulten Augen und belegter Stimme erzählte sie, dass ihr Lehrer sie runtergemacht hatte, weil sie irgendeine scheißkomplizierte Passage in einem scheißschweren Stück nicht hinbekam. Was sollte ich dazu sagen? Manche Sachen sind einfach zu schwer für einen, egal, wie lange und oft man übte. Ich hätte ihr den Tipp gegeben, einfach ein paar Noten auszulassen oder ein bisschen zu improvisieren. Aber das funktionierte bei klassischer Musik scheinbar nicht. War das ein Grund, so ein Drama zu veranstalten? Ich wusste es nicht. Für mich nicht, aber meine Welt war auch nicht so kompliziert wie Joelles. Ich verstand es nicht, aber ich litt mit ihr. Sie tat mir leid, und ich musste mich wieder daran erinnern, dass nicht alles so einfach war, wie ich es mir machte. „Ich will das alles nicht mehr! Ich ertrage es nicht mehr!“Sie tat mir leid. Es brach mir das Herz. Vielleicht war das alles wieder nur ein Spiel, so wie sie häufig spielte, um ihren Willen zu bekommen. Aber ich glaubte es nicht. Ich schämte mich sogar dafür, so etwas gedacht zu haben. Ihre Tränen in diesem Moment waren echt, daran gab es nichts zu rütteln. Ich tröstete sie, so gut ich konnte. Aber so richtig gut machte ich meinen Job nicht. Aber Ich war vielleicht einfach etwas robuster als sie und konnte mich nicht so gut in ihre Zerbrechlichkeit hineinversetzen. „Kannst du dich heute um mich kümmern?“Joelle machte große Augen. Was sollte ich schon sagen? Wenn ich das mit dem Trösten schon nicht richtig hinbekommen hatte, dann musste ich etwas anderes tun. „Lass uns spielen“ „Was?“ Sie schniefte.„Lass uns spielen. Das bringt dich auf andere Gedanken.“Sie sah mich mit großen, roten Augen an.„Okay. Ich spiele mit dir!“„Aber nichts Krasses! Mellow, okay?“„Mellow. Piano. Pianissimo. Nichts Krasses. Ganz entspannt.“„Vielen Dank! Störe ich? Gehe ich dir zu sehr auf die Nerven? Ich will dir nicht auf die Nerven gehen!“„Du gehst mir nicht auf die Nerven. Mach dir mal keine Sorgen darüber. Wie wäre es, wenn du ins Schlafzimmer gehst, dich ausziehst und aufs Bett legst, ich komme gleich, ich muss nur noch meine Arbeit hier fertig machen.“„Oh! Ich habe was besorgt. Ein Geschenk!“„Für mich?“„Ja klar! Naja, damit kannst du mich fesseln.“ „Also sind es Fesseln für dich?“Sie nickte. „Ist das schlimm? Es sind die guten, damit musst du dir keine Sorgen machen, mich zu verletzen. Das ist doch auch irgendwie gut für dich, findest du nicht?“„Na dann!“ Ich schmunzelte, nahm es ihr aber nicht übel. „Und wo sind diese Super-Fesseln?“„Im Auto, unten, die habe ich vergessen!“„Dann schlage ich vor, dass du sie holst, und wenn du das tust, dann schlage ich auch noch vor, dass du dieses Mal die Treppe nimmst! Du erinnerst dich, dass du es mir versprochen hast.“Sie sah mich mit großen, verheulten Augen an, dann nickte sie stumm und ging.Es waren wirklich schicke Hand und Fußfesseln, die sie mir brachte. Aus Leder, breit, innen weich gepolstert. Die waren bestimmt nicht billig gewesen. Ich sah sie mir an, freute mich sogar ein wenig über das Geschenk, auch wenn es natürlich in erster Linie für sie war und nicht für mich. Ich gab ihr die Fesseln zurück.„Okay, und jetzt ins Schlafzimmer, ausziehen, ich komme gleich!“ Ich ließ mir Zeit, doch so richtig lange konnte ich sie nicht warten lassen. Sie sah süß aus, wie sie da auf meinem Bett lag, vollkommen nackt mit ihrem bleichen Körper auf meinen weißen Laken. Die großen Fesseln hatte sie sich bereits an Hand- und Fußgelenke angelegt. Ich befestigte sie an den Bettpfosten, und nun lag sie mit gespreizten Armen und Beinen vor mir und war mir vollkommen ausgeliefert. Ich leckte mir die Lippen.War ich bis vor kurzem noch gar nicht in der Stimmung gewesen, hatte ich nun die süßeste, aber auch traurigste Freundin, die man sich wünschen konnte, wie auf einem Tablett auf dem Bett vor mir liegen mit ihrem weichen Körper. „Zum Anbeißen!“, säuselte ich.„Findest du? Vielen Dank.“„Weißt du, ich habe auch für dich etwas.“„Wirklich?“„Geh nicht weg!“Ich ging ins Bad. Ein paar Tage zuvor war ich im Baumarkt gewesen auf der Suche nach Spielzeug. Der Baumarkt erschien mir ein perfekter Ort für Sexspielzeug zu sein. So wie Joelle war ich auf der Suche nach Fesseln gewesen, war aber nicht fündig geworden. Ich fand nichts, was mir sicher genug erschien. Natürlich gab es Seile, aber ich war auf der Suche nach Manschetten. Nun, sie hatte vor mir welche gefunden, ich musste also gar nicht länger suchen. Stattdessen hatte ich beim Tierbedarf ein Halsband für sie gekauft. Ich hatte keine Ahnung, wie groß so ein Halsband sein musste, also probierte ich verschämt an mir selbst, bis ich die richtige Größe fand. Ich hatte auch Wäscheklammern aus Holz gekauft, eine Fliegenklatsche und vor allem einen Staubwedel und eine Schlafmaske. Um die beiden Sachen ging es mir. Zudem holte ich noch ein Badetuch aus dem Schrank, was ich über ihren Körper warf und dass ihre Nacktheit etwas bedeckte. Sie sah mich fragend an. „Du bist so traurig, das passt irgendwie nicht zu deinem geilen Körper. Wir sollten deinem geknickten Ego ein wenig Würde schenken.“, meinte ich zur Erklärung. Sie nickte, aber ich war mir nicht sicher, ob sie meinen Gedankengang nachvollziehen konnte. Ihre Tränen passten einfach nicht zum Sex in diesem Moment.Ich hob ihren Kopf an und legte ihr die Schlafmaske an. Nun war sie blind und hatte einen Sinn weniger zur Verfügung. Ich betrachtete sie, wie sie da lag, an ihren Fesseln zog und den Kopf drehte, um zu hören, was ich tat. Ich setzte mich zu ihr aufs Bett und streichelte über ihren Hals, weniger um sie zu stimulieren, mehr um sie zu trösten.„Willst du mir mehr von deinem beschissenen Tag erzählen?“„Ist das jetzt ein Spiel? So etwas wie ein Verhör?“„Ich dachte eigentlich, dass du vielleicht ein wenig erzählen möchtest, wo du jetzt gerade so entspannt da liegst und die Kontrolle abgegeben hast.“Sie atmete tief ein und aus und dachte nach.„Es ist einfach alles scheiße! Ich will das einfach nicht mehr. Alle erwarten, dass ich der große Star bin. Ich will nicht der große Star sein. Ich will ich sein. Ich will nicht stundenlang üben, bis mir die Finger bluten. Ich meine, was für einen Sinn macht das. Zu üben, zu üben, zu üben, zu üben nur um am Ende ein kleines bisschen besser zu sein und Töne zu spielen, die sowieso keiner beurteilen kann. Ich meine, wie viele im Publikum sind schon so gut? Die können das gar nicht beurteilen.“„Verstehe ich. Auf der anderen Seite hast du schon ein verdammtes Talent. Ich beneide dich echt darum. Wie schnell du Gitarre gelernt hast, das hat mir echt imponiert. Mir fliegt das nicht so leicht zu.“„Das Schlimme ist, dass die Gitarre mir viel mehr Spaß macht. Man kann seine eigenen Töne finden. Man kann damit kreativ sein. Bach zu spielen ist einfach nicht kreativ. Du spielst diese verdammten Töne, die ein anderer komponiert hat und die andere auch schon viel besser gespielt und aufgenommen haben. Weißt du, wen ich beneide? Dich! Du machst deine eigene Musik. Du komponierst, du schaffst etwas. Ich kopiere einfach nur.“„Jetzt belügst du dich aber selbst. Ich muss dir nicht erklären, dass Musik dadurch entsteht, dass sie jemand spielt und damit zum Leben erweckt.“ „Okay, geschenkt. Aber es macht einfach keinen Spaß mehr. Ich will einfach nicht mehr das tun, was andere von mir wollen. Meine Lehrer, meine Eltern, mein Freund, Bach und Verdi.“„Dann mach es nicht, mach, was du willst! Du bist weder deinen Lehren, noch deinen Eltern, noch Bach oder Verdi irgendwas schuldig.“„Ich glaube, so einfach ist das nicht.“„Du bist erwachsen.“„Weißt du, was ich will? Ich will hier liegen. Ich will dir gehorchen. Ich will mich dir ausliefern. Für immer!“Ich verstand es nicht. Sie beschwerte sich darüber, dass sie tun musste, was andere von ihr verlangten und sehnte sich danach, dass ich ihr sagte, was sie tun sollte. Ich sagte ihr das auch, und ihre Antwort überraschte mich:„Du hast ja Recht. Aber der Unterschied ist, dass du tust, was gut für mich ist.“„Das würden deine Lehrer, deine Eltern und Bach auch behaupten.“„Weiß ich nicht.“„Nun, vielleicht solltest du dir mal ein wenig Zeit nehmen, dir über deine Zukunft im Klaren zu werden.“„Das sollte ich wohl. Kannst du mich jetzt bitte dominieren?“Ich lächelte. Aber das sah sie nicht.Stattdessen stand ich auf und wartete. Sie sollte ein wenig desorientiert werden, und durch die Stille würde ich sie nervös machen, da war ich mir sicher. „Du weißt gar nicht, wie scharf du aussiehst!“, flüsterte ich in ihr Ohr, und eine Gänsehaut fuhr über ihre Arme. „Du weißt nicht, was ich mit dir mache! Du siehst nichts, du kannst dich mir nicht entziehen, du kannst nur fühlen! Heute bin ich Batgirl, und dein Körper ist Gotham.“Mein Fingernagel strich mit dem Nagel meines Zeigefingers über ihren Bauch, und die unerwartete Bewegung erschrak sie so sehr, dass ihre Bauchmuskeln sich anspannten.„So eine kleine Berührung, und so viel Reaktion! Meine Finger sind Batgirl, und die werden heute alles Böse aus deinem Gotham-Körper austreiben.“Ich wusste nicht, ob sie verstand, was ich meinte. Wahrscheinlich hatte sie nie Comics gelesen.Ich berührte sie an der Seite ihres Körpers, strich über ihre Rippen, und wieder bäumte sie sich auf.Dann ganz sanft ihre Brustwarze, dann ihr Knie, ihre Schulter, ihren Hals. Meine Finger waren flink und lautlos, wie Batgirl. Sie tauchten einfach irgendwo auf, und wann immer sie für wenige Augenblicke Joelles Haut berührte, zuckte sie zusammen und wehrte sich gegen die Berührung. Auf ihrem Gesicht bildete sich ein Lächeln. Sie sträubte sich und hatte doch Spaß. Ich kitzelte sie. „Bitte nicht!“, flehte sie. „Nein! Aufhören!“Aber ich hörte nicht auf.„Ich werde deinem Gotham-Körper das Böse austreiben. Weißt du, wer der Böse ist in Gotham?“Ich kitzelte sie wieder, und sie lachte und kämpfte gegen ihre Fesseln. Ich musste meine Frage wiederholen. Jetzt kitzelte ich ihren Körper ganz offen, und sie konnte sich nicht wehren, lachte, war gleichzeitig sauer, versuchte sich zu beherrschen, aber keine Chance. Unter ihren Achseln, an der Innenseite ihrer Oberschenkel, unter den Fußsohlen. Sie lachte und schrie und zerrte an ihren Fesseln. Aber keine Chance!„Bitte nicht! Bitte nicht! Aufhören!“Ich hörte auf und wiederholte meine Frage: „Wer ist der Böse in Gotham?“„Keine Ahnung, keine Ahnung!“ Sie brüllte, und ich fragte mich, ob die Architekten, die diesen Wohnbunker geplant hatten, sich Gedanken gemacht hatten über Lärmdämpfung und Kitzelfolter.Sie schrie, und ich brüllte sie an. „Wer ist der Böse in Gotham?“„Der Joker?“„Genau! Der Joker! Der Joker, der immer lacht. Ich werde dich zum Lachen bringen und all deinen Blues austreiben! Und dann werde ich weitermachen, und ich werde dir das Lachen exorzieren, bis du nicht mehr kannst, bis du heulst!“„Aufhören! Ich kann nicht mehr!“Sie versuchte ernst zu klingen, aber musste immer wieder losprusten.„Ich mache mich nass, wenn du nicht aufhörst!“„Wehe! Ein Tropfen in mein Bett, und du bist in einer Hölle von Ärger!“„Ich ertrag’s nicht mehr!“Ich machte weiter, einfach weiter, kitzelte sie, bis sie wirklich erschöpft war. Und dann änderten sich meine Berührungen. Sie wurden länger, weicher, voraussehbarer. Ich strich über ihren Hals, ihren Bauch, ihre Beine. Ich beugte mich über sie und küsste ihren Bauchnabel, fuhr mit der Zunge über die kleinen Härchen an ihrem Bauch. Manchmal berührte ich sie zwischen ihren Beinen. Ihr Gesichtsausdruck veränderte sich. Er wurde entspannt. Das Lächeln blieb aber. Was immer sie auf ihrer Seele hatte, war nun fortgewischt, und sie ließ sich auf meine Berührungen ein, ließ sich von mir streicheln, immer noch an wechselnden Stellen ihres Körpers, aber nun war sie entspannt.Vom Kitzeln ging ich zu einer Massage über, und nun ließ sie sich drauf ein. Ihr Atem wurde tiefer, ruhiger. Sie schien mit sich im Reinen zu sein, und mir schien, dass sie noch schöner wurde, da sie voller Lust war. Ihr Gesichtsausdruck, ihre weiche Haut. Ich konnte es nicht genau sagen, aber sie war noch begehrenswerter. Es war schon komisch, wie sie in meiner Wertschätzung gewachsen war. Sie war immer noch das verwöhnte Kind, aber sie war auch mehr. Ich konnte nicht sagen, warum ich sie so mochte, aber Gott, ich war verrückt nach ihr!Am Ende konzentrierten meine Hände sich auf ihre Körpermitte, ich streichelte sie, passte mich ihrem Rhythmus an, nur um sie dann ein wenig hängen zu lassen, und es weiter heraus zu zögern, aber nicht in böser Absicht. Und schließlich bäumte sie sich ein letztes Mal auf, ihre Muskeln zogen sich zusammen und entspannten in rhythmischen Wellen. Ich betrachtete sie in ihrem privaten Moment und wünschte mir, ich könnte nachempfinden, was sie fühlte, und es machte mich ein wenig traurig, dass ich das nicht konnte. Ich war unbeteiligte Zuschauerin ihrer Befriedigung. Ich legte mich neben sie, und wir schwiegen zusammen.„Jetzt sollst du was für mich tun!“, sagte ich, als Joelle genug Zeit gehabt hatte, ihren Höhepunkt zu genießen.Ich setzte mich rittlings auf ihren Bauch, hob ihren Kopf und bot ihr meinen Mund, meinen Hals, meine Brüste an, die sie mit Mund, Lippen und Zunge verwöhnte. Schließlich ließ ich sie in meinen Schritt, und ihr Mund, ihre Lippen und ihre Zunge verwöhnten mich zu meiner besten Zufriedenheit. Kapitel 29 Wir lagen noch eine Weile nebeneinander. Ich hatte ihre Fesseln nicht gelöst, immer noch waren ihre Arme und Beine an die Pfosten des Bettes gebunden. „Kann ich einfach hierbleiben?“„Meinetwegen, aber hast du keine Termine? Musst du nicht irgendwo sein?“„Mein Terminkalender ist voll. Richtig voll. Ich habe schon zwei Sachen verpasst.“„Solltest du nicht zumindest absagen?“„Das würde nichts nutzen. In meiner Welt gibt es kein Absagen. Ich habe das Handy ausgestellt. Ich will jetzt einfach nirgendwo sein als bei dir und mit niemandem sprechen. Nur mit dir!“„Du bist süß!“„Und ich bin erwachsen. Ich kann das selbst entscheiden!“„Total. Ich rede dir da nicht rein. Wenn niemand wissen soll, wo du bist, dann ist das dein Ding. Aber du solltest wissen, dass es Leute gibt, die dich vermissen.“„Die vermissen nicht mich als Mensch, sondern mich als Produkt, als ihre Einkommensquelle!“„Na gut. Dann bleib du hier. Ich muss noch was tun. Ich mache dir jetzt einen Arm los, und dann gebe ich dir einen Block, und dann schreibst du mir noch eine Geschichte. Okay?“„Okay.“Ich öffnete die Manschette ihrer rechten Hand. Sie hatte nicht viel Bewegungsfreiheit, und es war recht mühsam für sie, immer noch an drei Gliedmaßen gefesselt, eine Position zu finden, in der sie schreiben konnte. Aber es gelang ihr irgendwie, und ich ließ sie allein.Später las sie mir vor, was sie sich ausgedacht hatte. Ich ließ sie dabei in ihren Fesseln.Ihre Geschichte mochte ich überhaupt nicht. Ich möchte sie hier auch nicht wiedergeben. Hier nur ein paar Details: Wir fuhren immer noch in dem riesigen Straßenkreuzer durch die USA. Aber ich saß allein im Auto, Joelle lag gefesselt und geknebelt im Kofferraum. Wir kamen an eine Raststätte, ich hievte sie aus dem Kofferraum, und während ich den Wagen volltankte, verkaufte ich sie an Passanten, die sie oral befriedigen musste. Sie ging in einige Details, aber es war alles unattraktiv und unerotisch. Viel zu brutal meiner Meinung nach. Später riss ich in einem Diner eine Kellnerin auf, brachte sie mit in ein Motel und vernaschte sie dort, während Joelle immer noch gefesselt in der Badewanne lag und nur hören konnte, was wir dort taten. Sie beschrieb das etwas besser, aber es blieb kalt und menschenfeindlich. Ich wollte nicht so dargestellt werden, und ich wollte nicht, dass sie mich oder sich so sah. Kapitel 30 „Das ist Quatsch. So etwas kannst du dir nicht wünschen. Du bist ein kluger Mensch, du hast eine Menge drauf, in der Musik viel mehr als ich, du gehörst zu den Top-Musikerinnen in Deutschland, in der Welt vielleicht. Da kann es doch nicht dein Ziel sein, zu einer hauptberuflichen Sexsklavin zu werden!“„Weißt du was, ich vertraue dir. Ich vertraue dir, dass du es nicht so weit kommen lässt. Ich vertraue dir, dass du mich ein wenig machen lässt. Aber ich möchte dir diese Entscheidung geben. Du sollst entscheiden, was ich tue, was ich sage. Du kannst bestimmen, was ich anziehe. Ich möchte mich nur darauf konzentrieren, dein zu sein. Ich möchte in dir verschwinden, nur für deine Zufriedenheit da sein. Das würde mir reichen. Du sollst für mich entscheiden. Es gibt im Internet dafür sogar Verträge. Sklavenverträge, da steht alles drin. Da gibt man alle seine Rechte ab. Das will ich auch. Ich will dir alle meine Rechte geben.“„Sklavenverträge. Denk mal einen Moment nach! Da steckt doch ein Widerspruch in sich drin. Sklave und Vertrag, das passt nicht zusammen.“„Aber es gibt Millionen von Menschen, die das so machen. Die leben als Sklave und Herr oder Sklavin und Herrin oder was auch immer.“„Ich bezweifele, dass das Millionen sind.“„Ist ja auch egal. Dann machen das nur besondere Menschen. Ich bin was Besonderes, du bist was Besonderes. Das passt doch super zusammen.“„Ich verstehe dich echt nicht! Du bist unzufrieden mit deinem Leben, in das dir zu viele Leute reinfunken, und dann willst du auf der anderen Seite die Kontrolle komplett jemand anders geben?“„Du bist anders als die vielen anderen Leute. Du verstehst mich wie niemand sonst. Ich vertraue dir total. Ich liefere mich dir aus! Ich lasse mich von dir fesseln. Meinst du, ich würde das Privileg jedem geben? Niemandem vertraue ich so viel wie dir. Ich liebe dich!“Wow, jetzt trieb sie es aber weit! „Vielleicht solltest du nicht ganz so große Geschütze auffahren.“„Warum nicht? Ich liebe dich. Ich habe kein Problem, das zu sagen! Du könntest es ja auch!“Das tat ich nicht.Ich wollte auch nicht zu so etwas gedrägt werden. Ich wollte nicht einmal darüber nachdenken. Nicht in diesem Moment.„Du weißt überhaupt nicht, worauf du dich da einlässt.“„Okay, dann schlage ich dir was vor. Wir machen einen faustischen Pakt. Eine Woche lang, mache ich, was du willst. Egal was. Du entscheidest. Ich vertraue dir total. In allem, was du befielst. Und wenn ich es doch nicht mache, wenn ich es nicht mehr ertragen kann, wenn ich sage: Oh Augenblick verweile doch, du bist so schön, oder irgendwas anderes, was besser passt. Wenn ich sowas wie ein Safeword benutze, dann ist alles vorbei, und du hast gewonnen. Aber wenn ich gewinne, wenn ich alles ertrage, dann erwägst du, mich als deine Sklavin zu nehmen. Muss ja nicht für immer sein!“„Das ist ein doofer Plan.“„Wieso ist der Plan doof?“„Das sage ich dir. Okay, wir spielen dein Spielchen, so wie du es willst. Mein erster Befehl: Spring aus dem Fenster! Na, was sagst du jetzt? Oh Augenblick… und so weiter. Ich gewinne!“„Ach komm schon. Das ist doch unter deinem Niveau.“„Unter meinem Niveau? Die feine Dame ist aber wieder sehr wählerisch heute!“„Es ist unter deinem Niveau, weil du so etwas nie befehlen würdest.“„Woher willst du das wissen?“„Weil ich dich kenne! Und weil ich dich liebe!“„Für jedes weitere Liebe, und wenn es auch nur ein Adjektiv ist, peitsche ich dich mit einer neunschwänzigen Katze aus, die ich mir allerdings erst noch besorgen müsste.“„Okay, sorry. Ich meine ja nur. Dir liegt auch was an mir, und du würdest nichts machen, was mir schadet. Erinnere dich mal bitte zurück. Ich habe damit angefangen. Du kannst mit diesem ganzen Sado-Maso doch gar nichts anfangen. Ich musste dir die Brennnesseln quasi in die Hand drücken. Du wirst mit mir nichts Schlimmes anstellen.“Damit tat sie mir aber unrecht. Ich hatte in der Zwischenzeit viel gelernt. Ich hatte mir so viel Sado-Maso-Kram im Internet angesehen und angelesen, dass ich eine exzellente Domina angeben würde. Wenn es mal mit der Musik nicht mehr klappte, könnte ich einfach umschwenken. Okay, das war Unsinn. Ich mochte das meiste, was ich da gesehen hatte, nicht.„Komm schon. Lass uns spielen! Wir sehen das alles nicht so ernst und spielen. Wie auf Mallorca. War das nicht geil?“„Du erinnerst dich aber schon daran, dass du zwischendurch auch mal ziemlich zickig warst.“„Ja, aber das wird jetzt nicht mehr vorkommen, weil ich dir ja gehorchen werde.“„Daran glaube ich aber noch nicht so ganz.“„Kannst du aber!“Nun gut. Joelle hatte schon so viele Zugeständnisse gemacht, dass ich nicht mehr so richtig nein sagen konnte, ohne als komplette Spielverderberin dazustehen. Ich erbat mir also Bedenkzeit und beendete das Gespräch.Das erste, was ich allerdings tat, war nach Faust zu googlen. Es hatte irgendwas mit einem Pakt mit dem Teufel zu tun, das wusste ich auch. Aber mehr nicht. Diese Wissenslücke nagte etwas an mir. Okay. Faust, ein Wissenschaftler war wohl unzufrieden mit seinem Leben, stand kurz vorm Selbstmord, weil er mehr wissen wollte, als die Wissenschaft und die Religion hergaben. Also machte er einen Pakt mit Mephisto, dem Teufel, der ihm versprach, ihm zu zeigen, wie die Dinge so laufen. Und wenn Faust irgendwann mal genug hätte davon, Neues zu erfahren, dann würde Mephisto seine Seele kriegen. Daher auch das Zitat, was Joelle mir um die Ohren gehauen hatte: ‚Oh Augenblick verweile doch, du bist so schön.‘ Dann ging es dabei aber auch noch um Gretchen und eine Liebesgeschichte, aber die passte nicht so richtig dazu.Mit anderen Worten: Ich war der Teufel, und sie war der Faust, und unser Pakt bestand darin, dass sie schwor, nicht aufzugeben, um eine gute Sklavin zu sein. Auch das passte nicht so richtig zusammen, aber ich war gewillt, die logischen Schwächen ihrer Analogie zu übersehen. Immerhin hatte sie mich dazu gebracht, auf Wikipedia die Zusammenfassung zu Goethes Faust zu lesen. Ich hatte also wieder etwas gelernt. Kapitel 31 „Dir ist ja klar, dass diese Woche hier kein Zuckerschlecken wird. Ich bin nicht deine Dienstleisterin! Du bist meine Sklavin!“„Du bist also einverstanden?“ Sie sprang auf und umarmte mich wie ein kleines Kind. Wir saßen in einem Straßencafé und die anderen Gäste schauten sie uns komisch an. Es war mir egal. Was würden sie erst denken, wenn sie gehört hätten, worüber wir sprachen. Eine Woche Sexsklaverei für Joelle. Ich hatte mich breit schlagen lassen. Oder vielleicht hatte ich einfach nur nachgedacht. Ich war nicht ihre Psychiaterin, ich war nicht ihre Herrin. Wir spielten miteinander, und ihr Wunsch nach Sklaverei war albern. Sie wusste das auch, wie ich hoffte. Wir spielten also: Wie sehr kann ich dich triezen, bis du aufgibst. Natürlich hätte ich sie ganz locker an ihre Grenzen bringen können. Ich wollte gar nicht darüber nachdenken. Es sollte ja nur ein Spiel sein. Nichts würde daraus resultieren. Ich hatte überlegt, ob ihr eine Lektion erteilen sollte, ob ich ihr die Sicht der Welt aus den Augen einfacher Menschen vermitteln sollte. Aber was wusste ich vom Leben? Warum sollte ich so tun, dass ich die Weisheit mit Löffeln gefressen hätte? Ich hatte Spaß daran, ihr Befehle zu geben und sie sexuell zu dominieren. Das gab mir in keiner anderen Weise irgendeine Überlegenheit über sie, schon gar keine Intellektuelle. Ich war kein Yoda. Ich war nur diejenige, die sagte: Küss mir die Füße. Und die das Glück hatte, dass jemand Spaß daran hatte zu gehorchen. Ich hatte keine Philosophie. Ich hatte sie nicht zu belehren. Ich war nicht klüger, nicht besser.Ich wollte einfach wie sie ein bisschen Spaß haben und nachdem wir uns eine Weile nicht gesehen hatten, hatte ich wieder Verlangen nach ihr und sie offensichtlich nach mir. Das war alles. Nach der Woche wäre sie nicht meine Sklavin, es hätte sich nichts geändert, wir hätten nur miteinander gespielt und hoffentlich ein wenig Spaß gehabt.Und wenn überhaupt, dann wollte ich ihr die Gelegenheit geben, über ihr Leben nachzudenken. Vielleicht hätte sie ja Zeit, ein wenig nachzudenken. Eine Woche war immerhin lang. Ich hatte ein paar Tage gebraucht, um mir was einfallen zu lassen. Ich musste sie ja beschäftigen oder vielleicht manchmal auch nicht. Jedenfalls brauchte ich einen Plan. Meine freien Abende verbrachte ich also damit, durch meine kleine Wohnung zu laufen und mir was einfallen zu lassen. Was sollte sie den ganzen Tag über machen? Welche Aufgaben konnte ich ihr geben? Wo sollte sie schlafen? Vielleicht wollte sie eine Woche mit mir verbringen, aber ich konnte mich nicht pausenlos um sie kümmern. In meinem Leben war im Moment zu viel los. Vieles brachte kein Geld, bot allenfalls eine Aussicht auf Ertrag in der Zukunft. Das war die Besonderheit von vielen Künstlern. Sie gingen erst in Vorleistung, schrieben Songs, nahmen eine CD auf, malten ein Bild oder schrieben einen Roman, und dann hofften sie auf einen Plattenvertrag, auf einen Verkauf, auf einen Verlag. Man arbeitete erst, und vielleicht brachte das später auch Geld. Wenn man es mal geschafft hatte, wurde es einfacher, dann konnte man auf einen Vorschuss, einen Mäzen oder einen Vertrag hoffen. Aber selbst dann musste jedes Werk, das man vorlegte, auch den Erwartungen gerecht werden. Sonst war es schnell vorbei mit dem Künstlerruhm.Wenn man Pech hatte, kam der Ruhm erst nach dem Tod wie bei Mozart oder van Gogh oder wie bei der überwältigenden Mehrheit und unzähligen Künstlern in der Geschichte der Menschheit: Nie. Ich hatte ein neues Projekt aufgetan mit einem Gitarristen und einer Schlagzeugerin, die auch noch sang, hatten wir ein Trio gebildet. Wir waren alle gut, wir hatten alle Spaß, wir waren so zuversichtlich, dass wir eigene Songs schrieben und hofften. Aber Hoffnung macht nicht satt, also musste ich daneben noch arbeiten. „Hier sind meine Bedingungen!“„Okay! Schieß los!“„Wir machen das bei mir. Du nimmst dir eine Woche frei. Wie du das machst, ist mir egal. Eine Woche kein Kontakt zur Außenwelt. Kein Handy. Kein Telefon. Du kommst in meine Wohnung und gibst all deine Siebensachen ab.“ „Oh.“„Was passt dir nicht?“„Ich dachte, dass ich vielleicht mein Leben weiterleben könnte und abends zu dir kommen könnte. Ich meine nur, weil ich viel um die Ohren habe.“„Was für eine Sklavin ist das denn, die kommen und gehen kann, wenn sie will? Keine Chance. Die Woche gehörst du komplett mir und du wirst von der Bildfläche verschwinden. Also regle das so, dass alle glauben, du wärst nicht da. Meinetwegen erzählst du ihnen, dass du den Mount Everest besteigst und keinen Empfang hast. Ist mir egal.“Sie dachte nach und meinte dann: „Okay.“„Und damit das klar ist, ich werde in der Zeit arbeiten und proben und machen, was ich will. Wir werden nicht die ganze Zeit hier aufeinander hocken. Du wirst ziemlich lange allein in meiner Wohnung sein.“Sie schluckte und nickte, als wäre ihr jetzt klar geworden, wie ernst ich das alles meinte.„Kann ich denn wenigstens meine Violine mitbringen? Dann könnte ich was üben in der Zeit, wenn du nicht da bist.“ „Ich glaube, du nimmst das alles ein wenig zu locker.“„Schon gut, ich hab ja nur gefragt. Alles in Ordnung.“ „Noch was. Wenn es dir zu krass wird, wenn ich zu weit gehe, wenn du es nicht mehr ertragen willst, dann sagst du das schicke Faust-Zitat: ‚Oh Augenblick, verweile doch, du bist so schön.‘ Und dann bleiben wir da stehen. Hören mit allem auf und sprechen drüber.“„Meinst du wirklich, dass ich ein Safeword brauche. Was willst du mit mir anstellen? Mir die Haut vom Leib peitschen?“„Ich dachte nicht so sehr an sowas, sondern mehr daran, dass du generell Probleme bekommst, Befehle zu befolgen und zu dienen.“„Oh, ich werde dir dienen! Meine Hände, meine Zunge, mein ganzer Körper wird dir dienen. Da kannst du dir aber ganz sicher sein.“„Siehst du, das meine ich auch nicht. Konzentrier dich mal nicht auf das ‚Sex‘, sondern auf die ‚Sklavin‘ in ‚Sexsklavin‘.“„Okay, und?“„Ich denke eher, dass du ein Problem bekommen könntest, wie soll ich sagen, dein Ego etwas im Zaum zu halten.“„Ich weiß beim besten Willen nicht, was du meinst.“„Weißt du was, wir ändern dein Safeword. Wenn du es nicht mehr ertragen kannst, dann sagst du einfach: ‚Ich bin ein Star, hol mich hier raus!‘“Ich lächelte, und sie sah mich böse an. „Du hast ein vollkommen falsches Bild von mir.“„Nur so zum Test, damit du es auch nicht vergisst: Sag’s!“„Ich bin ein Star, hol mich hier raus.“ Frostiger konnte ihre Stimme nicht klingen.„Schön! Klappt doch! Wunderbar!“ „Eine Sache nur. Wir müssen das aber etwas verschieben. Ich habe im September einen Haufen Prüfungen und dann könnte ich eventuell ein paar Tage freischaufeln. Wenn ich mich richtig anstrenge. Aber definitiv keine Woche, fünf Tage vielleicht.“„Dann streng dich richtig an. Wie du es machst, ist mir egal, aber ich will dich komplett für mich. Kapiert?“„Ich denke, das sollte gehen.“„Nun gut. Ich will von deinen Terminproblemen nichts mehr hören. Aber für eine Sklavin bist du schon verdammt wählerisch.“Ich lächelte, um die Spannung aus dem Satz zu nehmen, und sie lächelte, als wäre sie nicht so ganz einverstanden mit dem, was ich da sagte.Kapitel 32 Ich war aufgeregt, das muss ich gestehen. Ich hatte mir allerlei überlegt. Manches war ausgefallen, manches ganz simpel. Es gab so viel zu bedenken. Ich wollte, dass wir Spaß hatten. Ich wollte sie an ihre Grenzen führen, aber nicht darüber. Ich wollte nicht krank wirken, was eigentlich albern war, denn sie hatte mich ja auf diese ganze Sache gestoßen, da brauchte ich mich vor ihr nicht zu rechtfertigen. Aber es gab halt so viele Möglichkeiten und Fettnäpfchen. Dominant zu sein, ist wirklich viel anstrengender. Man kann da nicht einfach nur so rumproleten. Man braucht schon einen Plan. Ein wenig kam ich mir trotzdem wie ihre Dienstleisterin vor, denn was trug sie zu dieser Woche bei? Nichts. Aber man soll solche Sachen auch nicht gegenseitig aufwiegen. Wir hatten beide Spaß in dieser Beziehung, und für mich war das alles einfacher als für sie. Ich machte die Regeln. Ich bestimmte. Sie musste sich damit arrangieren. Und mittlerweile fand ich, dass sie nicht so verwöhnt und überkandidelt war, wie ich am Anfang gedacht hatte. Sie war halt noch ein wenig jung und naiv, gerade dabei, sich zu finden. Inwieweit eine Woche Schweinkram ihr dabei helfen würde, wusste ich auch nicht, aber darum ging es ja vielleicht auch nicht. Ihre Klausuren waren alle geschrieben, sie hatte ihren Eltern und Lehrern irgendeine Story erzählt und sollte in wenigen Minuten da sein. Ich hatte ihr gesagt: „Punkt 18 Uhr bist du da, und wehe, du nimmst den Aufzug!“In der vergangenen Woche hatte ich mein Geschirr nicht mehr gespült und die Küche nicht mehr sauber gemacht, weil ihre Aufgabe darin bestehen sollte, die zu putzen. Das Bad hatte ich aber noch ganz penibel geputzt, weil ich nicht unhygienisch wirken wollte und meine Wäsche hatte ich auch noch gemacht, weil ich es nicht mochte, wenn jemand anders in meiner dreckigen Wäsche rumwühlt. Es war also alles kompliziert.Ich hatte die Wohnung nicht staubgesaugt, aber ich hatte meine Instrumente im Wohnzimmer alle beiseite geräumt. Sie sollte nicht daran gehen. Ich mochte es nicht, wenn jemand an meine Instrumente ging. Meine Bandkollegen hatten darin schon so eine Art Komplex oder Tick entdeckt und zogen mich damit auf. Ich hatte das Passwort an meinem Laptop geändert. Ich hatte eine kleine Abstellkammer in meiner Wohnung, in die hatte ich all das gepackt, was Joelle nichts anging. Ich war durch alle Schränke und Schubladen gegangen, um sicherzustellen, dass da nichts war, was sie nicht sehen sollte. Dabei hatte ich eine Menge alten Krempel gefunden, den ich weggeschmissen hatte. Ich hatte also so eine Art selektiven Hausputz veranstaltet, nur um vorbereitet zu sein. Denn Joelle würde es in meiner Wohnung verdammt langweilig werden, und sie würde zwangsläufig durch meine Sachen gehen.Mein Herz schlug kräftig, als es an der Haustür klingelte. Es war 17:58 Uhr. Ich drückte ihr die Tür auf, ohne an der Sprechanlage zu checken.Geduldig wartete ich, bis sie schnaufend die Treppe heraufgestiegen war. Sie atmete schwer. Joelle hatte eine große Reisetasche in der einen Hand und in der anderen Hand den Hartschalenkoffer mit ihrer Violine.„Puh, du solltest echt in weniger große Höhen umziehen! So von wegen Mount Everest und so.“, stöhnte sie, als sie meine Wohnung betrat.„Ach, ich habe damit nicht so ein großes Problem. Ich benutze den Aufzug.“„Sehr witzig!“Sie stellte ihre Sachen ab und wischte sich den Schweiß von der Stirn.„Ich habe zur Sicherheit mal meine Violine mitgebracht. Vielleicht komme ich ja doch zum Üben.“„Das ist sehr vorausschauend von dir.“ Sie lächelte dankbar für das Lob.„Okay. Ausziehen! Alles. Klamotten sauber zusammenfalten und auf den Boden legen!“Der Befehl kam ihr wohl etwas abrupt. Ich reagierte nicht darauf, sondern stand kühl da und wartete, dass sie meiner Aufforderung nachkäme.Als sie merkte, dass nichts mehr von mir kam, legte sie ihre Tasche ab und zog sich langsam und umständlich aus. Sie hatte wohl etwas anderes erwartet und war noch nicht in einer sehr unterwürfigen Stimmung. Ihr Strip fiel damit auch nicht sehr aufreizend aus, sondern nüchtern und faktisch. Am Ende stand sie vollkommen nackt in meinem Flur, und die Situation war ihr so peinlich, dass sie mit den Armen versuchte, ihre Scham zu bedecken. Auf Mallorca hatte sie das nie getan. Meine Wohnung war halt kein Liebesnest. Ich hatte mir diese erste Begegnung kühl ausgemalt, aber nicht ganz so kühl. „Dreh dich mal um!“Ich wollte sie noch ein wenig demütigen und diese seltsame Situation überwinden, indem ich sie noch weiter trieb. „Arme hoch!“ Ich betastete sie mit kalten Händen unter den Armen. „Beine spreizen!“ Ich betastete sie kalt, fuhr ihr durch die Haare, als würde ich checken, dass sie nichts in meine Wohnung schmuggelte. Sie entzog sich meinen Berührungen. Es erschien ihr peinlich. Nach all dem, was wir schon miteinander gespielt hatten, wunderte mich das dann doch. Ich zog es weiter durch. Ich ließ sie mir den Rücken zudrehen, sich nach vorne beugen und ihre Pobacken auseinanderziehen. Das war wohl die ultimative Demütigung. Aber sie ließ es mit sich machen. „Nimm deinen Krempel und folge mir!“Ich ging zur Abstellkammer, öffnete die Tür und meinte:„Pack hier all deinen Kram rein. Du brauchst güvenilir bahis siteleri das alles nicht in dieser Woche!“Sie sagte nichts, aber versuchte zu verstehen, was das bedeutete: Dass sie in dieser Woche ihre Kleider nicht tragen würde. „Eine Woche nackt. Wie findest du das?“Mit einem Schwung schloss ich dir, drehte den Schlüssel und zog ihn ab. Sie sah ein letztes Mal für einige Zeit ihre Violine. Da ging einer ihrer Pläne dahin.„Ich möchte, dass du dich nützlich machst, während du hier bist. Die Küche könnte ein wenig Aufmerksamkeit gebrauchen. Kannst du morgen machen, wenn ich aus dem Haus bin. Heute gibt’s nur noch eine Sache, die du zu tun hast. Du schläfst mit mir in meinem Schlafzimmer.“ Ich machte eine kleine Pause, um den Effekt zu verstärken: „Im Kleiderschrank.“Ihre Augen weiteten sich, aber sie sagte nichts.„Komm mit, ich zeig’s dir!“Ich hatte einen ziemlich großen Kleiderschrank. Der war nicht voll, aber ich hatte ihn günstig gebraucht bekommen und gerne genommen. Ich öffnete die Schiebetür. „Ist bestimmt ganz kuschelig. Die Klamotten müssen natürlich raus und die Bretter kannst du auch rausnehmen. Dann ist es aber ganz gemütlich, nehme ich an.“Wir standen vor dem Schrank. Kuschelig war es definitiv nicht. Aber man könnte darin liegen, sie konnte sich sogar ausstrecken. Umdrehen wäre vielleicht etwas schwierig.Sie sah mich entgeistert an: „Meinst du das ernst?“„Ich bin jetzt ein wenig gekränkt, dass du mir nicht dankst.“„Du hast ein riesiges Bett. Wir haben da zu zweit schon super geschlafen.“„Ich glaube nicht, dass es angemessen wäre, wenn ich mit meiner Sexsklavin das Bett teilen würde.“„Findest du?“„Finde ich.“„Erinnere mich noch mal gerade an deine Safeword.“„Ich bin ein Star, hol mich hier raus.“„Sehr schön!“„Aber keine Sorge, den Satz wirst du nicht von mir hören. Ich werde das ertragen. Auch den Kleiderschrank. Es ist nur, dass ich mir das etwas anders vorgestellt hatte.“„Tja, wie das so ist mit den Erwartungen.“ Ich war ein bisschen sauer, wollte das aber nicht sein. Nicht schon zu Beginn. Das sollte immerhin Spaß sein. Was ich als nächstes Tat, bereute ich wenig später schon ein wenig:„Vielleicht hast du Recht. Ich werde dir ein wenig helfen!“Ich ging an den Kleiderschrank und warf mit einer Handbewegung all meine Klamotten heraus und auf den Boden.„Siehst du, jetzt ist er schon viel leerer!“Sie sah mich kühl an. „Ich schlage vor, du räumst den Schrank aus und machst es dir gemütlich. Meine Klamotten solltest du natürlich ordentlich falten. Du willst dich ja auch nicht mit deiner Herrin blamieren. Okay? Sehr schön!“Ich wartete nicht auf eine Antwort, sondern ließ sie einfach stehen.Ich setzte mich auf die Couch und surfte auf meinem Laptop im Internet, aber ich ärgerte mich über sie und mehr noch über meine Reaktion. Und so fand ich mich am Ende darin wieder, dass ich auf die Geräusche achtete, die aus dem Schlafzimmer kamen. Offensichtlich kam sie meiner Aufforderung nach. Ich war beruhigt, dass es nicht gleich mit einem Sklavenaufstand begann. Ich entspannte mich etwas und konzentrierte mich auf meine Recherchen. Nach einer Weile kam Joelle mit gesenktem Kopf ins Wohnzimmer und kniete sich neben mich, ohne mich anzusehen.„Ich habe den Schrank vorbereitet, deine Kleider habe ich schön sauber gefaltet daneben gestapelt.“„Okay, ich sehe mir das später an.“Ich war erleichtert. Sie hatte mich gerade glücklich gemacht, dadurch dass sie meine Autorität akzeptierte. Ich griff hinunter zu ihr und kraulte ihren Nacken, spielte mit ihrem Haar, um ihr zu zeigen, dass von mir aus alles in Ordnung war und ich keinen Groll hegte. Sie schien meine Berührungen zu genießen. Offensichtlich hatte sie meine Launen akzeptiert und sich mit ihrer Rolle arrangiert.Joelle rollte sich vor meinen Füßen auf den Boden zusammen und legte ihren Kopf auf meinen Fuß. Wir blieben eine ganze Weile in dieser Position. Ich streichelte sie und überlegte derweil, ob ich mit meinem Plan fortfahren sollte. Ich hatte mir das so schick überlegt.„Ab morgen wirst du für uns kochen, aber ich dachte, wir rufen heute den Pizzaservice an.“, wollte ich sagen.Dann wollte ich anrufen und bestellen. Für mich einen großen Salat und irgendeine schicke, große Pizza. Für sie wollte ich so bestellen: „Außerdem hätte ich gerne noch eine kleine Margherita… Ach nein, warten Sie!“ Dann würde ich Joelle ansehen. „Ich finde, du hast dir eine Belohnung verdient!“ Ich hatte mir das alles vorher zurechtgelegt. Zum Pizzaservice: „Tun sie noch Sardellen drauf!“Wieder zu Joelle: „Du magst Sardellen doch, oder?“Sie hatte mir gesagt, dass sie Sardellen und Anchovis auf der Pizza nicht ausstehen konnte. Ich wartete ihre Antwort nicht ab, sondern spräche mit mir selbst: „Oder waren das Anchovis, die du nicht magst? Irgendwas war da.“Ins Telefon: „Tun Sie noch Anchovis drauf. Eins davon wird sie schon mögen!“Sie würde schäumen, da war ich mir sicher. Aber sollte ich das auch machen? Konnte ich den Plan durchziehen? Vielleicht hatte ich sie schon genug getriezt an diesem Tag. Immerhin hatten wir gerade unsere Harmonie wieder gefunden. Konnte ich das riskieren?Mir schien, dass ich auch nicht so richtig auf die Herrinnen-Rolle eingestellt war in diesem Moment. Warum sollte mich das kümmern, was sie dachte oder empfand? Was für eine Herrin war ich denn?Am Ende zog ich es durch. Ich beobachtete Joelle sehr genau während meines Anrufs, aber sie verzog keine Miene, ich hatte sogar das Gefühl, dass sie mir zunickte, als würde sie es akzeptieren. Ich ging in die Küche und machte mir einen Rotwein auf, schüttete mir das Rotweinglas voll, wie man es eigentlich nicht macht. Joelle brachte ich ein Schälchen mit Leitungswasser.„Du sollst ja auch nicht leben wie ein Hund!“, meinte ich und stellte es vor sie hin.Sie sah mich an.„Prost!“, meinte ich und nahm einen tiefen Schluck aus meinem Glas. Joelle senkte ihren Kopf in die Schüssel und versuchte mit der Zunge das Wasser aufzuschlecken. „Pet play nennt man das. Wenn ich dich zu meinem kleinen Hundchen oder zum Kätzchen mache. Magst du das?“Sie sah mich an und bellte. Ich lächelte. Ich sehe dich irgendwie mehr als mein kleines Kätzchen. Auf Knien strich sie an meinen Unterschenkeln vorbei wie eine Katze.„Miau!“, machte sie.„Du bist süß!“, lobte ich sie. „Trink noch was!“Sie kroch zurück zu ihrer Schüssel, fixierte mich mit ihren Augen und senkte dann wieder den Kopf in die Schüssel.Ich lächelte. „Du versuchst mich scharf zu machen. Zu manipulieren wie eine Katze ihre Dosenöffnerin. Ich sprach zu ihr, wie man mit einem Haustier spricht. Versuchst du mich gerade zu manipulieren?“Sie sah mich an, als verstünde sie nicht und legte den Kopf schief. „Du bist mir schon ein kleines Luder!“ Ich lächelte. Als es klingelte, scheuchte ich Joelle ins Bad, und sie kroch schnell auf Knien in ihr Versteck, um nicht von dem Pizzalieferanten gesehen zu werden. Ich bezahlte die Pizza, ging in die Küche, holte mir Messer und Gabel und rief Joelle dann zurück. Als sie wieder im Wohnzimmer war, ließ ich den Karton mit ihrer kleinen Pizza einfach vor ihr auf den Boden knallen. „Guten Appetit!“Ich selbst setzte mich auf die Couch, meinen Pizzakarton auf den Knien und aß meinen Salat.Joelle hockte auf dem Boden neben ihrer Pizza. „Bekomme ich auch Messer und Gabel?“„Hallo? Hello? Kitty? Seit wann kann eine Miezekatze Messer und Gabel halten?“„Aber mit den Fingern darf ich doch wohl essen oder?“„Mit den Pfötchen? Klar! Wir wollen doch biologisch korrekt sein! Aber seit wann können Kittys sprechen?“Sie sagte nichts mehr, kauerte sich über ihre Pizza und riss sich mit spitzen Fingern ein Stück heraus und aß es. „Wie sind die Sardellen? Als Kätzchen müsstest du Fisch doch mögen!“Sie sagte nichts, sah mich nur böse an und aß weiter. Ich neckte sie noch ein bisschen, aber im Wesentlichen aßen wir beide still und sagten nichts. Meine Augen waren größer gewesen als mein Magen. Nach dem Salat hatte ich fast schon genug, und die Pizza konnte ich nicht mehr essen. Ich ging in die Küche, holte mir ein zweites Glas Wein, brachte die Flasche mit, kippte ein wenig in Joelles Schüssel. Das mit dem Sklavengedöns funktionierte nicht so richtig. Zumindest in diesem Augenblick noch nicht.Sie miaute ein Danke, und ich lockte sie mit einem Stückchen Pizza und fütterte sie mit meiner Quattro Formaggi. Ich ließ sie vor mir Männchen machen, ließ sie sich recken und strecken nach einem Stückchen Pizza. Ich zog es wieder weg, wenn sie ein Stückchen abbeißen wollte, sodass die Käsefäden sich lang und länger zogen, bis ein Faden riss und auf ihrem Oberkörper landete. Ich packte sie mit meinen fettigen Händen, aß ihr den Käse von den Brüsten und bald schon wälzten wir uns auf dem Boden, küssten uns, ich steckte ihr Stücke der Pizza in den Mund, betatschte sie mit meinen Fingern. Schrieb mit Tomatensauce Sklavin auf ihren Bauch und leckte sie dann ab. Wir veranstalteten eine ziemliche Sauerei da auf dem Boden. „Dir ist schon klar, dass du das morgen alles wegmachen musst?“, sagte ich. „Von mir aus kannst du noch mehr Pizzas bestellen, wenn du mich damit einschmierst. Ich mache heute alles mit. Und morgen mache ich alles sauber!“Am Ende waren wir komplett eingesaut mit Pizza. Ich half ihr auf, zog sie hinter mir her ins Bad, wo sie mir die letzten Kleider, die ich noch anhatte, auszog, und dann duschten wir zusammen. Lange und ausgiebig, und ich presste sie gegen die Kacheln, küsste und meine Finger streichelten sie überall. Später verlagerten wir unser Liebesspiel ins Bett, und wir liebten uns lange und ausgiebig, und wir vergaßen dabei das Spiel von Dominanz und Unterwerfung. Am Ende lag sie in meinen Armen und wir schwiegen zusammen. „Wir sind schon ein bisschen krank.“, sagte ich nach einer Weile in die Stille hinein.„Wieso?“„Naja, wir haben gerade gespielt, dass du eine Katze bist. Ist das nicht irgendwie krank? Von wegen so Sex mit Tieren.“„Hast du an sowas gedacht?“ „An was?“„Na, dass ich eine echte Katze bin und du es mit einer echten Katze treibst.“„Natürlich nicht!“„Ich glaube in echt sind Hunde besser. Katzen haben fiese Zungen. Keine Pussi für die Muschi sagt man doch.“„Nein, sagt man nicht! Das hast du gerade erfunden! Du bist eklig! Überhaupt an sowas zu denken!“„Tue ich gar nicht! Ich habe das zufällig im Internet gelesen.“„Genau deshalb ist es komisch, was wir hier machen! Weil wir in einen Topf geschmissen werden mit all diesen Kranken.“„Na und? Ehrlich, es gibt hier niemanden, der eitler ist als ich. Aber es ist mir echt egal, was andere denken über das, was ich geil finde.“„Sagt diejenige, deren erste Regel ist, dass wir nicht in der Öffentlichkeit spielen dürfen, weil sie nicht erkannt werden will. Soll ich deinen Eltern ein Foto schicken von dir zwischen meinen Beinen beim Muschi-Pussi spielen? Oder deinem Pseudo-Freund aus dem Fernsehen?“„Touché. Okay. Du hast Recht.“„Aber ich meine auch nicht deine Eltern oder wen auch immer. Ich meine uns. Wir spielen Muschi und Pussi. Mussis und Puschis gehören einfach nicht zusammen. Das ist eklig.“„Das ist ein Rollenspiel, mehr nicht.“„Ja, aber trotzdem! Fragst du dich nicht manchmal, ob wir beide sauber ticken? Ich meine, ich lasse dich nackt durch meine Wohnung kriechen, und du gehorchst mir auch noch.“„Was soll daran krank sein?“„Die Bildzeitung würde was anderes sagen. Meine Nachbarn würden uns mit Mistgabeln aus der Stadt jagen. Deine Eltern würden dich in eine Anstalt einweisen lassen, wenn sie wüssten, was wir hier treiben.“Sie zuckte mit den Schultern. „Ich habe damit kein Problem. Du solltest es auch nicht. Das ist alles tiefenpsychologisch. Siegmund Freud und so. Hormone. Neuro-Chemie oder was auch immer. Ist so wie Religion. Die kann man auch nicht erklären. Manche Leute finden es geil, an Gott zu glauben. Ich finde es geil, von meiner heißen, geilen Freundin dominiert zu werden. Manche gehen vor Gott auf die Knie, ich vor dir.“„Ich würde das nicht unbedingt vergleichen.“„Ich finde, das Wichtigste ist, dass wir beide damit einverstanden sind, was wir hier machen. Alles andere ist doch egal.“Mir fiel nichts Besseres dazu ein, und so schwieg ich. Vielleicht hatte sie Recht. Vermutlich. Bestimmt. Ich hielt sie in meinen Armen, versenkte meine Nase in ihre frisch gewaschene Haare, die so wunderschön warm und einladend rochen, und so schliefen wir zusammen ein.Der Kleiderschrank blieb in dieser Nacht leer.Kapitel 33 Im Musikgeschäft war am Morgen nicht viel los. Ich suchte mir eine doofe Arbeit und stimmte die Gitarren und Bässe, die alle schon gestimmt waren, um die Zeit totzuschlagen. Irgendwann kam ein Kunde, der neue Saiten für seinen Bass brauchte, und ich gab ihm eine Beratung über die verschiedenen Arten von Saiten, welche Vor- und Nachteile sie hatten, welchen Einfluss sie auf den Klang des Instruments hatten. Er kaufte am Ende ein halbes Dutzend unterschiedliche Saiten, was eigentlich unsinnig war. So viele Saitensätze braucht ein Anfänger nicht. Aber am Ende wollte der Mann mir nur noch entkommen und kaufte alles, was ich ihm vorstellte. Obwohl ich es gar nicht darauf anlegte, ihm was zu verkaufen. Ich wollte nur, dass die Zeit schneller rumging.An diesem Morgen musste ich einige Male an Joelle denken, die in diesem Moment nackt in meiner Wohnung war, die Küche und den Rest der Wohnung putzte und die Pizza-Sauerei behob.Ich konnte es nicht erwarten, zu ihr zurückzukehren.Nach der Arbeit hatte ich noch eine Probe mit meiner neuen Band. Es lief gut. Die Sängerin hatte einen neuen Song geschrieben und wir machten einige schicke Arrangements. Jeder hatte großartige Ideen, mit dem Schlagzeuger klickte es, und wir entwickelten Rhythmen und Basslinien wie seit langem nicht mehr.Als ich in der Bahn saß, hatte ich ein schlechtes Gewissen, denn es war spät geworden, später als ich es gewollt hatte. Ich hatte einmal auf meinen Anrufbeantworter gesprochen, um ihr zu sagen, dass es später würde. Ich hatte das so mit ihr vereinbart, dass sie mein Telefon nicht benutzen dürfe, aber ich ihr darüber vielleicht Nachrichten geben würde. Es wurde dann aber verdammt spät, und ich hatte ein schlechtes Gewissen. Als ich nachhause kam, saß sie immer noch nackt mit gesenktem Kopf neben der Tür und erwartete mich. Ich fand das irgendwie rührend.Ich beugte mich zu ihr hinunter und gab ihr einen gefühlvollen und langen Kuss. Sie nahm es mir nicht übel, dass ich sie vernachlässigt hatte. „Kein Problem. Ich habe die Wohnung geputzt und hatte Zeit mir ein paar Gedanken zu machen.“„Worüber?“„Über mein Leben.“„Du hast beim Putzen deine Bestimmung gefunden?“„Nicht so ganz.“„Willst du mir davon erzählen?“„Beim Essen? Ich habe Pasta vorbereitet, aber wollte die nicht schon kochen, weil ich nicht wusste, wann du zurückkommst.“„Ich bin am Verhungern!“„Okay, dann kümmere ich mich mal ums Essen.“Ich entließ sie in die Küche und ging ins Bad, um mich ein wenig frisch zu machen. Ich war wirklich kaputt. Es war ein langer Tag gewesen. Ein guter Tag, aber auch ein anstrengender. „Wow, die Küche glänzt ja richtig!“ Sie hatte gut Arbeit geleistet. „Ich dachte, die Farbe der Schränke wäre frittenfettgelb. Ich hätte nie gedacht, dass die in Wahrheit weiß sind!“Sie hatte geputzt, gewischt, die Schränke neu einsortiert. So sauber war es in meiner Küche noch nie gewesen. Ich war mir relativ sicher, dass sie auch nicht lange so sauber bliebe. Aber für den Augenblick war ich vollkommen begeistert.Ich setzte mich an den Tisch, der nur für mich gedeckt war. Joelle brachte mir ein Glas Wein und einen Teller mit Spaghetti. Besteck und Serviette lagen bereits da. Ich hatte nicht gewusst, dass ich überhaupt Servietten hatte.Sie entschuldigte sich, dass sie bis auf eine Packung Mirácoli nicht viel Essbares gefunden hatte. Ich versprach am nächsten Tag einkaufen zu gehen. „Ich habe sogar schon einen Einkaufszettel gemacht.“„Die perfekte kleine Haussklavin!“„Ich versuche es zumindest zu sein. Darf ich auch etwas essen?“, fragte sie.„Natürlich, du musst doch einen Riesenhunger haben!“„Es geht schon.“Sie machte sich einen Teller zurecht und stellte den auf den Boden. Dann kroch sie unter den Tisch mir zu Füßen. Ihre Rolle hatte sie schon ganz gut gefunden. „Erzählst du mir, worüber du nachgedacht hast?“, fragte ich, und aß meine Mirácoli.„Naja, ich glaube, diese ganze Solo-Profi-Musiker-Sache ist nichts für mich. Ich wollte immer ein großer Star werden. Oder vielleicht wollte ich das nicht, sondern meine Eltern wollten das, und dann wollte ich das auch. Ich habe mir das immer geil vorgestellt. Wie ein Rockstar der Klassikmusik. Sex and d**gs and Rock’n Roll. Nicht so viel Sex und d**gs natürlich, und kein Rock’n Roll. Obwohl so ein Verdi hat auch ganz schön viel Rock’n Roll. Das Ende vom Sommer in den vier Jahreszeiten ist schon krass. Der zweite Satz der Neunten von Beethoven oder dieses ganze moderne Zeugs: Le Sacre du Printemps von Stravinsky, das ist Heavy Metal pur. Naja, Star jedenfalls. Das wollte ich sein. Aber in der Klassik kannst du nicht mit der Flasche Jack Daniels auf die Bühne torkeln. Du musst den ganzen Tag und immer und immer und immer nur üben und üben.“Ich hörte ihr zu, aber es kam mir ziemlich seltsam vor, dass ich am Tisch saß und sie darunter. Also stand ich auf, nahm meinen Teller und mein Glas und kroch zu ihr unter den Tisch. „Was machst du?“„Ich komme zu meiner kleinen Sklavin!“Ich schmiegte mich an ihren Rücken, meine Beine links und rechts neben ihren. Ihr Gesicht war ganz verschmiert, weil sie ohne Messer und Gabel mit dem Kopf in der Schüssel gegessen hatte.„Wie siehst du denn aus?“Ich nahm die Serviette, spuckte drauf und wischte ihr die Tomatensauce mit kräftigen und wenig zärtlichen Bewegungen aus dem Gesicht. „Danke.“„Du hast dich total eingesaut!“Dann nahm ich ihr den Teller aus der Hand und kippte ihre Spaghetti auf meinen Teller. Sie hielt ihn und ich fütterte abwechselnd sie und dann mich. „Und jetzt erzähl weiter!“Sie erzählte, wie sie immer weniger Spaß an ihrem Instrument hatte, es manchmal regelrecht hasste, wie sie immer weniger Motivation hatte. Dass die Erfolgserlebnisse und der Applaus nach einem Konzert zwar großartig waren, aber nicht mehr den Aufwand rechtfertigten. Sie erzählte mir, wie sehr sie mich bewunderte, dass ich so viele Instrumente spielte. Ich erwiderte, dass ich sie dafür beneidete, dass sie in ihrem einen Instrument so gut wäre. “The grass is always greener on the other side.”, meinte sie.Jedenfalls wollte sie das nicht mehr. Sie wollte ihr eigenes Leben leben. Sie wollte ihren eigenen Traum, und der bestand eben nicht darin, Geigerinnen-Superstar zu werden. Ich wand ein, dass sie ein Talent hatte, das nur die wenigsten Menschen hätten und sie sich überlegen sollte, ob sie das wirklich aufgeben wollte. „Das haben mir meine Lehrer auch gesagt. Sie sagen das immer wieder. Aber habe ich wirklich eine Verantwortung etwas zu tun, nur weil ich es kann? Nur weil der beste Profikiller der Welt ein großes Talent zum Profikillen hat, heißt das ja nicht, dass er seinen Job auch ausüben sollte.“Sie hatte offensichtlich darüber nachgedacht.„Aber als Musikerin bereitest du den Leuten Freude. Ein Profikiller tut das nicht.“„Außer seinem Auftraggeber.“„Okay, geschenkt.“Sie wollte ihr Instrument wieder lieben, wie sie es früher getan hatte. Im Moment empfand sie es als Qual. Sie überlegte, an eine normale Uni zu gehen und da Musik zu studieren. Sie wollte mehr Instrumente lernen. Sie wollte anderen Leuten Musik vermitteln. Vielleicht Musiklehrerin werden oder Musikthe****utin. Ich konnte mir das noch nicht so richtig vorstellen. Immerhin war sie manchmal selbst noch wie so ein Kind. Aber ich behielt das für mich. Ich wollte ihr das nicht ausreden. Es war ihre Entscheidung. Sie war sich noch nicht sicher, was sie machen wollte, meinte aber, dass sie auf einem guten Weg war. Wir hatten ein sehr nettes Abendessen unter meinem Küchentisch. Irgendwann merkte ich, wie sie immer mal wieder scheinbar zufällig ihren Rücken gegen meine Brüste drückte. Flüchtig und wie zufällig. Aber es war nicht zufällig. Ich nahm einen Schluck aus dem Rotweinglas, dann gab ich ihr einen Schluck zu trinken. Ich zog aber das Glas weg, als sie trank und schalt sie: „Pass doch auf! Du bist so ungeschickt!“Ein Rinnsal war aus ihrem Mundwinkel geflossen, den Hals hinunter zwischen ihre Brüste. „Du hast dich wieder eingesaut!“Ich beugte mich von hinten über sie, küsste ihr den Wein vom Mund, vom Kinn vom Hals, bog ihren Kopf nach hinten, um dem Rinnsal folgen zu können. Ich küsste ihr Brüste, nahm ihre Nippel zwischen meine Zähne, biss sanft zu, umspielte mit meiner Zunge im Wechsel und biss dann wieder so fest zu, bis ihr Körper sich anspannte und sie Schmerz empfand. Sofort löste ich meinen Biss. Doch sie drückte mir ihre Brust wieder entgegen und forderte mich stumm auf, noch einmal zuzubeißen, und das tat ich. Nun ein wenig stärker, bis sie scharf die Luft einsog. Ich gab nach, und sie entspannte sich wieder. Mein Mund fand ihre rechte Brust, und ich wiederholte das Spielchen während meine Hand sich in ihren Schoß schlängelte. Und wann immer ich ihr milden Schmerz zufügte, waren meine Finger besonders aufmerksam an einer anderen Stelle ihres Körpers. Wenn meine Zähne von ihrem Körper abließen, berührten auch meine Finger sie nicht mehr. „Gott, ich könnte dich fressen!“, hauchte ich ihr ins Ohr. Eine Gänsehaut schoss über ihren Rücken, und ich biss ihr ins Ohrläppchen. Fest, und gleichzeitig waren meine Finger wieder in ihrem Schoß. „Friss mich!“, stöhnte sie. „Bitte friss mich! Wie der Wolf das Rotkäppchen!“ Und so fühlte ich mich auch. Wie eine Wölfin. Sie hatte Recht. Ich fiel über ihren Körper her und sie bot ihn mir dar. Duldsam und unterwürfig.Ich konnte mit ihr machen, was ich wollte, und so liebte ich mich in Rage, und sie ertrug es bis zu ihrem Höhepunkt. Kapitel 34 Ich hatte meinen Plan geändert. Schon wieder. Mit der Durchsetzungsfähigkeit und Konsequenz hatte ich es noch nicht so. Als ich aufwachte, lag Joelle wieder neben mir, und der Schrank war auch in der zweiten Nacht noch nicht benutzt worden von ihr. Joelle konnte mich nicht so richtig ernst nehmen. Ich würde eine schlechte Mutter abgeben, aber ich wollte ja auch keine Mutter sein, sondern eine dominante Liebhaberin. Zumindest als Liebhaberin fand ich mich recht kompetent. Joelle beschwerte sich zumindest nicht. Mit dem Dominanten haperte es allerdings noch.Als ich aufwachte, schmiegte sie ihren Körper schon wieder an mich, und ich war schon stolz auf mich und meine Willenskraft, als ich sie wegschob.„Nicht jetzt! Ich muss zur Arbeit!“Ich schälte mich mit äußerstem Widerwillen aus dem warmen Bett, das so wundervoll nach ihr roch. Ich ging ins Bad, duschte halbwegs kalt, um meinen Kreislauf in Gang zu bringen und als ich einigermaßen frisch und fröhlich herauskam, war ich bereit, die Dinge für Joelles Tag zu ordnen. Joelle werkelte in der Küche. Ich roch den Kaffee schon. Ich richtete einen zweiten Account auf meinem Laptop ein und installierte die Kindersicherung. Dann legte ich Joelle ein Kleid heraus. Ich hatte ein einziges Kleid. Vor langer Zeit gekauft, praktisch nie getragen. Ich stand nicht auf Kleider. Es passte mir auch nicht sonderlich gut. Schließlich ging ich mit allem in die Küche:„Deine Aufgaben für heute: Erstens: Küche saubermachen.“Sie nickte.„Zweitens: Du hast gesagt, dass wir nichts zu essen da haben. Du wirst einkaufen gehen. Hier ist ein Kleid für dich. Es ist nicht schön, aber es wird dir irgendwie passen. Und damit dir klar ist, dass du meine kleine Sklavin bist, wirst du keine Unterwäsche tragen.“Sie nickte.„Barfuß?“„Ich gebe dir ein paar Flipflops.“ Gott, man musste auch an alles denken! Was hatte ich sonst noch vergessen? „Einen Haustürschlüssel gebe ich dir auch noch. Und hier sind 50 Euro. Das sollte reichen. Um die Ecke ist ein Aldi. Ich vertraue dir, dass du damit keinen Scheiß kaufst. Keinen Champagner, keinen Kaviar, keine Trüffel oder was ihr reichen Prinzessinnen sonst den ganzen Tag über esst!“ Sie nickte. „Drittens: Hier ist mein Laptop. Ich will, dass du Studienmöglichkeiten recherchierst. 90 Minuten hast du, dann schaltet die Kindersicherung das Internet ab. Kindersicherung bedeutet auch, dass alle Pornoseiten gesperrt sind.“„Danke schön.“„Heute Abend möchte ich einen Bericht, was du rausgefunden hast.“„Viertens: Ich möchte von dir heute noch so eine Story hören. Aber nicht so Hardcore wie die vom letzten Mal. Die musst du nicht aufschreiben, ich möchte, dass du sie mir erzählst. „Okay, kriege ich hin!“„Sechstens…“„Fünftens meinst du bestimmt“, unterbrach sie mich. „Fünftens. Kein Sex heute. Ich will nicht, dass du an dir rumspielst. Deine Finger bleiben heute schön über dem Bauchnabel. Verstanden?“Sie nickte: „Verstanden.“„Ich werde das rausfinden, wenn du mich belügst!“„Natürlich.“Natürlich hatte ich keine Chance, das herauszufinden, aber es schien mir, dass ich das sagen musste.Ich nippte noch schnell am Kaffee, küsste sie, quetschte dabei ihre linke Brustwarze zwischen meinen Fingernägeln, und als sie mich fragte: „Musst du denn wirklich gehen, kannst du dich nicht einfach krank melden?“, zog ich daran, bis sie empört aufschrie. Und dann benahm ich mich wieder wie die Oberlehrerin, was mich im Nachhinein selbst ärgerte, und sagte: „So was macht man nicht als erwachsener Mensch! Ich erwarte von dir, dass du erwachsen wirst!“Sie senkte den Kopf, und als sie ganz demütig: „Ja Herrin!“ sagte, da war ich kurz davor, mich wirklich krank zu melden. Aber sowas machte man nicht als erwachsener Mensch, und so verließ ich sie.Es wurde wieder ein langer Tag, aber dieses Mal achtete ich auf die Zeit und war entschlossen, früher wieder zuhause zu sein. Bevor ich am Abend in die Bahn stieg, rief ich an und sprach auf den AB, wann ich zuhause sein würde. Joelle empfing mich wie am Tag zuvor mit gesenktem Kopf und nackt, und ich freute mich, sie zu sehen.Sie hatte gekocht. Großartig war es nicht, das konnte man wirklich nicht sagen. Sie konnte noch weniger kochen als ich. Aber woher sollte sie das auch gelernt haben? Dieses Mal ließ ich sie auf dem Boden essen, aber ich erlaubte ihr eine Gabel, außerdem dirigierte ich sie so, dass wir uns ansehen konnten. Mir war nicht klar, ob das so eine gute Idee war, ihr alle Kleider zu verbieten. Ich wollte auch nicht übermäßig arschig sein. Mir schien das mittlerweile ein wenig zu weit zu gehen, aber ich sagte nichts, war aber bereit, diese Regel sofort abzuschaffen, sollte sie mir nur einen guten Grund nennen. Es schien mir komisch, dass jemand den ganzen Tag nichts anhatte. Schließlich fühlte man sich nicht immer danach. Nach dem Essen setzten wir uns ins Wohnzimmer. Ich bei einem Rotwein, sie bei einer Schüssel mit Wasser, aber ich machte daraus ziemlich schnell eine Schorle. Sie bedankte sich. Ich ließ sie von ihrem Tag erzählen, und sie war ganz stolz, alle Aufgaben erfüllt zu haben. Sie berichtete, wie sie sich gefühlt hatte, so leicht bekleidet einkaufen zu gehen, und dass sie das Gefühl gehabt hatte, dass alle wussten, dass sie unter dem Kleid nackt war. „Da war diese Angestellte. Eine kleine Blonde. Ganz schlank mit langen Fingernägeln. Sahen ein bisschen billig aus, aber gut. Geschmacksache. Die lief mir immer hinterher. Erst dachte ich, die glaubt, dass ich klauen will oder so. Aber dann ist mir aufgefallen, wie sie immer auf meinen Hintern geschaut hat. Ich hätte es gerne rausgefunden, ob sie auf mich stand. Es waren nicht viele Leute in dem Laden, aber wo geht man in so einem Aldi hin, wenn man ungestört sein will? Nirgends. Ich habe mich einmal ganz tief gebückt, aber mit durchgedrückten Knien, dass dein Kleid so ein bisschen hochrutschte. Viel konnte sie nicht sehen, aber immerhin. Tja, das war meine kleine Story im Aldi. Fandst du das nuttig?“„Überhaupt nicht.“„Du musst auch nicht eifersüchtig werden. Ich zeige meine Schätze nur dir!“Sie lächelte. Ich wusste nicht, ob ich ihr die Anekdote abnehmen sollte. Aber wenn sie die für mich erfunden hatte, dann hatte sie das gut gemacht.Sie berichtete von ihren Recherchen im Internet nach Studienangeboten. Sie erzählte, dass sie ganz viele Unis abgeklappert hatte nach Studienmöglichkeiten im Bereich der Musik. Aber sie war nicht weit gekommen. Es gab scheinbar so viele Optionen und Studienrichtungen, dass die Zeit der Kindersicherung abgelaufen war, bevor sie irgendwas Konkretes gefunden hatte. Sie war sich aber sicher, dass sie was in Richtung Musikpädagogik machen wollte. Anderen Leuten Musik beizubringen, das wollte sie. Und sie wollte darin besser sein als ihre Lehrer, die überhaupt kein Gespür für Menschen hatten.Sie bat mich ganz formell und höflich, ihr am nächsten Tag wieder etwas Zeit am Rechner zu erlauben, und ich stellte ihr das in Aussicht, wenn sie sich gut benehme. Ich wusste aber selbst nicht, was das bedeutete. Es machte aber nichts. Ein paar leere Drohungen waren ja ganz in Ordnung.„Erzähl mir jetzt die Geschichte!“ „Okay. Soll ich dir vorher noch einen Wein holen?“„Ich glaube, du musst eine neue Flasche aufmachen.“Sie kroch in die Küche. Mein Blick folgte ihrem Hintern, der ausladend hin und her wackelte, als wolle sie mich heiß machen. Das wollte sie bestimmt. Und das klappte auch. „Sie kam mit dem Wein zurück, goss mir ein und kuschelte sich dann um meine Beine herum. „Dann leg mal los.“„Wir wohnen in Amerika. In Colorado. Weißt du, warum gerade in Colorado?“„Weil man da gut Skifahren kann?“„Nein. Wieso Skifahren? Was habe ich mit Skifahren zu tun? Das ist ja eine komische Antwort.“„Vorsicht, Prinzessin!“, warnte ich sie. „Nicht übermütig werden!“„Ich bitte um Verzeihung. Oh, mir fällt gerade was ein! Ich habe dir vom Einkaufen noch etwas mitgebracht. Soll ich es holen?“„Ein Geschenk für mich?“Sie sah mich mit großen Augen an und sagte mit gespielt kindlicher Stimme. „Vielleicht eher für mich.“„Na dann bring es mir.“Sie kroch in die Küche und kam mit einer Fliegenklatsche zurück, die sie zwischen den Zähnen trug. Ich nahm sie ihr aus dem Mund. „Haben wir Ungeziefer?“„Wie gesagt. Die ist für mich.“„Für dich?“„Du bist immer so nett zu mir.“„Zu nett?“„Ja, zu nett. Ich will manchmal Angst vor dir haben.“Ich drehte die Fliegenklatsche in meinen Händen. Es war so ein richtig hässliches Teil aus grellem Plastik. Dann ließ ich es durch die Luft zischen, und es machte ein echt fieses Geräusch. Joelle, die sich wieder vor mich gekauert hatte, erschrak.Damit sollte ich sie schlagen? Ich dachte an die Brennnesseln von ganz zu Beginn unserer Beziehung. Und dann daran, dass ich ihrer Meinung nach zu nett war. Diese Worte trafen mich dann doch und kamen recht überraschend. Mir war nicht danach, sie zu schlagen, aber ich tat es. Ich holte aus und ließ die Klatsche wuchtig auf ihren runden Hintern knallen.Das Geräusch klang wie ein Peitschenhieb, und wir erschraken beide. „Das ist für deine ungezogenen Worte!“Ihre Antwort war ganz klein. „Ja, meine Herrin.“„Und jetzt erzähl mir endlich deine Geschichte! Und ich will keine dummen Kommentare mehr hören! Es wird nachher sowieso noch eine Trachtprügel setzen, und wenn deine Story nicht gut ist, dann Gnade dir Gott!“Meine Stimme klang nun richtig sauer.„Nein, meine Herrin!“Ich betrachtete mir die Stelle auf ihrer Pobacke. Sie wurde rot, und ich konnte sogar den Abdruck des Musters der Klatsche darauf erkennen. Mein Ding war das nicht, aber wenn sie mir ihre Folterwerkzeuge besorgte, was sollte ich machen?„Wir wohnen in Amerika. In Colorado. Da wurde gerade Marihuana legalisiert. Wir hatten diese geniale Idee, uns da ein Stück Land zu kaufen und Marihuana anzubauen. Wir schwimmen mittlerweile im Geld. Am Anfang war es nicht einfach. Wir hatten am Anfang kein Kapital. Aber wir haben es dann doch geschafft. Ich habe ein dunkles Geheimnis. Denn wir hatten kein Geld, aber ich habe es besorgt, in dem ich meine Entführung vorgetäuscht habe. Ich habe von meinen Eltern ein ziemliches Sümmchen erpresst. Damit haben wir uns die Farm gekauft und die Gewächshäuser. Du weißt von der vorgetäuschten Entführung nichts. Aber ich habe vorgesorgt. Wenn die Cops mich mal irgendwann kriegen und einsperren wollen, dann bin ich vorbereitet. Ich habe mir in einen holen Zahn eine Zyankali-Tablette einsetzen lassen. Wenn sie mich schnappen, muss ich nur drauf beißen, und alles ist vorbei. Ohne dich will ich nicht leben!“„Gut zu wissen, aber wie wäre es weniger dramatisch? Erzähl mir von unserem Leben.“„Es ist ein gutes, ehrliches, hartes Leben. Wir haben sechs große Gewächshäuser voller Technik. Guter Hanf braucht ganz viel Pflege, und wir haben den besten. Wir sind richtige kleine Bauern in Latzhosen. Du siehst in deinen total sexy aus, und ich auch, denn ich habe nie was drunter. Ich habe seit Jahren schon keine Klamotten mehr getragen. Ich darf nur in den Gewächshäusern diese ausgebeulte Latzhose tragen, und wenn dir danach ist, dann greifst du rein und gegrapscht mich, und ich zerfließe vor Geilheit und lasse mich von dir benutzen, wie du es willst. Aber meist will ich es sogar noch mehr als du. Wir arbeiten ziemlich viel, aber wir sind unser eigener Boss. Also gut, du bist der Boss, und ich gehöre dir. Ich trage ein schwarzes Halsband, das du mir angelegt hast. Es ist mit einem schweren Schloss gesichert, aber wir haben den Schlüssel in einer feierlichen Zeremonie mit einem Schweißgerät eingeschweißt. Das Halsband geht nicht mehr auf. Ich gehöre auf ewig dir. Du hast mich auch tätowiert. Unter den Füßen. Auf dem linken Fuß steht dein Name und rechts: Sklavin. Es hat super wehgetan, als du mich da tätowiert hast, Aber es war es wert. Du hast extra das Tätowieren dafür gelernt. Wir haben nicht nur diese Gewächshäuser, wir haben auch zwei Keller. In einem ist ein Sado-Maso-Folterkeller, wo du mich manchmal tagelang einsperrst und mit mir versaute Sachen machst. Ich mag keine Schmerzen, ich hasse sie sogar. Aber manchmal benehme ich mich daneben, dass ich es einfach verdiene bestraft zu werden. Ich winsele dann und bettele um Vergebung, aber du bist kalt und böse und hast keine Gnade mit mir. Du bringst mich dann an den Rand des Wahnsinns. Aber es fühlt sich auch so unendlich geil an, wenn ich dir so hilflos ausgeliefert bin. Denn ich weiß, dass du mich nie wirklich verletzen würdest. „Was ist in dem zweiten Keller?“Da ist unsere zweite Karriere drin. Die hat uns noch viel erfolgreicher gemacht. Wir haben da unten ein Tonstudio. Komplett mit allen Instrumenten, die man sich vorstellen kann. Und da nehmen wir unsere Musik auf. Wir sind so was wie Daft Punk, niemand hat unsere Gesichter bisher gesehen, niemand weiß, wer wir sind. Wir sind Mary & Jane. Mary Jane ist eine Bezeichnung für Marihuana im Englischen. Du fandst den Namen doof, aber ich habe mich durchgesetzt. Wir machen so etwas wie Sado-Maso-Musik. Dunkle, langsame, mysteriöse Musik mit viel Bass, verzerrten Streichern. Anfangs haben wir gecovert. Depeche Mode Songs. Berühmt geworden sind wir mit einem Song von Carol King und Phil Spector: ‘He hit me, but it felt like a kiss‘. Es ist eigentlich ein ekliger Song, weil er Gewalt von Männern gegenüber Frauen schönredet. Ein Opfer von Gewalt rechtfertigt die Schläge ihres Mannes als Liebesbeweis.Aber wir haben daraus eine lesbische SM-Hymne gemacht. Bei uns ist es eine „She“. Der Song hat die Charts überall in der Welt gestürmt. Wir können natürlich nirgendwo auftreten, denn ich werde polizeilich gesucht. Von Interpol. Also treten für uns Double auf. Eine dominante und eine devote Frau. Beide sind in Latexanzüge gekleidet, ihre Gesichter kann man nicht erkennen. Die Outfits total abgefahrener Fetisch. Wir designen sie selbst. Du das dominante, ich das devote Outfit. Es ist total scharf. Mittlerweile verkaufen wir es als Modelinie und verdienen damit noch mehr Geld. Ich habe die Farm seit Jahren nicht mehr verlassen. Unser Grundstück ist groß. Größer als Luxemburg, hat mal jemand ausgerechnet. Mittlerweile haben wir auch noch eine angrenzende Ranch und züchten dort Pferde. Du hast sie mir geschenkt. Ich habe auch genug darum gebettelt. Das mit der Zucht klappt nicht so richtig. Erfolgreich ist es nicht, aber das ist egal. Wir verdienen genug. Wir sind längst Millionäre. Aber niemand kennt uns.Manchmal spielst du mit mir in den Ställen. Dann bindest du mich in einer Pferdebox an und behandelst mich wie ein Pferdchen. Du steckst mich in Latex Catsuits. Ganzkörper. Man schwitzt darin wie wahnsinnig und du stellst manchmal noch einen Heizlüfter in die Box. Der Schweiß, der dann unter der Catsuit an meinem Körper herunterläuft, ist dann total eklig, aber auch geil. Die Tropfen reizen meine Haut, wenn sie meinen Rücken herunterfließen oder sich in meinem Schritt sammeln. Ich sehe total heiß darin aus. Ganz in schwarz, glänzend. Das Material presst sich an mich. Ich spüre meinen Körper mehr als jemals zuvor. Meine Brüste, meine Schenkel, mein Po sehen darin total scharf aus.Als du ihn mir geschenkt hast, ist eine chinesische Schneiderin zu uns gekommen. Sie war von oben bis unten tätowiert. Du hast mich im Keller angekettet und sie hat meinen Körper ausgemessen und mich dabei überall angefasst. Es war wahnsinnig geil. Ich habe ein wenig mit ihr geflirtet ihr meinen Körper hingehalten, sie angelächelt. Ich wollte, dass sie mich anfasst, dass sie mich begehrt. In dem Moment war es mir nicht genug, dass du mich begehrst. Du hast zugesehen und nichts gesagt. Aber danach hast du mich so vermöbelt, dass ich drei Wochen nicht mehr sitzen konnte. Ich habe Rotz und Wasser geheult, aber ich habe es ertragen, weil ich es verdient habe. Danach habe ich nie wieder mit einer Frau geflirtet.Ich fand es süß, dass du so eifersüchtig bist. Du kannst es nicht ertragen, dass ich andere Frauen ansehe. Deine Eifersucht, deine Schläge, deine Wut sind ein Zeichen deiner Liebe. Ein größeres Zeichen, als würdest du es mir sagen. Du hast Recht. Ich sehe dir an, dass du es nicht gerne tust, dass du mich nicht gerne züchtigst. Aber ich werde gerne von dir gezüchtigt. Ich bin eben oft unartig, und dann will ich, dass du mir zeigst, wo mein Platz ist und wem ich gehöre.Du fährst manchmal in die Stadt, um Geschäfte zu machen. Alle wollen mit uns Geschäfte machen. Weil wir das beste Gras haben.Wir haben einen Weg gefunden, unsere Musik live zu spielen, obwohl wir die Ranch nicht verlassen. Am Anfang haben die natürlich nur Playback gespielt. Wir spielen das Konzert live in unserem Tonstudio ein mit ein paar Studiomusikern. Es wird dann mit ganz kurzer Verzögerung übers Internet ins Stadion gesendet und dort von unseren Doubles performt. Es gibt ganz viel Mysterium um uns, und die Presse spielt verrückt. Wir haben einmal zeitgleich ein Konzert in Tokio und in Rio gegeben. Und es waren unterschiedliche Konzerte. Alle haben sich gefragt, welches das echte war. Beide waren echt! Sie waren nur unterschiedlich arrangiert.Manchmal provoziere ich dich. Dann bleibt dir keine andere Wahl, und du schlägst mich. Du bestrafst mich nie ohne Grund. Einmal hast du mich so vermöbelt, dass ich es nicht mehr ertragen konnte. Ich habe geheult wie ein Schlosshund. Ich war echt fertig. Danach hast du mich in die Arme genommen und mir die Striemen gekühlt. Du hast mich in den Arm genommen und getröstet. Du hattest danach ein schlechtes Gewissen. Ich konnte Wochen später noch nicht richtig sitzen. Immer noch brannte mein Hinterteil. Ich fand das total geil, immer wieder daran erinnert zu werden.Wir lieben uns. Ich dich mehr als du mich. Ich weiß das, weil es unmöglich ist, dass jemand einen anderen Menschen mehr lieben kann als ich dich.“ Sie schwieg und sah mich an.Und mir drehte sich der Kopf. Ich wusste nicht, was ich mit all den Informationen anfangen sollte. Ihre Phantasie war scheinbar grenzenlos. Aber vieles in ihrer Geschichte war so grenzenlos, dass es mir Sorge bereitete.Joelle spielte in einer komplett anderen Liga als ich. Ich brachte es nicht übers Herz, sie in den Kleiderschrank zu sperren, und sie war bei totaler Versklavung. Ich versuchte das zu verdrängen und verfolgte meinen Plan weiter:„Eine schöne Geschichte. Aber jetzt kommen wir noch zu deiner Bestrafung!“„Wofür?“ „Für deinen ganzen Ungehorsam. Den werde ich nicht länger ertragen!“„Was?“„Leg dich hier über meine Knie!“„Bitte nicht! Bitte! Was ich habe ich denn getan?“„Jetzt ist es zu spät. Das hättest du dir vorher überlegen müssen.“Sie stand auf, legte sich auf meinen Schoß, dass ihr Hinterteil in die Luft ragte. Ich musste mich etwas überwinden, aber dann schlug ich mit der Fliegenklatsche zu und zwar ziemlich kräftig. Ich wollte nicht als schwach gelten. Ich ließ sie mitzählen, und nach dem zwölften Schlag befühlte ich ihren Po, der ziemlich gerötet war. Ich streichelte ihn vorsichtig, und sie zuckte erst, beruhigte sich dann aber und ließ es mit eingesogenem Atem geschehen. Gerne hätte ich ihr mit Feuchtigkeitscreme ein wenig Linderung verschafft, aber dies war nicht der Augenblick, sie von meinen Beinen zu schubsen. Einige Tränen tropften von ihrem nach unten hängenden Kopf auf den Teppich. Ich fragte, ob alles in Ordnung sei, und sie nickte. Bei meinen Streicheleinheiten rutschte mir eine Hand zwischen ihre Schenkel. Ich war überrascht, wie feucht sie war. Ich wusste nicht, ob es die Schläge oder meine Streicheleinheiten waren, die sie so erregt hatten. Aber nun gerieten meine Finger immer öfter zwischen ihre Beine und streichelten sie dort, bis sie anfing zu stöhnen und sich meinen Bewegungen entgegenreckte. Sie hätte mein grimmiges Grinsen sehen sollen, aber ihr Kopf hing immer noch nach unten. Ich legte es nun darauf an, sie zum Höhepunkt zu treiben, und das gelang mir recht gut. Sie atmete schwer, und ich betrachtete fasziniert, wie die Muskeln auf ihrem Rücken sich an- und entspannten. „Möchtest du kommen?“, fragte ich in meiner rauchigsten Domina-Stimme.„Ja… bitte… bitte…“„Hast du dir das auch verdient?“Sie zögerte und überlegte, was sie antworten sollte.Ich wiederholte meine Frage.„Hat dir meine Geschichte nicht gefallen?“, keuchte sie.„Das war nicht meine Frage.“Endlich antwortete sie, denn meine Finger ließen nicht locker. Ich kannte sie, ich wusste, wie es da unten zuging, was sie mochte und wie ich sie zu streicheln hatte.„Ich habe mir viel Mühe gegeben. Ich habe alles getan, was du von mir wolltest. Ich war folgsam!“Sie spielte mir in die Karten. All das Flehen und Winseln machte sie nur noch mehr an, trieb sie näher an den ersehnten Orgasmus. Vielleicht hätte ich meine Finger wegnehmen können und sie nur mit meinen Worten zum Höhepunkt bringen können. Vielleicht war meine Macht über ihre Seele so groß. Ich wollte es herausfinden.Sie stöhnte nun, rhythmisch und in der Hoffnung, dass meine Finger sich ihrem Rhythmus anschlössen.„Du wirst nicht ohne meine Erlaubnis kommen. Bettel drum!“„Bitte, bitte, lass mich kommen! Schenke mir das, bitte!“Und dann das Fallbeil.„Nein!“Ich schob sie unsanft von meinen Knien und sie fiel vor mir zu Boden.Joelle grunzte vor Enttäuschung, und dann verschwand eine Hand zwischen ihren Schenkeln. „Nein!“, brüllte ich sie an, dass die Nachbarn noch drei Häuser weiter uns hören mussten. Mit voller Wucht ließ ich die Fliegenklatsche auf ihren Po zischen, und wieder peitschte dieses eklige Geräusch durch mein Wohnzimmer.„Au!“, rief sie. „Los, auf! Komm schon, hoch! Beweg dich!“Widerwillig richtete sie sich auf und sah mich mit vor Wut funkelnden Augen an. Dann schubste ich sie ins Bad, packte mir den Duschhahn, drehte das kalte Wasser auf und spritzte sie damit ab.Sie keuchte und krümmte sich unter dem Strahl. Ich setzte das ganze Badezimmer unter Wasser, aber das war mir egal. Nach einer Minute stellte ich das Wasser ab.„Die Sauerei hier machst du weg, verstanden?“Sie nickte. Ich sah sie an, als wäre ich noch nicht zufrieden mit ihrer Antwort, dann brachte sie es über sich und fügte noch hinzu: „Meine Herrin.“„Genau das bin ich! Deine Herrin! Und heute warst du keine gute Sklavin.“Sie sah mich noch einmal an, aber das wütende Funkeln war nun aus ihren Augen verschwunden. Bevor ich das Bad verließ, warf ich ihr noch den Bademantel hin, der an der Tür hing und sagte: „Zieh dir das über! Ich will nicht, dass du dir was holst.“Dann drehte ich mich um, doch bevor ich das Bad verließ, sagte ich noch:„Heute schläfst du im Schrank!“Kapitel 35 Joelle schlief im Schrank. Ich war ins Bett gegangen, ohne mich weiter um sie zu kümmern, hatte das Licht ausgemacht und konnte nicht einschlafen. Ich hörte sie noch im Bad herumwerkeln, dann öffnete sich die Schlafzimmertür, sie kam hereingekrochen, zog die Schiebetür des Kleiderschranks auf und kletterte umständlich hinein. Irgendwann gab es einen dumpfen Knall und ein unterdrücktes Fluchen. Sie hatte sich den Kopf gestoßen. Ich musste in der Dunkelheit grinsen. Selbst schuld! Ich hatte ein wenig Zeit, die Dinge des Abends zu ordnen. Ich hatte das getan, was sie wollte. Und ich fühlte mich zwiegespalten. Ich mochte nicht, dass es etwas in mir gab, das dieses Verhalten auch noch genoss. Für mich war das ein Spiel, für sie ein Lebensstil. Ihre Phantasien gingen mir zu weit. Sie klangen eher bizarr und teilweise nicht mehr erotisch. Geschichten erzählen war nicht ihr Ding. Die erste Episode mit der Hochzeit hatte ich noch geliebt, aber dann hatte sie angefangen, es zu übertreiben. Natürlich wollte sie mir ihre Wünsche mitteilen durch diese Geschichten. Wenn ich an unsere Spielchen dachte, dann fragte ich ganz pragmatisch, was möglich ist. Joelle ließ ihrer Phantasie freien Lauf. Die Realität kam ihren Phantasien nicht in den Weg. Vielleicht war das mit dieser Sklaven-Woche eher umgekehrt. Vielleicht war ich diejenige, die sich bewähren musste. Joelle war jedenfalls noch nicht einmal in die Nähe ihres Safewords gekommen. Vielleicht war ich eher so etwas wie der Star, der herausgeholt werden sollte. Ich wusste es nicht. Wir hatten immer noch nicht über unsere Beziehung geredet. Wir sollten das tun. Ich drehte mich an diesem Abend noch einige Male, bis ich einschlief.Am nächsten Morgen, vergewisserte ich mich, dass Joelle mir den vergangenen Abend nicht übel nahm, aber sie war ganz brav und folgsam und mit sich und mir im Reinen.Ich gab ihr dieses Mal drei Stunden am Computer, um sich über ihre Zukunft Gedanken zu machen. Mir gingen ein wenig die Ideen aus. Sie hatte am ersten Tag so gründlich sauber gemacht, dass ich nichts mehr für sie zu tun hatte, wenn ich nicht wollte, dass sie die Wohnung neu strich oder das Bad flieste. Ich gab ihr vage auf, die Wohnung sauber zu machen, und machte mich dann auf zur Arbeit.Im Zug hatte ich Zeit, über all ihre Ideen nachzudenken. Fetisch-Mode und eine Sado-Maso-Band. Mary Jane. Der Name war echt Mist. Ich suchte mir diesen Frauenschläger-Song und fand ihn auf Youtube. The Crystals hatten ihn im Original aufgenommen. Ich kannte sie nicht. Die Band klang nach typischem 60er-Jahre Rhythm and Blues einer Frauenband. Ich fand es schon seltsam in Anbetracht der Tatsache, dass Männer in den 60ern ihre Frauen nach Belieben geschlagen hatten. Wikipedia verriet mir, dass der Song von 1962 war und die Radiostationen sich geweigert hatten, ihn zu spielen, weil sie den Song anstößig fanden. Der Song fing mit einer Basslinie an, was ich natürlich mochte. Aber die klang zwar bedrohlich, aber auch sehr abgehackt. Ich stellte mir vor, dass sie geschmeidiger sein müsste. In einer sanft fließenden Bedrohung. Immerhin war diese Sängerin glücklich, dass sie von ihrem Mann geschlagen wurde. Ich wollte mir sofort einen Bass greifen, und mit der Grundmelodie spielen, aber ich saß ja in der Bahn. Ich suchte weiter und fand leider eine viel geilere Coverversion von Courtney Love’s Band Hole mit Melissa auf der Maur am Bass, die eine unglaublich coole Basslinie dazu spielte. Das ganze Stück war großartig arrangiert. Ich bekam es nicht mehr aus den Ohren, und ich war gleichzeitig voller Hochachtung für das Arrangement und gleichzeitig zutiefst neidisch, dass ich nicht darauf gekommen war, und dass ich niemals die Chance bekäme, diese Basslinie für diesen Song zu kreieren, denn er existierte ja bereits. Trotzdem ließ mich die Idee nicht los. Es gab diese deutsche Band Boss Hoss, die irgendwelche Hits in Hillbilly-Country aufnahmen. Warum sollte man so etwas nicht mit Lesben-Sado-Maso machen? Die Idee war nicht schlecht. Ein Produzent schuldete mir noch was. Ich hatte ihm mal richtig aus der Klemme geholfen, als ihm ein Bassist kurzfristig abgesprungen war. Dem wollte ich die Idee pitchen. Ich machte mir eine Liste von Songs, die passend wären. **** Me von Nirvana, Addicted to Love von Robert Palmer, aber auch abgedrehte Songs wie Toxic von Britney Spears. Wenn es irgendwie um obsessive Liebe ging, wäre das schon mal ein gutes Kriterium, und je weiter der Originalsong weg war von dem, was wir mit ihm anstellen würden, desto besser.In meiner Pause rief ich den Produzenten an. Er war erst nicht sonderlich begeistert, aber er versprach, dass er sich unsere Demos anhören würde. Mir kribbelten so die Finger, dass ich Joelle am liebsten auf den AB gesprochen hätte, dass sie schon mal anfangen sollte. Aber sie sollte besser ihre Zeit nutzen, sich eine Uni zu suchen. Nachdem ich meine Schicht im Musikgeschäft beendet hatte, ging ich noch in diesen Fetisch-Laden. Es gab ihn noch nicht lange, und er lag in einer etwas schmuddeligen Ecke der Stadt.Ein wenig komisch fühlte ich mich schon, als ich ihn betrat, aber ich machte mir auch keinen großen Kopf. Der Laden war klein und ganz in schwarz gehalten.Hinter der Theke stand ein Mann mittleren Alters. „Kann ich Ihnen helfen?“„Ja, danke, ich suche eine Latexmaske.“„Für Sie?“ er lächelte.„Für meine Freundin.“„Für Ihre Freundin. Na dann schauen wir doch mal.“ Das Wort „Freundin“ betonte er, als glaube er mir nicht, dass dies ein Geschenk sein sollte. Er kam hinter dem Tresen hervor und ging mit mir zu einem Regal, in dem ein Dutzend Plastikköpfe standen, auf die Latexmasken gezogen waren. Ich war zuerst ein wenig erschrocken, denn mein erster Blick fiel auf eine Maske mit Reisverschlüssen, mit denen man Mund und Augen verschließen konnte. Die Funktion war mir durchaus verständlich, aber die Maske sah grotesk aus. Daneben stand einem die das ganze Gesicht verdeckte, nur kleine Öffnungen für Augen, Mund und Nase offen ließ. Auch die stieß mich eher ab, denn Joelles Gesicht wäre dadurch vollkommen verdeckt. Ich wollte sie aber sehen, wollte ein Gegenüber haben, einen Menschen auf der anderen Seite und kein austauschbares Objekt. Aber wahrscheinlich war das irgendwie das Ziel dieser Masken. Dass man seinem Opfer die Individualität nimmt, es auf einen Körper reduziert, den man austauschen kann. Der Verkäufer riss mich aus meinen Gedanken und versuchte mich zu beraten. Es wurde mir ziemlich schnell klar, dass er keine Ahnung hatte, er kam über Oberflächlichkeiten und Offensichtliches nicht hinaus. Dafür aber machte er immer wieder versteckte, anzügliche Bemerkungen. Der war sicherlich neu in diesem Geschäft, eine Aushilfe oder so. Von einem festangestellten SM-Verkäufer hätte ich jedenfalls mehr Professionalität und Diskretion erwartet.Ich entschied mich für eine Maske, die an die von Catwoman mit Michelle Pfeiffer erinnerte. Sie ließ die Augen frei, den Mund und ließ Joelle ihr schönes Gesicht und steckte sie trotzdem in Latex, wie sie das wollte. Ich hörte mir noch eine dumme Anspielung an, als ich dem Mann meine Kreditkarte gab und schwor, den Laden nie wieder zu betreten. Ich machte noch einen kurzen Stopp in einem Supermarkt, um eine Rolle Frischhaltefolie zu kaufen. In der Bahn auf dem Weg zurück nutzte ich die Gelegenheit, mit dem Handy zu recherchieren, wie man Frischhaltefolie korrekt einsetzt und worauf man zu achten hatte. Von wegen Wirkung und Sicherheit und so. Dieser ganze Sado-Maso-Kram hatte ganz viel mit Sicherheit zu tun. War ja auch in Ordnung. Es war nur neu für mich.Aber all das sollte warten. Bevor wir spielten, wollten wir spielen. Erst Musik, dann Sado-Maso. Wenn ich die Dinge so sah, dann hatte ich es eigentlich verdammt gut. Mein Leben bestand nur noch aus Spielen (und ein wenig Arbeit in einem Musikgeschäft, um über die Runden zu kommen). Als ich die Wohnung betrat, kniete meine schöne Sklavin wieder neben der Tür auf dem Boden. Bevor ich etwas sagen konnte, beugte sie sich zu meinen Füßen und küsste mir die Schuhe. Dann entschuldigte sie sich für ihre Unartigkeit am vergangenen Abend. Ich muss gestehen, ich hatte das alles bereits hinter mir gelassen und wollte ihr davon erzählen, wie wir ihre Idee mit der SM-Musik umsetzen konnten. Sie war Feuer und Flamme, wollte sofort loslegen, aber ich bestand darauf, dass wir erst aßen. Nicht, weil ich so hungrig war, sondern weil sie mir zu stark die Initiative ergriff. Während des Essens erzählte sie mir von ihrem Tag und der Recherche, die sich nun immer mehr in einer konkreten Idee manifestierte. Sie hatte einen Studiengang gefunden. Sie schien damit zufrieden zu sein, und ich war es auch. Hauptsache, sie war glücklich. Dass ich für den Tod einer großartigen Musikerin verantwortlich sein sollte, war nicht mein Problem.Während sie spülte, hatte ich im Wohnzimmer Platz geschaffen.Ich drückte ihr eine Gitarre in die Hand, die sie befremdet ansah. „Das ist eine Ibanez. Die kostet ziemlich genau ein Fünftel von deiner Gibson, aber sie erfüllt musikalisch zu 99,9% deine Anforderungen. Okay Prinzesschen?“Sie nickte. „Ich habe nichts gesagt.“Es war ein großes Zeichen meines Vertrauens, dass ich sie an meine Gitarre ließ. Aber sie musste das nicht wissen.„Das ist auch besser so! Und jetzt zur Musik!“Ich hatte mir paar Songs aufgeschrieben, die ich ihr vorschlagen wollte, aber sie hatte auch einen Vorschlag:„White Rabbit von Jefferson Airplane.“„Ist das nicht dieses Lied über Alice im Wunderland? Warum gerade den?“„Eigentlich handelt der von einem Drogenrausch.“„Was haben Drogen mit Fetisch zu tun?“„Nichts. Drogen haben nichts mit dem zu tun, was wir machen. Aber mit dem, was wir tun. Es geht in dem Lied um Erfahrungen unter Drogen. Wenn du mich nimmst, wenn du mich fesselst und mir befielst, dann falle ich wie Alice in ein Loch und bin in einer anderen Welt. In der ich mich um nichts mehr kümmern muss, in der alles fremd ist, in der alles anders ist. Ich bin da nur Gast. Ich sehe und staune und leide und genieße natürlich an erster Stelle. Wenn du mich erniedrigst ist das wie ein Drogenrausch. Ich kann das nicht beschreiben. Ich würd’s dir gerne zeigen, aber du spielst ja in dem anderen Team. Vielleicht würdest du es verstehen, wenn du es hörst.“Was sollte ich dazu sagen? Sie hatte sich offensichtlich Gedanken gemacht. Nun, diese Musik war von Anfang an ihre gewesen. Es hatte mit „Behind der Wheel“ angefangen, und sie hatte diese Idee in ihrer Phantasie weiter verfolgt. Auch wenn ich ihr die Aufnahme vorgeschlagen hatte, hatte ich keinen Anteil an der Grundidee. Ich war nie ein Freund von Drogen gewesen. Ich mochte den klaren Kopf und hatte Angst vor dem Kontrollverlust auf einem Trip. In diesem Moment beneidete ich sie aber für das, was sie empfand, während wir spielten. Und es erschien mir so viel tiefer und spannender als das dumpfe Gefühl von Macht, das mich bewegte. Was konnte ich also anders tun als ihr zuzustimmen. White Rabbit. Wir hörten uns das Stück auf Youtube an und sahen uns die Lyrics im Internet an. „Der Song hat schon eine verdammt gute Basslinie, was will man daran noch besser machen?“, gab ich zu bedenken.Aber sie hatte ein paar Vorschläge, die sie mir auf der Gitarre vorspielte. „Weißt du, was ich an der klassischen Musik manchmal nicht leiden kann?“Ich schüttelte mit dem Kopf. „Dass sie zu viele Noten hat. Da ist zu viel Gedöns drin. Zu viel Getüdel, hier noch ein Schleifchen und da noch ein Schwenk. Das ist oft total überfrachtet. Miles Davis, sage ich nur.“„Was ist mit dem?“„Der hat das auch so gesehen. Der hat den Cool Jazz erfunden. Und der hat einfach alle Noten weggelassen, die man nicht braucht. Der hat nur die wichtigen, die schönen Noten behalten.“„Und?“„Wir lassen einfach die unwichtigen Noten weg.“Sie spielte mir die Melodie vor, und sie klang perfekt. Allerdings hatte Joelle nicht nur den Bass, sondern auch den E-Gitarrenpart gespielt.Ich spielte ihre Basslinie eine Oktave tiefer auf meinem Instrument nach, und schon waren wir im Geschäft. Wir arrangierten an diesem Abend drei Songs. So schnell hatte ich selten mit irgendwem gearbeitet. Es fühlte sich an wie bei unserem ersten Mal, als wir den Depeche Mode Song aufgearbeitet hatten, und ich fragte mich, warum wir nicht vorher schon darauf gekommen waren. Ich sage wir, aber der meiste Input kam von ihr. Ich hatte ein wenig mehr Erfahrung im Arrangieren von Musik, und daher konnte ich noch ein paar hilfreiche Tipps geben, aber musikalisch kamen 95% der Ideen von ihr. Wenn ich mal etwas vorschlug, dann hörte sie mir aufmerksam zu, sagte: „Sehr gute Idee. Aber vielleicht können wir das hier ein bisschen anders machen.“Sie spielte es, und natürlich war ihre Version viel besser. Ich fühlte mich an den Film Amadeus erinnert, in dem dieser Komponist über Wochen mühsam Note für Note ein Stück für den Kaiser komponiert, und als Mozart das hört, kann er es sofort aus dem Kopf nachspielen, schlimmer aber noch, er demütigt Salieri vor dem Kaiser und allen anderen hochrangigen Musikern damit, dass er spontan improvisiert und dieses Stück viel besser macht, komplexer, spannender. Und nebenbei gesagt noch mehr Noten hinzufügt. Der Name Salieri übrigens kam von ihr. Ich erinnerte mich nicht mehr so genau an den Film. Aber sie kannte den Komponisten, und sie meinte, dass er nicht so mittelmäßig war, wie er im Film dargestellt worden war. Joelle machte das auch so. Sie versuchte dabei respektvoll zu sein, aber uns war beiden klar, wer hier das Genie war und wer der Wasserträger. Ich verfügte über ein Ego, das groß genug war, zu ertragen, dass andere eben besser waren. Es gab eben einen Grund, warum die ganze Welt Mozart oder Miles Davis oder in Zukunft vielleicht Joelle kannte, aber mich niemand. Ihre ganze Musikerziehung hatte etwas gebracht. Sie verstand Harmonien, durchschaute Melodien und konnte sie verändern und weiterentwickeln. Ich kam durch Erfahrung und Versuch und Irrtum weiter. Wie die meisten guten Musiker hatte ich ein Gefühl dafür, was zusammenpasste und was nicht. Joelle aber wusste es mit Bestimmtheit. Ich konnte mir vorstellen, dass sie wie Beethoven seine Neunte Symphonie taub komponiert hatte, die Töne auch nicht hören musste, um zu wissen, wie sie zusammenpassten. Sie war das Genie. Das war keine neue Erkenntnis. Ich gehörte zu den wenigen, die zumindest im Ansatz verstanden, warum das so war.Wir standen nicht auf einer Stufe, und das war auch in Ordnung so. Ich war halt der Garfunkle in Simon & Garfunkle. Ich war der Ringo. Aber niemand beschwerte sich, Ringo zu sein, wenn er Mitglied der Beatles sein durfte. Und Joelle tat ihr Bestes, es mich nicht wissen zu lassen, dass ich die Sättigungsbeilage war und sie das Kobe-Steak. Wir arbeiteten an diesem Abend konzentriert, und es kam uns nicht in den Sinn Schweinkram zu spielen. Diese ganze Sache war uns beiden zu ernst, und ich war froh darüber, dass es uns beiden nicht nur ums Poppen ging.Einige Male warf sie mit Begriffen aus der Musiktheorie um sich, die ich nicht verstand. Als ich ihr sagte, dass sie damit aufhören solle, kapierte sie erst nicht, weil es ihr ganz selbstverständlich schien, aber dann versuchte sie sich zu zügeln. Am Ende des Abends schmiegte sie sich an mich, und wir hörten uns unsere ersten Demos an. Ich war vollkommen zufrieden, aber sie hatte noch Kleinigkeiten hier und da, an denen sie arbeiten wollte. Wir saßen dort zusammen wie ein altes Ehepaar, nur dass alte Ehepaare selten Songs auf Sado-Mado trimmten.Kapitel 36 Als wir zu Bett gingen, stand ich vor einem Dilemma. Ich wollte sie bei mir haben, diese harmonische Zeit, die wir zusammen beim Komponieren verbracht hatten, wollte ich fortführen. Ich war einfach in dieser Stimmung. Ich wollte mit ihr in meinen Armen einschlafen. Ich wollte mit ihr neben mir aufwachen. Vielleicht würde ich ihren Kopf am Morgen unter die Bettdecke drücken, die Augen schließen und genießen, wie sie mir vor dem Aufstehen zu Diensten war. Auf der anderen Seite hatte Joelle sich gewünscht, dass ich strenger zu ihr sein sollte. An diesem Abend war mir wieder bewusst geworden, dass ich sie nicht verlieren wollte. Dass wir etwas Gemeinsames hatten. Joelle hatte das früher schon gesagt. Sie war freimütiger in ihren Liebeserklärungen. Ich hingegen war auf ihr: „Ich liebe dich“ nie eingegangen. Hatte das unkommentiert stehengelassen und als Sätze gesehen, die Subs halt sagen, die aber nicht unbedingt von Doms kommen mussten. Das war natürlich Unsinn. Als Joelle aus dem Bad kam, bat ich sie zu mir.„Ich möchte gerne, dass du bei mir im Bett schläfst.“„Okay.“ Ihre Antwort reichte mir nicht.„Was möchtest du?“Sie sah mich an.„Das ist nicht die Frage, was ich will. Wenn du es willst, dann will ich es auch.“„Sowas sollst du nicht sagen. Du hast einen eigenen Willen.“„Wenn wir gerade spielen, dann habe ich keinen. Dann gebe ich alles an dich ab. Dann habe ich keinen. Wenn wir gerade nicht spielen, dann könnte ich dir sagen, was ich will.“„Spielen wir denn gerade?“„Das bestimmst du.“„Könnten wir uns auch in den Armen liegen, ohne zu spielen?“„Warum nicht?“„Okay, dann spielen wir gerade.“„Dann richte ich mich nach dir.“Ich kam so nicht weiter. „Du hast mir gestern gesagt, dass du dir mehr Härte wünschst.“„Das ist richtig.“„Wenn ich dich jetzt in meinem Bett schlafen lasse, dann bin ich nachgiebig.“„Kann man so sehen.“„Siehst du es auch so?“„Ja.“„Also müsste ich dich wieder im Kleiderschrank schlafen lassen.“„Wenn du konsequent sein willst.“„Ich will, dass du glücklich bist.“„Bist du glücklich, wenn ich bei dir im Bett schlafe?“„Absolut. Aber jetzt sag nicht, dass du es dann auch bist! Das hatten wir schon.“„Was soll ich dann sagen?“Ich kam nicht weiter und versuchte es anders.„Wo würde ich schlafen, wenn du an meiner Stelle wärst?“„Im Kleiderschrank.“ Sie zögerte keine Sekunde.„Wirklich?“„Definitiv.“„Ich fand, dass wir gerade einen großartigen Abend miteinander verbracht haben.“„Fand ich auch.“„Und trotzdem würdest du mich in den Kleiderschrank sperren, statt mich neben dir zu haben und diese schöne Atmosphäre ausklingen zu lassen?“„Wenn wir spielen, dann schon. Auf jeden Fall. Kleiderschrank.“„Würdest du an meiner Stelle denn jetzt spielen?“Sie dachte nach, und ich war ein wenig froh, ihr eine Frage gestellt zu haben, die sie zum Nachdenken zwang. „Wahrscheinlich nicht. Ich hätte dich auch gerne an meiner Seite im Bett.“„Also würdest du nicht spielen.“„Nein.“„Siehst du jetzt mein Problem?“„Nicht so richtig.“„Du willst, dass ich mehr mit dir spiele und strenger bin. Aber wir haben so viele Momente, wo ich dich bei mir haben will. Das erscheint mir ein Dilemma, das sich nicht auflösen lässt.“„Du bist doch die Herrin. Du könntest ja einfach die Regeln ändern. Das ist doch dein Vorrecht. Du kannst jederzeit die Regeln ändern, und du musst dich vor allem nicht vor mir rechtfertigen. Du kannst mich in den Schrank befehlen oder ins Bett oder sonst wohin. Du kannst mir befehlen, dass wir kuscheln, wenn du das willst. Wenn dir nach Blümchensex ist, dann befiehl es, und ich werde dem nachkommen.“„Blümchensex ist aber nicht Teil unseres Spiels.“„Wie gesagt, du machst die Regeln. Wenn ich von dir gequält werden will, du mir aber die Qual versagst, dann ist das doch auch eine Art von Quälen.“„Aber es ist nicht das, was du willst. Ich möchte, dass du zufrieden bist, und wenn ich dir zu weich bin, dann bist du nicht glücklich.“Sie dachte wieder nach.„Vielleicht bin ich auch nicht so unzufrieden mit unserer Beziehung, wie du glaubst. Du hast Recht, ich würde gerne öfter spielen, und wenn es nach mir ginge, könntest du noch viel härter sein. Ich will meine Grenzen erkennen, ich will in diesen Rausch, ich will dem weißen Kaninchen folgen wie in dem Song. Ich will in dieses Loch fallen. Du hast Recht, in den letzten Tagen hast du mich nicht einmal im Ansatz dahin geführt. In dem Lied heißt es: ‘One pill makes you larger, and one pill makes you small.’ Ich kann dir sagen, die Pille, die mich klein macht, die ist einfach nur geil. Wenn du mir die einflößt, dann bin ich glücklich. Vielleicht solltest du mal die versuchen, die dich größer macht. Vielleicht entdeckst du auch was darin.“ Jetzt war es an mir zu schweigen. Mir gingen die Worte aus. Aber Joelle hatte noch etwas hinzuzufügen.„In dir steckt noch viel mehr, als du glaubst. Wenn du mich dominierst wirst du zu einem anderen Menschen. Vielleicht musst du dich nur trauen. Ich verstehe, dass meine Rolle einfacher ist als deine. Wenn ich mich in deine Hände begebe, dann muss ich dir nur vertrauen. Sonst nichts. Wenn du mich nimmst, dann hast du schrecklich viel Verantwortung für das, was du mit mir anstellst. Du willst nicht zu weit gehen, du willst mich nicht verletzen. Du darfst die Kontrolle nicht verlieren. Aber ich habe immer noch mein Safeword. Und das ist auch dein Safeword. Wenn du zu weit gehen solltest, dann stoppe ich dich halt. Ich finde, das ist ganz einfach. Wenn ich dir vertraue, dann solltest du dir auch vertrauen.“Sie sah mir an, dass sie mir ziemlich viele Gedanken vor die Füße geworfen hatte. „Ich würde sagen, heute spielen wir nicht mehr miteinander. Ich bin müde, ich geh schlafen.“Damit stand sie auf und verkroch sich in den Kleiderschrank, und ich starrte an die Decke und dachte nach.Es war der letzte Tag unserer gemeinsamen Zeit in meiner Wohnung. Einmal schlief Joelle noch bei mir, dann musste sie zurück in ihr Leben. Ich hatte sie nicht an ihre Grenzen gebracht. Ich hatte sie ziemlich lange bei mir zuhause eingesperrt, und sie war in dieser Zeit schrecklich unproduktiv gewesen, hatte meine Wohnung sauber gehalten und gekocht. Zeitverschwendung. Aber das kreidete ich mir nicht an, es war ihre Idee gewesen. Wir hatten ein Krisengespräch geführt, und ich stimmte ihr in allen Punkten zu.Ich hatte das Gefühl, als schuldete ich ihr etwas. Als hätte sie ihren Teil der Abmachung eingehalten, ich aber nicht meinen. Ich wollte ihr zeigen, dass ich ihren Ansprüchen gerecht würde.Und so schmiedete ich einen Plan.Kapitel 37 „Jetzt will ich spielen!“Ich packte Joelle an den Haaren und zerrte sie hinter mir her. Sie folgte mir, stolperte aber und musste sich fangen. „Stell dich nicht so an!“, blaffte ich.„Schon gut, schon gut! Ich komme ja!“ Ich zog sie zu mir, so nah, dass unsere Nasen sich fast berührten, und ich zischte sie an:„Ganz vorsichtig! Nicht vorlaut werden! Heute bist du kein Prinzesschen! Heute bist du mein kleines Spielzeug, und das kann ich rumschubsen, wie ich will. Klar?“Sie nickte. „Sag es!“„Ich bin kein Prinzesschen. Ich bin nur dein kleines Spielzeug, und du kannst mit mir machen, was du willst.“„Wie fühlt sich das an?“Sie flüsterte: „Es macht mir Angst.“„Schön!“Ich schubste sie weiter ins Schlafzimmer und warf sie aufs Bett.Dann setzte ich mich auf ihren Hintern, beugte mich über sie, kreuzte ihre Arme hinter dem Rücken und flüsterte ihr ins Ohr:„Du bist mit in den letzten Tagen so auf den Keks gegangen! Das kannst du gar nicht glauben. Heute ist Zahltag. Heute wirst du mir das alles zurückzahlen! Ich werde dabei super viel Spaß haben.“Ich stieß meine Zunge in ihr Ohr und schleckte ein wenig daran. Eine Gänsehaut zog über ihren Rücken.„Magst du das?“Sie nickte.Ich spielte mit ihrem Ohrläppchen.Dann biss ich hinein. Erst sanft, dann immer stärker.„Magst du das auch?“Sie blieb mir eine Antwort schuldig. „Weißt du, ist mir auch egal. Das hier ist heute für mich!“Ich krabbelte über sie und zog aus der Nachttischschublade neben dem Bett die teuren Handfesseln, die sie sich gekauft hatte. Grob fesselte ich sie damit hinter ihrem Rücken. Sie leistete ein wenig Widerstand, aber als ich ihr drohte, ließ sie es geschehen.„Heute ist Girls Day. Wir machen uns mal so richtig hübsch! Wie findest du das?“Sie drehte ihren Kopf zu mir, aber sagte nichts, lag nur da. „Schön, dass du so sprachlos bist vor Freude!“Ich zog unter dem Bett die Utensilien hervor, die ich mir zurechtgelegt hatte, Joelle zerrte unterdessen an ihren Fesseln. „Du hättest besser billigere Fesseln gekauft. Dann könntest du dich vielleicht auch selbst befreien. Diese teuren Dinger sind einfach zu stark für dich.“ Ich lachte. Ich meinte es echt so. Es bereitete mir Spaß. Ich schob mein Becken etwas zurück, dass ich auf ihren Oberschenkeln lag, beugte mich über ihre vollen, weichen und bleichen Pobacken. Und dann biss ich herzhaft hinein. Sie erschrak, und die Muskeln ihres Pos zogen sich zusammen. Aber ich ließ mich davon nicht beeindrucken. Ich grub meine Zähne noch etwas fester in ihren wundervollen Hintern. Als sie zu zappeln begann, schlug ich ihr kräftig mit der flachen Hand auf die linke Backe. Das Klatschen hallte trocken von den Wänden meines Schlafzimmers wider.Schließlich lockerte ich meinen Biss. Meine Zähne hatten wunderbare Abdrücke hinterlassen. „So, jetzt werden wir dich mal als mein Eigentum markieren. Das mit dem Tätowieren machen wir auch noch, aber fürs Erste reicht ein Henna-Tattoo!“Ich hatte mir am Morgen eine Tube Henna besorgt und pinselte nun die Abdrücke meiner Zähne, die sich in ihre Haut gegraben hatten, auf ihren Po. Joelle hielt still, während ich mich als Künstlerin ausprobierte. Ich war mit meinem Werk zufrieden. „Perfekt! Willst du sehen, wie es geworden ist?“„Ja, bitte!“„Dann versuch‘s mal.“Sie versuchte den Oberkörper zu drehen, um sich ihren Hintern betrachten zu können, aber es war unmöglich. Nicht zuletzt wegen ihrer Hände, die immer noch auf dem Rücken zusammengebunden waren.Ich grinste.„Na komm, ich will nicht so sein!“Ich zückte mein Handy und machte ein paar Fotos von ihrem Hintern und zeigte sie ihr. „So sieht dein süßer Arsch jetzt aus. Mit meinen Zähnen drauf. Als Zeichen dafür, wer hier das Sagen hat. Gefällt’s dir?“Sie nickte.„Wenn du meine Sklavin sein willst, dann sollten wir das vielleicht publik machen. Ich bin sicher, deine ganzen Freunde werden auch gerne ‚Gefällt mir‘ klicken.“Ich sah, wie sich ihre Augen weiteten, aber sie sagte nichts. Vielleicht war sie in diesem Moment so weit, dass sie es akzeptieren würde. Vielleicht wusste sie, dass ich bluffte. Es war mir egal. Ich stand auf, sah auf sie herab und lachte besessen von meiner gespielten Macht. „Ich bin aber noch nicht fertig mit dir!“Mit einer schwungvollen Bewegung rollte ich sie auf den Rücken.Dieser Anblick ihres gefesselten Körpers mit den schönen Rundungen!„Vorne solltest du auch noch was haben!“Auf ihren Knien sitzend beugte ich mich über ihren Schritt, spielte mit dem Pinsel, strich über die Feuchtigkeit in ihrem Schritt. „Oh, da freut sich aber jemand! Das findest du gut? Das macht dich scharf? Wenn man dich benutzt? Wenn man dich klein macht? Du zerläufst ja wie heiße Butter! Ist schon ein bisschen krank, findest du nicht?“Sie sagte dazu nichts.„Jetzt habe ich deinen ganzen Schleim an meinem Pinsel. Das ist ja widerlich!“ Ich steckte ihr den Stiel in den Mund und schob ihn obszön rein und raus. Ihre Lippen schmiegten sich um das Holz und saugten daran.Ich sah sie an, aber sie hatte die Augen niedergeschlagen und ging meinem Blick aus dem Weg. „Komm schon, nicht so scheu! Du bist doch sonst nicht so schüchtern! Sag’s mir! Macht dich das scharf?“„Ja.“„Ja, was? Lass dir nicht alles aus der Nase ziehen!“ „Ja, es macht mich scharf.“„Erzähl!“„Es macht mich scharf, wenn du so mit mir umgehst… wenn du meinen Körper benutzt, wie du willst… und wenn du dich lustig machst… und mich demütigst.“„Geht doch!“Ich streichelte über ihre Schamlippen, und ein kleiner Seufzer entfuhr ihr. „Hast du was gesagt? Du hast dich echt nicht unter Kontrolle, was?“„Nein.“, flüsterte sie.„Nein, was?“„Nein, ich habe mich nicht unter Kontrolle, wenn du mich so berührst.“„Möchtest du kommen?“Ich streichelte nun rhythmischer und fokussierter. Es dauerte eine Weile, aber sie sprang schließlich an. Ich packte sie am Kinn und zwang sie, mich anzuschauen. „Du kannst mir wenigstens in die Augen schauen! Also, wie steht es, möchtest du kommen?“„Ich möchte sehr gerne kommen.“„Möchtest du!“, hauchte ich und legte meinen Kinn auf ihre Oberschenkel ganz nah an ihr Heiligstes und konzentrierte mich auf meine Streicheleinheiten. Sie brauchte nicht lange, um darauf anzuspringen, und ihr Atem ging tiefer. „Sag mir, wie gerne du kommen möchtest!“„Ich möchte sehr gerne kommen.“, presste sie heraus.„Komm schon, das kannst du besser. Überzeuge mich! Wie gerne möchtest du kommen?“„Ich möchte gerne kommen, sehr gerne. Ich möchte von dir zum Höhepunkt gebracht werden. Ich möchte dieses Geschenk von dir empfangen.“„So richtig überzeugt mich das nicht. Das ist doch nur Gebrabbel, was du da rausbringst!“Sie schwieg. „Sprachlos geworden? Dann beantworte mir doch die Frage, ob du das verdient hast. Wenn es ein Geschenk ist, dann ist doch immer die Frage, ob es verdient ist.“Sie schwieg wieder. Ihr fiel zunächst kein Argument ein, sondern sie atmete nur schwer, und ich passte meine Bewegungen ihrem Atem an. „Wenn du mich kommen lässt, dann revanchiere ich mich auch.“„Ach, jetzt stellt die Madame auch noch Bedingungen!“, höhnte ich. Sie konnte in diesem Moment einfach nicht das Richtige sagen. „So meine ich das nicht!“„Ach, so meint die Prinzessin das nicht? Bin ich zu blöd, dich zu verstehen?“„Ich meine nur…“„Was?“„Dass ich dir dann dankbar sein werde! Dass ich dann in deiner Schuld stehe. Dass ich dich dann auch verwöhnen werde.“„Wie? Nur, wenn ich dich kommen lasse, bist du mir dankbar? Da ist ja doch wieder die Madame Prinzessin.“Sie sagte nichts weiter, atmete aber schwerer.Ich spielte mit.„Sag mir, wenn du kurz davor bist zu kommen.“Joelle hatte die Augen geschlossen und war mit sich allein, stöhnte, keuchte, atmete tief. Ich gab ihr einen Klaps auf die Wange und forderte sie auf, mir in die Augen zu schauen. Sie sollte nicht allein sein mit ihrer Lust. Sie sollte dabei an mich denken. Sie sollte sich bewusst sein, wer über ihre Lust bestimmen konnte.Ich musste meinen Befehl wiederholen. Sie kam wieder ein wenig zurück in die Realität.„Ich komme gleich! Ich komme!“, keuchte sie. Sofort nahm ich meine Finger weg.„Gut zu wissen, aber wir sollten weitermachen.“Joelle bäumte sich in ihren Fesseln auf. Sie grunzte und konnte sich gerade noch bremsen, mich nicht wüst zu beschimpfen.Ich ließ sie allein mit ihrem Frust und pinselte mit dem Henna ein dekoratives „Slave“ auf ihren Venushügel.„Noch was für Facebook, würde ich sagen!“ und zeigte ihr das Foto, das ich gemacht hatte.„Schön, findest du nicht?“„Ist okay.“„Okay? Wenn es dir nicht gefällt, dann male ich es dir auf die Stirn. Wie wäre das? Ein schönes Henna-Tattoo. Das wird eine ganze Weile zu sehen bleiben. Man hört, dass Stirnbänder wieder in Mode kommen sollen. Oder du bist einfach ganz offen und erklärst es den Leuten. Wenn du Vollzeit-Sklavin bist, dann solltest du das auch so kommunizieren. Also, wie findest du dein Venushügel-Henna?“„Ich finde es sehr schön.“, sagte sie konsterniert.„Wunderbar! Freut mich, dass du es magst!„Du wirst das nicht wirklich an meine Pinnwand posten?“„Liegt alles an dir!“Es arbeitete in ihr. Sie war sich nicht mehr sicher, ob ich das wirklich alles nur im Spaß sagte. Gut!„Ich habe dir gestern was Schickes gekauft. So richtig hast du dir das auch nicht verdient, aber ich bin nicht so.“Ich zeigte ihr die Latex-Maske, und ihre Miene hellte sich merklich auf. „Die ist für mich? Vielen Dank!“Ich half ihr auf, dass sie sich setzen konnte, und als unsere Köpfe sich nah kamen, nutzte ich die Gelegenheit, sie ausgiebig, aber wenig sanft oder romantisch zu küssen. Meine Zunge stieß aggressiv in ihren Mund, meine Hände zogen an ihren Haaren, es war nicht die romantische Sorte zu küssen.„Ich hoffe, du hast so viel Spaß wie ich.“Sie nickte vorsichtig.„Schön, denn wir sind noch lange nicht fertig!“Sie lächelte unsicher. Ich zog ihr die Maske auf. Sie saß recht eng, und ich stellte mich vielleicht auch nicht so ganz geschickt an, aber schließlich hatte ich sie ihr aufgesetzt. „Du siehst atemberaubend aus!“„Darf ich sehen?“„Wir sollten dich vorher rundum hübsch machen!“Ich hatte mir mal irgendwann einen richtig grellroten und billigen Lippenstift gekauft, den ich ihr auf die Lippen malte. Dann schminkte ich ihre Augen noch dick mit Mascara. Sie ließ es geschehen.„Es gibt nichts, was ich sexier finde als verschmierte Mascara! Wenn er die Wangen runterläuft.“„Ja, das sieht geil aus.“„Schön, dass wir uns da einig sind. Jetzt müssen wir dich nur noch zum Heulen bringen.“Ich hatte das Gefühl, dass ihre Pupillen sich etwas weiteten und ihre Augen größer wurden.„Hast du einen Vorschlag, wie wir das hinkriegen?“Sie schüttelte den Kopf.„Bereust du es schon, dass du dich in meine Hände begeben hast?“„Ich weiß nicht… Was hast du mit mir vor? Du bist so anders. Ein wenig sorgt mich das schon.“„‘Was habe ich mit dir vor?‘ Ich mag den Ausdruck. Der zeigt, dass du total in meiner Hand bist. Also, was habe ich mit dir vor? Ich hatte da eine Idee. Ich könnte dich einfach so richtig vermöbeln! Mit deinen Armen hinter dem Rücken könntest du dich nicht so richtig verteidigen. Wäre nicht schwer. Wäre auch sehr naheliegend.“„Wir müssen mich ja nicht zum Weinen bringen.“„Ich denke schon. Wir sollten das schon richtig machen, findest du nicht?“„Ich könnte ja einfach versuchen, von mir aus zu weinen. Du müsstest vielleicht gar nichts tun!“„Wow! Bist du so durchtrieben, dass du auf Kommando heulen kannst?“„Du machst mir schon ein wenig Angst. Ich glaube nicht, dass ich lange brauchen würde. Ich könnte mir einfach was Trauriges vorstellen. Ich denke, das könnte ich schaffen. Lass es mich versuchen. Gib mir nur ein bisschen Zeit, und ich heule wie ein kleines Kind.“„Machen wir es kurz.“Ich griff in meine Tasche und holte ein Küchenmesser heraus. Sie sah mich mit großen Augen an, und ich glaube, ich konnte ihr ein wenig Schrecken einflößen, obwohl ich mir ziemlich sicher war, dass ihre ganze Angst gespielt war. Ich kannte sie zu gut, und sie war zu durchtrieben, um plötzlich vor mir Angst zu haben. Ich spielte ein wenig mit dem Messer, hielt es ihr nah ans Gesicht, lächelte dabei böse. Sie schluckte, und ich glaubte, dass sie kurz davor war, ihr Safeword zu sagen. Ich hatte Mitleid. Daher holte ich schnell eine Zwiebel aus der Tasche, und Joelle verstand, was ich vorhatte. Ich schnitt sie in zwei Teile.Sie atmete sichtlich auf. Aber schon bald liefen ihr die Tränen das Gesicht hinunter, denn ich hatte sie nah an ihren Augen ein bisschen gequetscht.Während ihr die Tränen die Wangen hinunterliefen, ihr Makeup verschmierte und sie sich die brennenden Augen nicht reiben konnte, machte ich ein paar Fotos. Sie sah verdammt süß aus mit dieser Latexmaske, die ihr Gesicht betonte, den grell geschminkten Lippen, ihren Tränen, dem verlaufenden Mascara. Ich zeigte ihr das Foto. „Irgendwas stimmt aber noch nicht. Ich weiß! Der Lippenstift!“Ich presste meine Lippen auf ihre und gab ihr einen fetten, feuchten Kuss, der den billigen Lippenstift verschmierte. Ein weiteres Foto.„Jetzt ist es perfekt! Das werde ich mir rahmen lassen! Du bist wirklich die süßeste Sklavin, die man haben kann!“Ich küsste sie noch einmal, ließ meine Finger wieder in ihren Schoß wandern und spielte so richtig entschlossen, und sie ließ sich darauf ein, ließ sich von meinen bösen Fingern streicheln. Stoppte aber erneut, bevor sie zu ihrem Höhepunkt kam.Sie war wieder frustriert, aber ich lächelte darüber hinweg und ignorierte es.„Du weißt, dass ich das nicht mehr lange ertrage.“„Ist mir ziemlich egal. Wie du gesagt hast. Ich habe die Pille genommen, die mich groß macht, und du bist winzig klein! Ich kann mit dir machen, was ich will, und was du willst, interessiert mich jetzt nicht. Und weil mich das nicht so interessiert, wirst du jetzt mal was für mich tun!“Ich legte sie wieder aufs Bett und senkte meinen Schoß auf ihren Mund, und sie tat ihre Magie. Als ich ihre Zunge und ihre Lippen entließ, hatte ich meine Feuchtigkeit noch zusätzlich auf ihrem Gesicht verrieben. Joelle sah nun total wild aus, und ich machte noch ein paar Fotos von ihr.Sie sah echt süß aus.„Du solltest übrigens was trinken.“„Danke, aber ich bin nicht durstig.“„Ja, aber du wirst es werden.“„Wieso?“„Du könntest ein wenig ins Schwitzen kommen!“„Ach? Versprichst du mir gerade was? Das ich aus der Puste sein werde?“ Sie lächelte schmutzig.„Ja, aber nicht so, wie du denkst. Hier trink!“Ich zog eine Wasserflasche hervor, öffnete sie und setzte sie ihr an den Hals. Sie trank gehorsam ein paar Schlucke, aber als sie die Flasche absetzen wollte, hielt ich sie davon ab.„Man soll täglich drei Liter Wasser trinken. Das lernt jedes Kind. Also komm, schön leer machen!“ Sie verschluckte sich einmal, trank aber, wie ich ihr befohlen hatte, die ganze Wasserflasche aus. Sie rülpste wenig ladylike.„So, mein Flüssigkeitshaushalt ist jetzt ausgeglichen, zufrieden?“„Ich muss mich ja um deine Gesundheit kümmern.“„Hast du jetzt getan. Wie geht’s weiter?“„Drei Lagen reichen.“„Drei Lagen von was?“„Drei Lagen Frischhaltefolie.“„Frischhaltefolie? Was willst du damit?“„Dich darin einwickeln.“„Was? Ich bin doch kein Butterbrot!“„Du bist, zu was ich dich mache!“„Mit Frischhaltefolie? Zu was machst du mich denn damit? Was soll das bringen“„Bin ich dir einmal in irgendwas voraus?“„Wieso? Ich kann ja nicht alles wissen.“„Na dann schauen wir mal!“„Ich richtete sie wieder auf, öffnete die Handfesseln hinter ihrem Rücken.Sie rieb sich die Handgelenke.„Jetzt mach hier nicht wieder den sterbenden Schwan! Ich will kein Gejammer hören! Hände auf die Oberschenkel!“Ich wickelte sie langsam in die Folie. Begann an den Schultern und krabbelte immer wieder um sie herum, bis ich an ihrem Bauch angekommen war. Ihr Oberkörper war nun vollkommen gefangen wie in einem Kokon. „Nenn mich doch einfach deine ‚Schwarze Witwe‘. Genauso spinne ich dich ein und genauso gefährlich bin ich für dich!“ Ich lachte. „Versuch dich mal zu befreien!“Sie versuchte, sich zu bewegen, aber die dünne Folie lag zu eng an ihrem Körper. Ihre Bewegungsmöglichkeiten waren minimal.„Absolut hilflos bist du jetzt! Total mir ausgeliefert. Von ein bisschen Plastikfolie gefangen.“, meinte ich und machte mich an ihre Beine. Ich hob sie an, und von den Knöcheln bis zu den Oberschenkeln wickelte ich sie nun auch noch ein.„Wie so ein kleines Würmchen!“, lachte ich. „Jetzt nur noch dein dickes Becken, und dann haben wir alles dicht. Aber vorher will ich noch was Spaß haben!“Ich beugte mich über sie, streichelte ihren Körper durch die Folie. Sie fühlte sich irgendwie fremd an, künstlich, fast wie eine Puppe. Ich schmiegte meinen Körper an ihren, und meine Finger drückten wieder zwischen ihre Oberschenkel. Ich küsste sie lang und ausgiebig und ergötzte mich daran, dass sie sich nicht bewegen konnte. Sie war mir total ausgeliefert. Ein weiteres Mal brachte ich sie kurz vor den Höhepunkt, um sie dann wieder hängen zu lassen. „Du machst mich wahnsinnig!“, stöhnte sie.Dann wickelte ich auch noch die Mitte ihres Körpers ein, und nun war sie vollkommen bewegungsunfähig.Auf ihrer Stirn hatten sich Schweißperlen gebildet, die ich sanft wegküsste.„Wird’s langsam warm?“„Verdammt warm! Ich schwitze unter dieser verdammten Folie total!“„Deinem Körper ist es warm, darum schwitzt du unter der Folie, aber der Schweiß kann nicht verdunsten, also schwitzt du noch mehr. Es geht immer so weiter. Lustig nicht?“„Nicht, wenn man unter der Folie ist.“„Ich finde es schön, dass du deinen Humor noch nicht verloren hast! Ist dir warm?“„Ich will ja nicht so sein. Deshalb kommt hier ganz umsonst ein Tipp: Fächel dir doch einfach Luft zu!“„Sehr witzig!“ „Nein, meine ich ernst.“„Ich kann keine Faser in meinem Körper bewegen!“„Fächel dir doch einfach mit der Zunge Luft zu. Weißt du was, dein Anblick macht mich so heiß, dass ich auch was Abkühlung gebrauchen könnte!Ich schwang meine Schenkel wieder über ihren Kopf. Es war wirklich zu geil, sie so zu sehen. Hilflos, mir komplett ausgeliefert! Ich konnte machen mit ihr, was ich wollte. Sie hätte das alles jederzeit stoppen können. Aber sie schenkte mir diese Macht über sie. Wie großzügig sie war, und das von einem Menschen, dem ich so oft Eigennutz unterstellt hatte.Ich schaute auf sie herunter, und es war praktisch nur noch ihre Zunge, die sie bewegen konnte. Während sie die einsetzte, überzog ich sie mit Beleidigungen. Ich sagte ihr, wie erbärmlich sie aussähe, wie schwach sie wäre, wie krank, wie klein, wie winzig. Je mehr ich sie beschimpfte, desto mehr strengte sie sich an, desto mehr wollte sie mich zufrieden stellen. Und zufrieden stellte sie mich. Zum wiederholten Male an diesem Tag.Ich legte mich neben ihren steifen Körper und fuhr über die Folie.„Ich brauche jetzt erst mal eine kleine Pause. Immerhin mache ich hier die ganze Arbeit! Ist bei dir alles in Ordnung?“Sie nickte. „Hast du Durst? So wie du schwitzt?“„Es geht.“„Ich hole dir gleich was zu trinken, du faules Stück! Liegst einfach nur hier rum und lässt dich bedienen!“„Darf ich was sagen?“„Du sprichst doch sowieso die ganze Zeit.“„Ich möchte, dass es immer so ist. Ich möchte, dass du mich klein machst. Zu einem winzigen Atom zerreibst. Ich weiß es echt zu schätzen, dass du dir so viele Gedanken machst.“„Dir ist aber schon klar, dass die Möglichkeiten nicht endlos sind.“„Das macht nichts. Du musst mich nicht immer überraschen. Ich will dir einfach ausgeliefert sein und mich dir unterlegen fühlen.“„Das kannst du haben.“„Für immer?“„Immer ist ein großes Wort.“„So lange, wir beide damit zufrieden sind.“„Okay. So lange wir beide damit zufrieden sind.“„Danke!“„Keine Ursache.“Wir lagen eine Weile nebeneinander. Sie in ihrer Unterwürfigkeit in Frischhaltefolie gewickelt, ich in meiner Dominanz, wir beide im Schweigen vereint.Nach einer Weile meldete sie sich: „Du, ich muss mal so langsam.“Ich seufzte. „Okay, du wolltest ja was trinken. Dann muss ich wohl mal aufstehen!“„Nein, nein! Ich will nichts trinken. Ich muss mal!“„Erst müssen wir deinen Durst stillen! Mit Dehydrierung ist nicht zu spaßen. Und außerdem führt Wassermangel zu Wahrnehmungsstörungen! Wenn du mal einen richtigen Schluck genommen hast, dann kannst du auch wieder klar denken!“Ich stand auf, ignorierte ihre Proteste und holte aus der Küche eine Flasche stilles Wasser und einen kleinen Trichter. „Damit du mir das Bett nicht vollsaust!“Damit flößte ich ihr die ganze Flasche ein. Sie musste ein wenig spucken, und ein paar Tropfen trafen das Bett. Aber mit einem Trichter im Mund hatte sie auch nicht viel Chance sich zu wehren.„Brav machst du das! Schön trinken! Fühlst du dich schon besser? Es muss doch erfrischend sein, wenn man seinen Flüssigkeitshaushalt schön reguliert hat!“„Bitte nicht!“, gurgelte sie zwischen ihren Schlucken. „Was machst du mit mir?“Bald hatte ich ihr die ganze Flasche verabreicht. „Zufrieden?“„Jetzt muss ich ganz dringend! Ganz, ganz dringend! Ich meine es ernst!“„Ach! Erst hast du Durst, dann musst du aufs Klo? Du kannst dich aber auch nicht entscheiden!“„Bitte, bitte, mach mich los! Ich pinkle sonst ins Bett!“„Wenn du das machst, dann ist hier aber die Hölle los!“„Bitte mach mich los!“„Du warst die ganze Zeit so folgsam, jetzt wirst du wieder so zickig!“ „Das ist echt nicht mehr lustig! Bitte, bitte, bitte! Lass mich Pipi machen. Ich muss echt! Ich kann es nicht mehr aushalten! Ich platze! Bitte, bitte, bitte!“Ich hielt sie noch ein wenig hin, aber es war natürlich ein gefährliches Spiel, ich wollte auch keine Bettnässerin erfinden. Also war ich gnädig. Ich hatte so mir eine Schere mit abgerundeter Spitze zurechtgelegt und schaffte es damit, sie ziemlich flott aus der Folie zu schneiden. Sie versuchte, aufzustehen, aber ihre Beine waren steif von der langen Fesselung. Ich musste sie stützen und zusammen stolperten wir ins Bad, ich setzte sie auf die Kloschüssel, und bevor ich die Tür hinter mir zugemacht hatte, um ihr ein wenig Privatsphäre zu geben, plätscherte es schon. Das war knapp gewesen!Als die Spülung ging, fragte ich, ob mit ihr alles in Ordnung wäre und ob ich reinkommen dürfe. Irgendwie fand ich das angemessen, dass ich das fragte, obwohl ich auch einfach hätte reingehen können. Sie bejahte, und ich half ihr auf die Beine, die noch ein bisschen wackelig waren. Überhaupt sah sie fertig aus. Ich hatte ihr viel zugemutet.„Ich finde, wir sollten dich mal saubermachen. Der kalte Schweiß auf deiner Haut ist nicht gut, und bald wirst du anfangen wie ein kleines Schweinchen zu stinken. Also, ab in die Dusche!“Ich gab ihr einen Klaps, scheuchte sie in die Dusche, machte das Wasser an. Sie war noch wackelig auf den Füßen und ich half ihr, dass sie sich in die Duschwanne setzen konnte. Ich spritzte das Wasser auf sie. Es war eiskalt, und sie schrie erschrocken auf, als der Strahl sie traf. Aber ich war gnädig und drehte das warme Wasser auf. Ich stieg zu ihr in die Dusche, und wir küssten uns. Dann seiften wir uns ein und liebten uns im warmen Wasser unter der Dusche.Als wir eng umschlungen in der engen Duschkabine saßen, das Wasser immer noch über uns lief und unsere Finger schon ganz verschrumpelt waren, nahm ich ihren Kopf in meine Hand, schaute ihr tief in die Augen und sagte: „Joelle, ich liebe dich, und ich will dich für den Rest meines Lebens fesseln, erniedrigen, bestrafen und quälen!“Sie sah mir in die Augen und begann zu weinen.Kapitel 38 Mittlerweile leben wir zusammen. Ganz zufrieden auf einem heruntergekommenen Bauernhof, den wir gekauft haben. Nun, wir zahlen ihn noch ab, aber wenn alles weiter so gut läuft, dann gehört er bald ganz uns.Ohne Marihuana-Gewächshäuser. Obwohl ich letztens ganz versteckt ein paar seltsame Pflanzen gesehen habe. Ich werde Joelle zur Rede stellen müssen. Direkt am Eingang haben wir ein Beet mit Brennnesseln angelegt, und manchmal lasse ich sie rauskriechen, um mir ein paar Stängel zu bringen. Dann haue ich ihr die über den ganzen Körper.Wir haben einen alten Hof billig erstanden und restaurieren ihn langsam. Wir sind nicht reich, aber wir kommen zurecht. Mit Musik verdient man heutzutage nicht mehr viel. Aber wir bauen uns langsam was auf und haben unsere Finger in verschiedenen Projekten.Joelle hat ihre Profimusikkarriere an den Nagel gehängt, was mit ziemlich viel Stress verbunden war. Sie hat sich mit ihrer Familie überworfen, und im Moment herrscht wohl Funkstille zwischen ihnen.Sie spielt nicht mehr professionell Violine. Aber manchmal spielt sie für mich. Ich lasse sie sich dann in Lack oder Leder aufbrezeln, und dann gibt sie mir ein Privatkonzert. Es bereitet ihr Freude. Stattdessen hat sie begonnen Musikpädagogik zu studieren, aber sie ist nicht weit gekommen. Drei Semester. Dann ging es nicht mehr, weil diese andere Sache so viel Fahrt aufnahm, dass sie keine Zeit mehr für ihr Studium hatte. Denn wir wurden richtig erfolgreich mit unserem Projekt. Nachdem der Produzent unser Demo gehört hatte, war er hin und weg und gab grünes Licht uns zu unterstützen. Wir finanzierten unser erstes Album mit einer letzten CD von Joelle. Classic goes Rock. Joelle als klassische Violinistin spielt Rockmusik. Eine Sache, die kommerziell erfolgreich ist, aber die Reputation jedes ernsthaften Musikers ruiniert. Das brachte uns genug Geld ein, unser eigenes Album zu produzieren. Wir beerdigten die klassische Joelle und fortan verschwand sie aus der Öffentlichkeit. Stattdessen machten wir unser eigenes Projekt. Düstere, sexuell aufgeladene Musik voller Bässe und Schwüle. Schwer und bedeutungsschwanger. Was wir zusammen arrangiert hatten. Eine ganze CD davon unter einem anderen Namen.Chastity. Keuschheit, so heißen wir. Mit den Doubles, die uns auf der Bühne vertreten, hat es nicht geklappt. Das ist einfach zu teuer. Aber Joelle hat eine Grafikerin aufgetan, die uns animiert hat. In 3D, sieht sehr geil aus! Zeichentrickfiguren für Erwachsene. Fetisch-Animation. Wir sind so etwas wie die Band Gorillaz für Sado-Maso. Meine Figur trägt Leder, lange Haare zum Dutt gebunden, blutrote Lippen, große blaue Augen. Lilith heißt die Figur. Sie kommt in der Bibel als Nachtdämon vor und ist ein Symbol für die dunkle Seite der Frau, aber auch für ihre Emanzipierung. Joelles Figur heißt Nivian. Sie hat etwas mit der Artussage zu tun. Eine verfluchte Frau, die auf einer Insel in einem Fluss gefangen ist und nicht hinausschauen darf. Sie singt wunderschöne Lieder und webt die Bilder, die sie sieht in einen endlosen Teppich. Eines Tages sieht sie durch einen Spiegel Ritter Lanzelot, verliebt sich in ihn und stirbt durch den Fluch bei dem Versuch, nach Camelot zu gelangen. Die Figur ist klein, bleich, rothaarig, manisch depressiv, gestört. Es versteht sich von selbst, dass Joelle die Figuren kreiert hat. Lilith ist die Herrin von Nivian und je nach Song können die beiden in den Videos mal ganz romantisch miteinander umgehen oder voll Hardcore im härtesten SM-Stil. Wir klauen auch manchmal ein paar Ideen von Rammstein.Joelle macht sich darüber Gedanken, wie man einerseits die Massen ansprechen kann, andererseits aber auch kalkuliert Skandale erstellen kann, auf die die Medien anspringen, um über uns zu berichten und uns noch bekannter zu machen. Manchmal erkenne ich darin ihre Fähigkeit, andere zu manipulieren. Aber es stört mich nicht. Sie macht uns populärer. Ich frage mich nur manchmal, inwieweit ich von ihr auch manipuliert werde, fühle mich, als sei ich der Dompteur eines Tigers, der sich vorstellt, er hielte den Tiger unter Kontrolle, in Wahrheit aber den Launen der Wildkatze ziemlich hilflos ausgesetzt ist. So fühle ich mich manchmal.Wir haben eine Arbeitsteilung etabliert. Ich kümmere mich um die Organisation, das Geschäftliche und die Technik. Sie ist für das Kreative zuständig. Manchmal würde ich auch gerne mehr komponieren, aber mir fehlt die Zeit und Joelle ist einfach besser. Sie ist Lennon/McCartney, ich bin Ringo. Sie ist so viel besser, dass ich ihr dieses Feld weitgehend überlasse. Trotzdem bin ich, wenn es geht, zusammen mit ihr im Studio, und ich bringe meine Ideen ein. Es ist ein Wettkampf, wer die besten hat. Sie gewinnt meist, aber ich werde besser. Ein paar richtig fette Hits haben wir gelandet. Erst mit Coverversionen, aber auf dem letzten Album waren die ersten eigenen Kompositionen von Joelle. Sie schreibt die Texte, die Musik machen wir immer noch gemeinsam. Ein kleines Studio haben wir, das beständig größer wird. Den Folterkeller können wir uns noch nicht leisten, aber Joelle bestellt ständig neue Spielzeuge. Wir veranstalten dann ganz zeremoniell ein SM-Unboxing, wie sie es nennt. Sie kniet nackt vor mir, wir packen zusammen das Spielzeug aus, und ich benutze es dann an ihr.Sie ist voll in diesem Lifestyle aufgegangen. Joelle betreibt zudem einen Blog, in dem sie über SM schreibt. Er ist unglaublich erfolgreich. Sie schreibt an einem Buch, und überall im Haus fliegen Zeichnungen herum mit Designs für Lack und Lederkleidung. Korsagen, Ganzkörperanzüge. Alles.Sie geht vollkommen in dieser Sache auf, und ich habe Schwierigkeiten, ihr zu folgen. Mittlerweile habe manchmal wirklich Angst, dass ich ihre ganzen Neigungen nicht mehr befriedigen kann und sie mich sitzen lässt. Ich liebe sie. Nie zuvor habe ich einen spannenderen Menschen kennengelernt.Sie liebt mich. Das sagt sie, und bis auf wenige Augenblicke glaube ich ihr auch. Ich bin immer noch ihre Herrin und versuche sie zu zügeln, aber ich habe das Gefühl, dass ich sie nie wirklich unter Kontrolle habe, dass sie mir weit überlegen ist. Manchmal lässt sie mich das wissen, dann blitzt ihre Überheblichkeit wieder auf. Ich bestrafe sie, aber ich kann es ihr einfach nicht austreiben.Manchmal denke ich, dass sie mich irgendwann verlassen wird, weil ich ihren immer ausgefalleneren Begierden nicht mehr gerecht werden kann. Sie meint, das wäre Quatsch, ich solle nicht so denken, und ich glaube ihr. Ich bin ihre Herrin. Ich kann sie schlagen, fesseln, liebkosen, küssen, einsperren, streicheln, foltern. Und sie gehorcht mir. Sie bettelt, fleht, kniet vor mir, küsst mir die Füße. Natürlich nur, wenn ihr danach ist. Denn oft genug zoffen wir uns auch. Aber wir wissen auch, was wir aneinander haben. Und das Versöhnen ist ja bekanntlich das Beste am Streit.Aber wenn ich ehrlich bin, dann hält sie die Zügel in der Hand. Es ist okay, wir führen eine etwas unkonventionelle Beziehung.

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